Burg Kumamoto, Kumamoto-jo

Burg Kumamoto: Japans schwarze Festung neu entdecken

Veröffentlicht am: 03.06.2026 um 05:43 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Burg Kumamoto, das legendĂ€re Kumamoto-jo in Kumamoto, Japan, vereint Samurai-Geschichte, moderne Restaurierung und spektakulĂ€re Aussichten – ein Kulturschatz, der deutsche Reisende ĂŒberrascht.

Burg Kumamoto, Kumamoto-jo, Reise, Illustration mit AI erstellt.
Burg Kumamoto, Kumamoto-jo, Reise, Illustration mit AI erstellt.

Wer durch den Burgpark von Kumamoto hinaufblickt, sieht sie schon von weitem: Burg Kumamoto, das imposante Kumamoto-jo („Schloss von Kumamoto“) mit seinen tiefschwarzen Dachschindeln und den kraftvollen weißen Mauern. Zwischen KirschblĂŒten im FrĂŒhling und glĂŒhend roten AhornbĂ€umen im Herbst wirkt die Festung wie eine Szene aus einem Samurai-Film – nur dass hier reale Geschichte und moderne Restaurierung direkt nebeneinander stehen.

Burg Kumamoto: Das ikonische Wahrzeichen von Kumamoto

Burg Kumamoto gilt als eine der berĂŒhmtesten Burgen Japans und als das unbestrittene Wahrzeichen der Stadt Kumamoto auf der sĂŒdlichen Hauptinsel Ky?sh?. Sie wird in japanischen ReisefĂŒhrern hĂ€ufig gemeinsam mit Himeji-jo und Matsumoto-jo als eine der eindrucksvollsten historischen Festungen des Landes erwĂ€hnt, wobei jede dieser Burgen einen eigenen architektonischen und historischen Schwerpunkt hat. In Kumamoto steht die Wehrhaftigkeit im Vordergrund – sicht- und spĂŒrbar an den massiven Steinmauern und den raffinierten Verteidigungsanlagen.

FĂŒr Reisende aus Deutschland ist die Burg besonders spannend, weil sie gleich mehrere Ebenen vereint: Samurai-Geschichte aus der Zeit der regionalen FĂŒrstentĂŒmer (Daimy?), die entscheidende Rolle wĂ€hrend des Satsuma-Aufstands im 19. Jahrhundert sowie ein aufwendiges Restaurierungsprojekt nach den schweren Erdbeben von 2016. Der Besuch fĂŒhlt sich damit nicht wie eine Zeitreise in eine abgeschlossene Vergangenheit an, sondern eher wie ein Spaziergang durch ein lebendiges Geschichtsbuch, das stĂ€ndig ergĂ€nzt wird.

Das GelĂ€nde rund um Kumamoto-jo ist großzĂŒgig und parkartig angelegt, mit teils freien, teils bewaldeten FlĂ€chen, Promenaden und Aussichtspunkten. Im FrĂŒhjahr sĂ€umen KirschbĂ€ume (Sakura) die Wege, weshalb die Burg zu den beliebtesten Hanami-PlĂ€tzen Japans zĂ€hlt. Im Herbst zieht die LaubfĂ€rbung viele Besucherinnen und Besucher an, wĂ€hrend die dunklen DĂ€cher der Burg einen starken Kontrast zu den leuchtenden Farben bilden.

Geschichte und Bedeutung von Kumamoto-jo

Die Geschichte von Burg Kumamoto reicht in ihren AnfĂ€ngen bis in das spĂ€te 15. Jahrhundert zurĂŒck, als an diesem Ort erste Befestigungen entstanden. Ihre heute charakteristische Gestalt erhielt die Burg jedoch im frĂŒhen 17. Jahrhundert: Im Auftrag des mĂ€chtigen Daimy? Kat? Kiyomasa wurde Kumamoto-jo Anfang des 17. Jahrhunderts umfassend ausgebaut und zu einer der wehrhaftesten Festungen der damaligen Zeit entwickelt. Damit fĂ€llt ihre Vollendung in die Epoche der Konsolidierung des Tokugawa-Sh?gunats – rund 250 Jahre vor dem Ende des Feudalsystems in Japan und etwa 250 Jahre vor der GrĂŒndung des Deutschen Reichs 1871.

