Chiloe Palafitos: Farbenfrohe Stelzenhäuser im Ende der Welt
20.05.2026 - 21:34:17 | ad-hoc-news.deBei Flut wirken die Chiloe Palafitos wie eine bunte Fata Morgana: Die Palafitos de Chiloe, die traditionellen Stelzenhäuser von Castro im Süden Chiles, scheinen direkt auf dem Wasser zu treiben, bei Ebbe stehen sie auf einem Geflecht aus Holzpfählen im Schlick der Bucht. Dazwischen spiegeln sich Regenwolken, Fischerboote und Möwenrufe – ein Bild, das viele Chile-Reisende nie wieder vergessen.
Chiloe Palafitos: Das ikonische Wahrzeichen von Castro
Castro, die Hauptstadt der Insel Chiloé im Süden Chiles, ist für viele Reisende vor allem ein Name im Fahrplan der Fernbusse und Inlandsflüge. Spätestens beim ersten Blick auf die bunten Chiloe Palafitos wird klar, warum die Stadt für chilenische und internationale Medien als eines der markantesten Küstenbilder des Landes gilt. Die auf Pfählen ins Wasser gebauten Holzhäuser erzählen vom Leben mit den Gezeiten – und von einer Inselkultur, die sich über Jahrhunderte ihren eigenen Rhythmus bewahrt hat.
Die Palafitos de Chiloe – wörtlich „Pfahlbauten von Chiloé“ – ziehen sich entlang mehrerer Buchten von Castro, vor allem im Viertel Gamboa und in der Bucht Ten-Ten. Reiseführer wie „Marco Polo Chile“ und das „Lonely Planet Chile & Rapa Nui“ betonen, dass die Stelzenhäuser zu den meistfotografierten Motiven Patagoniens gehören. Sie geben der Stadt ein unverwechselbares Gesicht, vergleichbar mit der Funktion der Speicherstadt für Hamburg oder der Altstadt-Silhouette für Dresden.
Für Reisende aus Deutschland liegt der Reiz der Chiloe Palafitos in der Verbindung aus maritimer Atmosphäre, lebendiger Alltagskultur und einer Prise Melancholie: Durch das feuchte, wechselhafte Wetter wirken Farben, Holz und Wasser ständig anders. Wer auf der Uferstraße entlangschlendert oder eine Bootstour in der Bucht unternimmt, erlebt, wie eng Wohnen, Fischerei und Gezeiten hier miteinander verwoben sind.
Geschichte und Bedeutung von Palafitos de Chiloe
Pfahlbauten sind als Wohnform weltweit verbreitet – auch in Europa gab es prähistorische Pfahlbauten in Seen und Mooren, die heute teilweise als UNESCO-Welterbe geschützt sind. Auf Chiloé entwickelten sich die Palafitos jedoch als spezifische Antwort auf die rauen Bedingungen des Pazifiks. Laut dem chilenischen Kulturerbe-Rat Consejo de Monumentos Nacionales und Veröffentlichungen der Universidad de Chile wurden die ersten Stelzenhäuser in Castro im 19. Jahrhundert in größerer Zahl errichtet, als sich die Stadt nach verheerenden Bränden und Erdbeben neu organisierte.
Die Inselsiedlungen von Chiloé waren über Jahrhunderte durch die Fischerei, die Austern- und Muschelzucht sowie den Holzhandel geprägt. Palafitos boten eine praktische Lösung: Durch die Pfahlbauweise konnten Häuser direkt an schmalen Küstenstreifen entstehen, ohne kostbaren, höher gelegenen Ackerboden zu verbrauchen. Bei Flut war der Zugang zu Booten direkt unter dem Haus möglich, bei Ebbe nutzte man den freiliegenden Boden für Reparaturen oder kleine Anlegestellen. Die Forschungsberichte der chilenischen Architektur-Fakultäten betonen, dass diese Kombination von Wohnhaus, Werkstatt und Kai typisch für die Palafitos ist.
Die spanische Kolonialverwaltung hatte Chiloé ab dem 16. Jahrhundert als strategischen Außenposten im Südpazifik ausgebaut. Viele Dörfer entstanden nur schwer zugänglich entlang der zerklüfteten Küste. Die Palafitos spiegeln diese Insellage wider: Sie schaffen kleinteilige Nachbarschaften entlang der Uferzonen, in denen sich Menschen, Waren und Geschichten austauschen. Kulturhistoriker in chilenischen Medien wie „El Mercurio“ oder „La Tercera“ erinnern immer wieder daran, dass die Palafitos als Symbol einer eigenständigen Inselidentität gelten, die sich vom Festland Chile unterscheidet.
