Acadia-Nationalpark, Reise

Acadia-Nationalpark: Wilde Küste bei Bar Harbor neu entdecken

Veröffentlicht: 03.06.2026 um 08:59 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)

Zwischen Atlantikbrandung und Granitgipfeln: Der Acadia-Nationalpark bei Bar Harbor in den USA verbindet raue Küstenlandschaft mit Neuengland-Charme – warum er für Reisende aus Deutschland ein besonderes Ziel ist.

Acadia-Nationalpark, Reise, USA
Acadia-Nationalpark, Reise, USA

Wenn am frühen Morgen die ersten Sonnenstrahlen über dem Atlantik auf die rosa schimmernden Granitfelsen fallen, zeigt der Acadia-Nationalpark (englisch: „Acadia National Park“) vor Bar Harbor seine spektakulärste Seite. Salzige Gischt, der Duft von Kiefern und der Blick auf zerklüftete Inseln machen diesen Küstennationalpark im Nordosten der USA zu einem der eindrücklichsten Naturziele Nordamerikas für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland.

Acadia-Nationalpark: Das ikonische Wahrzeichen von Bar Harbor

Der Acadia-Nationalpark liegt größtenteils auf Mount Desert Island vor der Küstenstadt Bar Harbor im Bundesstaat Maine und gilt als einer der wichtigsten Küstennationalparks der USA. Die Kombination aus rauer Felsküste, stillen Seen, dichten Wäldern und offenen Granitgipfeln ist selbst im nationalparkreichen Nordamerika etwas Besonderes. Für deutsche Reisende wirkt Acadia oft wie eine Mischung aus rauer Ostsee im Herbst, hochaufragenden Fjordküsten und den weiten Wäldern Skandinaviens – nur deutlich kompakter und mit typisch US-amerikanischer Nationalpark-Infrastruktur.

Statt eines einzelnen, klar umrissenen Bauwerks ist der Park ein vielgestaltiges Naturensemble: Küstenklippen, Gezeitenzonen, Inseln, Feuchtgebiete, Berggipfel und historische Kutschstraßen formen gemeinsam das „Gesamtwerk Acadia“. Die National Park Service-Verwaltung betont, dass der Schutz dieser einzigartigen Verbindung aus Meer, Fels und Wald im Mittelpunkt steht. Gerade Bar Harbor am östlichen Rand des Parks fungiert dabei als Tor zu diesem Naturbühnenraum und verbindet touristische Infrastruktur mit unmittelbarer Naturnähe.

Für Besucher:innen aus Deutschland ist der Acadia-Nationalpark zudem gut in klassische Rundreisen durch Neuengland integrierbar. Er liegt nördlich der Großstadt Boston und lässt sich mit Stationen wie Portland (Maine), den White Mountains in New Hampshire oder den Metropolen an der US-Ostküste verknüpfen. Viele Reiseführer, darunter deutschsprachige Titel von bekannten Verlagen, führen Acadia daher als „Pflichtstopp“ jeder Neuengland-Reise.

Geschichte und Bedeutung von Acadia National Park

Der heutige Acadia National Park ist historisch gesehen ein vergleichsweise junger Nationalpark, dessen Wurzeln im frühen 20. Jahrhundert liegen. In dieser Zeit begann in den USA eine intensive Bewegung zum Schutz einzigartiger Landschaften. Während westliche Ikonen wie der Yellowstone-Nationalpark bereits im 19. Jahrhundert ausgerufen wurden, folgte Acadia später als erste große Küstenschutzlandschaft an der Atlantikseite des Landes. Die Nationalparkverwaltung betont, dass der Park von Beginn an nicht nur als Naturschutzgebiet, sondern auch als Erholungslandschaft für die Öffentlichkeit gedacht war.

Wichtig für die Entstehung von Acadia war das Engagement wohlhabender Sommergäste, die Mount Desert Island schon im 19. Jahrhundert als Rückzugsort entdeckt hatten. Viele von ihnen stammten aus großen Industriellenfamilien der USA und wollten das landschaftliche Erbe der Insel bewahren. Sie erwarben Land, stellten es unter Schutz und spendeten es schließlich dem Staat, damit es dauerhaft als Nationalpark erhalten bleibt. Diese Tradition des privaten Engagements für öffentliche Natur ist in der US-amerikanischen Umweltgeschichte ein häufiges Motiv und wird oft als vorbildlich dargestellt.

