Tragödie in Bangkok: War minderwertiges Material schuld?
02.04.2025 - 11:43:46 | dpa.deNach dem Einsturz eines Hochhaus-Rohbaus bei dem schweren Erdbeben am vergangenen Freitag ermitteln die Behörden in Bangkok gegen den chinesischen Auftragnehmer. «Alle betroffenen Behörden wurden angewiesen, genauer zu untersuchen, wie viele weitere Projekte das Konsortium derzeit durchfĂŒhrt», sagte MinisterprĂ€sidentin Paetongtarn Shinawatra.
Bislang wurden unter den TrĂŒmmern des 30-stöckigen Baus, der wie ein Kartenhaus in sich zusammenstĂŒrzte, mehr als zwölf Leichen gefunden. Dutzende Arbeiter werden noch unter dem riesigen Berg aus Beton vermisst. Die Suche dauert an, auch wenn die Hoffnung, noch Ăberlebende zu finden, immer mehr schwindet.
Minderwertige Stahlstangen?
Unter anderem wĂŒrden VorwĂŒrfe untersucht, dass die beim Bau des GebĂ€udes fĂŒr die die State Audit Office (staatliche Finanzkontrolle) verwendeten Stahlstangen minderwertig waren, sagte die Regierungschefin weiter. Das Konsortium sei derzeit auch an Projekten zum Bau eines GebĂ€udes des Amtes fĂŒr nationale Wasserressourcen und einiger Abschnitte eines Hochgeschwindigkeitsbahnprojekts beteiligt, berichtete die Zeitung «Bangkok Post».
Seltsam sei, dass bei dem Beben, dessen Epizentrum mit einer StĂ€rke von 7,7 in Myanmar lag, keine anderen HochhĂ€user in Bangkok eingestĂŒrzt seien. Bereits vor dem UnglĂŒck soll es Berichte ĂŒber UnregelmĂ€Ăigkeiten beim Bau des 55 Millionen Euro teuren Projekts gegeben haben, berichtete die Zeitung «South China Morning Post». Bilder von solchen umstrittenen Projekten, bei denen mit minderwertigen Materialien gearbeitet werde, gingen derzeit im Internet als sogenannte «Tofu-GebĂ€ude» viral, hieĂ es.
Derweil teilten die Behörden in Bangkok mit, dass nach genauer Untersuchung von SchĂ€den an rund 3.300 GebĂ€uden in Bangkok mehr als 30 fĂŒr unbewohnbar erklĂ€rt worden seien.
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