Sinzheim, Weltkriegsbombe

Weltkriegsbombe: A5 bei Baden-Baden ab 19.30 Uhr gesperrt

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 17:46 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Ein Baggerfahrer hat nahe einer GemeinschaftsklĂ€ranlage einen Sprengkörper entdeckt. Die Behörden bereiten die EntschĂ€rfung vor und rechnen mit erheblichen EinschrĂ€nkungen fĂŒr Anwohner und Verkehr.

Folgen fĂŒr Sinzheim und die A5

  • Der Baggerfahrer entdeckte den Sprengkörper am Morgen nahe einer GemeinschaftsklĂ€ranlage.
  • Die A5 wird zwischen BĂŒhl und Baden-Baden ab etwa 19.30 Uhr vollstĂ€ndig gesperrt.
  • FĂŒr die geplante EntschĂ€rfung gegen 20.00 Uhr mĂŒssen Anwohner im Umkreis von einem Kilometer ihre HĂ€user verlassen.
Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes werden am Abend die Weltkriegsbombe entschÀrfen. (Symbolbild) - Bild: Moritz Frankenberg/dpa

Bombenfund bei Sinzheim legt A5 am Abend lahm

Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe in Sinzheim bei Baden-Baden wird die Autobahn A5 am Abend in der Region vollstĂ€ndig gesperrt. Betroffen ist die Strecke zwischen den Anschlussstellen BĂŒhl und Baden-Baden ab etwa 19.30 Uhr.

Ein Baggerfahrer entdeckte den Sprengkörper am Morgen in der NÀhe einer GemeinschaftsklÀranlage, wie das Landratsamt Rastatt mitteilte.

EntschĂ€rfung fĂŒr 20 Uhr geplant

Die EntschĂ€rfung durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst ist fĂŒr den Abend gegen 20.00 Uhr geplant. Autofahrer wurden gebeten, den Bereich großrĂ€umig zu umfahren.

FĂŒr den Einsatz mĂŒssen die Bewohner im Umkreis von einem Kilometer ihre HĂ€user verlassen. Wie viele Menschen betroffen sind, war zunĂ€chst unklar.

Bombenfunde beschĂ€ftigen Baden-WĂŒrttemberg

Auch mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden in Baden-WĂŒrttemberg regelmĂ€ĂŸig Fliegerbomben entdeckt. In Pforzheim fĂŒhrte der Fund einer 1,8 Tonnen schweren Weltkriegsbombe Mitte Mai zu grĂ¶ĂŸeren RĂ€umungen; bis zu 30.000 Menschen waren betroffen.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-WĂŒrttemberg machte im vergangenen Jahr 19 BombenblindgĂ€nger mit einem Gewicht von jeweils mindestens 50 Kilogramm unschĂ€dlich. 17 wurden entschĂ€rft, zwei kontrolliert gesprengt.

Rund 18,8 Tonnen Kampfmittel geborgen

Bei 930 EinsĂ€tzen sammelten die Fachleute rund 18,8 Tonnen Kampfmittel und Munition ein. Die Funde stammten von Baustellen, PrivatgrundstĂŒcken oder aus freier Natur.

Behörden handeln je nach Fundort und Zustand des Weltkriegsrelikts sofort oder bereiten die RĂ€umung ĂŒber mehrere Tage vor. Nach Angaben des RegierungsprĂ€sidiums wurden im Zweiten Weltkrieg rund 1,35 Millionen Tonnen Munition auf das Gebiet des damaligen Deutschen Reichs abgeworfen; auf Baden-WĂŒrttemberg entfielen rund 100.000 Tonnen Abwurfmunition.

Viele BlindgÀnger werden weiter vermutet

Etwa 10 bis 15 Prozent der Abwurfmunition explodierten demnach nicht. Deshalb werden weiterhin BlindgÀnger in Böden und GewÀssern vermutet.

Der Fund in Sinzheim steht im Zusammenhang mit einem Problem, das Baden-WĂŒrttemberg seit Jahrzehnten begleitet. Bei Bauarbeiten werden immer wieder Bomben und andere Kampfmittel entdeckt, weil große Mengen alliierter Munition im Zweiten Weltkrieg ĂŒber dem damaligen Deutschen Reich abgeworfen wurden.

FĂŒr die Behörden entscheidet der Zustand des FundstĂŒcks ĂŒber das weitere Vorgehen. Ist eine Bombe transportfĂ€hig oder lĂ€sst sie sich vor Ort entschĂ€rfen, wird der Gefahrenbereich gerĂ€umt und der Einsatz koordiniert. Bei besonders instabilen oder nicht transportfĂ€higen Sprengkörpern kann eine kontrollierte Sprengung notwendig werden.

Belastung fĂŒr Verkehr und Anwohner

Die Sperrung der A5 trifft eine wichtige Nord-SĂŒd-Verbindung zwischen dem Raum Karlsruhe und dem Ortenaukreis. Reisende mĂŒssen am Abend mit Umleitungen und lĂ€ngeren Fahrzeiten rechnen. FĂŒr die betroffenen Anwohner bedeutet der Ein-Kilometer-Radius zugleich, dass sie ihre HĂ€user vorĂŒbergehend verlassen mĂŒssen.

Die vom RegierungsprĂ€sidium genannten Zahlen zeigen, dass KampfmittelrĂ€umung nicht nur ein historisches Randthema ist. 2025 entschĂ€rfte oder sprengte der zustĂ€ndige Dienst 19 grĂ¶ĂŸere BombenblindgĂ€nger; bei 930 EinsĂ€tzen wurden insgesamt rund 18,8 Tonnen Kampfmittel und Munition geborgen. Weitere Funde bleiben möglich, weil ein Teil der abgeworfenen Munition nicht detonierte und im Boden oder in GewĂ€ssern liegen kann.

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