International ist Chiloé vor allem durch seine Holzkirchen bekannt, von denen 16 als UNESCO-Welterbe eingetragen sind. Die Palafitos de Chiloe selbst gehören (Stand der letzten Prüfungen öffentlicher Quellen) zwar nicht zur offiziellen UNESCO-Liste, werden aber von der chilenischen Denkmalpflege und vom Tourismusministerium als schützenswerter Kulturschatz eingestuft. In Broschüren der regionalen Tourismusorganisation Sernatur Región de Los Lagos werden sie ausdrücklich als Herzstück der urbanen Identität Castros hervorgehoben.
Im 20. Jahrhundert waren die Chiloe Palafitos zwischenzeitlich von Verfall und Abriss bedroht. Mit dem Wandel der Fischereiwirtschaft, dem Zuzug in höher gelegene Stadtviertel und dem Wunsch nach moderneren Wohnformen verschwand ein Teil der historischen Häuserzeilen. Gleichzeitig wurden seit den 1990er-Jahren viele Palafitos restauriert und in Pensionen, Cafés und kleine Hotels umgewandelt. Artikel in „Deutsche Welle“ und im Magazin „GEO Saison“ zu Chile-Reisen berichten, dass diese Umnutzung half, das Bewusstsein für den Wert der Bauform zu stärken.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Architektonisch wirken die Palafitos de Chiloe auf den ersten Blick einfach: zweigeschossige Holzhäuser, bunte Fassaden, Wellblechdächer. Bei genauerem Hinsehen offenbart sich eine fein abgestimmte Konstruktion, die auf Erfahrung mit Holzbau und starken Winden basiert. Chilenische Architekturpublikationen der Pontificia Universidad Católica de Chile beschreiben, dass die Pfähle früher überwiegend aus widerstandsfähigem, lokalem Holz wie Zypresse oder Canelo gefertigt wurden. Heute kommen aufgrund des Holzschutzes und der Bauvorschriften teilweise andere Materialien hinzu, doch das Prinzip bleibt: Ein Raster aus Pfählen trägt eine Plattform, auf der das Haus steht.
Die Häuser sind traditionell mit Holzschindeln – sogenannten „tejuelas“ – verkleidet. Ihre Muster reichen von einfachen Rechtecken bis zu fischschuppenartigen Formen. In vielen Fotoreportagen, etwa von „National Geographic“ und „GEO“, werden die Schindeln als typisches Gestaltungselement hervorgehoben, das auf Chiloé ebenso bei Wohnhäusern wie bei den Holzkirchen zu finden ist. Diese Schindeln schützen das Haus vor Regen und Wind, gleichzeitig schaffen sie eine lebendige Oberfläche, die durch Farbe und Patina erzählt, wie lange ein Gebäude bereits Wind und Wetter trotzt.
Eines der auffälligsten Merkmale der Chiloe Palafitos ist die Farbigkeit. Während frühere Generationen eher natürliche Holztöne bevorzugten, sind heute leuchtende Farben verbreitet: Türkis, Rot, Gelb, Lila, kombiniert mit weißen Fensterrahmen oder bunten Türen. Reiseführer wie „Merian Chile“ ordnen diese Farben symbolisch dem Wunsch der Bewohner zu, sich abzugrenzen und gleichzeitig Teil einer zusammenhängenden Uferfront zu bleiben. Aus fotografischer Perspektive entsteht dadurch eine Art horizontaler Regenbogen entlang der Bucht, der sich im Wasser spiegelt.
Viele Palafitos folgen einem ähnlichen Grundriss: straßenseitig ein Eingang, der zum höher gelegenen Stadtgebiet führt, seeseitig Balkone oder Terrassen, die über dem Wasser schweben. Einige Häuser besitzen überdachte Stege oder Treppen, die bei Ebbe bis zum Boden reichen. In den unteren Geschossen befanden sich traditionell Lagerräume für Fischernetze, Muschelkisten und Werkzeuge. Heute sind hier oft Restaurants mit Panoramablick oder Gästezimmer untergebracht. Die chilenische Tourismusbehörde hebt in ihren Veröffentlichungen hervor, dass diese Umnutzung die ursprüngliche Beziehung zum Wasser nicht zerstört, sondern neu interpretiert.