Der Park hat im Laufe seiner Geschichte verschiedene Namen getragen, bevor er den heute bekannten Namen „Acadia National Park“ erhielt. Die Benennung erinnert an die historische Region „Acadia“ in Nordost-Nordamerika, die im 17. Jahrhundert von Frankreich beansprucht wurde. Damit schlägt das Schutzgebiet eine Brücke in die koloniale Geschichte der Region, in der französische, britische und später US-amerikanische Einflüsse aufeinandertrafen. Für deutsche Leser lohnt sich der Blick darauf, dass die Ostküste der USA nicht nur englisch geprägt war, sondern über Jahrhunderte eine vielschichtige koloniale Vergangenheit besitzt.

Im 20. Jahrhundert entwickelte sich der Acadia-Nationalpark zu einem wichtigen Erholungsgebiet für Besucher aus den USA und zunehmend auch aus Europa. Der National Park Service weist darauf hin, dass jährlich mehrere Millionen Menschen den Park besuchen. Während genaue Besucherzahlen von Jahr zu Jahr schwanken, gehört Acadia regelmäßig zu den frequentiertesten Nationalparks des Landes. Die Popularität führte zugleich zu intensiven Diskussionen über Besucherlenkung, Naturschutz und nachhaltige Mobilität im Park, etwa über Shuttle-Bussysteme und Reservierungsmodelle für bestimmte Bereiche.

Aus kulturhistorischer Sicht ist der Park zudem ein Zeugnis dafür, wie Landschaft seit dem 19. Jahrhundert idealisiert und touristisch inszeniert wird. Künstler, Schriftsteller und später Fotografen trugen dazu bei, Acadia als Archetyp einer wilden, aber dennoch zugänglichen US-Küstenlandschaft zu etablieren. In vielen Bildbänden und Reportagen, etwa in nordamerikanischen Ausgaben von National Geographic oder in Reisebeiträgen großer Medien, tauchen immer wieder dieselben ikonischen Motive auf: der Sonnenaufgang über dem Gipfel des Cadillac Mountain, die Wellen am „Thunder Hole“, die reflektierenden Wasserflächen der Seen und die historischen Brücken entlang der alten Kutschwege.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Auch wenn der Acadia-Nationalpark kein klassisches „Bauwerk“ im Sinne einer Kathedrale oder eines Museums ist, spielt gestaltete Infrastruktur eine zentrale Rolle. Besonders markant sind die historischen Kutschwege („Carriage Roads“) mit ihren Steinbrücken, die im frühen 20. Jahrhundert angelegt wurden. Diese Wege wurden bewusst ohne motorisierten Verkehr geplant und mit viel handwerklicher Liebe zum Detail in die Landschaft integriert. Die Brücken aus behauenem Stein, mit Rund- und Segmentbögen, erinnern an historische Brücken in europäischen Landschaftsparks und gelten als ingenieurtechnische und gestalterische Meisterleistungen ihrer Zeit.

Die Nationalparkverwaltung und zahlreiche Reiseführer betonen, dass diese Kutschwege ein Herzstück des Besuchserlebnisses sind. Sie erlauben es, den Park zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden, ohne ständig mit Autoverkehr konfrontiert zu sein. Viele Brücken öffnen den Blick auf Bachläufe, Seen oder Täler und sind selbst beliebte Fotomotive. Im Vergleich zu berühmten Bauwerken in Deutschland sind sie weniger monumental, aber ähnlich präzise gearbeitet wie historische Viadukte in Gebirgsregionen oder Parkarchitekturen in englischen Gärten.

Ein weiterer architektonischer Fixpunkt ist die sogenannte Park Loop Road, eine ringförmige Panoramastraße, die einen Großteil der Hauptattraktionen erschließt. Sie führt entlang der felsigen Küste, durch Wälder und vorbei an Seen und Aussichtspunkten. Obwohl sie eine moderne Autostraße ist, wurde sie so angelegt, dass sich spektakuläre Ausblicke eröffnen und der Übergang von Straße zu Landschaft fließend erscheint. Für Reisende aus Deutschland ist dieser „Scenic Drive“ vergleichbar mit Panorama-Straßen in den Alpen oder entlang norwegischer Fjorde, nur dass er hier direkt an der Atlantikküste verläuft.

