Menschen, WaldbrÀnden

Mindestens 51 Menschen bei WaldbrÀnden in Chile gestorben

04.02.2024 - 06:03:53

WaldbrĂ€nde sind in den Sommermonaten in Chile nicht unĂŒblich. Doch in diesem Jahr steigen die Opferzahlen rapide. Die Regierung befĂŒrchtet eine der schlimmsten Notlagen seit Jahren.

  • Ein Feuerwehrmann blickt nach oben, als die Flammen eines Waldbrandes auf GebĂ€ude ĂŒbergreifen. - Foto: Cristobal Basaure/AP

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  • Rauchwolken hĂ€ngen nach einem Großbrand in der Luft ĂŒber Vina Del Mar in Chile. - Foto: Cristobal Basaure Araya/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

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  • Pferde werden vor einem sich ausbreitenden Waldbrand in Sicherheit gebracht. - Foto: Esteban Felix/AP/dpa

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Ein Feuerwehrmann blickt nach oben, als die Flammen eines Waldbrandes auf GebĂ€ude ĂŒbergreifen. - Foto: Cristobal Basaure/APRauchwolken hĂ€ngen nach einem Großbrand in der Luft ĂŒber Vina Del Mar in Chile. - Foto: Cristobal Basaure Araya/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpaPferde werden vor einem sich ausbreitenden Waldbrand in Sicherheit gebracht. - Foto: Esteban Felix/AP/dpa

Bei heftigen WaldbrÀnden in Chile ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 56 gestiegen. Das sagte der Gouverneur von Valparaíso, Rodrigo Mundaca. PrÀsident Gabriel Boric reiste in die Katastrophenregion und besuchte in der Stadt Viña del Mar Verletzte im Krankenhaus. «Das Wichtigste ist jetzt, Leben zu retten und die BrÀnde zu löschen», sagte er.

Die Zahl der Toten und Verletzten werde voraussichtlich noch deutlich steigen, sagte TohĂĄ. «Wir haben viele vorlĂ€ufige und noch nicht offiziell bestĂ€tigte Informationen, die darauf hindeuten, dass wir noch viel höhere Zahlen erreichen werden». Über 300 Menschen wurden heute noch vermisst.

Die Innenministerin sprach mit Blick auf die zu erwartenden Opferzahlen von der wahrscheinlich schlimmsten Notlage in dem sĂŒdamerikanischen Land seit dem schweren Erdbeben im Jahr 2010. Damals waren mehr als 520 Menschen ums Leben gekommen.

Die Forstbehörde registrierte im ganzen Land 159 BrĂ€nde auf einer FlĂ€che von insgesamt knapp 28.000 Hektar. Tausende HĂ€user seien beschĂ€digt oder zerstört, allein in der Region ValparaĂ­so seien es mehr als 3000, sagte TohĂĄ. Die Region westlich der Hauptstadt Santiago, wo nach Angaben der Regierung etwa 1,8 Millionen Menschen leben, ist am schwersten von den BrĂ€nden betroffen. Nahe der KĂŒstenstĂ€dte ValparaĂ­so und Viña del Mar habe sich ein Brand auf eine FlĂ€che von etwa 9600 Hektar ausgeweitet, hieß es.

Boric ruft Ausnahmezustand aus

Bereits am Freitag hatte PrĂ€sident Gabriel Boric wegen der Katastrophe den Ausnahmezustand in den betroffenen Gebieten erklĂ€rt, um alle nötigen Ressourcen mobilisieren zu können. Nun habe er das Verteidigungsministerium angewiesen, mehr MilitĂ€reinheiten einzusetzen. FĂŒr einige Gemeinden wurde eine Ausgangssperre verhĂ€ngt, um die Lösch- und Rettungsarbeiten zu erleichtern. «Unsere PrioritĂ€t ist es, Leben zu retten», sagte Boric gestern.

Es werde untersucht, ob die BrĂ€nde möglicherweise absichtlich gelegt worden seien, sagte Boric weiter. Er kĂŒndigte Ermittlungen an, «obwohl es schwer vorstellbar ist, wer solch eine Tragödie und so viel Schmerz verursacht». Nach Angaben der Innenministerin lagen der Regierung im Fall des Brandes nahe ValparaĂ­so «ernstzunehmende Informationen» vor, dass er vorsĂ€tzlich gelegt wurde. Weiter sĂŒdlich in der Region Maule sei eine Person festgenommen worden, die bei Arbeiten mit einem SchweißgerĂ€t einen Brand verursacht habe.

Im Sommer auf der SĂŒdhalbkugel kommt es in Chile immer wieder zu schweren WaldbrĂ€nden. Im vergangenen Jahr brannten im Zentrum und im SĂŒden Chiles mehr als 425.000 Hektar Land ab - das entspricht in etwa der achtfachen FlĂ€che des Bodensees. Mindestens 26 Menschen kamen ums Leben.

@ dpa.de