Waldbrand in Kalifornien zerstört zahlreiche HÀuser
Veröffentlicht am: 08.11.2024 um 07:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWSMeterhohe Flammen, heftige Winde, verkohlte Ruinen: Ein gefĂ€hrlicher Waldbrand hat nach Angaben der Behörden in SĂŒdkalifornien mindestens 132 HĂ€user sowie andere GebĂ€ude zerstört und 88 weitere beschĂ€digt.
«Es ist wirklich niederschmetternd und bricht uns das Herz», sagte der Feuerwehrchef des Bezirks Ventura, Dustin Gardner, am Donnerstag (Ortszeit) laut US-Medien. Das sogenannte «Mountain Fire» nahe der Stadt Camarillo nordwestlich von Los Angeles habe sich quasi ĂŒber Nacht auf die doppelte FlĂ€che ausgebreitet. Die Flammen wĂŒteten auf rund 82 Quadratkilometern.
Nach Angaben der «Los Angeles Times» handelt es sich um einen der zerstörerischsten BrĂ€nde in der Region seit Jahren. Wie das SheriffbĂŒro mitteilte, erlitten zehn Menschen Rauchvergiftungen. Hunderte HĂ€user seien evakuiert worden. Tausende Einwohner in dem Gebiet waren aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.
Flammen erst zu fĂŒnf Prozent unter Kontrolle
Das Feuer, das aus bislang ungeklĂ€rter Ursache am Mittwoch ausgebrochen war, konnte bis Donnerstagabend (Ortszeit) zu fĂŒnf Prozent eingedĂ€mmt werden, wie die Brandschutzbehörde Calfire mitteilte. Hunderte Feuerwehrleute sind im Kampf gegen den Brand im Einsatz, unterstĂŒtzt von groĂen Lösch-Hubschraubern.
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. Er erklĂ€rte fĂŒr den Bezirk Ventura den Notstand, um zusĂ€tzliche Mittel freigeben zu können. «Dies ist ein gefĂ€hrliches Feuer, das sich schnell ausbreitet und Leben bedroht», warnte er. Mehr als 3.500 HĂ€user und GeschĂ€fte seien in der betroffenen Region in Gefahr, hieĂ es in einer Mitteilung. Zahlreiche Schulen blieben am Freitag vorsichtshalber geschlossen.
Dutzende Bauten waren nicht mehr zu retten. Anwohner berichteten von bis zu zehn Meter hohen Flammen. «Hier haben wir sonst den Weihnachtsbaum aufgestellt», erzĂ€hlte einer der Betroffenen dem Sender KCAL vor den abgebrannten Ruinen seines Hauses in Camarillo.Â
«Ich habe eine Kiste mit Fotos mitgenommen», berichtete seine GroĂmutter. Zu mehr habe sie keine Zeit gehabt. «Wir sind Rentner, das ist unser Paradies. Nun ist es verschwunden», sagte ein anderer Bewohner mit TrĂ€nen in den Augen, den Pazifischen Ozean im Hintergrund.Â
Starke Winde fachten die Flammen an
Angefacht wurden die Flammen von starken Santa-Ana-Winden, die vor allem im Herbst und Winter auftreten. Die trockenen Winde mit Böen von bis zu 95 Kilometern pro Stunde verschĂ€rften die extreme Feuergefahr, hieĂ es vom Wetterdienst. Hinzu kommen anhaltend sommerliche Temperaturen und trockene Vegetation, die sich leicht entzĂŒndet. In der Nacht auf Freitag lieĂen die Winde nach Angaben der Meteorologen jedoch zur Erleichterung der Feuerwehr deutlich nach.Â
Der zustÀndige Energieversorger Southern California Edison schaltete in besonders gefÀhrdeten Gebieten vorsorglich den Strom ab. Heftige Windböen können Strommasten und Leitungen beschÀdigen und Funken auslösen. Dies hatte in der Vergangenheit wiederholt BrÀnde verursacht.
WaldbrĂ€nde verursachen jedes Jahr in Kalifornien groĂe Zerstörung an WĂ€ldern und auch Wohngebieten. Angesichts des Klimawandels warnen Experten, dass Feuer hĂ€ufiger auftreten und mehr Zerstörungskraft entfalten. Insgesamt sind derzeit in dem WestkĂŒstenstaat laut Calfire rund ein Dutzend gröĂere BrĂ€nde aktiv.
