Comuna 13 Medellin: Vom No-Go-Area zur Streetart-Ikone
28.05.2026 - 00:22:25 | ad-hoc-news.deWer heute durch die bunt bemalten Gassen der Comuna 13 Medellin läuft, hört Bass aus kleinen Bars, sieht Kinder auf den Straßen spielen und Touristen vor riesigen Wandgemälden posieren – kaum zu glauben, dass dieses Viertel, die Comuna 13 (sinngemäß „13. Stadtbezirk“), lange als eine der gefährlichsten Gegenden von Medellin und ganz Kolumbien galt.
Zwischen Graffiti, Aussichtsterrassen und Outdoor-Rolltreppen wird hier sichtbar, wie radikal sich ein Stadtteil verändern kann – von einem Symbol für Gewalt zu einem der meistbesprochenen urbanen Kunst- und Transformationsprojekte Südamerikas.
Comuna 13 Medellin: Das ikonische Wahrzeichen von Medellin
Die Comuna 13 Medellin liegt am steilen Westhang des Aburrá-Tals, am Rand der Anden, die Medellin umgeben. Sie gehört politisch zu Medellin, der zweitgrößten Stadt Kolumbiens, und besteht aus mehreren dicht bebauten Vierteln, die sich die Hügel hinaufziehen. Einst als informelle Siedlung armer Binnenmigranten entstanden, gilt die Comuna 13 heute als eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Was die Comuna 13 von vielen anderen Randbezirken Lateinamerikas unterscheidet, ist die Kombination aus sozialem Wandel, spektakulärer Hügellage, kreativer Energie und einer ungewöhnlichen Infrastruktur: offene Rolltreppen im Freien, farbenfrohe Graffiti, kleine Kunstmärkte, Tanzshows und Aussichtspunkte mit Blick über ganz Medellin. Reiseverlage wie etwa klassische Südamerika-Reiseführer und internationale Magazine stellen die Comuna 13 regelmäßig als Beispiel für gelungene urbane Erneuerung und Community-Kunst vor.
Für Reisende aus Deutschland ist die Comuna 13 damit weit mehr als nur ein „Instagram-Spot“. Sie ist ein lebendiger Ort, an dem sich Konfliktgeschichte, Stadtentwicklung, soziale Projekte und Streetart auf engstem Raum bündeln. Wer Medellin verstehen möchte, kommt an einem Besuch der Comuna 13 kaum vorbei.
Geschichte und Bedeutung von Comuna 13
Um die heutige Faszination der Comuna 13 zu begreifen, hilft ein Blick in ihre Geschichte. Medellin war besonders in den 1980er- und 1990er-Jahren durch das Drogenkartell um Pablo Escobar weltweit berüchtigt. In denselben Jahrzehnten wuchs die Stadt rasant; viele Menschen flüchteten aus ländlichen Regionen vor Gewalt und Armut in die urbanen Zentren. Am Westhang des Tals entstanden informelle Siedlungen – aus einfachen Häusern, oft ohne ausreichende Infrastruktur.
Die Comuna 13 entwickelte sich in dieser Zeit zu einem Gebiet, in dem verschiedene bewaffnete Akteure um Kontrolle kämpften: Drogenkartelle, kriminelle Banden, Guerillagruppen und später auch paramilitärische Organisationen. Die Hügellage machte den Stadtteil strategisch interessant, etwa als Korridor in Richtung anderer Regionen des Landes. Für die Bevölkerung bedeutete das über Jahre hinweg extreme Unsicherheit, wiederholte Gewaltausbrüche und einen Alltag, der von curfews, Straßensperren und Angst geprägt war.
Besonders in Erinnerung geblieben sind groß angelegte Militäroperationen zu Beginn der 2000er-Jahre, mit denen der kolumbianische Staat versuchte, bewaffnete Gruppen aus der Comuna 13 zu vertreiben. Die genaue Bewertung dieser Operationen ist in der kolumbianischen Gesellschaft bis heute umstritten. Klar ist jedoch: Der Stadtteil wurde zum Symbol für die schmerzhaften Folgen des jahrzehntelangen bewaffneten Konflikts im Land.
