Vulkanausbruch auf Island mit gewaltigen LavafontÀnen
19.12.2023 - 13:58:24Wochenlang hat die islĂ€ndische Erde gebebt. Die Einwohner von GrindavĂk mussten ihre HĂ€user verlassen. Jetzt hat sich in der NĂ€he des kleines Ortes eine kilometerlange Vulkanspalte aufgetan, aus der Lava sprudelt. An einigen Stellen Ă€hnelt das Schauspiel - aus der Luft betrachtet - einem glutroten Flussdelta.
Der Vulkanausbruch sĂŒdwestlich der islĂ€ndischen Hauptstadt ReykjavĂk begann am spĂ€ten Montagabend. Im Laufe der Nacht bildete sich die lange Spalte, aus der etwa 100 bis 200 Kubikmeter Lava pro Sekunde flossen.
Der Ausbruch nahe GrindavĂk hatte sich schon lange angekĂŒndigt. Seit Oktober waren in der Gegend ErdbebenschwĂ€rme gemessen worden. Solche hatten auch schon in der Vergangenheit VulkanausbrĂŒche angekĂŒndigt. Die Einwohner von GrindavĂk mussten ihre HĂ€user verlassen. Zuletzt hatte die seismische AktivitĂ€t jedoch wieder abgenommen. Die Bewohner durften tagsĂŒber zurĂŒck in ihre HĂ€user, durften dort aber nicht ĂŒbernachten. Auch das bei Touristen Ă€uĂerst beliebte Geothermalbad Blaue Lagune war nach einer vorĂŒbergehenden SchlieĂung am Wochenende wieder geöffnet worden.
Viele Einwohner können Weihnachten nicht zu Hause feiern
Der BĂŒrgermeister von GrindavĂk, Fannar JĂłnasson, sagte dem Rundfunksender RĂV, dass es den evakuierten Einwohnern des Ortes den UmstĂ€nden entsprechend gut gehe. GlĂŒcklicherweise seien die Krater, die GrindavĂk am nĂ€chsten gelegen sind, erloschen. Es bestehe im Moment also keine groĂe Gefahr fĂŒr den Ort, meinte JĂłnasson. Dennoch seien viele Einwohner enttĂ€uscht, dass sie Weihnachten nicht zu Hause feiern könnten.
Der Vulkanausbruch bei GrindavĂk ist der vierte innerhalb der vergangenen drei Jahre auf der Reykjanes-Halbinsel. Erst im Sommer dieses Jahres hatte sich in der Gegend eine Erdspalte aufgetan, aus der Lava sprĂŒhte. Das Naturschauspiel hatte viele Schaulustige angezogen.
HjördĂs GudmundsdĂłttir von der islĂ€ndischen Zivilschutzbehörde rief IslĂ€nder und Touristen dazu auf, sich bei der aktuellen Eruption vom Vulkangebiet fernzuhalten. Im islĂ€ndischen Fernsehen sagte sie, sie könne gut verstehen, dass die Leute das Naturspektakel sehen wollten. Der Vulkan sei aber groĂ und im Vergleich zum letzten Ausbruch sehr aktiv. Die Polizei warnte auf Facebook vor giftigen Gasen, die im Vulkangebiet austreten könnten. Diese Gase könnten laut Angaben des Meteorologischen Instituts Islands im Laufe der Nacht zum Mittwoch in Richtung ReykjavĂk wehen und dort die LuftqualitĂ€t beeintrĂ€chtigen.
Die StÀrke des Ausbruchs lÀsst etwas nach
Mittlerweile hat der Vulkanausbruch bei GrindavĂk etwas an StĂ€rke abgenommen, wie Geowissenschaftler MagnĂșs Tumi Gudmundsson dem Sender RĂV sagte. Es flieĂe aber weiterhin eine betrĂ€chtliche Menge an Lava. Gudmundsson erklĂ€rte im Fernsehen, dass schon wenige Stunden nach Beginn der Eruption nördlich von GrindavĂk ungefĂ€hr doppelt so viel Lava ausgetreten sei wie beim jĂŒngsten Vulkanausbruch im Sommer dieses Jahres.
Alle StraĂen nach GrindavĂk sollten fĂŒr die nĂ€chsten Tage - auĂer fĂŒr Rettungspersonal und Wissenschaftler - geschlossen werden, teilte die Polizei auf Facebook mit. Wie die islĂ€ndische Regierung mitteilte, ist der Flugverkehr von und nach Island nicht beeintrĂ€chtigt. Der Flughafen KeflavĂk sei weiterhin gut zu erreichen.





