Lebenslange, Strafe

Lebenslange Strafe fĂŒr Giftmord

01.02.2024 - 16:53:59

Weil sie und ihr einstiger Liebhaber den Gatten mit Gift aus dem Weg rĂ€umten, mĂŒssen beide lebenslang ins GefĂ€ngnis. Das Gericht in Bielefeld ging in seinem Urteil von heimtĂŒckischem Mord aus.

Wegen eines tödlichen Giftcocktails fĂŒr den Ehemann sind eine 51-JĂ€hrige und ihr damaliger Liebhaber wegen gemeinschaftlichen Mordes zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Das Landgericht Bielefeld sah es als erwiesen an, dass die beiden den Tod des Ehemannes der Angeklagten wollten, hieß es bei der VerkĂŒndung des Urteils.

Der 46-jĂ€hrige Angeklagte aus Hamburg hatte demnach das Gift besorgt - ein Gemisch aus verschreibungspflichtigen Medikamenten - und es am 30. April 2022 nach Bielefeld zur Angeklagten gebracht. Noch am selben Tag hatte die Angeklagte es ihrem Mann untergejubelt: WĂ€hrend dieser schlief, gab sie das Gift in ein Wasserglas an seinem Bett, aus dem er spĂ€ter trank. In seiner UrteilsbegrĂŒndung sprach der Vorsitzende Richter von einem klassischen Fall eines heimtĂŒckischen Mordes.

Die Mutter von drei Kindern hatte vor Gericht eingerĂ€umt, dem 39-JĂ€hrigen das Gift verabreicht zu haben. Sie hatte jedoch behauptet, im Glauben gewesen zu sein, die Medikamente seien lediglich betĂ€ubend und nicht tödlich. Dies hielten die Richter fĂŒr eine Schutzbehauptung.

Videotelefonat als BeweisstĂŒck

Dagegen spreche auch ein wichtiges BeweisstĂŒck in den Prozess: Es gibt ein dreizehn minĂŒtiges Videotelefonat, das die beiden fĂŒhrten, wĂ€hrend der Ehemann im Sterben lag. Die Richter waren davon ĂŒberzeugt, dass die Angeklagten sich wĂ€hrend des GesprĂ€chs darĂŒber verstĂ€ndigen wollten, den Rettungsdienst nicht zu frĂŒh zu rufen, um eine erfolgreiche Reanimation auszuschließen.

Die beiden Angeklagten hatten 2021 eine Beziehung angefangen, als das spĂ€tere Opfer im GefĂ€ngnis war. Nach etwa neun Monaten trennten sich beide wieder. Es folgte jedoch eine von Streitereien und Beziehungspausen geprĂ€gte AffĂ€re. SpĂ€ter entschied sich die Angeklagte zunĂ€chst fĂŒr ihren Ehemann, woraufhin der 46-JĂ€hrige anfing, die gesamte Familie zu terrorisieren. Er habe dabei auch immer wieder den Ehemann mit dem Tode bedroht, schilderten die Richter. Wer treibende Kraft hinter dem Giftmord war, konnte das Gericht nicht klĂ€ren.

GestÀndnis der Witwe

ZunÀchst hatte es in dem Fall keine Hinweise auf ein Tötungsdelikt gegeben. Die ergaben sich erst Anfang 2023. Damals war die Witwe bei der Polizei erschienen, um ein GestÀndnis abzulegen. Daraufhin wurde die Leiche des Mannes noch einmal untersucht, wobei das Gift als Todesursache festgestellt wurde. Einige Wochen spÀter nahm die Polizei auch den damaligen Liebhaber in Hamburg fest.

Er hatte in dem Prozess geschwiegen. Seine Verteidiger hatten bis zuletzt darauf gesetzt, dass seine Schuld nicht zu beweisen sein wĂŒrde. Das Urteil ist noch nicht rechtskrĂ€ftig.

@ dpa.de