Canal Grande Venedig, Venedig

Canal Grande Venedig: Wie der große Kanal die Lagunenstadt prägt

20.05.2026 - 23:46:51 | ad-hoc-news.de

Canal Grande Venedig ist weit mehr als nur eine Wasserstraße: Der Canal Grande erzählt die Geschichte Venedigs, von Handel und Macht bis zur stillen Gondelfahrt bei Abendlicht.

Canal Grande Venedig, Venedig, Reise
Canal Grande Venedig, Venedig, Reise

Wenn sich am späten Nachmittag das Licht über dem Canal Grande Venedig in Gold verwandelt, scheint ganz Venedig kurz innezuhalten. Der Canal Grande, auf Deutsch sinngemäß „Großer Kanal“, ist Lebensader, Bühne und Spiegel der Geschichte der Lagunenstadt zugleich – ein Ort, an dem Paläste direkt aus dem Wasser aufzusteigen scheinen.

Canal Grande Venedig: Das ikonische Wahrzeichen von Venedig

Der Canal Grande Venedig ist rund 3,8 km lang und schneidet Venedig in einem eleganten S?Bogen in zwei Hälften. Statt StraĂźenlärm sind hier das Gluckern des Wassers, das Klopfen der Wellen an die Fassaden und das Rufen der BootsfĂĽhrer zu hören. Laut der italienischen Kulturbehörde und der Stadt Venedig verläuft der Kanal wie eine breite WasserstraĂźe von der Lagune bei Santa Lucia/ Piazzale Roma bis zum Becken von San Marco.

Offizielle Informationen von „Comune di Venezia“ und der italienischen Tourismusförderung ENIT unterstreichen: Wer Venedig verstehen will, beginnt am Canal Grande. An seinen Ufern reihen sich mehr als 170 Paläste und Kirchen aus Gotik, Renaissance und Barock – eine Art Freiluft?Architekturmuseum, das vom wirtschaftlichen und politischen Aufstieg der ehemaligen Seerepublik erzählt.

Für Reisende aus Deutschland ist der Canal Grande eines der Motive, die Venedig weltweit unverwechselbar machen – ähnlich ikonisch wie das Brandenburger Tor für Berlin oder der Kölner Dom für Köln. Und doch wirkt der Anblick der Wasserstraße jedes Mal neu, weil sich Licht, Wasserstand und Verkehrsszenerie ständig verändern.

Geschichte und Bedeutung von Canal Grande

Historiker sehen im Verlauf des Canal Grande eine natürliche Rinne in der Lagune, die schon vor der Entstehung der Stadt existierte. Laut Unterlagen der Stadt Venedig und Analysen im „GEO Saison“-Reisemagazin entwickelte sich entlang dieses schiffbaren Wasserwegs ab dem frühen Mittelalter die Besiedlung. Bereits im 11. und 12. Jahrhundert nutzten Händler den Kanal, um Waren aus dem Osten in die Lagunenstadt zu transportieren.

Die Republik Venedig – auf Italienisch „Serenissima“ – war vom Hochmittelalter bis ins 18. Jahrhundert eine der bedeutendsten Seemächte Europas. Der Canal Grande war ihre prestigeträchtigste Adresse. Adelsfamilien wie die Mocenigo, Grimani oder Contarini bauten ihre „Ca’“ genannten Paläste direkt an das Wasser. Laut der italienischen Denkmalbehörde „Soprintendenza Archeologia, Belle Arti e Paesaggio per il Comune di Venezia“ war die Fassade zum Canal Grande hin Visitenkarte und Statussymbol: Größe, Marmor und Anzahl der Fenster signalisierten Reichtum und politischen Einfluss.

Der Aufstieg Venedigs als Handelsmacht spiegelt sich so unmittelbar im Canal Grande wieder. Von hier aus wurden über Jahrhunderte Gewürze, Seide, Glas und Kunstwerke verladen. Die Palazzi fungierten zugleich als Wohnhaus, Lagerhaus und repräsentativer Sitz. Während die Landseite eher schlicht blieb, wurde die zum Canal Grande gerichtete Front reich geschmückt.