Aus naturkundlicher Perspektive ist die Vielfalt der Ökosysteme bemerkenswert: Küstenklippen, Gezeitenbecken, Misch- und Nadelwälder, Süßwasserseen, Moore und felsige Berggipfel liegen dicht beieinander. Fachleute aus Biologie und Geologie verweisen darauf, dass die Region von der letzten Eiszeit geprägt wurde. Gletscher haben die heutigen Täler, Seen und die typische Form der Granitkuppen modelliert. Dadurch entsteht ein abwechslungsreiches Relief, das sich innerhalb weniger Kilometer deutlich verändert – ein Grund, warum Wanderwege im Acadia-Nationalpark oft als besonders abwechslungsreich empfunden werden.

Künstlerisch spielt Acadia in der Tradition der amerikanischen Landschaftsmalerei eine Rolle. Schon im 19. Jahrhundert zogen Maler hinaus an die Küste von Maine, um die dramatischen Lichtstimmungen und das Zusammenspiel von Fels und Meer festzuhalten. Heute sind es eher Fotograf:innen und Filmemacher:innen, die den Park inszenieren. In Sozialen Medien verbreiten sich vor allem Bilder vom Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang über den Gipfeln, Aufnahmen der Herbstfärbung („Fall Foliage“) und Langzeitbelichtungen der Brandung. Für viele Besucher aus Deutschland ist Acadia damit auch ein Fotoreiseziel, das sich mit bekannten Landschaften wie der Sächsischen Schweiz oder den bayerischen Alpen fotografisch durchaus messen kann – jedoch mit deutlich stärkerem maritimem Akzent.

Als besonderer Erlebnisbaustein gilt die Tierwelt des Parks. Vor der Küste und in den umliegenden Gewässern können mit etwas Glück Seevögel, Robben und gelegentlich auch Wale beobachtet werden. Auf dem Festland gehören Weißwedelhirsche, zahlreiche Vogelarten und kleinere Säugetiere zum typischen Bild. Der National Park Service weist darauf hin, dass wilde Tiere nicht gefüttert werden dürfen und Besucher Mindestabstände einhalten sollen, um Störungen zu vermeiden. Für Reisende aus Deutschland, die vielleicht aus Alpenregionen oder dem Wattenmeer bereits Nationalparkregeln kennen, sind diese Verhaltensregeln vertraut, aber angesichts der anderen Artenvielfalt noch einmal besonders wichtig.

