Stau, ADAC

ADAC: Deutlich mehr und lÀnger Staus

18.09.2023 - 09:06:54

Wer mit dem Auto in den Sommerurlaub fĂ€hrt, weiß: Das kann Stress pur bedeuten. Auch in diesem Jahr verbrachten Reisende wieder zĂ€he Zeit in unzĂ€hligen Staus.

Reisende brauchten dieses Jahr bei der Fahrt in den Sommerurlaub auf deutschen Autobahnen wieder sehr viel Geduld. Nach Angaben des ADAC summierten sich die Staus wĂ€hrend der Ferienzeit zwischen dem 22. Juni und dem 10. September auf 217.003 Kilometer - eine Strecke, die etwa fĂŒnf Mal um die Erde reiche und um 22 Prozent ĂŒber dem Jahr 2022 liege, sagte ADAC-VerbandsprĂ€sident Gerhard Hillebrand. BetrĂ€chtlich auch die gesamte Wartezeit: Hochgerechnet zwölf Jahre.

Insgesamt liegt der Verkehr damit in etwa auf dem Vor-Corona-Niveau. Zudem gab es nicht nur mehr Staus, sie waren im Schnitt auch lĂ€nger und lösten sich langsamer auf als 2022. Die stautrĂ€chtigsten Strecken waren der Autobahnring 99 rund um MĂŒnchen sowie die Autobahnen 8 und 3. Am schlimmsten war das letzte Juliwochenende, als auch Bayern und Baden-WĂŒrttemberg schulfrei hatten. Als beliebteste UrlaubslĂ€nder machte der ADAC anhand der Routenanfragen Deutschland, Italien und Kroatien aus.

Auto bleibt Hauptverkehrsmittel

Der Pkw bleibe das Hauptverkehrsmittel, leistungsfĂ€hige Fernstraßen seien daher unverĂ€ndert wichtig, da auch der Lastwagenverkehr zunehmen werde, sagte Hillebrand. Diskussionen, auf den Ausbau von Autobahnen zu verzichten, wirkten angesichts dieser Entwicklung skurril und wenig realitĂ€tsbezogen. Der Etat des Bundesverkehrsministeriums bleibe hinter den Notwendigkeiten zurĂŒck.

ADAC: MobilitĂ€t muss fĂŒr alle bezahlbar bleiben

Gleichzeitig warnte der ADAC vor Preissteigerungen etwa durch CO2-Abgaben fĂŒr FlĂŒge oder hohe Kosten fĂŒr Elektrofahrzeuge. MobilitĂ€t sei ein Grundrecht und mĂŒsse fĂŒr alle bezahlbar bleiben, Urlaubsreisen dĂŒrften nicht zum Luxusgut werden. ADAC-TourismusprĂ€sident Karlheinz Jungbeck verwies auf Bestrebungen besonders beliebter Urlaubsorte wie Venedig, die Zahl der Touristen zu verringern. Wer «Overtourism» begegnen wolle, setze oft auf Leute, die mehr Geld ausgeben könnten.

Um mehr Menschen zum Umstieg auf die ElektromobilitÀt zu bewegen, fordert der ADAC einen weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur, nicht nur an Autobahnen, sondern auch in Wohngebieten. Nachholbedarf sieht Jungbeck insbesondere auf den Rastanlagen. Nur gut die HÀlfte sei mit Super-SchnellladesÀulen ausgestattet.

@ dpa.de