Auch politisch spielte der große Kanal eine zentrale Rolle: Prozessionen der Dogen, Staatsbesuche und Feierlichkeiten – vieles fand auf dem Wasser statt. Kunsthistoriker, etwa in Publikationen des „Deutschen Kunstverlags“ und in National Geographic Deutschland, betonen, dass Venedig damit die Bühne vom Land auf das Wasser verlegte. Der Canal Grande war der Ort, an dem sich Macht inszenierte.

Mit dem Ende der Republik 1797, als Napoleon Venedig einnahm, begann ein langsamer Wandel. Viele Adelshäuser verloren an Bedeutung, einige Paläste verfielen oder wurden umgenutzt, etwa zu Hotels oder Museen. Trotzdem blieb der Canal Grande das räumliche und emotionale Zentrum der Stadt. Heute ist er nicht mehr Handelsweg, sondern Verkehrsachse für Vaporetti (Wasserbusse), Wasser­taxis und Gondeln – und Symbol einer Stadt, die weltweit einzigartig ist.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Entlang des Canal Grande lässt sich die Geschichte der europäischen Architektur wie im Zeitraffer nachvollziehen. Laut UNESCO, die die Altstadt von Venedig samt Lagune als Weltkulturerbe führt, ist die Dichte hervorragend erhaltener Gebäude aus unterschiedlichen Epochen weltweit außergewöhnlich. Am Canal Grande stehen Beispiele für venezianische Gotik, Renaissance, Barock und klassizistische Fassaden oft Tür an Tür.

Zu den bekanntesten Bauwerken zählen der gotische Ca’ d’Oro („Goldenes Haus“), der heute als Galleria Giorgio Franchetti ein Museum beherbergt, der Renaissance-Palast Ca’ Foscari, der heute Sitz der gleichnamigen Universität ist, und die mächtige Basilika Santa Maria della Salute am Eingang des Canal Grande zum Becken von San Marco. Diese barocke Kirche wurde im 17. Jahrhundert als Dank für das Ende einer Pestepidemie errichtet – ein markantes Gegenüber zur Piazza San Marco.

Architekturführer wie der „ADAC Reiseführer Venedig“ und Werke des Deutschen Architekturmuseums ordnen die Fassaden so ein: Die venezianische Gotik – zu sehen etwa an Ca’ Foscari oder Ca’ d’Oro – kombiniert spitzbogige Fenster mit filigranen Maßwerken. Renaissancepaläste wie Palazzo Corner oder Palazzo Grimani zeigen dagegen strengere, symmetrische Formen. Barocke Bauten fügen reich verzierte Giebel und Skulpturenschmuck hinzu.

Viele Paläste am Canal Grande beherbergen heute Museen oder Kulturinstitutionen. Der Palazzo Grassi etwa wird von der Pinault Collection als Museum für zeitgenössische Kunst genutzt. Die Gallerie dell’Accademia, nahe der Accademia-Brücke, bewahren eine bedeutende Sammlung venezianischer Malerei – darunter Werke von Tizian und Tintoretto, die die glanzvolle Epoche der Stadt widerspiegeln.

Ein ikonisches Merkmal des Canal Grande sind die „bricole“ – Holzpfähle, an denen Boote festmachen. Diese sind charakteristisch für die Lagune und helfen zugleich, Fahrwege zu markieren. Die bunten Pfähle vor manchen Palästen sind farblich oft den Wappen der Familien oder dem Corporate Design von Hotels nachempfunden.

Besonderes Augenmerk verdient die Rialtobrücke (Ponte di Rialto), eine der vier Brücken über den Canal Grande und zugleich die älteste. Sie ersetzte im 16. Jahrhundert eine hölzerne Vorgängerin. Autoritative Quellen wie die Stadt Venedig und kulturhistorische Standardwerke bestätigen, dass die Rialtobrücke mit ihren Läden in der Mitte lange das wirtschaftliche Herz der Stadt markierte. Heute ist sie einer der beliebtesten Aussichtspunkte auf den Kanal.

Die drei weiteren Brücken – Ponte degli Scalzi, Ponte dell’Accademia und die moderne Ponte della Costituzione von Santiago Calatrava – verbinden wichtige Teile der Stadt. Gerade für Reisende aus Deutschland, die oft mit Bahn oder Bus ankommen, ist die Lage dieser Brücken praktischer Orientierungspunkt: Vom Bahnhof Venezia Santa Lucia bietet die Scalzi-Brücke schnellen Zugang in den historischen Kern, die Calatrava-Brücke verbindet den Busbahnhof Piazzale Roma mit dem Bahnhof.

