Cueva de Nerja: eine Höhle zwischen Meer, Marmor und Urgeschichte
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 07:40 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die Cueva de Nerja liegt bei Nerja in Andalusien, zwischen der MittelmeerkĂŒste und der Sierra Almijara. In ihren MarmorrĂ€umen treffen weit verzweigte GĂ€nge, Tropfsteinbildungen und archĂ€ologische Spuren menschlicher Nutzung aufeinander.
Die Cueva de Nerja als unterirdische Landschaft
Die Höhle entstand in Marmor der Sierra Almijara. Regenwasser drang durch Risse in das Gestein ein und löste es ĂŒber einen Zeitraum von mehr als fĂŒnf Millionen Jahren. So bildeten sich HohlrĂ€ume, SchĂ€chte und Galerien, deren WĂ€nde von mineralischen Ablagerungen geprĂ€gt sind.
Das Höhlensystem besitzt eine GesamtlĂ€nge von 4.823 Metern, eine FlĂ€che von rund 35.000 Quadratmetern und ein Volumen von etwa 300.000 Kubikmetern. Der touristisch erschlossene Weg fĂŒhrt durch die SĂ€le VestĂbulo, BelĂ©n, Cascada, Fantasmas und Cataclismo.
Stalaktiten, Stalagmiten, SintervorhĂ€nge, SĂ€ulen und weitere Tropsteinformen stehen in den groĂen Kammern nebeneinander. Die Formen entstehen, wenn gelöste Mineralien aus dem Wasser im Höhlenraum ausfallen und sich an Decken, WĂ€nden oder Böden ablagern.
Von der Steinzeit bis zur Bronzezeit
Die Cueva de Nerja ist auch ein archĂ€ologischer Ort. Menschliche Gruppen nutzten die Höhle in der Vorgeschichte als Aufenthaltsort, fĂŒr handwerkliche TĂ€tigkeiten, zur Aufbewahrung von Nahrung und als BegrĂ€bnisplatz.
Die frĂŒhesten datierten OberflĂ€chenfunde reichen in das Aurignacien vor etwa 35.000 Jahren zurĂŒck. Die dokumentierte Nutzung der Wohnbereiche reicht vom Gravettien bis zum Chalkolithikum, also von der Kupfersteinzeit, deren Ende in der Höhle zwischen 4.830 und 3.600 Jahren vor heute angesetzt wird.Die menschliche Nutzung hinterlieĂ Werkzeuge aus Stein und Knochen, Schmuck, Spuren der Nahrungsverarbeitung sowie Bestattungsreste.
In tieferen Bereichen befinden sich Felsbilder und Gravuren. Die archĂ€ologischen Funde belegen damit nicht nur einzelne Aufenthalte, sondern unterschiedliche Funktionen der Höhle ĂŒber lange Abschnitte der Vorgeschichte.
Die Entdeckung durch Jugendliche aus der Umgebung erfolgte im Januar 1959. Im Juni 1960 wurde die Höhle nach Anpassungsarbeiten als touristische Schauhöhle eröffnet. Seit 1961 trĂ€gt sie den Status eines historischen und kĂŒnstlerischen Denkmals; 2006 wurde sie als Kulturgut von besonderem Interesse eingestuft.Die Entdeckung im Jahr 1959
GroĂe SĂ€le und ein Weg mit vielen Stufen
Die touristischen Galerien bilden nur einen Teil des gesamten Höhlensystems. Der zugĂ€ngliche Rundgang ist 546 Meter lang und umfasst beim vollstĂ€ndigen Durchgang 458 Stufen. Davon fĂŒhren 159 nach oben, wĂ€hrend 299 Stufen abwĂ€rts verlaufen.
Der Höhenunterschied innerhalb der Höhle betrĂ€gt rund 68 Meter. Die Abfolge der SĂ€le verĂ€ndert den MaĂstab des Raumes: Auf engere Passagen folgen weit gespannte Kammern mit hohen Decken und groĂen Tropsteinformationen.
Zu den oberen Bereichen gehören die SĂ€le Columnas de HĂ©rcules und Inmensidad. Die Neuen Galerien umfassen unter anderem die Sala de la Lanza, die GalerĂa de los Niveles und die Sala de la Montaña. Diese Bereiche gehören nicht zum gewöhnlichen Rundgang.
Die Cueva de Nerja ist als Ort von internationalem geologischem Interesse verzeichnet. Ihre Tropfsteinbildungen bewahren Informationen ĂŒber frĂŒhere KlimaverhĂ€ltnisse und ĂŒber VerĂ€nderungen im Gestein.Das geologische Höhlensystem
Die Verbindung zwischen der Cueva Pintada und der Sala de la Montaña wurde durch Untersuchungen der Luftbewegung nachgewiesen. Ein fĂŒr Menschen geeigneter Durchgang ist dort nicht vorhanden. Die nicht touristisch erschlossenen Bereiche bleiben geschlossen.
Cueva de Nerja besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Die Cueva de Nerja liegt bei Maro, einem Ortsteil der Gemeinde Nerja in der Provinz MĂĄlaga. Sie ist ĂŒber die StraĂe von Nerja nach Maro mit dem Auto und dem Linienbus erreichbar.
- Der Rundgang umfasst 546 Meter und 458 Stufen. Der Weg fĂŒhrt durch groĂe SĂ€le und an Tropsteinformationen vorbei; festes Schuhwerk gehört zur AusrĂŒstung fĂŒr den Rundgang.
- Amtssprache ist Spanisch, gezahlt wird in Euro.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche StaatsbĂŒrger prĂŒfen die LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Cueva de Nerja auf Social-Media-Plattformen
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Cueva de Nerja: hÀufige Fragen
Wo liegt die Cueva de Nerja?
Die Höhle liegt bei Maro in der Gemeinde Nerja, in der Provinz MĂĄlaga im SĂŒden Spaniens. Das HöhlengelĂ€nde befindet sich zwischen der MittelmeerkĂŒste und der Sierra Almijara.
Was bietet ein Besuch?
Der Rundgang fĂŒhrt durch die touristischen Galerien mit den SĂ€len VestĂbulo, BelĂ©n, Cascada, Fantasmas und Cataclismo. Zu sehen sind groĂe Tropsteinformationen, hohe RĂ€ume und mineralische Ablagerungen an Decken und Böden.
Was kennzeichnet die Höhle?
Die Cueva de Nerja verbindet ein 4.823 Meter langes Karsthöhlensystem mit archÀologischen Spuren menschlicher Nutzung seit dem Aurignacien vor etwa 35.000 Jahren. Dazu kommen Felsbilder, Werkzeuge, Bestattungsreste und Tropsteinformen.