KĂĽnstlerisch haben die Palafitos de Chiloe vielfach Eingang in Literatur, Fotografie und Malerei gefunden. In chilenischer Belletristik stehen sie häufig fĂĽr ein Leben „zwischen den Welten“ – zwischen Meer und Land, Tradition und Moderne. Fotoausstellungen in Santiago und ValparaĂso widmen den Stelzenhäusern eigene Serien. FĂĽr deutsche Reisende bieten sie ein seltenes Motiv, das in dieser Form weder an der NordseekĂĽste noch in mediterranen Häfen vorkommt. Wer Architektur mag, erkennt BezĂĽge zu skandinavischen FischerhĂĽtten – nur farbintensiver, dichter und stärker von den Gezeiten geprägt.
Auch Nachhaltigkeit spielt eine zunehmende Rolle. Fachartikel zu Stadtentwicklung auf Chiloé verweisen darauf, dass Sanierungen heute zumindest teilweise ökologische Aspekte berücksichtigen: bessere Dämmung gegen Feuchtigkeit, Regenwassernutzung, respektvoller Umgang mit der Küstenlinie. Gleichzeitig diskutieren lokale Initiativen, wie sich touristische Nutzung und Schutz der Meeresökosysteme in Einklang bringen lassen. Große internationale Organisationen wie ICOMOS (International Council on Monuments and Sites) haben in Publikationen zum pazifischen Küstenerbe immer wieder betont, dass es bei solchen Kulturlandschaften um mehr geht als nur um einzelne Gebäude – nämlich um das Zusammenspiel von Mensch, Wasser und Siedlungsform.
Chiloe Palafitos besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise aus Deutschland
Castro liegt auf der Insel Chiloé in der Region Los Lagos im Süden Chiles, ungefähr 1.200 km südlich von Santiago de Chile. Von Deutschland aus führen internationale Flüge in der Regel über Madrid, Amsterdam, Paris oder Nordamerika nach Santiago (Flugzeit ab Frankfurt oder München meist rund 18–20 Stunden inklusive Umstieg, je nach Verbindung). Von Santiago geht es mit einem Inlandsflug nach Puerto Montt (etwa 1,5 Stunden), anschließend per Bus oder Mietwagen über die Insel Chiloé nach Castro; für die Strecke Puerto Montt–Castro sollte mit rund 3–4 Stunden inklusive Fährüberfahrt gerechnet werden. Alternativ ist eine rein landgebundene Anreise über Argentinien und Patagonien möglich, wird aber vor allem von Langzeitreisenden gewählt. - Vor Ort bewegen
In Castro liegen die wichtigsten Palafito-Viertel relativ nah beieinander. Viele Reisende erkunden sie zu Fuß, insbesondere das Viertel Gamboa und die Bucht Ten-Ten. Taxis und colectivos (Sammeltaxis) sind verbreitet und vergleichsweise günstig. Mietwagen sind im nahegelegenen Puerto Montt verfügbar; die Straßen auf Chiloé sind weitgehend asphaltiert, allerdings können Schlaglöcher und starke Regenfälle die Fahrzeit verlängern. Öffentliche Busse verbinden Castro mit kleineren Orten der Insel, sind aber weniger komfortabel. - Öffnungszeiten
Die Palafitos de Chiloe sind in erster Linie Wohnhäuser und privat genutzte Gebäude. Die Uferstraßen und Aussichtsplätze sind frei zugänglich, doch der Zutritt zu den Häusern selbst ist nur möglich, wenn diese als Hotel, Café, Restaurant oder Galerie betrieben werden. Öffnungszeiten können dabei stark variieren. Da es keine einheitliche zentrale Verwaltung gibt, empfiehlt es sich, jeweils direkt bei den gewünschten Betrieben nach aktuellen Zeiten zu fragen oder vor Ort auf die Aushänge zu achten. Generell ist tagsüber und am frühen Abend der beste Zeitraum für einen Besuch. - Eintrittspreise
Für das Betrachten der Palafitos von öffentlichen Straßen oder Aussichtspunkten wird kein Eintritt erhoben. Kosten entstehen nur, wenn man in einem Palafito-Hotel übernachtet oder in einem Restaurant oder Café einkehrt. Die Preisniveaus schwanken je nach Saison und Standard: Für eine Übernachtung in einem einfachen, aber stimmungsvollen Palafito-Gästehaus sollten Reisende mit zumindest einem mittleren Preisniveau im chilenischen Vergleich rechnen. Da konkrete Euro-Beträge aufgrund von Wechselkursen und Inflation starken Schwankungen unterliegen, lohnt sich vor der Reise ein aktueller Blick in Buchungsportale und direkt auf den Webseiten der Unterkünfte. - Beste Reisezeit und Klima
