Glatteis-Gefahr verlagert sich in den Osten Deutschlands
12.01.2026 - 15:43:16WĂ€hrend das Glatteis im Westen Deutschlands weitgehend abklingt, mĂŒssen sich Menschen im Osten und SĂŒdosten des Landes weiterhin auf gefĂ€hrliche WetterverhĂ€ltnisse einstellen. Dort besteht voraussichtlich noch bis in die FrĂŒhstunden des Dienstags erhöhte Gefahr durch gefrierenden Regen und Glatteis, wie Meteorologin Sabine KrĂŒger vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sagte. Auch im Osten und Nordosten gehe im Laufe der Nacht der Regen vielfach in gefrierenden Regen ĂŒber. «Daher muss dort ab heute Abend mit Glatteis gerechnet werden.»Â
Brandenburg: PrĂ€senzpflicht an Schulen fĂŒr Dienstag aufgehoben
In Brandenburg steht es den Eltern am Dienstag frei, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Die PrĂ€senzpflicht sei fĂŒr diesen Tag ausgesetzt, teilte das Brandenburger Bildungsministerium mit. Auch in anderen BundeslĂ€ndern war der Schulbetrieb bereits eingeschrĂ€nkt: In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen fiel der PrĂ€senzunterricht an den Schulen am Montag wegen der Glatteis-Gefahr landesweit aus. Ausnahmen gab es auf den Ostfriesischen Inseln. Auch in Hessen, Bayern und weiteren BundeslĂ€ndern wurde der regulĂ€re Unterricht an vielen Schulen abgesagt. Vielerorts wurde jedoch eine Notbetreuung angeboten.
«Es ist kein Schulfrei â die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler mĂŒssen schon arbeiten», betonte die nordrhein-westfĂ€lische Schulministerin Dorothee Feller (CDU) im WDR. Ziel sei es, gefĂ€hrliche Schulwege zu vermeiden, nicht aber den Unterricht auszusetzen.
UnfÀlle, Todesfall und EinschrÀnkungen
Am Morgen war es vielerorts spiegelglatt. In einem Teich in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) wurde unterdessen die Leiche eines Mannes gefunden. Laut einer Polizeisprecherin handelt es sich um einen 40-JĂ€hrigen. Ein Zeuge hatte den Angaben zufolge dort einen Mann beim Eisbaden gesehen - dieser sei dann nicht wieder aufgetaucht.Â
Im Westen Deutschlands entspannte sich die Lage im Tagesverlauf, da mildere Luft von Westen ins Land zog. Zuvor hatte starker Regen auf den gefrorenen Böden fĂŒr gefĂ€hrlich glatte StraĂen gesorgt. Im morgendlichen Berufsverkehr ging es auf mehreren Autobahnen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nur sehr langsam voran. In Nordrhein-Westfalen waren vor allem die A4 und die A45 im Sauerland betroffen, wie auf dem Informationsportal des NRW-Verkehrsministeriums zu sehen war. In Hessen stockte der Verkehr unter anderem rund um Kassel. Es gab auch einige UnfĂ€lle und dadurch Staus.
Die Winterdienste waren vielerorts im Dauereinsatz. Man habe in mehreren Schichten die ganze Nacht hindurch vorbeugend Salz gestreut, teilten etwa die fĂŒr den Winterdienst in Köln zustĂ€ndigen Abfallwirtschaftsbetriebe mit.
Flug- und Bahnverkehr betroffen
Am Frankfurter Flughafen wurden am Morgen wegen Schnee und Glatteis rund 100 FlĂŒge gestrichen. Auch an den FlughĂ€fen in MĂŒnchen und NĂŒrnberg kam es zu witterungsbedingten AusfĂ€llen. Bei der Bahn gab es EinschrĂ€nkungen im Regionalverkehr, unter anderem in Niedersachsen und Hamburg. Im Fernverkehr drosselte die Bahn auf einigen Strecken die Geschwindigkeit der ZĂŒge. Insgesamt habe man jedoch einen guten Betriebsstart erlebt, sagte eine Sprecherin.Â
GlÀtte verlagert sich nach Osten
Verantwortlich fĂŒr die GlĂ€tte ist Tief «Gunda», das von Westen her zunĂ€chst Schnee und spĂ€ter Regen brachte, der bei eisigen Temperaturen in der Luft oder auf dem Boden gefriert. FĂŒr weite Teile Ostdeutschlands gilt weiterhin die zweithöchste Unwetterwarnstufe vor Glatteis. Sie betrifft vor allem den SĂŒdosten Bayerns und den Nordosten von Mecklenburg bis Brandenburg und kann bis Dienstagvormittag andauern. Meteorologen riefen dazu auf, Fahrten mit dem Auto möglichst zu vermeiden. Es bestehe «Gefahr fĂŒr Leib und Leben».
Am kĂ€ltesten war es in der Nacht zum Montag allerdings im Osten - und zwar laut vorlĂ€ufiger Daten des DWD in Sohland an der Spree im sĂŒdlichen Sachsen und in Doberlug-Kirchhain im SĂŒden von Brandenburg. An beiden Messstationen wurden demnach minus 19,6 Grad gemessen.











