Butchart Gardens: GartentrÀume im ehemaligen Kalksteinbruch
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 18:11 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die Butchart Gardens bei Brentwood Bay auf Vancouver Island in Kanada sind ein historisches Gartenensemble, das aus einem ehemaligen Kalksteinbruch entstanden ist und mehrere unterschiedlich gestaltete GartenrĂ€ume vereint. Der Landschaftsgarten geht auf Jennie und Robert Pim Butchart zurĂŒck, die ab 1904 auf dem GelĂ€nde eines Zementwerks eine private Anlage anlegten, deren Gestaltung sich im Laufe des frĂŒhen 20. Jahrhunderts zu einem vielschichtigen Schau- und Landschaftsgarten verdichtete und 2004 als National Historic Site of Canada anerkannt wurde.
Butchart Gardens im Kalksteinbruch: Entstehung und Struktur
Ausgangspunkt der Butchart Gardens war ein Kalksteinbruch am Tod Inlet auf der Saanich-Halbinsel, dessen Rohstoff fĂŒr die Zementproduktion von Robert Pim Butchart genutzt wurde und der nach der Erschöpfung der Lager Ende der 1900er-Jahre als GelĂ€nde fĂŒr einen groĂen Landschaftsgarten erschlossen wurde.Der ehemalige Kalksteinbruch bildet den Kern des heutigen Gartens und ist als abgesenkte, von steilen FelswĂ€nden gefasste FlĂ€che gestaltet, die in den Sunken Garden ĂŒbergeht, einen der bekanntesten Bereiche der Anlage.Der Sunken Garden im frĂŒheren Steinbruch fĂŒgt sich in die umgebenden HĂ€nge ein, die mit Gehölzen, Staudenpflanzungen, Wegen und Aussichtspunkten gegliedert sind und einen Ăbergang zu höher gelegenen Terrassen und RasenflĂ€chen bilden.
Jennie Butchart begann 1904, die von der Zementproduktion geprĂ€gte Umgebung in eine Gartenlandschaft zu verwandeln, indem sie den aufgegebenen Steinbruch mit Erde auffĂŒllen und bepflanzen lieĂ und zunĂ€chst Wege, RasenflĂ€chen und Rabatten anlegte.1904 setzte die Umgestaltung ein, und in den folgenden Jahrzehnten ergĂ€nzte sie und ihre Familie den Sunken Garden um weitere GartenrĂ€ume wie eine italienische und eine japanische Partie sowie eine Rosengartenanlage, die jeweils eigene rĂ€umliche Akzente setzen. Die gesamte GartenflĂ€che nimmt einen Teil eines gröĂeren Anwesens ein und ist mit Wegen, Treppen, Böschungen und Blickbeziehungen gegliedert, die zwischen niedrigen Pflanzungen und höher aufragenden Baumgruppen vermitteln.Die Anlage umfasst mehrere formal gestaltete GĂ€rten
Sunken Garden, Japanese Garden und Italian Garden
Der Sunken Garden ist der zentrale Gartenraum der Butchart Gardens und liegt in der tiefsten Zone des ehemaligen Steinbruchs, dessen FelswĂ€nde heute mit Gehölzen, Kletterpflanzen und Stauden bewachsen sind und den Charakter einer groĂen, grĂŒn eingefassten Schale erhalten haben.Der Sunken Garden als HerzstĂŒck wird durch Wege, Treppen und kleine Aussichtspunkte erschlossen, die auf unterschiedlichen Ebenen verlaufen und das GelĂ€nde zwischen den FelswĂ€nden und den tiefer liegenden RasenflĂ€chen strukturieren. In der Mitte stehen formale Beete mit saisonal wechselnder Bepflanzung, ergĂ€nzt durch Rasen und einzelne SolitĂ€rgehölze, wĂ€hrend Wasserbecken und eine Brunnenanlage den Raum zusĂ€tzlich akzentuieren.