Acadia-Nationalpark besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise: Der Acadia-Nationalpark liegt an der Küste des Bundesstaats Maine im Nordosten der USA, rund 80 km nordöstlich der Stadt Bangor und mehrere Hundert Kilometer nordöstlich von Boston. Für Reisende aus Deutschland ist die Anreise in der Regel mit einem Transatlantikflug an die US-Ostküste verbunden, meist nach Boston oder zu einem anderen großen Drehkreuz an der Ostküste. Von Boston aus ist Bar Harbor, das Tor zum Park, auf dem Landweg in mehrere Stunden Fahrt erreichbar. Alternativ bestehen Inlandsflugverbindungen zu kleineren Flughäfen in Maine, die saisonal bedient werden. Bahn- und Fernbusverbindungen gibt es in Teilen Neuenglands, der letzte Abschnitt bis Bar Harbor erfolgt meist per Mietwagen.
  • Öffnungszeiten: Der Acadia-Nationalpark ist grundsätzlich ganzjährig zugänglich, jedoch sind viele Einrichtungen, Straßen und Besucherzentren saisonabhängig geöffnet. Bestimmte Straßen wie Teile der Park Loop Road können in den Wintermonaten je nach Witterung geschlossen sein. Öffnungszeiten, saisonale Zugänglichkeit und tagesaktuelle Hinweise können sich ändern – daher sollten Besucher die aktuellen Informationen direkt bei der Verwaltung des Acadia-Nationalparks auf der offiziellen Website des National Park Service prüfen, bevor sie ihre Reise planen.
  • Eintritt: Für den Besuch des Acadia-Nationalparks wird ein Eintritts- beziehungsweise Parkpass erhoben, der in der Regel pro Fahrzeug oder pro Person für einen bestimmten Zeitraum gültig ist. Die genauen Preise und möglichen Ermäßigungen ändern sich gelegentlich und können online eingesehen werden. Ausländische Besucher können sich auch über landesweit gültige Pässe informieren, die für mehrere Nationalparks der USA gelten. Wenn man die Kosten grob in Euro umrechnet, bewegt sich ein mehrtägiger Parkeintritt oft im zweistelligen Eurobereich pro Fahrzeug oder Gruppe, abhängig vom gewählten Pass und dem Wechselkurs.
  • Beste Reisezeit: Der Park ist im Prinzip das ganze Jahr über attraktiv, aber je nach Jahreszeit völlig unterschiedlich. Viele Reiseführer empfehlen die Monate späten Frühling bis frühen Herbst, wenn die meisten Einrichtungen geöffnet und Wanderwege weitgehend schneefrei sind. Die Hochsaison reicht typischerweise von Juni bis August, wenn das Wetter vergleichsweise stabil ist und viele Familien Ferien haben. Besonders beliebt ist auch der Herbst, wenn sich die Laubwälder in intensive Rot-, Gelb- und Orangetöne färben – ähnlich wie im deutschen Mittelgebirge, nur aufgrund der Baumarten oft noch farbintensiver. Wer es ruhiger mag, sollte in der Vor- oder Nachsaison reisen, etwa im späten Mai, im Juni außerhalb der US-Ferien oder im September. Der Winter hat seinen eigenen Reiz, bringt aber Einschränkungen bei der Erreichbarkeit einiger Wege und Straßen mit sich.
  • Unterwegs im Park: Viele Besucher erkunden den Acadia-Nationalpark mit dem eigenen oder gemieteten Auto über die Park Loop Road. In den Hauptreisezeiten kommen ergänzend kostenlose Shuttle-Busse zum Einsatz, die ausgewählte Bereiche miteinander verbinden und helfen sollen, den Autoverkehr zu reduzieren. Wanderwege reichen von kurzen Spaziergängen bis zu anspruchsvolleren Touren mit steileren Passagen und teils exponierten Abschnitten, bei denen Leitern und Stahlbügel eingebaut sind. Gutes Schuhwerk und eine realistische Selbsteinschätzung sind daher wichtig. Zudem bietet der Park zahlreiche Möglichkeiten zum Radfahren, vor allem auf den historischen Kutschwegen, sowie zum Kajakfahren in den umliegenden Gewässern.
  • Sprache und Verständigung: In Maine ist Englisch die dominierende Sprache. Deutsch wird nur vereinzelt gesprochen, insbesondere von anderen Tourist:innen. Reisende aus Deutschland kommen mit guten Englischkenntnissen problemlos zurecht. Beschilderung, Informationsbroschüren und geführte Programme sind in der Regel auf Englisch, vereinzelt gibt es Basisinformationen auch in weiteren Sprachen. Wer sich im Vorfeld mit den wichtigsten englischen Begriffen rund um Wanderwege, Sicherheit und Naturschutz vertraut macht, ist gut vorbereitet.
  • Zahlung und Trinkgeld: In den USA ist Kartenzahlung sehr verbreitet. In Bar Harbor und Umgebung, in Hotels, Restaurants und vielen Geschäften im Umfeld des Acadia-Nationalparks werden gängige Kreditkarten üblicherweise akzeptiert. Beim Parkeintritt und an Automaten kann Kartenzahlung ebenfalls möglich sein, je nach System und Standort. Bargeld in US-Dollar (USD) sollte dennoch in kleinerer Menge mitgeführt werden, etwa für Trinkgeld oder kleinere Ausgaben. Trinkgeld spielt, wie in den gesamten USA, eine wichtige Rolle: In Restaurants werden meist 15–20 % des Rechnungsbetrags als Tip erwartet. Auch für Guides, Shuttle-Fahrer oder andere Serviceleistungen sind kleinere Trinkgelder üblich.
  • Gesundheit und Sicherheit: Für Reiseziele in den USA sollten sich Besucher aus Deutschland über sinnvolle Auslands-Krankenversicherungen informieren, da die medizinische Versorgung sehr kostspielig sein kann. In einem Nationalpark wie Acadia sind zudem wettergerechte Kleidung, Sonnenschutz, Insektenschutz und ausreichend Trinkwasser wichtig. Die Parkverwaltung gibt Hinweise zu Wildtieren, Gezeiten, steilen Küstenabschnitten und plötzlichen Wetterumschwüngen. Wer die markierten Wege respektiert und Sicherheitsanweisungen beachtet, kann das Naturerlebnis sicher genießen.
  • Einreisebestimmungen: Die Einreise in die USA ist für deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger von bestimmten Voraussetzungen abhängig, etwa im Rahmen des Visa-Waiver-Programms mit elektronischer Reisegenehmigung oder mit Visum. Konkrete Regelungen können sich ändern. Deutsche Staatsbürger sollten aktuelle Einreisehinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de und bei den zuständigen US-Behörden prüfen, bevor sie ihre Reise zum Acadia-Nationalpark planen.
  • Zeitverschiebung: Der Acadia-Nationalpark liegt in der Zeitzone der US-Ostküste. Im Regelfall sind es mehrere Stunden Zeitunterschied zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) beziehungsweise zur Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ), abhängig von den jeweils geltenden Sommerzeitregelungen. Diese Zeitdifferenz ist bei der Reiseplanung und beim Umgang mit Jetlag zu berücksichtigen.

