Cholera, WHO

Sudan erklÀrt Cholera-Ausbruch - Globale Zahlen drastisch gestiegen

29.09.2023 - 16:22:08

Weltweit ist Cholera auf dem Vormarsch. Alarmiert wird die WHO nun durch einen Ausbruch im Sudan.

Der durch schwere KÀmpfe zwischen Armee und Milizen zerrissene Sudan hat einen Choleraausbruch in der Region Gedaref gemeldet. Dort gebe es vier bestÀtigte FÀlle und 264 VerdachtsfÀlle, berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag in Genf. 16 Menschen seien Stand 25. September vermutlich an der sehr ansteckenden Durchfallerkrankung gestorben. Auch in der Hauptstadt Khartum und einer weiteren Region habe es einen Anstieg akuter Durchfallerkrankungen gegeben. Ob es sich um Cholera handelt, werde noch untersucht.

Die WHO habe bereits vor Wochen Material fĂŒr Diagnose und Behandlung von Cholera verteilt. Die Organisation unterstĂŒtze das Gesundheitsministerium in den BemĂŒhungen, mehr Menschen mit sauberem Trinkwasser und hygienischen Toiletten zu versorgen, teilte sie mit.

Cholera wird durch das Bakterium Vibrio cholerae ausgelöst, das im Darm ein Gift bildet. Zur Verbreitung trĂ€gt vor allem Trinkwasser bei, das mit FĂ€kalien oder Erbrochenem von Erkrankten verschmutzt ist, sowie verunreinigte Lebensmittel. Viele Infektionen verlaufen symptomlos. Doch in schweren FĂ€llen können der starke FlĂŒssigkeits- und Salzverlust binnen Stunden zu Kreislaufkollaps, MuskelkrĂ€mpfen bis hin zu Schock und Tod fĂŒhren.

Rund 5,4 Millionen Menschen vertrieben

Wegen der KĂ€mpfe, die im April begannen, sind nach SchĂ€tzungen des UN-NothilfebĂŒros mittlerweile rund 5,4 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben worden. 4,3 Millionen von ihnen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. In solchen Situationen ist die Ausbreitung von Krankheiten ein großes Risiko. Das Gesundheitspersonal sei am Anschlag, Kliniken wĂŒrden immer wieder attackiert, so die WHO. In den Konfliktregionen seien 70 Prozent der KrankenhĂ€user nicht mehr in der Lage, Menschen zu behandeln.

Cholera ist weltweit auf dem Vormarsch. Im vergangenen Jahr meldeten Regierungen der WHO mehr als doppelt so viele FĂ€lle wie im Jahr davor, gut 470.000. Besonders betroffen waren Afghanistan, Kamerun, die Demokratische Republik Kongo, Malawi, Nigeria, Somalia und Syrien. Die Datenlage ist nach WHO-Angaben aber unzureichend. Die Organisation ging in einer frĂŒheren SchĂ€tzung von jĂ€hrlich 1,3 bis 4 Millionen Erkrankungen und von bis zu 143.000 TodesfĂ€llen aus.

@ dpa.de