Am Rand des GelĂ€ndes liegt ein Japanese Garden, den Jennie Butchart ab 1906 nach Begegnungen mit japanischer Gartengestaltung anlegen lieĂ und fĂŒr dessen Detailplanung sie den japanischen Gestalter Isaburo Kishida einband.Der Japanese Garden mit Torii und AhornbĂ€umen erstreckt sich zwischen dem höher gelegenen Teil des Anwesens und dem Ufer von Brentwood Bay und umfasst geschwungene Wege, Bambusgruppen, japanische FĂ€cherahorne, Steinlaternen und WasserlĂ€ufe, die zwischen dichtem Gehölz und offenen Partien vermitteln. ErgĂ€nzt wird das Ensemble durch einen Italian Garden, der auf einer frĂŒheren TennisflĂ€che angelegt wurde und mit geometrisch gegliederten Beeten, KĂŒbelpflanzen, Wasserbecken und architektonischen Elementen wie Balustraden und Treppen eine formale Gegenposition zum landschaftlich geprĂ€gten Sunken Garden bildet.Der Italian Garden auf dem ehemaligen Tennisplatz
Historischer Status und Familienbesitz
Die Butchart Gardens sind als historischer Landschaftsgarten eng mit der Familie Butchart verbunden, die das Anwesen ab 1904 bewohnte und den Garten ĂŒber mehrere Generationen weiterentwickelte, wobei die Verantwortung von Jennie und Robert Pim Butchart zunĂ€chst auf deren Enkel Robert Ian Ross ĂŒberging, der ab 1939 eine prĂ€gende Rolle fĂŒr den weiteren Ausbau spielte.Die Ăbertragung an Robert Ian Ross 1939 Die Anlage blieb im Besitz der Familie, deren nachfolgende Generationen die Struktur der Gartenzimmer bewahrten und die saisonale Bepflanzung fortfĂŒhrten, sodass sich die Grundformen von Sunken Garden, Japanese Garden, Italian Garden und Rosengarten erhalten haben und zugleich mit wechselnden Pflanzenkombinationen bespielt werden.Die Anlage blieb im Familienbesitz
Im Jahr 2004 erhielten die Butchart Gardens anlĂ€sslich ihres hundertjĂ€hrigen Bestehens den Status eines National Historic Site of Canada, mit dem der historische Charakter des Gartens sowie seine Bedeutung fĂŒr die Geschichte der Gartenkunst in Kanada hervorgehoben wurde.Die Ernennung zur National Historic Site 2004 Der Schutzstatus bezieht sich insbesondere auf die Gestaltung des ehemaligen Kalksteinbruchs als Sunken Garden und die ergĂ€nzenden Gartenzimmer, die das Bild eines frĂŒhen 20. Jahrhunderts geprĂ€gten Schau- und Landschaftsgartens vermitteln, in dem saisonale Wechselpflanzungen mit dauerhaften Gehölzen und strukturellen Elementen wie Wegen, Treppen, Mauern und WasserlĂ€ufen zusammenwirken.Die Beschreibung als bedeutende Gartenanlage
Butchart Gardens besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Butchart Gardens liegen bei Brentwood Bay auf der Saanich-Halbinsel nördlich von Victoria auf Vancouver Island; erreichbar ist die Anlage ĂŒber die StraĂenverbindungen der Insel sowie ĂŒber FĂ€hr- und Flugverbindungen nach Victoria, von wo aus Buslinien und individuelle Anreise mit dem Auto möglich sind.
- Das GelĂ€nde umfasst einen ehemaligen Steinbruch mit ausgeprĂ€gten Höhenunterschieden sowie Treppen und Wege, die zwischen höheren Terrassen und tiefer gelegenen Gartenbereichen verlaufen; der Zugang zum Sunken Garden fĂŒhrt ĂŒber Hangwege und Treppenanlagen, die eine gewisse Trittsicherheit erfordern.
- Im Japanese Garden verlaufen Wege zum Ufer von Brentwood Bay, wo sich Stege und Uferbereiche anschlieĂen; die Kombination aus Gartenwegen und UfergelĂ€nde bringt stellenweise schmale DurchgĂ€nge und unebene FlĂ€chen mit sich.
- Butchart Gardens liegen in einer Region mit ausgeprĂ€gten Jahreszeiten; in der Vegetationsperiode sind die formalen Beete und Rabatten bestĂŒckt, wĂ€hrend im Winter die Struktur von FelswĂ€nden, Gehölzen, Wegen und WasserflĂ€chen stĂ€rker hervortritt.
- Amtssprache ist Englisch, gezahlt wird in Kanadischen Dollar; die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche StaatsbĂŒrger prĂŒfen die LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Butchart Gardens auf Social-Media-Plattformen
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Butchart Gardens: hÀufige Fragen
Wo liegen die Butchart Gardens genau?
Die Butchart Gardens befinden sich bei Brentwood Bay auf der Saanich-Halbinsel nördlich von Victoria auf Vancouver Island in der kanadischen Provinz British Columbia und liegen in unmittelbarer NÀhe des Tod Inlet.
Was bietet ein Besuch in den Butchart Gardens?
Ein Besuch umfasst den Sunken Garden im ehemaligen Kalksteinbruch, einen Japanese Garden mit Wegen zum Wasser, einen Italian Garden auf der frĂŒheren TennisflĂ€che sowie weitere formale Pflanzungen und Gartenzimmer, die zusammen eine vielgestaltige Gartenlandschaft ergeben.
Was kennzeichnet die Butchart Gardens historisch?
Die Anlage wurde ab 1904 von Jennie und Robert Pim Butchart entwickelt, im Laufe des frĂŒhen 20. Jahrhunderts zu einem Schau- und Landschaftsgarten ausgebaut und 2004 als National Historic Site of Canada anerkannt, wobei der Sunken Garden und die ergĂ€nzenden Gartenzimmer die historische Gestalt prĂ€gen.