Abseits der gebauten Architektur prägt das Licht den Charakter des Canal Grande. Reiseberichte in seriösen Medien wie der Süddeutschen Zeitung und der ZEIT heben immer wieder die besondere Atmosphäre hervor: Morgens, wenn die Nebelschleier noch über dem Wasser hängen, wirkt der Kanal geheimnisvoll und fast still. Mittags glitzern die Wellen hell, am Abend spiegelt das Wasser die warmen Töne der Paläste wider – ein Motiv, das schon Maler wie Canaletto faszinierte.

Canal Grande Venedig besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Der Canal Grande liegt im historischen Zentrum von Venedig auf der Inselgruppe in der Lagune. Für Reisende aus Deutschland bieten sich mehrere Wege an. Aus größeren Städten wie Frankfurt am Main, München, Berlin, Düsseldorf oder Hamburg gibt es regelmäßige Flugverbindungen zum Flughafen Venedig Marco Polo (VCE), meist mit einer Flugzeit von etwa 1,5 bis 2 Stunden, je nach Abflugort und Verbindung. Vom Flughafen führen Alilaguna-Linienboote und Wasser­taxis in Richtung Stadt; viele Linien fahren über Stationen am Canal Grande oder in unmittelbarer Nähe, etwa zur Haltestelle „Rialto“ oder „San Marco“.
  • Anreise mit Bahn und Auto
    Wer klimafreundlich unterwegs sein möchte, erreicht Venedig auch mit dem Zug. Aus Süddeutschland gibt es direkte oder nur einmal umsteigepflichtige Verbindungen mit EuroCity-Zügen und dem ÖBB Nightjet, etwa über München und Innsbruck bis Venezia Santa Lucia. von dort tritt man direkt vor den Canal Grande. Die Deutsche Bahn und die ÖBB bieten regelmäßige Verbindungen, die in Fahrplänen langfristig planbar sind. Mit dem Auto fährt man üblicherweise bis zum Tronchetto oder zum Parkhaus am Piazzale Roma; weiter in die Altstadt geht es nur zu Fuß oder per Boot. In Italien herrscht auf Autobahnen Mautpflicht, die bei der Reiseplanung einkalkuliert werden sollte.
  • Fortbewegung vor Ort
    Der Canal Grande wird vor allem von Vaporetti (öffentlichen Wasserbussen) befahren. Die Linien 1 und 2 gelten als „Klassiker“ fĂĽr eine Fahrt ĂĽber die gesamte Länge des Kanals, wobei die Linie 1 an fast jeder Haltestelle stoppt und die Linie 2 weniger oft hält und dadurch etwas schneller ist. Die Verkehrsgesellschaft ACTV empfiehlt auf ihren Informationsseiten den Kauf von Zeitkarten (z. B. 24-, 48- oder 72?Stunden?Tickets), wenn mehrere Fahrten geplant sind. Preise können sich ändern; aktuelle Konditionen sollten direkt bei ACTV oder offiziellen Tourismusstellen geprĂĽft werden. Gondelfahrten auf dem Canal Grande sind die wohl romantischste, aber zugleich teuerste Option. Sie werden privat verhandelt, es gibt jedoch Richtwerte, die von der Stadt regelmäßig angepasst werden. FĂĽr eine klassische Gondelfahrt sollte mit einem hohen zweistelligen bis dreistelligen Eurobetrag gerechnet werden, abhängig von Dauer, Tageszeit und Route.
  • „Öffnungszeiten“ und Zugang
    Als Wasserstraße ist der Canal Grande natürlich rund um die Uhr zugänglich und kann zu jeder Tageszeit erlebt werden. Entscheidend sind aber die Öffnungszeiten der Verkehrsmittel und Museen an den Ufern. Die Vaporetti verkehren im dichten Takt, aber Fahrpläne hängen von Saison und Linie ab. Die Stadt Venedig und ACTV weisen darauf hin, dass sich Fahrpläne saisonal ändern können – eine aktuelle Kontrolle vor der Reise oder direkt vor Ort ist ratsam. Museen und Kirchen entlang des Canal Grande (etwa Gallerie dell’Accademia, Ca’ d’Oro, Santa Maria della Salute) haben jeweils eigene Öffnungszeiten, die auf den offiziellen Webseiten oder bei den lokalen Tourismusbüros einsehbar sind.
  • Eintritt
    Die Nutzung des Canal Grande an sich ist kostenlos, lediglich fĂĽr Beförderungsleistungen fällt ein Ticket an. Die Preise fĂĽr Vaporetti, Wasser­taxis und Gondeln variieren. Ăśber ACTV, die Stadt Venedig und seriöse Reiseverlage (z. B. Marco Polo, Merian) lässt sich ein grober Ăśberblick gewinnen. Da sich Tarife im Laufe der Zeit ändern und saisonale Anpassungen ĂĽblich sind, ist eine zeitlose Empfehlung sinnvoll: Vor Ort oder im Vorfeld online die aktuellen Preise prĂĽfen und gegebenenfalls Fahrkarten vorab erwerben.