Ab Mitte der 2000er-Jahre setzte Medellin zunehmend auf eine Strategie, die international als „soziale Urbanisierung“ bekannt wurde. Die Stadt investierte in Infrastruktur, Bildung und öffentliche Räume gerade in benachteiligten Vierteln – mit der Überzeugung, dass bessere Erreichbarkeit, kulturelle Angebote und sichtbare Aufmerksamkeit der Stadtverwaltung langfristig zu mehr Sicherheit beitragen.
In der Comuna 13 mündeten diese Ansätze unter anderem in Projekten wie den Außenrolltreppen, Mikrobibliotheken, Gemeinschaftszentren und Förderprogrammen für lokale Kunstschaffende. Die symbolische Botschaft: Das Viertel ist nicht mehr Randzone, sondern integrierter Teil der Stadt. Diese politische und städtebauliche Entscheidung trug wesentlich dazu bei, dass Comuna 13 von einem „No-Go-Area“-Image zu einem Ort der Neugier und des Austauschs wurde.
Heute wird die Comuna 13 häufig als Beispiel für „urban resilience“, also die Widerstandskraft einer Stadtgesellschaft, herangezogen. Universitäten, Stadtforschende und internationale Organisationen analysieren, wie künstlerische und soziale Initiativen gemeinsam mit Infrastrukturprojekten helfen können, Gewaltstrukturen aufzubrechen und neue Perspektiven für junge Menschen zu eröffnen.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Auf den ersten Blick dominiert in der Comuna 13 die typische Architektur vieler informeller Siedlungen der Region: dicht an dicht gebaute, meist mehrstöckige Backstein- und Betonhäuser, Treppen und kleine Gassen, die sich an den Hang schmiegen, Stromkabelbündel über den Straßen, improvisierte Anbauten und kleine Läden im Erdgeschoss.
Der zweite Blick offenbart jedoch, warum die Comuna 13 für viele Reisende zum Höhepunkt einer Medellin-Reise geworden ist: Die Fassaden sind großflächig mit Murals, also künstlerisch anspruchsvollen Wandgemälden, überzogen. Graffiti-Künstlerinnen und -Künstler aus der Comuna, aber auch aus anderen Teilen Kolumbiens und der Welt, haben hier ein offenes Freiluftmuseum geschaffen.
Die Motive reichen von abstrakten Formen über Porträts lokaler Bewohner bis hin zu politisch aufgeladenen Bildern, die Gewalt, Hoffnung, Frieden oder Erinnerung thematisieren. Häufig tauchen Symbole wie Vögel, Kinder, Hände oder Blumen auf – als Metaphern für Freiheit, Zukunft und Heilung. Viele Murals greifen konkrete Ereignisse aus der Geschichte des Viertels auf und verwandeln sie in visuelle Erzählungen.
Ein architektonisches Alleinstellungsmerkmal der Comuna 13 sind die Rolltreppen unter freiem Himmel, die einen besonders steilen Abschnitt des Hügels erschließen. Sie bestehen aus mehreren Segmenten, die nacheinander bergauf führen, teilweise überdacht, mit Zwischenplattformen und Aussichtspunkten. Für Bewohnerinnen und Bewohner verkürzten diese Rolltreppen den täglichen Auf- und Abstieg drastisch; zuvor waren es Hunderte von Treppenstufen.
International gelten diese Outdoor-Eskalatoren als Beispiel für innovative, sozial ausgerichtete Infrastruktur: Sie machen ein benachteiligtes Viertel buchstäblich begehbar und sichtbar, anstatt es hinter schwer zugänglichen Hängen zu verstecken. Gleichzeitig sind sie zu einem architektonischen Wahrzeichen geworden, das auf Fotos und in Reportagen immer wieder als Symbol für den Wandel der Comuna 13 gezeigt wird.
Entlang der Rolltreppen und der Hauptwege haben sich zahlreiche kleine Geschäfte, Cafés und Streetfood-Stände etabliert. Hier gibt es von Obst und Snacks über Eis bis hin zu frisch gepressten Säften und lokalen Spezialitäten eine große Auswahl an Kleinigkeiten, die sich für einen Zwischenstopp eignen. Hinzu kommen Verkaufsstände mit Kunsthandwerk, T-Shirts, Kappen und Postern, die häufig Motive der Streetart aufgreifen.