Kat? Kiyomasa, der neben seinen militĂ€rischen Erfolgen auch fĂŒr seine Bauprojekte bekannt war, ließ gewaltige Steinmauern, tiefe GrĂ€ben und komplexe Verteidigungsstrukturen errichten. Ziel war es, potenzielle Angreifer nicht nur mit Masse, sondern vor allem mit cleveren WinkelzĂŒgen und schwer einsehbaren ZugĂ€ngen zu bremsen. In der japanischen Geschichtsschreibung wird Kumamoto-jo deshalb hĂ€ufig als Paradebeispiel fĂŒr die hochentwickelte Burgenarchitektur der FrĂŒhneuzeit genannt.

Eine der wichtigsten historischen Episoden, die eng mit Burg Kumamoto verbunden ist, ist der Satsuma-Aufstand im Jahr 1877, angefĂŒhrt von Saig? Takamori. Dieser Aufstand gilt als einer der letzten großen Samurai-Konflikte und markiert symbolisch den Übergang von der alten Feudalordnung zur modernen Meiji-Zeit. WĂ€hrend des Aufstands wurde die Burg schwer belagert, hielt jedoch militĂ€risch stand. Teile der Anlage wurden jedoch durch BrĂ€nde zerstört, was ihr heutiges Erscheinungsbild und die spĂ€tere Rekonstruktionsgeschichte mitgeprĂ€gt hat.

Im 20. Jahrhundert erlebte Kumamoto-jo eine Reihe von Restaurierungs- und Wiederaufbauphasen. Ein markanter Einschnitt waren die schweren Erdbeben in der PrĂ€fektur Kumamoto im April 2016, bei denen zahlreiche Steinmauern einstĂŒrzten und Dachpartien sowie TĂŒrme beschĂ€digt wurden. Seitdem wird die Burg in einem mehrjĂ€hrigen, etappenweisen Verfahren restauriert und teilweise neu zugĂ€nglich gemacht. Dieses Großprojekt wurde von japanischen Behörden, Denkmalpflegern und Ingenieuren sorgfĂ€ltig geplant; in Berichten japanischer Kulturbehörden wird es als eines der wichtigsten Restaurierungsvorhaben im Bereich historischer Bauten der letzten Jahrzehnte beschrieben.

FĂŒr die lokale Bevölkerung ist Kumamoto-jo mehr als ein historisches Monument. Sie dient als identitĂ€tsstiftendes Symbol der Stadt und der Region Ky?sh?, wird fĂŒr Feste, kulturelle Veranstaltungen und saisonale Illuminationen genutzt und ist zugleich ein wesentliches Motiv in der regionalen Vermarktung – von Souvenirs bis hin zu Maskottchen und Logos. Die wachsende Zahl an internationalen Besuchern, darunter auch immer mehr Reisende aus Europa, hat die Burg zusĂ€tzlich zu einem wichtigen touristischen AushĂ€ngeschild Japans gemacht.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch gehört Burg Kumamoto zur klassischen japanischen Burgenarchitektur der Edo-Zeit. Charakteristisch sind die massiven Steinfundamente, die mehrstöckigen Holzbauten mit geschwungenen Dachlinien sowie die Kombination aus funktionalen Verteidigungselementen und Ă€sthetisch wirkenden Details wie weißen PutzflĂ€chen, schwarzen Dachziegeln und dekorativen Giebeln. Im Unterschied zu vielen europĂ€ischen Burgen, die meist als massive Steinbauten konzipiert wurden, sind japanische Burgen in der Regel Holzkonstruktionen auf steinernen Sockeln – ein Aspekt, der sie gleichzeitig erdbebengefĂ€hrdeter und restaurierungsintensiver macht.

Ein prĂ€gnantes Merkmal von Kumamoto-jo sind die stark geneigten und teilweise ĂŒberhĂ€ngenden Steinmauern, die in Japan als „Musha-gaeshi“ bezeichnet werden. Diese besondere Formgebung erschwerte es Angreifern, die Mauern mit Leitern oder Kletterhilfen zu ĂŒberwinden, und zeigt den hohen technischen Anspruch der damaligen Bauherren. Die Mauern sind in unterschiedlichen Neigungswinkeln und Höhen ausgefĂŒhrt und bilden zusammen mit den GrĂ€ben ein komplexes Schutzsystem, das bei FĂŒhrungen vor Ort hĂ€ufig hervorgehoben wird.