Chiloé hat ein ozeanisches, feuchtes Klima. Der chilenische Wetterdienst Meteochile beschreibt das Wetter als „regnerisch, mit milden Temperaturen und häufigem Nebel“. Für Reisende aus Deutschland bedeutet das: selbst im Südsommer (Dezember bis Februar) liegen die Tageshöchstwerte meist zwischen 15 und 20 °C, im Winter (Juni bis August) deutlich darunter. Als angenehme Reisezeit gelten der Südsommer und die Übergangsmonate November sowie März, wenn es etwas trockener und heller ist. Regen ist jedoch das ganze Jahr über möglich; wasserfeste Kleidung und eine zusätzliche Schicht sind empfehlenswert. Für Fotos eignen sich insbesondere die Stunden um Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, wenn die Farben der Palafitos besonders leuchten. - Reisezeit vs. Andrang
Der Insel-Tourismus konzentriert sich im chilenischen Urlaubssommer von Dezember bis Februar. In dieser Zeit sind mehr chilenische Familien unterwegs, Unterkünfte – gerade die beliebten Palafito-Hotels – sollten frühzeitig reserviert werden. In der Nebensaison ist es ruhiger, einige Restaurants können dann jedoch verkürzte Öffnungszeiten haben. Wer die Palafitos möglichst menschenleer fotografieren möchte, sollte früh am Morgen oder unter der Woche außerhalb der Hauptferien anreisen. - Sprache
Amtssprache in Chile ist Spanisch. Auf Chiloé wird ein regional geprägter Dialekt gesprochen, der für Spanischlernende etwas schwerer zu verstehen sein kann. In touristisch orientierten Betrieben in Castro, insbesondere in Palafito-Hotels und beliebten Restaurants, sprechen Mitarbeitende häufig zumindest grundlegendes Englisch. Deutschkenntnisse sind eher selten, können aber vereinzelt in der Tourismusbranche vorkommen. Grundlegende Spanischkenntnisse oder eine Übersetzungs-App erleichtern die Kommunikation erheblich. - Zahlung und Trinkgeld
In Chile ist die Landeswährung der chilenische Peso (CLP). In Castro werden gängige internationale Kreditkarten meist akzeptiert, besonders in Hotels, größeren Restaurants und bei Autovermietungen. Kleinere Cafés, Märkte und Busse setzen eher auf Bargeld. Für Reisende aus Deutschland ist es sinnvoll, sowohl eine Kreditkarte als auch etwas Bargeld mitzuführen. Mobile Payment über internationale Dienste ist noch weniger verbreitet als in Mitteleuropa. In Restaurants ist ein Trinkgeld von etwa 10 % üblich, häufig als Option auf der Rechnung ausgewiesen. Im Taxi wird aufgerundet, Gepäckträger oder Guides freuen sich über ein kleines Extra, wenn der Service zufriedenstellend war. - Sicherheit und Gesundheit
Chile gilt im südamerikanischen Vergleich als relativ sicheres Reiseland. Wie das Auswärtige Amt auf auswaertiges-amt.de zeitlos empfiehlt, sollten Reisende dennoch übliche Vorsicht walten lassen: Wertsachen nah am Körper tragen, auf belebten Plätzen aufmerksam sein, nachts Taxis statt längerer Fußwege nutzen. Das Gesundheitssystem in Chile ist in Städten gut ausgebaut. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransportoption ist generell ratsam, da gesetzliche Krankenkassen aus Deutschland Kosten außerhalb Europas meist nicht übernehmen. Auf Chiloé sind medizinische Einrichtungen vorhanden, komplexere Behandlungen finden aber eher in Puerto Montt oder Santiago statt. - Einreisebestimmungen
