Nach Amokfahrt: TĂ€ter muss vorerst in die Psychiatrie
Veröffentlicht am: 05.05.2026 um 18:28 Uhr | dpa.deNach der Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt hat das Amtsgericht angeordnet, den TÀter vorerst in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Dem 33-jÀhrigen Deutschen werden zweifacher Mord sowie versuchter Mord in vier FÀllen vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig weiter mitteilte.
Es gebe nach bisherigen Ermittlungen dringende GrĂŒnde dafĂŒr, dass der Beschuldigte die Tat «im Zustand der zumindest erheblich verminderten SchuldfĂ€higkeit» begangen habe, hieĂ es in der Mitteilung. Dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgend habe das Amtsgericht seine einstweilige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus als fĂŒr die öffentliche Sicherheit erforderlich angesehen. Denn nach bisherigen Erkenntnissen sei es wahrscheinlich, «dass der Beschuldigte aufgrund seines Zustandes weitere erhebliche rechtswidrige Taten vergleichbarer Schwere begehen wird».
Zwei Menschen starben bei der Amokfahrt
Laut Polizei war der Deutsche am Montag gegen 16.45 Uhr im Stadtzentrum in die Grimmaische StraĂe, die zu den zentralen EinkaufsstraĂen der Stadt gehört, gefahren. In der FuĂgĂ€ngerzone erfasste er mehrere Menschen mit seinem Wagen. Der Fahrer brachte das Auto anschlieĂend selbst zum Stehen und lieĂ sich widerstandslos festnehmen.
Durch die Amokfahrt starben zwei Menschen - eine 63-jĂ€hrige Frau und ein 77-jĂ€hriger Mann. Wie die Staatsanwaltschaft und die Polizei Leipzig weiter mitteilten, wurden sechs Menschen im Alter von 21 bis 87 Jahren verletzt, zwei von ihnen - ein 75 Jahre alter Mann und eine 84 Jahre alte Frau - schwer. Zudem mussten mehr als 80 Menschen nach dem Geschehen betreut werden.Â
TĂ€ter vor wenigen Tagen noch in psychiatrischer KlinikÂ
Den Ermittlern zufolge wohnt der 33 Jahre alte TĂ€ter in der Region Leipzig und war wenige Tage zuvor in stationĂ€rer Behandlung in einer psychiatrischen Einrichtung. Wie das Sozialministerium in Dresden bestĂ€tigte, hatte er sich auf eigenen Wunsch freiwillig in der Klinik aufgehalten und war Ende April entlassen worden. Er war auch schon polizeilich aufgefallen, unter anderem wegen Bedrohung und ehrverletzender Delikte im sozialen Umfeld. Dabei handelt es sich um VorfĂ€lle ohne körperliche Gewalt, etwa Beleidigungen oder HerabwĂŒrdigungen.Â
Zu den HintergrĂŒnden der Tat gibt es weiterhin keine gesicherten Erkenntnisse. Hinweise auf ein politisches oder religiöses Motiv liegen nach Angaben der Ermittler nicht vor.
Die EinkaufsstraĂe in der Leipziger Innenstadt wurde inzwischen wieder fĂŒr Passanten freigegeben. Die meisten GeschĂ€fte entlang der StraĂe blieben jedoch vorerst geschlossen. Nach Angaben der Stadt soll die StraĂe an der betroffenen Stelle baulich gesichert werden.