Neben der visuellen Kunst spielt auch Musik eine wichtige Rolle. In der Comuna 13 sind Hip-Hop, Reggaeton und Breakdance besonders präsent. Auf vielen Führungen treten lokale Tänzerinnen und Tänzer auf, Rapper erzählen von der Geschichte des Viertels, und Lautsprecher beschallen die Gassen mit Beats. Für Besucherinnen und Besucher ist das ein immersives Erlebnis, bei dem sich Klang, Bild und Ort zu einem Gesamteindruck verbinden.
Stadtplaner und Kulturinstitutionen verweisen häufig darauf, dass Comuna 13 zeigt, wie Kunst im öffentlichen Raum Identität stiften kann. Die Murals sind nicht nur touristische Kulisse, sondern Ausdruck des Selbstverständnisses der Bewohnerinnen und Bewohner – sie erzählen ihre Geschichte und bieten eine Gegenperspektive zu lange dominierenden Narrativen von Gewalt und Ausgrenzung.
Comuna 13 Medellin besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
FĂĽr Besucherinnen und Besucher aus Deutschland ist der Besuch der Comuna 13 heute ein fester Programmpunkt vieler Stadtbesichtigungen in Medellin. Gleichzeitig lohnt sich eine gute Vorbereitung, um den Aufenthalt respektvoll und sicher zu gestalten.
- Lage und Anreise
Die Comuna 13 liegt im Westen von Medellin, an den Hängen über dem Stadtteil San Javier. Von den zentralen Stadtvierteln und dem Geschäftsviertel El Poblado aus ist sie mit der Metro und anschließend per Bus oder Taxi beziehungsweise Ride-Hailing-Diensten erreichbar. Zeitlich sollten Reisende für die Anfahrt ab der Innenstadt je nach Verkehr etwa 30 bis 60 Minuten einplanen.
Von Deutschland aus ist Medellin in der Regel mit einem oder zwei Umstiegen erreichbar, zum Beispiel über große internationale Drehkreuze in Europa oder Nordamerika. Ab Flughäfen wie Frankfurt, München, Berlin oder Zürich führen Verbindungen nach Kolumbien meist über Hauptstadt- oder Hub-Flughäfen. Von dort geht es per Inlandflug nach Medellin. Die Gesamtflugzeit liegt häufig im Bereich von etwa 14 bis 18 Stunden, abhängig von Route und Wartezeiten. - Orientierung vor Ort
Der für Besucher besonders relevante Teil der Comuna 13 konzentriert sich rund um die Rolltreppen und die nahegelegenen Hügel-Abschnitte mit der höchsten Dichte an Streetart. Viele lokale Führungen starten an gut erreichbaren Punkten nahe der Metro-Station San Javier. In der Regel ist ein geführter Besuch empfehlenswert, insbesondere für alle, die Hintergrundwissen zur Geschichte und den Kunstwerken erhalten möchten. - Öffnungszeiten
Die Comuna 13 ist ein Wohnviertel und als solches grundsätzlich jederzeit zugänglich. Führungen, Geschäfte und Streetart-Spots orientieren sich jedoch an Tageslicht und Besucherstrom. Praktisch planen viele Reisende ihren Besuch zwischen dem späten Vormittag und dem frühen Abend. Da sich Öffnungszeiten einzelner Läden, Cafés und Touranbieter verändern können, sollten aktuelle Informationen möglichst direkt bei lokalen Anbietern oder offiziellen Tourismusstellen von Medellin geprüft werden. Formulierungen wie feste tägliche Öffnungszeiten für das gesamte Viertel wären unpräzise, da es sich um einen urbanen Stadtteil handelt. - Eintritt
