Cueva de las Manos, Argentinien Reise

Cueva de las Manos: Patagoniens rÀtselhafte Felskunst entdecken

02.07.2026 - 10:41:03 | ad-hoc-news.de

Cueva de las Manos nahe Perito Moreno in Argentinien fasziniert mit tausenden HandabdrĂŒcken und prĂ€historischen Jagdszenen. Warum dieser abgelegene Canyon zum UNESCO-Welterbe wurde und wie Reisende aus Deutschland ihn heute erleben können.

Cueva de las Manos, Argentinien Reise, UNESCO-Welterbe
Cueva de las Manos, Argentinien Reise, UNESCO-Welterbe

Wind pfeift durch die karge Schlucht, Kondore ziehen lautlos ĂŒber den FelswĂ€nden, und auf einmal tauchen sie auf: hunderte, ja tausende HandabdrĂŒcke in Ocker, Rot und Schwarz. Die Cueva de las Manos (auf Deutsch sinngemĂ€ĂŸ „Höhle der HĂ€nde“) in Patagonien gehört zu den eindrucksvollsten Zeugnissen prĂ€historischer Kunst und macht sichtbar, wie Menschen vor bis zu 9.000 Jahren in dieser Landschaft lebten und fĂŒhlten.

Cueva de las Manos: Das ikonische Wahrzeichen von Perito Moreno

Die Cueva de las Manos liegt im abgelegenen Tal des RĂ­o Pinturas in der Provinz Santa Cruz im SĂŒden von Argentinien und wird touristisch meist mit der Kleinstadt Perito Moreno verbunden, die als Ausgangspunkt fĂŒr Besuche dient. Die Felsgrotten und bemalten WĂ€nde liegen rund 160 km sĂŒdlich von Perito Moreno und etwa 130 km westlich der Ruta Nacional 40, einer der wichtigsten Fernstraßen Patagoniens. Nach Angaben der UNESCO wurde Cueva de las Manos 1999 in die Liste des Welterbes aufgenommen, vor allem wegen ihrer außergewöhnlich gut erhaltenen Felsmalereien, die einen zusammenhĂ€ngenden Blick auf mehr als 8.000 Jahre Kulturgeschichte der Region bieten.

FĂŒr Reisende aus Deutschland ist Cueva de las Manos kein klassisches „Massenziel“, sondern eine bewusst gewĂ€hlte Station auf einer Patagonienreise. GEO und National Geographic Deutschland ordnen die StĂ€tte regelmĂ€ĂŸig als eines der wichtigsten KulturdenkmĂ€ler der sĂŒdamerikanischen Vorzeit ein und stellen sie neben bekannte Naturikonen wie den Gletscher Perito Moreno oder den Nationalpark Los Glaciares. Die Kombination aus spektakulĂ€rer Canyonlandschaft, archĂ€ologischer Bedeutung und der emotional unmittelbaren Bildsprache der HĂ€nde macht den Besuch zu einem intensiven Erlebnis, das fernab der GroßstĂ€dte einen anderen Zugang zu Argentinien und Patagonien eröffnet.

AtmosphĂ€risch wirkt das Ensemble fast wie eine Freilichtgalerie: An den FelswĂ€nden des Canyons reihen sich farbige Silhouetten, Tierdarstellungen und geometrische Zeichen, wĂ€hrend unterhalb der SteilwĂ€nde der RĂ­o Pinturas in seinem Bett verlĂ€uft. FĂŒr viele Besucher ist der Moment, in dem sie ihre eigene Hand mit den uralten Umrissen vergleichen, einer der eindrucksvollsten Augenblicke ihrer Reise.

Geschichte und Bedeutung von Cueva de las Manos

Laut UNESCO und der argentinischen Denkmalbehörde umfassen die Malereien der Cueva de las Manos einen Zeitraum von etwa 13.000 bis 7.000 Jahren vor heute, wobei die am besten gesicherten Datierungen zwischen ungefĂ€hr 9.300 und 6.000 Jahren liegen. Radiokarbon-Datierungen von organischem Material in den Farbpigmenten und archĂ€ologischen Schichten zeigen, dass hier ĂŒber viele Jahrtausende hinweg wiederholt Gruppen von JĂ€gern und Sammlern zusammenkamen. Forschungen des Consejo Nacional de Investigaciones CientĂ­ficas y TĂ©cnicas (CONICET), des argentinischen Wissenschaftsrats, belegen, dass die StĂ€tte zu den frĂŒhesten großflĂ€chigen Felskunst-Komplexen SĂŒdamerikas zĂ€hlt.