Der zentrale GebĂ€udekomplex besteht aus dem Hauptturm (Tenshu) und einem etwas kleineren Nebenturm, die in typischer Pagodenform ĂŒbereinandergestaffelt sind. Mehrere Dachgeschosse mit leicht ansteigenden Ecken erzeugen dabei eine charakteristische Silhouette, die besonders bei seitlichem Licht – etwa in den Morgen- oder Abendstunden – sehr plastisch wirkt. Nach den Zerstörungen in der Moderne und den ErdbebenschĂ€den wurden diese TĂŒrme im Rahmen von Wiederaufbau- und Restaurierungsmaßnahmen teils rekonstruiert und teils umfassend instand gesetzt.

Im Inneren der rekonstruierten Bereiche wird die Geschichte der Burg in Ausstellungen und Dauerschauen aufbereitet. Typischerweise finden sich dort RĂŒstungen, Waffen, historische Karten, Modelle der Burganlage sowie Dokumente zur Rolle Kumamotos in der Zeit der samurai-geprĂ€gten RegionalfĂŒrstentĂŒmer und in der frĂŒhen Meiji-Zeit. Auch das Erdbeben von 2016 und die anschließenden Restaurierungsarbeiten sind in vielen PrĂ€sentationen aufgegriffen, oft mit Vorher-Nachher-Fotos und technischen ErlĂ€uterungen zu Stabilisierungs- und Sicherungsmaßnahmen.

Besonders eindrucksvoll ist der Blick von den höheren Ebenen des Hauptturms: Besucherinnen und Besucher können ĂŒber weite Teile der Stadt Kumamoto, den Burgpark und bei klarem Wetter bis zu den umliegenden HĂŒgeln blicken. Dieser Ausblick macht die Rolle der Burg als Kontroll- und Beobachtungspunkt ĂŒber das Umland unmittelbar nachvollziehbar. Im Vergleich zu europĂ€ischen Bauten wie dem BurghĂŒgel der Festung Hohensalzburg oder der Lage des Hradschin ĂŒber Prag zeigt sich eine Ă€hnliche Tendenz: Die Burg dominiert stĂ€dtebaulich die Silhouette und verdeutlicht die einstige Machtposition ihrer Herren.

Architekturhistoriker und japanische Kulturinstitutionen betonen immer wieder, wie wichtig es ist, bei Restaurierungen die Balance zwischen historischer AuthentizitĂ€t und moderner Sicherheits- und Besucherlogistik zu halten. In Kumamoto-jo zeigt sich das etwa in der Verwendung zeitgemĂ€ĂŸer ErdbebenverstĂ€rkungen im Inneren, wĂ€hrend die Ă€ußere Erscheinung möglichst originalgetreu rekonstruiert wird. Informationsmaterialien vor Ort und in offiziellen Publikationen der Stadt Kumamoto weisen darauf hin, dass viele Teile der Anlage noch immer restauriert oder nur eingeschrĂ€nkt zugĂ€nglich sind, wĂ€hrend andere Bereiche bereits wieder vollstĂ€ndig zu besichtigen sind.