  • Beste Reisezeit
    Venedig und der Canal Grande sind ganzjährig sehenswert, aber jede Jahreszeit hat ihren Charakter. Reiseexperten in deutschsprachigen Medien wie dem ADAC Reisemagazin und der ZEIT empfehlen häufig das FrĂĽhjahr (April, Mai) und den frĂĽhen Herbst (September, Oktober), wenn das Wetter meist mild ist und die Stadt – abseits groĂźer Feiertage und Veranstaltungen – etwas weniger ĂĽberlaufen wirkt. Im Hochsommer kann es sehr warm werden, mit Temperaturen ĂĽber 30 Â°C, und die Besucherzahlen steigen stark. Im Winter sind die Tage kĂĽrzer, dafĂĽr kann der Nebel auf der Lagune eine ganz eigene, melancholische Stimmung erzeugen. Zu beachten ist das Phänomen „acqua alta“ – erhöhte Wasserstände, die vor allem zwischen Herbst und FrĂĽhjahr auftreten können. Informationen dazu stellt die Stadt Venedig auf ihren offiziellen Kanälen bereit.
  • Sprache und Kommunikation
    Amtssprache ist Italienisch. In Venedig, insbesondere rund um Canal Grande, wird in Hotels, Restaurants und im Tourismusbereich meist gut Englisch gesprochen. Deutsch wird von einigen Dienstleistern verstanden, sollte aber nicht vorausgesetzt werden. Englischkenntnisse sind bei der Orientierung hilfreich. Beschilderungen im öffentlichen Verkehr sind meist italienisch und englisch, teilweise auch mit Piktogrammen, die selbsterklärend sind.
  • Zahlungsmittel und Trinkgeld
    In Venedig wird mit Euro (€) bezahlt. Kreditkarten (Visa, Mastercard) und gängige Debitkarten werden in vielen Hotels, Restaurants und musealen Einrichtungen akzeptiert, in kleineren Bars, auf Märkten oder bei Gondolieri kann Bargeld bevorzugt werden. Mobile Payment (Apple Pay, Google Pay) breitet sich aus, ist aber noch nicht ĂĽberall Standard. Trinkgeld ist in Italien nicht streng reglementiert. Ein „coperto“ (GedeckgebĂĽhr) kann auf der Rechnung erscheinen; zusätzlich sind 5–10 % Trinkgeld bei gutem Service ĂĽblich, oder man rundet auf. Bei Gondelfahrten oder privaten Wasser­taxis kann bei Zufriedenheit ebenfalls ein Extra-Betrag gegeben werden.
  • Kleiderordnung und Verhalten
    Für eine Fahrt auf dem Canal Grande gibt es keine spezielle Kleiderordnung. Beim Besuch von Kirchen entlang des Kanals, etwa Santa Maria della Salute, sollten Schultern und Knie bedeckt sein. Badebekleidung gehört nicht auf die Straßen oder in öffentliche Verkehrsmittel. Die Stadt Venedig appelliert an Besucher, respektvoll mit dem historischen Erbe umzugehen: nicht ins Wasser springen, keine Füße in den Canal Grande hängen, keinen Müll wegwerfen und keine Hauswände berühren oder beschmieren. Offizielle Kampagnen wie „Enjoy Respect Venezia“ machen auf diese Regeln aufmerksam.
  • Einreisebestimmungen und Gesundheit
    Italien gehört zur Europäischen Union und zum Schengen-Raum. Für deutsche Staatsbürger entfällt daher in der Regel die klassische Grenzpasskontrolle bei der Einreise auf dem Landweg. Ein gültiger Personalausweis oder Reisepass sollte dennoch mitgeführt werden. Da Einreise- und Gesundheitsbestimmungen sich ändern können, empfiehlt es sich, vor der Reise die aktuellen Hinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de zu prüfen. Innerhalb der EU ist die europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) relevant; eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung kann gleichwohl sinnvoll sein.
  • Zeitzone
    Venedig liegt wie ganz Italien in der mitteleuropäischen Zeitzone. Es gilt im Winter Mitteleuropäische Zeit (MEZ), im Sommer Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Damit besteht keine Zeitverschiebung zu Deutschland, Österreich oder der deutschsprachigen Schweiz.