Der Zugang zur Comuna 13 und zu den öffentlichen Bereichen mit Streetart und Rolltreppen ist grundsätzlich kostenlos. Kosten entstehen vor allem durch Führungen, private Touren, Trinkgelder sowie Speisen und Getränke. Da sich Preise für Touren und Leistungen regelmäßig ändern können, empfiehlt es sich, diese vor Ort oder über seriöse Veranstalter aktuell zu prüfen. Für ein Gefühl der Größenordnung: Stadtführungen in Lateinamerika bewegen sich oft im überschaubaren mittleren zweistelligen Euro-Bereich pro Person, können aber je nach Umfang und Exklusivität deutlich variieren. - Beste Reisezeit
Medellin trägt aufgrund seines milden Klimas den Spitznamen „Stadt des ewigen Frühlings“. Die Temperaturen liegen ganzjährig meist um die 20 °C, häufig etwas darüber. Starke jahreszeitliche Temperaturschwankungen wie in Mitteleuropa gibt es kaum, allerdings variiert die Niederschlagsmenge. Für einen Besuch der Comuna 13 eignen sich daher grundsätzlich alle Monate, mit leichten Unterschieden bei Regenhäufigkeit. Besonders angenehm ist es oft am späten Vormittag oder am Nachmittag, wenn das Licht für Fotos weich ist und die Atmosphäre lebendig, ohne dass es zu dunkel wird. In den Ferienzeiten und an Wochenenden kann der Andrang größer sein; wer es ruhiger mag, wählt eher Wochentage. - Sicherheit und Verhalten
Die Sicherheitslage in der Comuna 13 hat sich im Vergleich zu den 1990er- und frühen 2000er-Jahren deutlich verbessert. Heute gehört ein Besuch für viele internationale Reisenetzwerke zum Standardprogramm. Dennoch bleibt Kolumbien ein Land, in dem Reisende aufmerksam bleiben sollten. Das Auswärtige Amt empfiehlt regelmäßig, die aktuelle Sicherheitslage vor Reiseantritt zu prüfen und in größeren Städten besonders auf Wertsachen zu achten. Üblich sind Hinweise, Schmuck und teure Technik nicht offen zur Schau zu stellen und sich an belebten Orten aufzuhalten.
In der Comuna 13 selbst ist es ratsam, den Empfehlungen lokaler Guides zu folgen, sich auf die touristisch erschlossenen Bereiche zu konzentrieren und abgelegene Gassen zu meiden, insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit. Respekt gegenĂĽber den Bewohnerinnen und Bewohnern ist zentral: Die Comuna ist kein Freizeitpark, sondern ein Wohnort mit einer belasteten Vergangenheit. - Sprache vor Ort
In Medellin und der Comuna 13 wird Spanisch gesprochen. In der touristischen Szene, insbesondere bei geführten Touren, werden häufig auch Englischführungen angeboten. Deutschsprachige Angebote sind seltener und eher über spezialisierte Veranstalter verfügbar. Wer zumindest grundlegende spanische Höflichkeitsfloskeln beherrscht, erleichtert den Austausch mit lokalen Anbietern, etwa an Streetfood-Ständen oder in kleinen Geschäften. - Zahlungsmittel und Trinkgeld
In Kolumbien ist die Landeswährung der kolumbianische Peso (COP). In größeren Städten wie Medellin sind Kreditkarten in vielen Hotels, Restaurants und Einkaufszentren verbreitet. In Vierteln wie der Comuna 13 werden kleinere Ausgaben – etwa an Ständen, in kleinen Bars oder bei Straßenkünstlern – jedoch oft in bar bezahlt. Reisende aus Deutschland sollten daher Bargeld in angemessenem Umfang mitführen, vorzugsweise kleinere Scheine. Euro (€) können vor Ort in Banken und Wechselstuben in kolumbianische Pesos umgetauscht werden; der genaue Kurs schwankt.