Für Chile gelten je nach Staatsangehörigkeit unterschiedliche Einreisevorschriften. Deutsche Staatsbürger sollten aktuelle Einreisehinweise und eventuelle Visaregeln vor Reiseantritt beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Für Aufenthalte von begrenzter Dauer waren in der Vergangenheit touristische Einreisen in vielen Fällen visumfrei möglich, Änderungen sind jedoch möglich und müssen rechtzeitig geprüft werden. - Zeitverschiebung
Chile liegt in einer anderen Zeitzone als Mitteleuropa. Die Differenz zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) beziehungsweise Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) variiert abhängig von den jeweiligen Sommerzeitregelungen in Europa und Chile. Grob orientierend sollten Reisende mit einer Abweichung von mehreren Stunden rechnen, was bei Flugplanung, Jetlag und Kommunikation mit Deutschland berücksichtigt werden sollte. Vor Abreise lohnt ein Blick auf aktuelle Zeitzonenangaben gängiger Reise- und Zeitdienste. - Fotografieren und Drohnen
Die Chiloe Palafitos sind ein beliebtes Fotomotiv, und das Fotografieren von öffentlichen Straßen und Aussichtspunkten aus ist im Allgemeinen unproblematisch. Wie überall gilt: Menschen sollten respektvoll behandelt und nicht ohne Zustimmung im Nahbereich porträtiert werden. Der Einsatz von Drohnen unterliegt in Chile Regeln, die je nach Gewicht und Nutzung des Geräts variieren. Wer Luftaufnahmen plant, sollte sich rechtzeitig über die aktuellen gesetzlichen Bestimmungen informieren und gegebenenfalls Genehmigungen einholen.
Warum Palafitos de Chiloe auf jede Castro-Reise gehört
Viele Reisende erleben Chiloé zunächst über seine Holzkirchen und die raue Küstenlandschaft. Die Palafitos de Chiloe fügen dem Inselbild eine urbane, beinahe intime Note hinzu. Während die großen Kathedralen aus Holz auf Hügeln thronen, ziehen sich die Stelzenhäuser auf Augenhöhe mit dem Meer entlang. Sie erzählen vom Alltag der Fischerfamilien, von der Nähe zum Wasser und von der Fähigkeit, mit den Gezeiten zu leben statt gegen sie.
Für Reisende aus Deutschland lassen sich mehrere Erlebnisdimensionen unterscheiden. Zum einen die visuelle: Wer die Uferpromenade entlangläuft, erlebt, wie sich die Fassadenfarbe im Laufe eines einzigen Tages mehrfach wandelt – mal knallbunt im Sonnenlicht, mal gedämpft und fast mystisch im Nebel. Bei Ebbe offenbaren die Pfähle ihre ganze Höhe, Wasserpflanzen und Muscheln werden sichtbar, Boote liegen schief im Schlick. Bei Flut dagegen scheint die Grenze zwischen Haus und Meer aufzulösen. Dieser ständige Wandel verleiht den Palafitos eine Dynamik, die auf Fotos schwer einzufangen ist und am besten vor Ort spürbar wird.
Zweitens die kulturelle Dimension: Viele Palafito-Restaurants servieren typische Küche von Chiloé, etwa den berühmten „Curanto“, einen Eintopf aus Meeresfrüchten, Fleisch und Kartoffeln, der traditionell in einem Erdofen gegart wird. Dazu kommen Variationen von Lachs, Muscheln und die charakteristischen bunten Kartoffelsorten, für die die Insel bekannt ist. Während man am Tisch sitzt, schwappt das Wasser unter den Dielen, und oft hängen Fotografien aus früheren Jahrzehnten an den Wänden. Sie zeigen, wie sehr die Häuser Teil der Inselgeschichte sind.
Drittens die emotionale Dimension: Trotz ihrer touristischen Bedeutung sind die Palafitos de Chiloe kein Freilichtmuseum. Kinder spielen am Ufer, Fischer reparieren Netze, Wäsche hängt über dem Wasser. Die Häuser wirken bewohnt, manchmal improvisiert, nie steril. Anders als in stark gentrifizierten Hafenvierteln europäischer Metropolen ist hier die Grenze zwischen touristischer Kulisse und gelebter Nachbarschaft fließend. Genau das macht den Reiz aus – und verlangt von Besuchenden Respekt: Lärm, Drohnenflüge in geringer Höhe oder das Betreten privater Stege ohne Erlaubnis werden vor Ort zu Recht kritisch gesehen.
