Deutschland, KriminalitÀt

Weißer Ring: «Tiefpunkt» bei EntschĂ€digung von Gewaltopfern

Veröffentlicht am: 12.09.2023 um 13:15 Uhr | dpa.de

Einer Erhebung des Weißen Rings zufolge wurde 2022 fast die HĂ€lfte aller AntrĂ€ge auf EntschĂ€digung von Gewaltopfern in Deutschland abgelehnt. Das sei ein neuer Negativrekord, so die Hilfsorganisation.

Zerbrochenes Pozellan: Der Weiße Ring kĂŒmmert sich um Opfer von Gewalt. (Symbolbild) - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
Zerbrochenes Pozellan: Der Weiße Ring kĂŒmmert sich um Opfer von Gewalt. (Symbolbild) - Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Die zustĂ€ndigen Ämter haben laut einer Erhebung der Organisation Weißer Ring im vergangenen Jahr fast die HĂ€lfte aller AntrĂ€ge auf EntschĂ€digung von Gewaltopfern abgelehnt.

Von deutschlandweit rund 13.200 erledigten AntrÀgen wurden 2022 demnach rund 6300 abgelehnt. Das entsprach rund 47,3 Prozent, «noch mehr als im Minus-Rekordjahr 2021», teilte die Organisation mit. Damals hatte der Anteil der abgelehnten AntrÀge bei 46,6 Prozent gelegen.

Der Weiße Ring sprach von einem «neuen historischen Tiefpunkt». Demnach wurden in 2022 nur etwas mehr als ein Viertel der AntrĂ€ge genehmigt. Die restlichen FĂ€lle seien aus «sonstigen GrĂŒnden» erledigt worden. Das ist der Fall, wenn der Antrag etwa zurĂŒckgezogen wird, der Antragssteller stirbt oder der Fall an ein anderes Bundesland abgegeben wird.

Bianca Biwer, BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Weißen Rings, bezeichnete die Zahlen als «Trauerspiel». «Jedes Jahr veröffentlichen wir die aktuellen Zahlen zur OpferentschĂ€digung, jedes Jahr mahnen wir bei Politik in Bund und LĂ€ndern Verbesserungen an - und trotzdem mĂŒssen wir im Folgejahr regelmĂ€ĂŸig neue Negativrekorde vermelden.»

Wer in Deutschland Opfer einer vorsÀtzlichen Gewalttat und dadurch gesundheitlich geschÀdigt wird, hat Anspruch auf OpferentschÀdigung. Ziel sei es, die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen solcher Taten auszugleichen, schreibt das Bundessozialministerium.

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