Burg Kumamoto besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Die Burg liegt im Zentrum der Stadt Kumamoto auf der Insel Ky?sh? im SĂŒdwesten Japans. FĂŒr Reisende aus Deutschland bietet sich meist ein Flug ĂŒber große internationale Drehkreuze in Ostasien an, etwa ĂŒber Tokio, Osaka oder Fukuoka. Von Frankfurt, MĂŒnchen oder Berlin betrĂ€gt die reine Flugzeit nach Japan – je nach Verbindung – meist zwischen rund 11 und 13 Stunden, zuzĂŒglich Umsteigezeiten. Von den internationalen FlughĂ€fen in Tokio (Haneda/Narita) oder Osaka (Kansai) fahren SchnellzĂŒge (Shinkansen) bis nach Kumamoto. Die Stadt ist an die wichtige Hochgeschwindigkeitsstrecke auf Ky?sh? angebunden, was eine komfortable Weiterreise ermöglicht. Innerhalb Kumamotos ist die Burg vom Hauptbahnhof aus mit Straßenbahn oder Bus in kurzer Fahrzeit erreichbar; wer zentral wohnt, kann sie oft auch zu Fuß oder per kurzem Taxiweg besuchen.
  • Öffnungszeiten
    Die genauen Öffnungszeiten von Burg Kumamoto können je nach Jahreszeit, Wochentag und Restaurierungsphase variieren. Typischerweise sind große japanische Burgen tagsĂŒber zwischen Vormittag und spĂ€tem Nachmittag geöffnet, mit leicht verkĂŒrzten Zeiten im Winter und erweiterten Zeiten bei Sonderveranstaltungen oder Illuminationen. Da einzelne Bereiche von Kumamoto-jo aufgrund von ErdbebenschĂ€den und laufenden Bauarbeiten temporĂ€r geschlossen sein können, empfiehlt es sich ausdrĂŒcklich, die jeweils aktuellen Öffnungszeiten und zugĂ€nglichen Bereiche direkt auf den offiziellen InformationskanĂ€len von Stadt und Burg zu prĂŒfen.
  • Eintritt
    FĂŒr den Besuch der zentralen Burgbereiche und Museumsteile wird in der Regel ein Eintritt erhoben. Die konkrete Höhe der Eintrittspreise und mögliche Kombitickets (zum Beispiel mit benachbarten Museen oder speziellen Ausstellungen) Ă€ndern sich jedoch in unregelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden. Reisende sollten daher vorab auf den offiziellen Seiten von Kumamoto-jo oder der Tourismusorganisation von Kumamoto nachsehen. Zur groben Orientierung können Besucherinnen und Besucher mit einem mittleren zweistelligen Betrag in japanischen Yen rechnen, umgerechnet hĂ€ufig im Bereich eines niedrigen einstelligen Euro-Betrags; Wechselkurse schwanken, weshalb konkrete Euro-Angaben nur als Momentaufnahme sinnvoll wĂ€ren.
  • Beste Reisezeit
    Die Stadt Kumamoto hat ein vergleichsweise mildes Klima mit eher warmen Sommern und angenehmen FrĂŒhlings- und Herbsttemperaturen. FĂŒr einen Burgbesuch gelten FrĂŒhling und Herbst allgemein als beste Reisezeiten: Im FrĂŒhjahr (etwa Ende MĂ€rz bis Anfang April) lockt die KirschblĂŒte, wĂ€hrend im Herbst die LaubfĂ€rbung und klarere Luft fĂŒr stimmungsvolle Fotomotive sorgen. Der Sommer kann recht heiß und feucht werden, was insbesondere lĂ€ngere SpaziergĂ€nge im Burgpark anstrengender macht. Der Winter ist im Vergleich zu weiten Teilen Deutschlands eher mild; leichtere Jacken reichen meist aus, allerdings können Wind und Niederschlag das Erleben auf den exponierten Burgterrassen beeinflussen. Wer möglichst wenig GedrĂ€nge erleben möchte, sollte nach Möglichkeit Wochentage und Stunden am frĂŒhen Vormittag oder spĂ€teren Nachmittag wĂ€hlen.
  • Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Verhalten
    In Kumamoto wird ĂŒberwiegend Japanisch gesprochen. In touristischen Einrichtungen wie Burg Kumamoto sind grundlegende Informationen hĂ€ufig auch auf Englisch verfĂŒgbar, sei es in Form von BroschĂŒren, Beschilderungen oder Audio-Guides. Deutschsprachige Materialien sind weniger verbreitet, weshalb Englischkenntnisse hilfreich sind. In Japan ist es ĂŒblich, mit Kreditkarte oder ĂŒber kontaktlose Zahlmethoden zu zahlen, insbesondere in Bahnhöfen, Hotels und grĂ¶ĂŸeren SehenswĂŒrdigkeiten; dennoch ist Bargeld (Yen) nach wie vor weit verbreitet. Deutsche Girokarten werden nicht ĂŒberall akzeptiert, internationale Kreditkarten (Visa, Mastercard) funktionieren in der Regel besser. Trinkgeld ist in Japan unĂŒblich und kann sogar als irritierend empfunden werden; guter Service ist im Preis inbegriffen. In Tempeln, Schreinen und historischen Anlagen ist zurĂŒckhaltendes, respektvolles Verhalten wichtig. FĂŒr Burg Kumamoto bedeutet das unter anderem, markierte Wege einzuhalten, keine historischen Strukturen zu berĂŒhren und Hinweisschilder zur Fotografie zu beachten. In vielen Bereichen ist Fotografieren erlaubt, in manchen InnenrĂ€umen – etwa bei empfindlichen Exponaten – kann es EinschrĂ€nkungen geben.
  • Einreisebestimmungen und Gesundheitsschutz
    Japan liegt in einer anderen Zeitzone; die Zeitverschiebung zur MitteleuropĂ€ischen Zeit (MEZ/MESZ) betrĂ€gt normalerweise mehrere Stunden, was bei Flugplanung und Ankunftstag berĂŒcksichtigt werden sollte. Deutsche StaatsbĂŒrger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen, Visaregeln und Hinweise zum Gesundheitsschutz rechtzeitig vor der Reise beim AuswĂ€rtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prĂŒfen. FĂŒr Reisen außerhalb Europas ist zudem eine separate Auslandsreisekrankenversicherung sinnvoll, da die gesetzliche Krankenversicherung aus Deutschland Kosten in Japan in der Regel nicht direkt abdeckt.