Warum Canal Grande auf jede Venedig-Reise gehört

Viele Venedig-Kenner sind sich einig: Eine Fahrt über den Canal Grande ist der beste Einstieg in die Stadt. Reiseführer wie Merian, Marco Polo oder National Geographic Deutschland schlagen oft vor, die Vaporetto-Linie 1 von Piazzale Roma oder dem Bahnhof bis zum Markusplatz zu nehmen – am besten morgens oder kurz vor Sonnenuntergang. So lässt sich in einem Rutsch erleben, wie die Paläste an einem vorbeiziehen, wie Boote kreuzen, wie sich der Blick immer wieder öffnet und schließt.

Ein besonderes Erlebnis ist es, den Kanal zu verschiedenen Tageszeiten zu sehen. Morgens sind mehr Lieferboote und Berufspendler unterwegs, was den Kanal wie eine geschäftige Wasserstraße wirken lässt. Mittags dominieren Touristengruppen, Fotoapparate und Selfies – der Kanal wird zur Kulisse. Am Abend, wenn das Licht weicher wird und Lampen auf den Kais angehen, schiebt sich eine andere Stimmung über das Wasser: ruhiger, intimer, fast theatralisch.

Für Reisende aus Deutschland, die oft nur wenige Tage in Venedig sind, ist der Canal Grande zudem eine effiziente Orientierungshilfe. Viele bedeutende Sehenswürdigkeiten liegen entlang oder in unmittelbarer Nähe: der Markusplatz mit Basilika San Marco und Dogenpalast, das Kunstviertel Dorsoduro mit der Gallerie dell’Accademia, das Rialto-Viertel mit Markt – alle sind über Haltestellen am Canal Grande erreichbar. So lässt sich eine Städtereise gut planen, indem man Tagesrouten entlang des Kanals strukturiert.

Auch fotografisch ist der Canal Grande eine Schatzkammer. Vom Fondaco dei Tedeschi, einem ehemaligen Handelshaus deutscher Kaufleute, das heute als Kaufhaus und Aussichtsplattform dient, eröffnet sich ein eindrucksvoller Blick auf die Rialtobrücke und den Kanal. Von der Accademia-Brücke aus lassen sich klassische Postkartenperspektiven mit Santa Maria della Salute am Horizont einfangen. Viele seriöse Bildbände betonen: Diese Motive sind zwar berühmt, aber gerade das frühe Morgenlicht oder ein leichter Nebel können ihnen überraschend neue Facetten verleihen.

Gleichzeitig lohnt es sich, sich vom Hauptverkehrsstrom zu lösen. Ein Tipp vieler Venedig-Experten: Eine Hauptfahrt über den Canal Grande mit ruhigeren Spaziergängen durch die kleineren Kanäle in den Sestieri Dorsoduro, Cannaregio oder Castello kombinieren. So wird der große Kanal zum dramaturgischen Höhepunkt – eingebettet in ein intimeres Erleben der Stadt.

Schließlich hat der Canal Grande auch eine emotionale Komponente. Für viele Besucher markiert die Auffahrt über den Kanal das Ankommen in einer anderen Welt, fern vom Alltag zu Hause. Gleichzeitig erinnert die Schönheit des Ortes an seine Verletzlichkeit: Der steigende Meeresspiegel, häufigere Hochwasserereignisse und die Belastung durch Massentourismus sind Herausforderungen, über die seriöse Medien wie ARD, ZDF oder der Spiegel regelmäßig berichten. Der Canal Grande steht damit sinnbildlich für die Frage, wie sich historisches Erbe bewahren und dennoch zugänglich machen lässt.

