Zahl der Todesopfer nach BrÀnden auf Maui steigt auf 80
12.08.2023 - 13:20:56Nach den verheerenden BrÀnden auf der Insel Maui im US-Bundesstaat Hawaii ist die Zahl der Toten den Behörden zufolge auf 80 gestiegen. Die Feuerwehr sei weiter im Einsatz, um Feuer in verschiedenen Regionen der Insel einzudÀmmen, teilte die Regierung des Bezirks Maui in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) mit.
Laut aktualisierten Zahlen des Pacific Desaster Center und der US-Katastrophenschutzbehörde FEMA sind in dem Bezirk rund 2200 GebĂ€ude durch das Feuer beschĂ€digt oder zerstört worden. Erste SchĂ€tzungen gehen von rund 5,5 Milliarden Dollar (5,0 Milliarden Euro) fĂŒr den Wiederaufbau dort aus.
Am Freitag waren im KĂŒstendorf Kaanapali, nördlich der besonders betroffenen Kleinstadt Lahaini im Westteil der Insel, neue Evakuierungen angeordnet worden. Dort hatten Winde die BrĂ€nde neu entfacht. Ein Feuer nahe einer Tankstation in Kaanapali sei aber noch am Abend zu 100 Prozent unter Kontrolle gebracht worden, hieĂ es weiter. Hunderte Fahrzeuge hĂ€tten dort gewartet, um aufgetankt zu werden. Am Samstag werde dort kein Sprit ausgegeben.
Neben dem Feuer im Westen waren in weiteren Regionen Mauis sowie auf der Nachbarinsel Hawaii Anfang der Woche BrÀnde ausgebrochen, die sich wegen starker Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern schnell ausgebreitet hatten.
NotunterkĂŒnfte in Schulen und Turnhallen
Aufnahmen der historischen Innenstadt von Lahaina belegten die Zerstörung, die die BrĂ€nde hinterlassen hatten. In ganzen StraĂenzĂŒgen blieben kaum mehr als die Grundmauern von HĂ€usern stehen. Die EinsatzkrĂ€fte riegelten die betroffenen Viertel ab. Nach Angaben des Bezirks wurden NotunterkĂŒnfte fĂŒr die Evakuierten in Schulen, Kirchen und Turnhallen eingerichtet, Lebensmittel und anderes Notwendige an BedĂŒrftige verteilt.
Zum Freitag hin waren die Winde allmĂ€hlich abgeflaut. Erste Bewohner der Kleinstadt hatten zunĂ€chst in ihr Zuhause zurĂŒckkehren können, um die SchĂ€den in Augenschein zu nehmen. Zuvor hatte Hawaiis Gouverneur Josh Green die Anwohner gewarnt, dort eine Zerstörung vorzufinden, «wie sie es in ihrem Leben noch nicht gesehen haben».
Wenige Stunden nach der Freigabe der StraĂe machte die Polizei laut dem «Honolulu Star Advertiser» den Highway-Zugang nach Lahaina wieder dicht. Grund waren laut der Zeitung Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern und Polizei ĂŒber den Zugang zu weiterhin gesperrten Gebieten. Menschen hatten demnach versucht, teils zu FuĂ in diese Zonen zu Angehörigen zu gelangen, wie die Bezirksverwaltung erklĂ€rte. Damit brĂ€chten sie sich in Gefahr und verzögerten zudem die Rettungsarbeiten, da die EinsatzkrĂ€fte die Suche nach Opfern unterbrechen und stattdessen Unbefugte wegschicken mĂŒssten.
Mit einer FlĂ€che von rund 1900 Quadratkilometern ist die hawaiianische Insel etwa halb so groĂ wie das spanische Urlaubsinsel Mallorca. Sie wird laut Angaben des Einzelhandelsverbands der Stadt jĂ€hrlich von rund zwei Millionen Touristen besucht.Â
Ist die Evakuierung zu spÀt angelaufen?
Indes wurden an mehreren Stellen die Lösch- und AufrĂ€umarbeiten fortgesetzt. Die Behörden rechneten mit weiteren Toten, zumal die RettungskrĂ€fte erst nach und nach in das Innere zerstörter GebĂ€ude vordringen konnten. Bisher seien vor allem Opfer identifiziert worden, die zum Zeitpunkt ihres Todes aus ihren HĂ€usern geflĂŒchtet waren, sagte Gouverneur Green. Er habe eine Untersuchung zu der anfangs schleppenden Reaktion der Behörden angeordnet, sagte Green laut dem Sender CNN. Unter anderem hatte es Kritik gegeben, weil auf Maui zu Beginn keine Warnsirenen zum Einsatz gekommen waren.
In Lahaina hatte es Beschwerden gegeben, dass möglicherweise zu spĂ€t eine Evakuierung angeordnet wurde â noch am Donnerstag hatte es laut «New York Times» auf Facebook Meldungen der Behörden gegeben, dass die Feuer unter Kontrolle seien. SpĂ€ter hatte Feuerwehr-Chef Bradford Ventura bei einer Pressekonferenz gesagt, dass sich die BrĂ€nde ĂŒberraschend schnell ausgebreitet hĂ€tten und dass es zuvor «nahezu unmöglich» gewesen sei, schnell genug Evakuierungen anzuordnen.
FĂŒr einen GroĂteil der Bewohner der Insel war am Freitag die Stromversorgung wiederhergestellt worden. In West-Maui wurden laut der Regierung zusĂ€tzliche Mobilfunk-KapazitĂ€ten verfĂŒgbar gemacht. Die BĂŒrger wurden aufgerufen, zu texten statt anzurufen, damit möglichst viele Menschen die begrenzten Ressourcen nutzen könnten.