Warum Kumamoto-jo auf jede Kumamoto-Reise gehört

Burg Kumamoto ist nicht einfach nur ein weiterer Fotostopp auf einer Japanreise, sondern ein Ort, an dem sich mehrere zentrale Themen der japanischen Geschichte und Gegenwart verdichten. Zum einen erzĂ€hlt die Burg von der Welt der Samurai, der Macht der regionalen FĂŒrsten und den tiefgreifenden UmwĂ€lzungen in der Meiji-Zeit. Zum anderen macht sie sichtbar, wie ein Land, das von Naturgefahren wie Erdbeben geprĂ€gt ist, mit seinem kulturellen Erbe umgeht: durch aufwendige Restaurierungen, den Einsatz moderner Ingenieurtechnik und eine breite gesellschaftliche Debatte ĂŒber AuthentizitĂ€t und Rekonstruktion.

FĂŒr Besucherinnen und Besucher aus Deutschland bietet Kumamoto-jo auch einen spannenden Vergleich mit der europĂ€ischen Burgenlandschaft. WĂ€hrend in Deutschland Anlagen wie die Wartburg, Burg Eltz oder der Heidelberger Schlosskomplex vor allem die mittelalterlich-frĂŒhneuzeitliche Welt des Adels und der Ritter spiegeln, stehen bei Kumamoto-jo die Strukturen eines zentral gesteuerten, aber regional geprĂ€gten Feudalsystems im Vordergrund. Die Kombination aus Holzarchitektur, filigranen InnenrĂ€umen und hochkomplexen Verteidigungsanlagen unterscheidet sich deutlich von den meist massiven Steinburgen an Rhein und Donau.

Der Besuch von Burg Kumamoto lĂ€sst sich gut mit anderen SehenswĂŒrdigkeiten in und um Kumamoto verbinden. Im nĂ€heren Umfeld finden sich weitere historische StĂ€tten, moderne Museen sowie Ausflugsmöglichkeiten in die Natur Ky?sh?s, darunter vulkanisch geprĂ€gte Landschaften, heiße Quellen (Onsen) und KĂŒstenregionen. Wer mehrere Tage in der Stadt bleibt, kann sich so ein rundes Bild von der Region machen – von der Samurai-Festung ĂŒber die urbane Gegenwart bis hin zur abwechslungsreichen Landschaft.

Viele Besucherinnen und Besucher berichten, dass sie besonders der Kontrast zwischen historischen Ansichten und den sichtbaren Spuren der jĂŒngsten Restaurierungen beeindruckt. Aspekte wie eingerĂŒstete Mauerabschnitte, Informationsbanner zu laufenden Baumaßnahmen oder temporĂ€re WegfĂŒhrungen erinnern daran, dass kulturelles Erbe nie statisch ist. Dies kann, gerade im Vergleich zu scheinbar „fertigen“ und seit Jahren unverĂ€nderten Bauwerken in Europa, zu einem neuen VerstĂ€ndnis von Denkmalschutz fĂŒhren.

