Polizei, AttentÀter

Polizei: AttentÀter von Graz war Fan von Schul-AmoklÀufen

17.06.2025 - 16:32:17

Warum der 21-JÀhrige zehn Menschen tötete, ist noch unklar. Doch es verdichtet sich das Bild eines Mannes, der nicht nur in Computerspielen um sich schoss. Sein Interesse an Gewalt ging viel weiter.

Der AmoklĂ€ufer von Graz hat nach Angaben von Ermittlern solche Taten und die TĂ€ter bewundert. Der Polizei lĂ€gen gesicherte Erkenntnisse vor, wonach der TĂ€ter im Laufe der Jahre allgemein «eine wesentliche Leidenschaft» fĂŒr AmoklĂ€ufe an Bildungseinrichtungen entwickelt habe, sagte Chefermittler Michael Lohnegger in Graz.

Der 21-jĂ€hrige Österreicher hatte vor einer Woche neun SchĂŒlerinnen und SchĂŒler und eine Lehrerin an seinem ehemaligen Gymnasium erschossen. Er beging Suizid. 

Kurz vor der Tat in seiner ehemaligen Schule in Graz habe der junge Mann ein Foto seiner Kampfstiefel gemacht und auf der Plattform X hochgeladen, berichtete Lohnegger in einer Pressekonferenz in der Hauptstadt des Bundeslandes Steiermark.

Lohnegger sagte, dass der AmoklĂ€ufer fĂŒnf Pistolen-Magazine mit insgesamt 75 Schuss Munition fĂŒr seine Pistole zu der Bluttat in seiner ehemaligen Schule mitgebracht hatte. Nach dem Angriff wurden noch 42 Patronen fĂŒr die Pistole, sowie 17 Patronen fĂŒr eine Bockflinte gefunden, welche der TĂ€ter ebenfalls bei sich hatte. Die Zahl der abgegebenen SchĂŒsse stehe noch nicht fest, hieß es.

Polizei: Viele Trittbrettfahrer - allein in Graz 30 EinsÀtze

Seit dem Amoklauf halten viele Trittbrettfahrer mit falschen Angriffs-Warnungen die Polizei auf Trab, wie der Polizeichef der Steiermark, Gerald Ortner, berichtete. In Graz mussten die Beamten deshalb seit der Tat zu mehr als 30 EinsĂ€tzen ausrĂŒcken. 

Der Polizeichef berichtete auch, dass in sozialen Medien vermehrt die Tat des 21-JĂ€hrigen verherrlicht werde. Ortner wies darauf hin, dass das Gutheißen einer Straftat nach österreichischem Recht verboten ist und mit einer mehrjĂ€hrigen Haftstrafe bestraft werden kann.

Österreich bekommt schĂ€rferes Waffenrecht

Ermittler hatten den Angreifer wenige Tage nach dem Amoklauf als zurĂŒckgezogenen EinzelgĂ€nger beschrieben, der leidenschaftlich gern Ego-Shooter-Spiele am Computer spielte. In der Wohnung des TĂ€ters wurden PlĂ€ne fĂŒr einen Sprengstoffanschlag auf die Schule sowie eine nicht funktionstĂŒchtige Rohrbombe gefunden.

Als Reaktion auf den Amoklauf will die österreichische Regierung das Waffenrecht verschĂ€rfen. Am Mittwoch soll ein Maßnahmenpaket prĂ€sentiert werden. Innenminister Gerhard Karner sagte in Graz, dass Änderungen bei psychologischen Tests, bei Altersgrenzen und bei Zugangsvoraussetzungen im Zusammenhang mit dem Erwerb von Waffen nötig seien.

@ dpa.de