Trinkgeld ist in Kolumbien üblich, insbesondere in der Gastronomie und bei Dienstleistungen. Auf geführten Touren gehört ein Trinkgeld für den Guide, aber auch für einzelne Künstlerinnen und Künstler, die auftreten, zum guten Ton. Die Höhe hängt von Zufriedenheit und Budget ab, bewegt sich jedoch häufig im unteren bis mittleren einstelligen Euro-Bereich beziehungsweise dem entsprechenden Betrag in kolumbianischen Pesos. - Kleiderordnung und Fotografieren
Eine spezielle Kleiderordnung existiert in der Comuna 13 nicht, allerdings empfiehlt sich bequeme, dem tropischen Klima angepasste Kleidung sowie festes Schuhwerk, da einige Wege steil sind. Auch wenn Fotografie ein zentrales Motiv vieler Besuche ist, sollte stets bedacht werden, dass hier Menschen leben. Es ist höflich, Personen nicht ohne Zustimmung aus nächster Nähe zu fotografieren, insbesondere Kinder. Streetart und Panoramen lassen sich problemlos festhalten; bei Auftritten von Tänzerinnen und Tänzern oder Musikerinnen und Musikern ist Fotografieren meist erwünscht, eine kleine Spende wird jedoch häufig erwartet. - Einreisebestimmungen und Gesundheit
Deutsche Staatsbürger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen für Kolumbien sowie Hinweise zur Sicherheits- und Gesundheitssituation vor Reiseantritt beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Für touristische Kurzaufenthalte waren in der Vergangenheit häufig keine Visa notwendig, doch Bestimmungen können sich ändern. Außerhalb Europas wird generell empfohlen, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, die Rücktransport abdeckt. Impfempfehlungen und gesundheitliche Hinweise – etwa zu Trinkwasserqualität oder Mückenschutz in bestimmten Regionen – sollten ebenfalls vorab geprüft werden. - Zeitzone und Zeitverschiebung
Kolumbien liegt in einer anderen Zeitzone als Mitteleuropa. Zwischen der kolumbianischen Zeit und der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) beziehungsweise Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) besteht je nach Jahreszeit ein Zeitunterschied von mehreren Stunden. Für Reisende aus Deutschland bedeutet dies eine gewisse Umstellung, insbesondere bei An- und Abreise. Die genaue Differenz hängt davon ab, ob in Europa gerade Sommer- oder Winterzeit gilt; vor Reiseantritt sollte die aktuelle Zeitverschiebung geprüft werden.
Warum Comuna 13 auf jede Medellin-Reise gehört
Die Frage, ob sich ein Besuch der Comuna 13 lohnt, beantworten viele Reisende, Stadtforscher und Kulturschaffende mit einem klaren Ja – allerdings mit dem Hinweis, den Stadtteil nicht nur als Kulisse, sondern als lebendigen, komplexen Ort ernst zu nehmen.
Ein zentrales Argument: In kaum einem anderen Viertel Medellins lässt sich der Wandel der Stadt so unmittelbar erleben. Medellin wurde lange vor allem über das Bild des Drogenkartells und Pablo Escobar wahrgenommen. Heute bemühen sich die Stadt und zahlreiche Initiativen darum, andere Geschichten zu erzählen – von Technologie, Bildung, Design und eben von Stadtteilen wie der Comuna 13, die ihren eigenen Weg aus der Gewalt gefunden haben.
Wer durch die Gassen läuft, sieht immer wieder Wandgemälde, die Familien, Opfer von Gewalt oder Szenen des alltäglichen Lebens zeigen. Sie erinnern daran, dass die Transformation nicht bedeutet, die Vergangenheit zu vergessen, sondern mit ihr umzugehen. Viele Führungen thematisieren bewusst die Schattenseiten der Geschichte, ohne in Katastrophentourismus zu verfallen. Für Gäste aus Deutschland eröffnet das einen differenzierteren Blick auf Kolumbien jenseits von Klischees.
Hinzu kommt der atmosphärische Reiz: Die Lage an den Hängen bietet eindrucksvolle Ausblicke über die Hochhäuser und das Tal von Medellin. Besonders zum späten Nachmittag, wenn das Licht weicher wird und die Stadt langsam in den Abend übergeht, bieten sich beeindruckende Panoramen. Für Fotografie-Enthusiasten ist die Kombination aus Streetart, urbaner Dichte und Bergen im Hintergrund äußerst reizvoll.
Ein weiterer Grund ist die Begegnung mit lokalen Akteuren. Viele der Guides kommen selbst aus der Comuna 13 oder aus benachbarten Vierteln. Sie berichten aus erster Hand von ihrem Alltag, von Veränderungen in Sicherheit, Bildung und Chancen. Diese persönliche Perspektive verleiht dem Besuch eine Tiefe, die weit über eine klassische Stadtbesichtigung hinausgeht.
