Honduras, BrÀnde

Massaker in FrauengefÀngnis laut Polizei direkter Angriff

22.06.2023 - 03:56:06

ZunĂ€chst ist von einem Brand die Rede, dann auch von blutigen KĂ€mpfen mit Schusswaffengebrauch. Das Ausmaß des Vorfalls in der Haftanstalt in Honduras wird langsam klar. Dutzende Frauen kommen ums Leben.

Das Massaker in einem FrauengefÀngnis in Honduras mit 46 Toten war nach EinschÀtzung der Polizei ein gezielter Angriff von einer Gruppe von HÀftlingen auf Angehörige einer verfeindeten Bande.

Mitglieder der Jugendgang Pandilla 18 hÀtten vermutlich Angehörige der rivalisierenden Bande Mara Salvatrucha (MS-13) angegriffen, eingesperrt und ein Feuer gelegt, sagte der Polizeisprecher Miguel Martínez gestern (Ortszeit) in einem Fernsehinterview. 23 der Frauen starben bei dem Brand, die anderen wurden mit Schuss- und Hiebwaffen getötet.

Nach dem Vorfall vom Dienstagmorgen in der Ortschaft TĂĄmara wurden in der Haftanstalt 21 Schusswaffen, zwei Splittergranaten sowie Hieb- und Stichwaffen beschlagnahmt. Es werde gegen mindestens zwölf bereits identifizierte Frauen als mutmaßliche TĂ€terinnen ermittelt, teilte die Nationale Polizei mit. Die Rolle von WĂ€chtern und Verwaltungspersonal werde ebenfalls untersucht.

Die linke PrÀsidentin Xiomara Castro bezeichnete die Tat als einen «ungeheuerlichen Mord». Das GefÀngnis liegt rund 35 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Tegucigalpa. Auch sieben schwangere Frauen und 22 Kinder sollen Menschenrechtlern zufolge in der Haftanstalt gelebt haben. Ihr Zustand ist unbekannt.

Nach der blutigen Tat musste Sicherheitsminister RamĂłn Antonio SabillĂłn Pineda seinen Posten rĂ€umen. Das Ministerium werde kĂŒnftig von dem Polizeigeneral Gustavo SĂĄnchez gefĂŒhrt, teilte das PrĂ€sidialamt mit. In den vergangenen Wochen war es in mehreren GefĂ€ngnissen in Honduras zu Gewalttaten gekommen. Die Regierung von Castro hatte zuletzt eine Sonderkommission zur BewĂ€ltigung der Krise im Strafvollzug ernannt.

@ dpa.de