Serbien, KriminalitÀt

Serben geben mehr als 100.000 illegale Waffen ab

01.07.2023 - 19:00:02

Zwei AmoklĂ€ufe erschĂŒtterten Serbien im Mai. Seitdem gehen Menschen gegen die Verherrlichung von Gewalt auf die Straße. Ein Aufruf der Regierung zur Abgabe von Waffen ist nun von Erfolg geprĂ€gt.

Nach zwei AmoklÀufen mit 18 Toten im Mai diesen Jahres haben Menschen in Serbien insgesamt 108.833 Waffen aus illegalem Besitz abgegeben. Das erklÀrte eine Polizeisprecherin in Belgrad nach Angaben der serbischen Nachrichtenagentur Tanjug. Die Regierung hatte zur Abgabe der Waffen aufgerufen.

Die Frist fĂŒr die straffreie Abgabe war am Vortag um Mitternacht abgelaufen, nachdem sie bereits ein Mal verlĂ€ngert worden war. Abgegeben wurden nach Polizeiangaben rund 82.400 Handfeuerwaffen, rund 26.500 Minen und andere SprengsĂ€tze, sowie 4,2 Millionen StĂŒck Munition.

Erneute Proteste landesweit

Am Abend demonstrierten erneut Zehntausende Menschen in Belgrad und mindestens acht weiteren Orten in Serbien gegen ein ihrer Meinung nach von regierungstreuen Boulevardmedien gefördertes Klima der Gewalt im Land.

Zu den Kundgebungen hatten linke und liberale Oppositionsparteien sowie BĂŒrgerbewegungen aufgerufen. In Belgrad strömten die Demonstranten zum Sitz des Privatsenders «Pink TV». Sie warfen diesem von der Regierung kontrollierten Boulevardsender vor, zu Hass und Gewalt anzustacheln. Der Zorn der BĂŒrger richtet sich auch gegen PrĂ€sident Aleksandar Vucic und die Regierung. Ihnen wird vorgeworfen, dieses Gewaltklima nicht verhindert zu haben.

Die zwei AmoklĂ€ufe hatten Serbiens Gesellschaft tief erschĂŒttert. Am 3. Mai hatte ein erst 13-jĂ€hriger SchĂŒler in seiner Schule im Zentrum von Belgrad neun MitschĂŒler und einen Wachmann erschossen. Einen Tag spĂ€ter hatte ein junger Mann in einem Dorf bei Belgrad acht Menschen mit Schusswaffen getötet. Die beiden AmoklĂ€ufe hingen nicht miteinander zusammen. 

@ dpa.de