Warum Acadia National Park auf jede Bar Harbor-Reise gehört

Der Acadia-Nationalpark ist weit mehr als ein landschaftlich schöner Hintergrund für einen Küstenurlaub. Wer in Bar Harbor ankommt, spürt unmittelbar, dass die Stadt und der Park untrennbar miteinander verbunden sind. Morgens starten Wanderer und Fotograf:innen zu den Gipfeln und Küstenpfaden im Park, am Abend kehren sie in die Restaurants und Bars der Stadt zurück. Viele Betriebe haben sich auf die Bedürfnisse von Naturreisenden eingestellt, von Outdoor-Ausrüstung bis zu lokalen Fischgerichten, die den maritimen Charakter unterstreichen.

Für Besucher aus Deutschland bietet Acadia eine seltene Kombination: eine vergleichsweise gut erreichbare, sichere Destination in einem entwickelten Land, gepaart mit einem echten Gefühl von Wildnis. Anders als in manchen alpinen Regionen oder an stark bebauten Küsten Europas ist der Grad an Verbauung im Schutzgebiet begrenzt. Viele Aussichtspunkte vermitteln das Gefühl, an einer fast unberührten Küste zu stehen, obwohl die Zivilisation nicht weit entfernt ist. Dieses Spannungsfeld aus Wildnisgefühl und Komfort ist für viele Reisende ein entscheidender Reiz.

Zu den typischen Erlebnissen gehören Sonnenaufgänge auf einem der Gipfel, etwa auf dem Cadillac Mountain. Der Weg nach oben kann je nach gewählter Route wandernd oder über Straßen erfolgen. Wer früh aufbricht, erlebt, wie die ersten Sonnenstrahlen das Meer und die vorgelagerten Inseln in zartes Licht tauchen. In manchen Jahren gilt dieser Gipfel in bestimmten Zeiträumen als einer der ersten Orte auf dem US-Festland, an dem die Sonne über dem Atlantik aufgeht – eine Vorstellung, die immer wieder in Reiseberichten aufgegriffen wird und dem Aufstieg eine besondere Symbolik verleiht.

Ein weiteres Highlight ist die dramatische Küste entlang der Park Loop Road. Hier wechseln sich Felsklippen, Kiesstrände und von der Brandung ausgehöhlte Buchten ab. Besonders bekannt ist ein Abschnitt, an dem die Wellen je nach Wind- und Gezeitenlage mit hörbarem Donnern in eine Felsöffnung schlagen – ein Naturphänomen, das in vielen Reiseführern beschrieben wird. Für deutsche Besucher lassen sich hier eindrucksvolle Küstenwanderungen unternehmen, die an manchen Stellen an die Steilküsten Irlands oder Schottlands erinnern, aber von der Vegetation und der Granitstruktur deutlich amerikanisch geprägt sind.

Auch Familien finden im Acadia-Nationalpark zahlreiche Angebote: gut markierte, kürzere Wanderwege, Besucherausstellungen, Junior-Ranger-Programme für Kinder und sichere Gelegenheiten, Gezeitenbecken zu erkunden, in denen sich Seesterne, kleine Krebse und andere Meerestiere beobachten lassen. Bildungsprogramme des National Park Service vermitteln dabei Umweltbewusstsein und die Bedeutung von Naturschutz. Diese Kombination aus Naturerlebnis und informellen Lernangeboten macht den Park zu einem attraktiven Ziel auch für Bildungsreisen oder längere Aufenthalte in den Sommerferien.