Canal Grande Venedig in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂĽcke

In sozialen Netzwerken gehört der Canal Grande zu den meistgeteilten Motiven Venedigs. Reisende posten kurze Clips von Vaporetto-Fahrten, Zeitraffer-Videos von Sonnenaufgängen und Langzeitbelichtungen der nächtlichen Wasseroberfläche. Viele Beiträge thematisieren auch Nachhaltigkeit und respektvolles Reisen – etwa, indem sie Tipps teilen, wie man außerhalb der Stoßzeiten fährt oder weniger frequentierte Haltestellen nutzt.

Häufige Fragen zu Canal Grande Venedig

Wo genau liegt der Canal Grande in Venedig?

Der Canal Grande verläuft in einem großen S?Bogen durch das historische Zentrum Venedigs. Er beginnt im Westen bei Piazzale Roma und dem Bahnhof Venezia Santa Lucia und endet im Osten im Becken von San Marco zwischen der Punta della Dogana und der Riva degli Schiavoni. Er trennt die Stadt in zwei Hälften und wird von vier Brücken überspannt.

Welche Bedeutung hat der Canal Grande fĂĽr die Geschichte Venedigs?

Der Canal Grande war über Jahrhunderte die wichtigste Verkehrs- und Repräsentationsachse der Republik Venedig. Entlang seines Verlaufs siedelten sich Handelshäuser und Paläste der wichtigsten Adelsfamilien an. Hier liefen Handelsrouten aus dem Mittelmeerraum und dem Orient zusammen, und Staatsakte wie Prozessionen der Dogen wurden häufig auf dem Wasser inszeniert. Heute ist der Kanal vor allem Verkehrsweg für Vaporetti, Wasser­taxis, Lieferboote und Gondeln sowie Symbol des historischen Erbes der Stadt.

Wie erlebt man den Canal Grande am besten als Besucher aus Deutschland?

Eine klassische Möglichkeit ist eine Fahrt mit den öffentlichen Wasserbussen der Linien 1 oder 2, idealerweise morgens oder kurz vor Sonnenuntergang. So lässt sich die gesamte Länge des Kanals in ruhigem Tempo entdecken. Wer es exklusiver mag, kann eine Gondel oder ein privates Boot mieten. Empfehlenswert ist es zudem, an verschiedenen Haltestellen auszusteigen und die angrenzenden Viertel zu Fuß zu erkunden, etwa rund um Rialto oder im Kunstviertel Dorsoduro mit der Accademia-Brücke.

Wann ist die beste Reisezeit, um den Canal Grande zu besuchen?

Viele Reiseführer empfehlen das Frühjahr (April, Mai) und den frühen Herbst (September, Oktober) als besonders angenehme Reisezeit für Venedig. Dann sind die Temperaturen meist mild, und abseits von Ferien und Großveranstaltungen ist der Andrang etwas geringer. Im Hochsommer kann es sehr heiß und voll werden, im Winter hingegen bieten Nebel und tief stehende Sonne eine besondere Stimmung, allerdings mit kürzeren Tagen. Hochwasserereignisse („acqua alta“) treten vor allem zwischen Herbst und Frühjahr auf und sollten bei der Planung berücksichtigt werden.

Gibt es besondere Verhaltensregeln am Canal Grande?

Ja. Die Stadt Venedig appelliert im Rahmen der Kampagne „Enjoy Respect Venezia“ an Besucher, das historische Erbe zu schützen. Dazu gehört, keinen Müll in den Kanal zu werfen, nicht ins Wasser zu springen, keine Fassaden zu beschmieren oder zu beschädigen und die Anweisungen von Bootsführern und Behörden zu respektieren. Beim Besuch von Kirchen entlang des Kanals ist eine angemessene Kleidung wichtig. Rücksicht auf Anwohner und andere Reisende trägt dazu bei, dass der Canal Grande auch zukünftigen Generationen erhalten bleibt.

Mehr zu Canal Grande Venedig auf AD HOC NEWS

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
de | unterhaltung | 69385527 |