Für Reisende aus der DACH-Region ist die Comuna 13 außerdem ein Beispiel dafür, wie Städte im globalen Süden kreative Lösungen für komplexe Probleme entwickeln. Infrastrukturprojekte wie die Metro von Medellin, Seilbahnen in andere Hügelviertel oder eben die Rolltreppen der Comuna 13 werden inzwischen international als Vorbilder für eine sozial orientierte Stadtplanung diskutiert. Ein Besuch vermittelt daher auch Inspiration für Debatten über Stadtentwicklung in Europa.
Praktisch lässt sich der Besuch der Comuna 13 gut mit anderen Attraktionen in Medellin verbinden, etwa mit dem botanischen Garten, dem Plaza Botero mit den berühmten Skulpturen des Künstlers Fernando Botero oder Seilbahnfahrten in andere Viertel. So entsteht ein umfassendes Bild der Stadt – von der Innenstadt bis an die Hänge.
Comuna 13 Medellin in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂĽcke
In sozialen Medien spielt die Comuna 13 seit Jahren eine große Rolle. Reisende teilen Foto- und Video-Serien von Graffiti, Breakdance-Shows und den Rolltreppen, Influencer zeigen „Before & After“-Perspektiven von Medellin, und Dokumentarformate erzählen längere Geschichten über die Transformation des Stadtteils. Dadurch ist die Comuna 13 für viele junge Menschen in Europa häufig der erste Berührungspunkt mit Medellin überhaupt.
Comuna 13 Medellin — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Comuna 13 Medellin
Wo liegt die Comuna 13 Medellin genau?
Die Comuna 13 liegt im Westen von Medellin, an den steilen Hängen über dem Stadtteil San Javier. Sie gehört administrativ zur Stadt Medellin im Aburrá-Tal in den kolumbianischen Anden.
Warum war die Comuna 13 früher so gefährlich?
In den 1980er- und 1990er-Jahren konkurrierten in der Comuna 13 verschiedene bewaffnete Gruppen um Kontrolle, darunter kriminelle Banden, Drogenstrukturen und bewaffnete Akteure aus dem kolumbianischen Konflikt. Die strategische Hügellage und fehlende staatliche Präsenz trugen zur hohen Gewalt bei. Erst durch staatliche Interventionen und langfristige soziale, kulturelle und infrastrukturelle Projekte verbesserte sich die Situation deutlich.
Ist ein Besuch der Comuna 13 heute sicher?
Die Sicherheitslage hat sich im Vergleich zur Vergangenheit deutlich verbessert, und die Comuna 13 gehört heute zu den meistbesuchten Vierteln für Touristen in Medellin. Dennoch sollten Reisende wie in anderen Großstadtvierteln auf Wertsachen achten, sich an belebte Bereiche halten und im Idealfall mit geführten Touren unterwegs sein. Vor Reiseantritt empfiehlt es sich, die Hinweise des Auswärtigen Amts zu Kolumbien zu prüfen.
Wie lange sollte man fĂĽr den Besuch einplanen?
Für einen Besuch der Comuna 13 inklusive An- und Abreise aus der Innenstadt von Medellin sind etwa drei bis fünf Stunden ein realistischer Rahmen. Geführte Touren dauern häufig rund zwei bis drei Stunden; wer zusätzlich in Cafés einkehren, mehr Zeit für Fotos und Gespräche einplanen oder den Sonnenuntergang genießen möchte, sollte eher am oberen Ende dieser Spanne ansetzen.
Was ist das Besondere an den Rolltreppen der Comuna 13?
Die Rolltreppen erschlieĂźen einen steilen Hangabschnitt, der zuvor nur ĂĽber lange Treppen erreichbar war. Sie erleichtern den Alltag der Bewohner deutlich und gelten international als Symbol fĂĽr eine sozial orientierte Stadtentwicklung. Gleichzeitig sind sie architektonisch und visuell ein markantes Wahrzeichen der Comuna 13 und ein beliebtes Motiv fĂĽr Fotos.
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