Schwestern ertrinken in See - Eltern ohne Strafe verurteilt
22.05.2026 - 12:30:44 | dpa.deGut zehn Monate nach dem tödlichen Badeunfall von zwei sechs und sieben Jahre alten Schwestern in Unterfranken hat das Amtsgericht Schweinfurt die Eltern wegen fahrlĂ€ssiger Tötung verurteilt. Es sah jedoch von einer Strafe ab, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.Â
Aus Sicht des Gerichts sind die 33 Jahre alte Mutter und der 39 Jahre alte Vater vom Tod ihrer Kinder schon so schwer getroffen, dass das VerhĂ€ngen einer Strafe verfehlt wĂ€re. Eine Verurteilung wegen Verletzung der FĂŒrsorgepflicht - wie von der Staatsanwaltschaft gefordert - erfolgte nicht. Das Urteil ist bereits rechtskrĂ€ftig.
Die Obduktion der sechs und sieben Jahre alten MĂ€dchen hatte nach dem Unfall am 14. August 2025 ergeben, dass sie ertrunken waren. Die Kinder sollen laut Anklage mindestens zehn Minuten unter Wasser gewesen sein.Â
Keine Schwimmhilfen
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Eltern mindestens 15 Minuten lang am See nicht auf die beiden Schwestern aufgepasst hatten, die nicht schwimmen konnten. «Beide Kinder trugen auch keine SchwimmflĂŒgel oder Ă€hnliche Schwimmhilfen, um zu verhindern, dass sie im Wasser untergehen», hieĂ es in der Anklage. Die Anklagebehörde hatte wie auch die Verteidigung in ihrem PlĂ€doyer ein Absehen von Strafe fĂŒr die Eltern beantragt.Â
BadegÀste als Helfer
Ein Badegast hatte die leblose SiebenjÀhrige im Wasser treibend entdeckt, etwa 15 Meter vom Ufer entfernt. «Das MÀdchen lag mit dem Kopf nach unten im See und bewegte sich nicht», so die Anklage. Kurz darauf fand ein weiterer Helfer auch das zweite MÀdchen unter der WasseroberflÀche.
Beide Kinder wurden reanimiert und in Kliniken gebracht. Einen Tag spÀter starb die SiebenjÀhrige, der Tod ihrer Schwester wurde tags darauf gemeldet.
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