Die Höhlen und ÜberhĂ€nge wurden in einem klimatisch herausfordernden Umfeld genutzt. Patagonien ist geprĂ€gt von starken Winden, großen Temperaturunterschieden und einer eher spĂ€rlichen Vegetation. ArchĂ€ologen erklĂ€ren, dass solche natĂŒrlichen SchutzrĂ€ume wie der Canyon des RĂ­o Pinturas wichtige LagerplĂ€tze waren, an denen sich Gruppen saisonal trafen, jagten und miteinander kommunizierten. Die Malereien sind dabei nicht nur Dekoration, sondern ein komplexes System aus Symbolen, das vermutlich soziale, rituelle und vielleicht auch pĂ€dagogische Funktionen hatte.

Die UNESCO hebt hervor, dass Cueva de las Manos weltweit eine seltene KontinuitĂ€t von Felskunst aufweist: Es lassen sich mehrere stilistische Phasen unterscheiden, die aufeinander folgen und sich teilweise ĂŒberlagern. WĂ€hrend frĂŒhe Darstellungen stĂ€rker naturalistische Jagdszenen mit Guanakos zeigen – einer Wildkamelart aus den Anden – treten in spĂ€teren Phasen abstraktere Muster und eine grĂ¶ĂŸere Vielfalt an Farbnuancen auf. Diese zeitliche Tiefe macht die StĂ€tte fĂŒr die Forschung besonders wertvoll, weil sie kulturelle VerĂ€nderungen ĂŒber sehr lange ZeitrĂ€ume nachvollziehbar macht.

FĂŒr deutsche Leser ist ein Vergleich hilfreich: Die Ă€ltesten Malereien sind deutlich Ă€lter als bekannte prĂ€historische KunststĂ€tten in Europa wie die Höhle von Lascaux in Frankreich oder die Chauvet-Höhle, die auf etwa 30.000 bis 20.000 Jahre zurĂŒckdatieren, aber deutlich spĂ€ter entdeckt und geschĂŒtzt wurden. Die Cueva de las Manos gehört somit in die globale Spitzengruppe der frĂŒhesten bildlichen Zeugnisse des Menschen, die vor allem durch ihre Menge und die Klarheit der HandabdrĂŒcke ungewöhnlich sind.

Die Bedeutung der StĂ€tte reicht ĂŒber die reine Altertumsforschung hinaus. Das argentinische Kulturministerium beschreibt Cueva de las Manos als „Patrimonio de la Humanidad“, als Erbe der gesamten Menschheit, und verweist darauf, dass die HĂ€nde heute oft als Symbol fĂŒr die Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft genutzt werden. Auch in der zeitgenössischen Kunst und in Kampagnen zum Schutz indigener Kulturen tauchen die Motive immer wieder auf.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Streng genommen ist Cueva de las Manos keine einzelne Höhle, sondern ein Ensemble aus FelsĂŒberhĂ€ngen, kleinen Grotten und vertikalen WĂ€nden entlang des Canyons des RĂ­o Pinturas. Die „Architektur“ ist dabei ein Produkt der Natur: Erosion, Wind und Wasser haben die weichen Gesteinsschichten so geformt, dass sich zugĂ€ngliche Plattformen und geschĂŒtzte WĂ€nde ergeben, die ideal fĂŒr Malereien sind. Die UNESCO beschreibt das Umfeld als eine Abfolge von FelsvorsprĂŒngen mit natĂŒrlichem Schutz vor Regen und direkter Sonneneinstrahlung – Faktoren, die zur außergewöhnlich guten Erhaltung der Kunst beigetragen haben.

Das zentrale Merkmal sind die numerisch ĂŒberwĂ€ltigenden Handnegative: SchĂ€tzungen gehen von mehreren hundert, nach einigen Fachartikeln sogar ĂŒber tausend einzelnen HandabdrĂŒcken aus. Sie entstehen durch eine Technik, die auch aus europĂ€ischen Höhlenmalereien bekannt ist: Die Person legt ihre Hand an die Felswand und sprĂŒht dann Farbpigment darĂŒber, sodass die Silhouette als negative Form zurĂŒckbleibt. Die Farbstoffe bestehen aus mineralischen Pigmenten wie Eisenoxid fĂŒr Rot- und Ockertöne sowie möglicherweise Manganverbindungen fĂŒr Schwarz, gemischt mit Bindemitteln wie Wasser, Fett oder PflanzensĂ€ften.

