MĂ€dchen kommen nach Ecstasy-Konsum aus Klinik
30.06.2023 - 17:28:58Nachdem sie wegen Ecstasy-Konsums auf der Intensivstation lagen, haben eine 14- und eine 15-JÀhrige das Krankenhaus in Neubrandenburg wieder verlassen. Die 15-JÀhrige sei bereits vor ein paar Tagen, die 14-JÀhrige am Freitag aus der Klinik in Neubrandenburg entlassen worden, teilte die Polizei mit. Beide hatten die Ecstasy-Variante «Blue Punisher» konsumiert.
Zuvor hatte der Drogentod einer 13-JĂ€hrigen aus Altentreptow in Mecklenburg-Vorpommern fĂŒr Aufsehen gesorgt.
Am Freitag nun wurde zudem der Tod einer 18-JÀhrigen in Sachsen-Anhalt bekannt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gestand ein 21-JÀhriger den gemeinsamen Konsum von Ecstasy. Die junge Frau sei bereits am vergangenen Samstag (24. Juni) in Halle gestorben. ZunÀchst hatte die «Bild»-Zeitung berichtet. Ob auch hier «Blue-Punisher» im Spiel war, war noch unklar.
Ermittlungen nach dem Tod einer 15-JĂ€hrigen
Laut einem Medienbericht hat «Blue Punisher» auch Sachsen-Anhalt erreicht. «Diese Ecstasy-Variante ist uns bekannt und auch in Sachsen-Anhalt in Umlauf», sagte Michael Klocke, Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) der «Mitteldeutschen Zeitung».
Auch in Brandenburg laufen Ermittlungen nach dem Tod einer 15-JĂ€hrigen am vorigen Wochenende. Ermittler vermuten eine Ăberdosis chemischer Drogen. Um welche Art von Drogen es sich handele, hatte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Potsdam Mitte der Woche nicht gesagt.
Im Nordosten warnte die Polizei am Freitag vor eigenstĂ€ndigen Ermittlungen etwa durch Eltern. «Das kann einen im Zweifel selbst in Gefahr bringen, wenn zum Beispiel versucht wird, als StrohkĂ€ufer an weitere Informationen zu gelangen», teilte das PolizeiprĂ€sidium Neubrandenburg mit. «Ebenso warnen wir vor Selbstjustiz mit Blick auf mögliche Beteiligte oder mutmaĂliche Dealer.»
Auch auf dem kĂŒrzlich gestarteten Fusion-Festival an der Mecklenburgischen Seenplatte war «Blue Punisher» aufgetaucht. Sicherheitsleute des Festivals hatten bereits am Mittwoch einen 29-JĂ€hrigen festgesetzt, bei dem neben anderen Drogen auch diese Pillen gefunden wurden. Er befindet sich in Untersuchungshaft, hat sich nach Aussage einer Polizeisprecherin aber bislang nicht VorwĂŒrfen gegen ihn geĂ€uĂert.
37-JĂ€hriger in Untersuchungshaft
Gleiches gelte weiterhin fĂŒr einen 37-JĂ€hrigen, der im Zusammenhang mit dem Tod der 13-JĂ€hrigen aus Altentreptow bereits Anfang der Woche zusammen mit einem 16-JĂ€hrigen und zwei 17-JĂ€hrigen festgenommen worden war. WĂ€hrend die 16- und 17-JĂ€hrigen wieder auf freiem FuĂ sind, aber noch als TatverdĂ€chtige gelten, sitzt der 37-JĂ€hrige in Untersuchungshaft. In seiner Wohnung seien ebenfalls «Blue-Punisher»-Pillen und unter anderem 2000 Euro in szenetypischer StĂŒckelung gefunden worden.
Wie zuerst die «Bild»-Zeitung berichtet hatte, war er der Polizei in der Vergangenheit im Umfeld der Neubrandenburger Disco «Colosseum» aufgefallen. Die Polizeisprecherin bestĂ€tigte, dass er zu spĂ€ter Stunde beziehungsweise frĂŒhmorgens Jugendliche mit dem Auto von oder zu der Disco gebracht habe. Er sei mehrmals kontrolliert worden, ohne dass etwa Drogen oder Ăhnliches festgestellt worden seien. Er sei immer «nett, freundlich und höflich» gewesen und habe angegeben, die Jugendlichen zu fahren, damit diese nicht selbst - etwa unter Alkoholeinfluss - fahren. Dem Mann wird nun «leichtfertige Verursachung des Todes eines Anderen durch Abgabe von BetĂ€ubungsmitteln» vorgeworfen.
Auch ein MÀdchen aus Malchin hatte «Blue Punisher» genommen und sich bei der Polizei gemeldet.
Die Polizei in MV kann nach Aussage der Sprecherin nicht ausschlieĂen, dass es noch weitere TatverdĂ€chtige gebe und noch weitere Pillen im Umlauf seien. «Die Ermittlungen gehen ja richtig los jetzt», sagte die Sprecherin. Zuletzt seien aber keine weiteren VorfĂ€lle in diesem Zusammenhang bekannt geworden. Die Obduktionsergebnisse der 13-JĂ€hrigen stĂŒnden noch aus.
Als «Blue Punisher» wird eine besondere Erscheinungsform von Ecstasy-Tabletten bezeichnet. Herkunft und Wirkstoff können davon unabhÀngig variieren. Zuletzt waren solche Pillen durch eine offenbar sehr hohe Konzentration und als besonders gefÀhrlich aufgefallen.