Nicht zuletzt eignet sich Burg Kumamoto hervorragend als Fotomotiv: Ob klassische Aufnahmen des Hauptturms mit Burggraben im Vordergrund, Panoramabilder von den höheren Ebenen oder stimmungsvolle Nachtaufnahmen bei Illumination – kaum ein anderer Ort in Kumamoto bietet eine Ă€hnliche Vielfalt an Perspektiven. FĂŒr deutsche Reisende, die Japan nicht nur ĂŒber GroßstĂ€dte wie Tokio oder Osaka kennenlernen wollen, ist Kumamoto-jo daher ein wichtiger Baustein einer vielfĂ€ltigen Reiseroute.

Burg Kumamoto in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂŒcke

Auf sozialen Plattformen taucht Burg Kumamoto regelmĂ€ĂŸig in Reise-Feeds, Vlogs und Fotostrecken auf. Besonders populĂ€r sind Videos, die die Entwicklung vor und nach den Erdbeben von 2016 zeigen, Zeitraffervideos von SonnenaufgĂ€ngen ĂŒber der Burg oder Impressionen von der KirschblĂŒte im Burgpark. Viele deutschsprachige Japanreisende teilen ihre EindrĂŒcke mit Hashtags, die Kumamoto-jo zusammen mit anderen japanischen Burgen bĂŒndeln, wodurch sich ein reiches Bild von Stimmungen und Reiseerfahrungen ergibt.

HĂ€ufige Fragen zu Burg Kumamoto

Wo liegt Burg Kumamoto genau?

Burg Kumamoto befindet sich im Stadtzentrum von Kumamoto auf der Insel Ky?sh? im SĂŒdwesten Japans. Die Anlage liegt leicht erhöht ĂŒber der umliegenden Stadt und ist von einem weitlĂ€ufigen Park umgeben, der als öffentlicher Erholungsraum dient.

Wann wurde Kumamoto-jo erbaut?

Die UrsprĂŒnge der Befestigung gehen bis ins spĂ€te 15. Jahrhundert zurĂŒck, ihre heute prĂ€gende Gestalt erhielt Burg Kumamoto jedoch im frĂŒhen 17. Jahrhundert unter dem Daimy? Kat? Kiyomasa. Sie ist damit ein typisches Beispiel fĂŒr die Burgenarchitektur der Edo-Zeit, also der Phase, in der Japan weitgehend unter der Kontrolle des Tokugawa-Sh?gunats stand.

Kann man Burg Kumamoto derzeit vollstÀndig besichtigen?

Seit den Erdbeben von 2016 befindet sich Kumamoto-jo in einem umfangreichen Restaurierungsprozess. Ein Teil der Anlage und wichtige GebĂ€ude wie der Hauptturm sind wieder zugĂ€nglich, andere Bereiche bleiben aus Sicherheits- und BaugrĂŒnden vorĂŒbergehend gesperrt. Da sich der Stand der Arbeiten regelmĂ€ĂŸig Ă€ndert, sollten Besucherinnen und Besucher vor der Reise die aktuellen Informationen auf den offiziellen KanĂ€len der Burg oder der Stadt Kumamoto einholen.

Wie gelangt man von Deutschland nach Kumamoto-jo?

Von Deutschland aus fĂŒhrt der Weg in der Regel ĂŒber einen Langstreckenflug nach Japan, etwa nach Tokio, Osaka oder Fukuoka. Von dort geht es mit dem Shinkansen (Hochgeschwindigkeitszug) weiter nach Kumamoto. Innerhalb der Stadt sind Straßenbahn, Bus oder Taxi bequeme Möglichkeiten, um von Bahnhof oder Hotel zur Burg zu gelangen, oft innerhalb weniger Fahrminuten.

Welche Jahreszeit ist fĂŒr einen Besuch besonders empfehlenswert?

Am beliebtesten sind FrĂŒhling und Herbst. Im FrĂŒhjahr lockt die KirschblĂŒte, die den Burgpark in ein Meer aus Rosa und Weiß taucht, wĂ€hrend im Herbst die LaubfĂ€rbung fĂŒr krĂ€ftige Rot- und Gelbtöne sorgt. Wer große Menschenmengen vermeiden möchte, wĂ€hlt am besten Wochentage außerhalb lokaler Feiertage und Schulferien und plant den Besuch auf den frĂŒhen Vormittag oder den spĂ€ten Nachmittag.

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