ArchĂ€ologen weisen darauf hin, dass die ĂŒberwiegende Mehrzahl der HandabdrĂŒcke linke HĂ€nde zeigt. Die gĂ€ngige Deutung lautet, dass die rechte Hand zum SprĂŒhen des Farbpigments benutzt wurde – ein praktischer Hinweis zur Herstellungstechnik. Einzelne HĂ€nde weisen fehlende Finger oder verkĂŒrzte Formen auf, was von der Forschung unterschiedlich interpretiert wird: Manche sehen darin Hinweise auf rituelle Gesten oder symbolische Codes, andere denken an tatsĂ€chliche Verletzungen oder genetische Besonderheiten.

Neben den HĂ€nden gibt es komplexe Jagdszenen, die laut einer Zusammenstellung des argentinischen Nationalparksystems und Fachartikeln des CONICET detaillierte BewegungsablĂ€ufe zeigen. Guanakos werden dabei von stilisierten menschlichen Figuren umkreist, Pfeile und Jagdwerkzeuge sind teilweise angedeutet. FĂŒr Kunsthistoriker ist dies ein Hinweis darauf, dass die Malereien nicht nur religiöse oder magische Bedeutung hatten, sondern auch Aspekte der LebensfĂŒhrung dokumentierten.

Die Farbpalette umfasst vor allem Rot, Ocker, Schwarz und Weiß. Einige spĂ€tere Motive wirken fast modern: abstrakte Linien, Punktmuster und geometrische Figuren könnten aus heutiger Perspektive an zeitgenössische Grafik erinnern. GEO beschreibt die Wirkung der Felsbilder als „fast grafisch, mit einer ĂŒberraschenden Klarheit und Rhythmik“, die auch Besucher ohne kunsthistorische Vorkenntnisse direkt anspricht. Die Dichte der Bilder an manchen WĂ€nden erzeugt das GefĂŒhl, eine riesige, ĂŒber Jahrtausende gewachsene Collage zu betrachten.

Ein weiterer Besonderheit ist die Einbindung der Kunst in die Landschaft. Die Felsmalereien sind so positioniert, dass sie bei bestimmten LichtverhĂ€ltnissen besonders stark wirken. Wer vormittags oder spĂ€tnachmittags dort ist, erlebt, wie die Schatten von Felskanten und Vegetation die BildflĂ€chen rahmen und einzelne HĂ€nde plastisch hervorheben. Dieses Zusammenspiel von Natur und Kunst ist ein Punkt, den viele Reiseautoren hervorheben, darunter BeitrĂ€ge in der SĂŒddeutschen Zeitung und in spezialisierten ReisefĂŒhrern zu Patagonien.

