Waffenfund Remscheid, Landgericht Wuppertal

Waffenfund in Remscheid: Hauptangeklagter muss 6,5 Jahre in Haft

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 12:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der 60-jĂ€hrige Kfz-Meister legte im Verfahren ein GestĂ€ndnis ab. Die Polizei hatte in den RĂ€umen auch Kriegswaffen, Handgranaten und große MunitionsbestĂ€nde sichergestellt.

Folgen des Remscheider Waffenlagers

  • Das Landgericht Wuppertal ordnete neben der Haftstrafe die Einziehung von 74.000 Euro an.
  • In vier Kammern lagen 125 Maschinengewehre und 67 Maschinenpistolen.
  • Zum Fund gehörten außerdem 13 Panzerabwehrwaffen, 38 Handgranaten und fast 100.000 Schuss Munition.
  • Der Hauptangeklagte (links) und ein Angeklagter umarmen sich in einem Gerichtssaal im Justizzentrum. (Archivbild) - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Polizisten transportieren ein Maschinengewehr als Teil der gefundenen Waffen ab. (Archivbild) - Bild: Roberto Pfeil/dpa
  • Sichergestellte Waffen wurden bei einer Pressekonferenz im PolizeiprĂ€sidium gezeigt. (Archivbild) - Bild: Federico Gambarini/dpa
  • Das große Waffenarsenal nach der Entdeckung durch die Polizei. - Bild: --/Polizei Wuppertal/dpa
Der Hauptangeklagte (links) und ein Angeklagter umarmen sich in einem Gerichtssaal im Justizzentrum. (Archivbild) - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa Polizisten transportieren ein Maschinengewehr als Teil der gefundenen Waffen ab. (Archivbild) - Bild: Roberto Pfeil/dpa Sichergestellte Waffen wurden bei einer Pressekonferenz im PolizeiprĂ€sidium gezeigt. (Archivbild) - Bild: Federico Gambarini/dpa Das große Waffenarsenal nach der Entdeckung durch die Polizei. - Bild: --/Polizei Wuppertal/dpa

Urteil nach Waffenfund in Remscheid

Nach einem der grĂ¶ĂŸten Kriegswaffenfunde der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland ist der Hauptangeklagte aus Remscheid wegen Waffenhandels zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Wuppertal ordnete außerdem die Einziehung von 74.000 Euro an.

VerstÀndigung im Verfahren

Der 60 Jahre alte Kfz-Meister musste mit einer Haftstrafe zwischen sechs und sieben Jahren rechnen. Dies sah eine Absprache zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung vor, nachdem der Mann im Prozess ein GestÀndnis abgelegt hatte.

Vier Waffenkammern unter Werkstatt

Die Polizei hatte vor einem Jahr unter der Autowerkstatt des Angeklagten vier Waffenkammern ausgehoben. Bei der wochenlangen RĂ€umung stellten die Beamten rund 300 scharfe Schusswaffen sicher.

Darunter waren 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen, PrĂ€zisionsgewehre und 11 Revolver. Außerdem fanden die Ermittler 13 Panzerabwehrwaffen, 38 Handgranaten, fast 100.000 Schuss Munition sowie Uniformen aus der NS-Zeit.

Der Fall zeigt, welche Dimensionen illegaler Waffenlager erreichen können, wenn Waffenhandel, private SammlertÀtigkeit und verborgene Infrastruktur zusammenkommen. Die Ermittler fanden die Waffen nicht in einer abgelegenen Lagerhalle, sondern unter einer Autowerkstatt in einem bewohnten Umfeld. Dadurch war neben der strafrechtlichen Aufarbeitung auch die sichere RÀumung eine erhebliche praktische Herausforderung.

Die große Zahl scharfer Waffen und die Kombination mit Munition, Handgranaten und Panzerabwehrwaffen machen den Fund sicherheitsrechtlich besonders bedeutsam. Bei solchen BestĂ€nden geht es nicht nur um einzelne VerstĂ¶ĂŸe gegen das Waffenrecht, sondern um die Frage, ob Waffen fĂŒr Weiterverkauf, organisierte KriminalitĂ€t oder andere illegale Zwecke verfĂŒgbar gemacht werden sollten.

Ermittlungen und Strafzumessung

Das Urteil gegen den Hauptangeklagten folgt einer VerstĂ€ndigung, bei der sein GestĂ€ndnis und ein festgelegter Strafrahmen berĂŒcksichtigt wurden. Die Einziehung von 74.000 Euro soll den wirtschaftlichen Bezug des Tatvorwurfs abschöpfen. Zwei weitere Angeklagte waren laut den vorliegenden Berichten bereits rechtskrĂ€ftig verurteilt worden.

FĂŒr die öffentliche Sicherheit endet der Fall mit dem Urteil nicht vollstĂ€ndig. Entscheidend bleibt, wie die Herkunft der Waffen, mögliche Vertriebswege und die Rolle weiterer Beteiligter aufgeklĂ€rt werden. Der Fund verdeutlicht zugleich, dass Behörden bei großen WaffenbestĂ€nden auf spezialisierte KrĂ€fte und langwierige Sicherungsmaßnahmen angewiesen sind.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

WDR: „GrĂ¶ĂŸter Waffenfund in der BRD: Urteil um Remscheider Waffenarsenal“ (30.10.2026)

Der WDR ordnet den Fund als einen der grĂ¶ĂŸten in Deutschland ein und hebt neben den Waffen auch die umfangreichen Ermittlungs- und RĂ€umungsarbeiten hervor. Im Mittelpunkt stehen dort zusĂ€tzlich die Entdeckung der verborgenen RĂ€ume und die Frage, wie das Arsenal ĂŒber lĂ€ngere Zeit unentdeckt bleiben konnte.

n-tv: „70 Maschinenpistolen gehandelt: Urteil in Wuppertal erwartet“ (28.10.2026)

Der Beitrag beschreibt vor dem Urteil den vereinbarten Strafrahmen und das GestĂ€ndnis zum Handel mit 70 Maschinenpistolen. Anders als die aktuelle Meldung konzentriert er sich auf den Prozessverlauf und berichtet, dass sich ein weiterer Vorwurf im Verfahren nicht erhĂ€rten ließ.

Beide BeitrĂ€ge stellen die außergewöhnliche GrĂ¶ĂŸe des Waffenfunds und die VerstĂ€ndigung im Strafverfahren heraus. Unterschiede ergeben sich vor allem beim Schwerpunkt: WĂ€hrend der WDR die Dimension des Einsatzes und der Sicherstellung betont, rĂŒckt n-tv die Anklagepunkte und den Prozessverlauf in den Vordergrund.

Disclaimer...
de | unterhaltung | 70434444 |