Nicht zuletzt ist Acadia ein Ort für alle, die das Tempo reduzieren möchten. Abseits der Hauptsaison und der meist frequentierten Spots finden sich ruhige Seen, versteckte Buchten und weniger begangene Pfade, die ideal für kontemplative Spaziergänge, Naturfotografie oder Vogelbeobachtung sind. Wer aus dem oft dicht getakteten Alltag in Deutschland kommt, kann hier bewusst entschleunigen, ohne auf Komfort völlig verzichten zu müssen. Unterkünfte reichen von Hotels und Pensionen in Bar Harbor bis zu Ferienwohnungen und Campingplätzen im weiteren Umfeld, sodass für unterschiedliche Reisebudgets Optionen bestehen.

Acadia-Nationalpark in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In sozialen Medien wird der Acadia-Nationalpark häufig als Geheimtipp unter den großen US-Nationalparks gehandelt – weniger bekannt als Grand Canyon oder Yellowstone, aber für viele, die ihn besucht haben, eines der atmosphärischsten Ziele. Bildstarke Motive und persönliche Reisegeschichten sorgen dafür, dass Acadia in Foto- und Videoplattformen eine wachsende Präsenz hat.

Häufige Fragen zu Acadia-Nationalpark

Wo liegt der Acadia-Nationalpark genau?

Der Acadia-Nationalpark befindet sich an der Atlantikküste im Bundesstaat Maine im Nordosten der USA. Sein Hauptteil liegt auf der Insel Mount Desert Island rund um die Stadt Bar Harbor, weitere kleinere Teile verteilen sich auf vorgelagerte Inseln und einen Küstenstreifen auf dem Festland. Vom Großraum Boston aus ist der Park nach einer längeren Fahrt oder mit einer Kombination aus Flug und Auto erreichbar.

Warum ist der Acadia-Nationalpark besonders für Reisende aus Deutschland interessant?

Acadia bietet eine landschaftliche Kombination, die in Europa in dieser Form selten ist: wilde Atlantikküste, waldreiche Berge, klare Seen und historische Kutschwege liegen sehr nah beieinander. Dazu kommt eine gut ausgebaute Infrastruktur, ein hohes Sicherheitsniveau und die Möglichkeit, den Park mit anderen Zielen in Neuengland zu verbinden. Für Reisende aus Deutschland, die Natur, Wandern und Fotografie mögen, ist Acadia daher ein attraktives Ziel.

Welche Aktivitäten sind im Acadia-Nationalpark möglich?

Zu den beliebtesten Aktivitäten zählen Wandern, Radfahren auf den Kutschwegen, Fotografieren, Vogel- und Wildtierbeobachtung sowie Kajak- und Bootstouren in den Küstengewässern. Im Winter sind bei geeigneten Bedingungen auch Schneeschuhwanderungen oder Skilanglauf möglich. Viele Besucher nutzen die Park Loop Road für Panoramafahrten und kurze Spaziergänge zu Aussichtspunkten.

Wann ist die beste Reisezeit für den Acadia-Nationalpark?

Die meisten Reisenden bevorzugen den späten Frühling, den Sommer und den frühen Herbst, wenn Wetter und Infrastruktur besonders günstig sind. Die Hochsaison liegt in den Sommermonaten, während der Herbst mit intensiver Laubfärbung lockt. Wer Ruhe sucht, kann die Randzeiten der Saison nutzen, muss dann aber mit eingeschränkten Öffnungszeiten einzelner Einrichtungen rechnen.

Wie lässt sich ein Besuch im Acadia-Nationalpark in eine größere Reise einbinden?

Viele Reisende aus Deutschland verbinden den Acadia-Nationalpark mit einer Rundreise durch Neuengland. Typische Routen führen von Boston über die Küste von Maine nach Bar Harbor und weiter in die bergigen Regionen von New Hampshire oder Vermont. Auch Kombinationen mit Metropolen wie New York oder mit anderen US-Nationalparks sind möglich, wenn genügend Reisezeit eingeplant wird.

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