Cueva de las Manos besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Die Cueva de las Manos liegt im Valle del RĂ­o Pinturas, etwa 160 km sĂŒdlich der Kleinstadt Perito Moreno in der Provinz Santa Cruz. FĂŒr Reisende aus Deutschland ist der typische Weg zunĂ€chst ein Flug von Frankfurt (FRA), MĂŒnchen (MUC) oder Berlin (BER) nach Buenos Aires, entweder zum internationalen Flughafen Ezeiza oder zum Stadtflughafen Aeroparque. Die Flugzeit betrĂ€gt – je nach Verbindung – grob 14 bis 16 Stunden mit einem Zwischenstopp, etwa in Madrid oder SĂŁo Paulo. Von Buenos Aires geht es weiter mit einem Inlandsflug nach Comodoro Rivadavia oder El Calafate und anschließend per Mietwagen oder Bus nach Perito Moreno bzw. zu einem Ausgangspunkt an der Ruta Nacional 40. Von der Ruta 40 fĂŒhrt eine Abzweigung ĂŒber eine Schotterstraße zur StĂ€tte; viele Besucher nutzen gefĂŒhrte Touren, da die Strecke abgelegen ist und sich Witterung und Straßenbedingungen schnell Ă€ndern können.
  • Öffnungszeiten
    Die StĂ€tte wird als archĂ€ologisches Schutzgebiet mit Besucherzentrum verwaltet. Offizielle Angaben der Verwaltung weisen darauf hin, dass die Cueva de las Manos in der Regel tĂ€glich zu festen Zeiten geöffnet ist, die jedoch saisonal variieren können. Es empfiehlt sich, die aktuellen Öffnungszeiten direkt bei der Verwaltung von Cueva de las Manos oder ĂŒber lokale Tourismusstellen in Perito Moreno zu prĂŒfen. FĂŒhrungen werden meist zu bestimmten Uhrzeiten angeboten; viele ReisefĂŒhrer betonen, dass der Besuch nur mit Guide gestattet ist, um die Malereien zu schĂŒtzen. Generell gilt: „Öffnungszeiten können variieren – direkt bei Cueva de las Manos prĂŒfen.“
  • Eintritt
    FĂŒr den Zugang zum Schutzgebiet wird ein Eintrittsgeld erhoben, das auch die FĂŒhrung umfasst. Da Preise regelmĂ€ĂŸig angepasst werden und unterschiedliche Tarife fĂŒr In- und AuslĂ€nder existieren können, sollten Reisende mit einem Betrag im Bereich von einigen Euro bis zu niedrigen zweistelligen EurobetrĂ€gen rechnen. Die Zahlung erfolgt vor Ort in der LandeswĂ€hrung Argentinischer Peso (ARS), wobei zunehmend auch Kartenzahlung möglich ist, sich aber aufgrund der Abgelegenheit nicht immer garantieren lĂ€sst. Eine zeitlose Empfehlung lautet daher: „Eintrittspreise können variieren – aktuelle BetrĂ€ge fĂŒr Cueva de las Manos vor der Reise prĂŒfen und ausreichend Bargeld in LandeswĂ€hrung mitfĂŒhren.“
  • Beste Reisezeit
    Patagonien hat deutlich ausgeprĂ€gte Jahreszeiten und starke Winde. Nach EinschĂ€tzung der argentinischen Tourismusbehörden und Reisemagazine wie National Geographic Deutschland eignen sich der patagonische FrĂŒhling (Oktober bis November) und Sommer (Dezember bis MĂ€rz) besonders fĂŒr Besuche. Dann sind die Tage lang, die Temperaturen moderat und viele Straßen besser passierbar. Wer extreme Hitze vermeiden möchte, reist eher im FrĂŒhling oder frĂŒhen Herbst (MĂ€rz/April). Die Wintermonate können rau und schneereich sein, einzelne Zufahrten sind dann zeitweise erschwert. Die Tageszeit spielt ebenfalls eine Rolle: Morgens und spĂ€tnachmittags ist das Licht weicher, was den Kontrast der Felsbilder erhöht. Da der Andrang deutlich geringer ist als in vielen europĂ€ischen SehenswĂŒrdigkeiten, erleben Besucher die StĂ€tte meist ohne große Menschenmengen, insbesondere wenn sie nicht in argentinischen Ferienzeiten unterwegs sind.
  • Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Verhalten
    Die Hauptsprache vor Ort ist Spanisch. Englisch wird in touristischen Kontexten zunehmend verstanden, aber nicht ĂŒberall fließend gesprochen. Deutsch ist nur selten anzutreffen. Ein paar spanische Grundbegriffe fĂŒr BegrĂŒĂŸung, Dank und einfache Fragen erleichtern den Austausch mit Guides und Personal. FĂŒr Zahlungen sollten Reisende aus Deutschland mit Kreditkarte (Visa, Mastercard) und Bargeld in Argentinischen Pesos planen; Girocard (Debitkarten deutscher Banken) wird nicht ĂŒberall akzeptiert. In Argentinien ist Trinkgeld ĂŒblich: In Restaurants gelten etwa 10 % als ĂŒbliche Anerkennung, bei Tourguides ist ein freiwilliges Trinkgeld angemessen, wenn die Leistung ĂŒberzeugt. In Cueva de las Manos gelten klare Regeln zum Schutz der Malereien: BerĂŒhren der Felsbilder ist strikt verboten, Blitzlicht beim Fotografieren ist oft untersagt oder eingeschrĂ€nkt, und Besucher sollen auf den gekennzeichneten Wegen bleiben. Unsere Redaktion empfiehlt, auf feste Wanderschuhe zu achten, ausreichend Wasser mitzunehmen und sich auf starke Sonneneinstrahlung und Wind vorzubereiten. Kleiderordnung im klassischen Sinne gibt es nicht, aber funktionale Outdoor-Kleidung ist ratsam.
  • Einreisebestimmungen und Gesundheit
    FĂŒr deutsche StaatsbĂŒrger ist die Einreise nach Argentinien in der Regel mit einem gĂŒltigen Reisepass möglich, der noch einige Monate ĂŒber den Aufenthalt hinaus gĂŒltig sein sollte. Detaillierte und immer aktuelle Informationen zu Visa, Aufenthaltsdauern und sicherheitsrelevanten Hinweisen gibt es beim AuswĂ€rtigen Amt unter auswaertiges-amt.de. Deutsche StaatsbĂŒrger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen beim AuswĂ€rtigen Amt prĂŒfen. FĂŒr Reisen nach Argentinien empfiehlt sich zudem eine Auslandskrankenversicherung, da Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in der Regel nicht greifen. Patagonien selbst ist kein klassisches Tropengebiet, aber die medizinische Infrastruktur in abgelegenen Regionen ist einfacher als in Buenos Aires. Es ist ratsam, eine kleine Reiseapotheke mitzufĂŒhren, auf ausreichenden Sonnenschutz zu achten und lĂ€ngere Fahrten im Voraus zu planen.
  • Zeitzone und Zeitverschiebung
    Argentinien liegt in der Zeitzone UTC-3. Zwischen MitteleuropĂ€ischer Zeit (MEZ) und argentinischer Zeit besteht in der Regel ein Zeitunterschied von 4 bis 5 Stunden, je nachdem, ob in Deutschland gerade Sommerzeit (MESZ) herrscht. Das sollte bei FlĂŒgen, Umstiegen und Tourbuchungen berĂŒcksichtigt werden, insbesondere beim Kontakt mit lokalen Anbietern.

