Messerstecher, Bordeaux

Messerstecher in Bordeaux griff noch zwei Menschen an

11.04.2024 - 19:41:03

Wenige Minuten vor der tödlichen Attacke hat der TÀter bereits zwei andere Menschen angegriffen. Der Grund: Rosé-Wein.

Der Messerangreifer von Bordeaux hat bereits vor seiner Attacke mit einem Toten und einem Schwerverletzten zwei weitere Menschen angegriffen - wohl, weil diese Alkohol getrunken hatten.

Wenige Minuten vor der tödlichen Attacke in der sĂŒdwestfranzösischen Großstadt habe der TĂ€ter am Mittwochabend zwei Menschen angegriffen, weil sie am letzten Tag des muslimischen Fastenmonats Ramadan RosĂ©-Wein tranken, sagte StaatsanwĂ€ltin FrĂ©dĂ©rique Porterie in Bordeaux.

Bei dem von der Polizei erschossenen Angreifer handelt es sich nach einem Abgleich seiner FingerabdrĂŒcke um einen 25-JĂ€hrigen aus Afghanistan. «Kein Element weist auf eine terroristische Tat hin», sagte die StaatsanwĂ€ltin. Die Pariser Antiterror-Staatsanwaltschaft stehe den noch laufenden Ermittlungen aber flankierend zur Seite.

Angreifer stach auf Opfer wegen deren Alkoholkonsums ein

Bei seinem ersten Angriff habe der TÀter nach mehreren SchlÀgen ein Messer gezogen und die zwei Weintrinker zu einem Kampf aufgefordert, sei dann aber davongegangen. In der NÀhe am stark frequentierten Ufer der Garonne habe er dann Minuten spÀter zwei Algerier angegriffen, die ebenfalls Alkohol tranken.

Das 37 Jahre alte Opfer starb nach Angaben der StaatsanwĂ€ltin durch neun Messerstiche. Sein schwer verletzter 26 Jahre alter Begleiter sei nach einer Notoperation außer Lebensgefahr. Die beiden obdachlosen Opfer stammen aus derselben Ortschaft in Algerien.

Der TĂ€ter habe ein großes Jagdmesser dabei gehabt und nach Zeugenaussagen ein Gewand sowie ein in der arabischen Welt auch von MĂ€nnern verwendetes Kopftuch getragen, bei dem nur die Augen durch einen Schlitz zu sehen sind. Auf Zeugen habe der Angreifer wie ein strengglĂ€ubiger Moslem gewirkt.

Polizei erschoss TĂ€ter mit Sturmgewehr

Als Polizisten den TĂ€ter nur wenige Minuten nach der Attacke stellten, habe dieser sich den Beamten aus wenigen Metern Entfernung mit seinem Messer aggressiv genĂ€hert. Einer der Beamten habe den Mann daraufhin mit einem Sturmgewehr erschossen, dass er als Dienstwaffe griffbereit hatte, sagte Porterie. Der Beamte habe aus Notwehr gehandelt, routinemĂ€ĂŸig gebe es aber auch zu dem Polizeieinsatz Ermittlungen. PrĂ€sident Emmanuel Macron lobte am Donnerstag das schnelle Eingreifen der Polizisten und Ă€ußerte sein MitgefĂŒhl fĂŒr das Opfer der Attacke.

In Frankreich gilt im Moment die höchste Terrorwarnstufe und es gibt eine erhöhte PolizeiprĂ€senz. In GroßstĂ€dten sind dabei auch bewaffnete Streifen mit MilitĂ€rkrĂ€ften im Einsatz, die bei einer Bedrohungslage dafĂŒr gerĂŒstet sind, mögliche Angreifer auszuschalten.

@ dpa.de