Wer mehr Zeit mitbringt, kann von Castro aus weitere Orte auf Chiloé besuchen: Inseln mit Pinguinkolonien, kleine Dörfer mit Holzkirchen, Nationalparks mit immergrünem Regenwald. Die Palafitos bieten dafür ein atmosphärisches Basislager – entweder als Unterkunft oder als täglicher Bezugspunkt beim abendlichen Spaziergang entlang der Bucht. Viele deutschsprachige Reisende kombinieren Chiloé mit einem Besuch der Region um Puerto Varas und die Vulkane Osorno und Calbuco, sodass ein abwechslungsreicher Mix aus Kultur- und Naturerlebnissen entsteht.
Chiloe Palafitos in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂĽcke
In den sozialen Medien tauchen die Chiloe Palafitos immer wieder als Symbolbild für einen „anderen“, ruhigeren Teil von Chile auf – fern der Großstädte und weitab der klassischen Atacama- oder Torres-del-Paine-Routen. Besonders beliebt sind Zeitraffer, die Ebbe und Flut im schnellen Wechsel zeigen, sowie Drohnenaufnahmen, die die farbige Uferlinie von oben einfangen. Für deutschsprachige Chile-Fans bieten Hashtags und Videoplattformen zudem praktische Einblicke in aktuelle Wetterlagen, Restaurierungsprojekte und neue gastronomische Angebote in den Palafitos.
Chiloe Palafitos — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Chiloe Palafitos
Wo liegen die Chiloe Palafitos genau?
Die Chiloe Palafitos befinden sich in Castro, der Hauptstadt der Insel Chiloé im Süden Chiles. Besonders bekannte Palafito-Gruppen liegen im Stadtviertel Gamboa und an der Bucht Ten-Ten, wo die Häuser auf Holzpfählen direkt über dem Gezeitenbereich des Meeres stehen.
Wie alt sind die Palafitos de Chiloe?
Die traditionell auf Pfählen gebauten Häuser entstanden in ihrer heutigen Form vor allem im 19. und frühen 20. Jahrhundert, als sich Castro nach Bränden und Erdbeben neu entwickelte. Einzelne Gebäude wurden seither mehrfach umgebaut oder restauriert, sodass heute meist eine Mischung aus historischen Strukturen und neueren Anpassungen zu sehen ist.
Lohnt sich ein Besuch der Chiloe Palafitos fĂĽr Reisende aus Deutschland?
Ja, viele deutschsprachige Reisende berichten, dass die Palafitos de Chiloe zu den atmosphärischsten Orten ihrer Chile-Reise gehören. Die Kombination aus farbenfroher Holzarchitektur, ständig wechselnden Gezeiten, lokaler KĂĽche und der Insellage macht den Besuch zu einem starken Kontrast zu den Metropolen Santiago oder ValparaĂso.
Kann man in einem Palafito ĂĽbernachten?
In Castro sind mehrere Palafitos zu kleinen Hotels, Pensionen oder Gästehäusern umgebaut worden. Dort können Reisende in Zimmern mit Blick auf das Wasser übernachten und die Gezeiten unmittelbar miterleben. Da die Anzahl der Zimmer begrenzt ist und die Nachfrage im chilenischen Sommer hoch sein kann, ist eine rechtzeitige Reservierung empfehlenswert.
Welche ist die beste Jahreszeit, um die Chiloe Palafitos zu besuchen?
Als angenehmste Reisezeit gelten die Monate des Südsommers von Dezember bis Februar sowie die Übergangsmonate November und März, wenn es etwas milder und heller ist. Regen ist jedoch ganzjährig möglich, weshalb wetterfeste Kleidung unabhängig vom Reisezeitraum ratsam ist.
Mehr zu Chiloe Palafitos auf AD HOC NEWS
Mehr zu Chiloe Palafitos auf AD HOC NEWS:
Alle Beiträge zu „Chiloe Palafitos" auf AD HOC NEWS ansehen ?Alle Beiträge zu „Palafitos de Chiloe" auf AD HOC NEWS ansehen ?
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂĽr. Immer. Kostenlos.