Warum Cueva de las Manos auf jede Perito-Moreno-Reise gehört

Wer aus Deutschland nach Patagonien reist, tut dies meist fĂŒr die großen Landschaftspanoramen: Berge, Gletscher, endlose Ebenen. Cueva de las Manos fĂŒgt dieser Reise eine unerwartet persönliche Dimension hinzu. Statt nur die Natur zu bestaunen, treten Besucher in eine direkte, fast körperliche Beziehung zu Menschen, die vor Jahrtausenden in denselben TĂ€lern unterwegs waren. Die HĂ€nde wirken wie eingefrorene Gesten, die bis heute von der emotionalen Kraft der Bilder zeugen.

Die StĂ€tte liegt bewusst abseits touristischer Hauptströme. Wer sich auf die Fahrt durch die patagonische Steppe macht, erlebt eine Landschaft, die noch immer von weitem Horizont, Einsamkeit und intensiven Wetterstimmungen geprĂ€gt ist. Viele Reisende kombinieren Cueva de las Manos mit einem Besuch des Gletschers Perito Moreno, der weiter sĂŒdlich bei El Calafate liegt und als einer der zugĂ€nglichsten und aktivsten Gletscher der Welt gilt. Die Kombination aus Naturmonument und Kulturdenkmal vermittelt ein umfassendes Bild von Patagonien: Hier treffen geologische ZeitrĂ€ume, Eisbewegungen und menschliche Geschichte unmittelbar aufeinander.

ReisefĂŒhrer wie Marco Polo und das ADAC Reisemagazin betonen, dass gerade deutsche GĂ€ste die Mischung aus Outdoor-Erlebnis und kulturhistorischer Tiefe schĂ€tzen. Die Wanderwege im Umfeld der Cueva de las Manos erlauben Ausblicke auf den Canyon des RĂ­o Pinturas, teilweise in Ă€hnlicher Dramaturgie wie bekannte Schluchtenblicke in europĂ€ischen Alpenregionen, nur deutlich einsamer. Gleichzeitig ist der Zugang reguliert und gefĂŒhrt, sodass der Besuch auch fĂŒr Reisende, die nicht extrem trekkingerfahren sind, gut zu organisieren ist.

Ein weiterer Aspekt ist die Reflexion der eigenen Gegenwart. Kunsthistoriker betonen, dass die Hand als Symbol seit Jahrtausenden eine besondere Rolle spielt. In der Cueva de las Manos wird sichtbar, dass das BedĂŒrfnis, Spuren zu hinterlassen, tief im Menschen verankert ist. In einer Zeit, in der digitale Bilder innerhalb von Sekunden entstehen und verschwinden, wirken die langlebigen Pigmente der prĂ€historischen HĂ€nde wie ein Gegenentwurf: bewusst gesetzte Zeichen, die ĂŒber Jahrtausende bleiben.

FĂŒr Deutschland und die DACH-Region hat Cueva de las Manos auch deshalb Relevanz, weil sie einen anderen Blick auf die Geschichte Amerikas ermöglicht. Statt nur Kolonialzeit, StĂ€dtebau und moderne Politik zu betrachten, eröffnet die StĂ€tte einen Zugang zur langen, oft wenig sichtbaren Vorgeschichte des Kontinents. Wer sich auf diese Perspektive einlĂ€sst, erlebt Argentinien nicht nur als Land der TangostĂ€dte und Steaks, sondern als Raum tiefer historischer Schichten.

Cueva de las Manos in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂŒcke

Cueva de las Manos taucht in sozialen Medien immer wieder in Reiseberichten, Fotostrecken und Dokumentationen auf. Viele Nutzer teilen Bilder der HĂ€nde, Panoramen des Canyons und kurze Videos von Wanderungen zur StĂ€tte. Die Motive eignen sich besonders fĂŒr visuelle Plattformen, weil sie sowohl grafisch als auch emotional stark wirken. Gleichzeitig wird in Diskussionen hĂ€ufig auf den Schutz der Malereien hingewiesen: Influencer und Reisende markieren Absperrungen, erwĂ€hnen die Bedeutung gefĂŒhrter Besuche und appellieren an einen respektvollen Umgang.

HĂ€ufige Fragen zu Cueva de las Manos

Wo liegt Cueva de las Manos genau?

Cueva de las Manos befindet sich im Canyon des RĂ­o Pinturas in der Provinz Santa Cruz in Patagonien, Argentinien. Die nĂ€chste Kleinstadt ist Perito Moreno, von der aus Touren organisiert werden können. Die StĂ€tte liegt in einem abgelegenen Gebiet, das ĂŒber die Fernstraße Ruta Nacional 40 und eine anschließende Schotterstraße erreicht wird.

Wie alt sind die Felsmalereien in Cueva de las Manos?

Die Felsmalereien von Cueva de las Manos werden durch Radiokarbondatierungen und archĂ€ologische Untersuchungen auf etwa 9.000 bis 6.000 Jahre vor heute datiert, mit einigen Hinweisen auf noch Ă€ltere Phasen. Damit zĂ€hlen sie zu den Ă€ltesten zusammenhĂ€ngenden Felskunst-Komplexen SĂŒdamerikas und bieten einen einzigartigen Blick auf die Lebenswelt prĂ€historischer JĂ€ger und Sammler.

Kann man Cueva de las Manos individuell besuchen?

Der Besuch von Cueva de las Manos ist in der Regel nur im Rahmen gefĂŒhrter Touren möglich, um die empfindlichen Malereien zu schĂŒtzen. Reisende können ĂŒber lokale Anbieter in Perito Moreno oder ĂŒber regionale Tourveranstalter TagesausflĂŒge buchen. Eigenanreise mit Mietwagen ist möglich, sollte aber aufgrund der abgelegenen Lage und wechselnden Straßenbedingungen umsichtig geplant werden.

Was ist das Besondere an den HandabdrĂŒcken?

Die HandabdrĂŒcke in Cueva de las Manos sind als Negativformen ausgefĂŒhrt, die durch AufsprĂŒhen von Farbpigmenten um die aufgelegte Hand entstehen. Ihre große Zahl, klare Form und unterschiedliche Farben machen sie zu einem kraftvollen Symbol prĂ€historischer IdentitĂ€t. Sie gelten als eines der charakteristischsten Merkmale der StĂ€tte und sind weltweit zu einem ikonischen Motiv patagonischer Felskunst geworden.

Wann ist die beste Zeit fĂŒr einen Besuch aus Deutschland?

FĂŒr Reisende aus Deutschland eignen sich besonders der patagonische FrĂŒhling und Sommer (Oktober bis MĂ€rz), wenn die Tage lang sind und die Straßen am besten passierbar. Wer extreme Temperaturen und starken Andrang vermeiden möchte, kann auch die Übergangszeiten im Herbst oder spĂ€ten FrĂŒhling nutzen. UnabhĂ€ngig von der Saison sollten aktuelle Wetter- und Straßeninformationen vor Ort eingeholt werden.

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