Danakil Depression, Dallol

Danakil Depression zwischen Salz und Feuer bei Dallol

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 15:25 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die Danakil Depression bei Dallol verbindet SalzflÀchen, saure Quellen und junge Erdkruste in einer Landschaft, deren Farben aus der Tiefe kommen.

Fotorealistische Ansicht von Danakil-Senke in Dallol, Athiopien im Abendlicht
Fotorealistische Panoramaaufnahme von Danakil-Senke in Dallol Athiopien, warmes Abendlicht auf Wahrzeichen im Reisemotiv, Illustration mit AI erstellt.

Die Danakil Depression liegt im Norden von Athiopien, nahe der Grenze zu Eritrea. Bei Dallol treffen SalzflÀchen, hydrothermale Quellen und aktive Bruchtektonik aufeinander. Das GelÀnde zeigt eine ErdoberflÀche, die von Wasser, Salz, WÀrme und vulkanischen Prozessen zugleich geformt wird.

Danakil Depression als Landschaft unter dem Meeresspiegel

Die Danakil Depression gehört zum Afar-Rift und damit zum Ostafrikanischen Grabenbruch. In dieser Region treffen die Nubische, die Somalische und die Arabische Platte aufeinander. Die Erdkruste wird gedehnt, wÀhrend sich der Untergrund absenkt. Die geologische Entwicklung begann im MiozÀn vor etwa 30 Millionen Jahren und setzt sich fort.

Der nördliche Teil der Senke wird von der ausgedehnten Dallol-SalzflÀche geprÀgt. Der tiefste Bereich reicht bis etwa 120 Meter unter den Meeresspiegel. Eine SalzflÀche bei Dallol liegt damit in einer Landschaft, deren Relief nicht durch hohe Gipfel, sondern durch Absenkung und Ablagerung bestimmt wird.

Halit, Gips und weitere Verdunstungssalze lagern im Becken. FrĂŒhere Überflutungen durch Meerwasser hinterließen mĂ€chtige Evaporite. Auf der OberflĂ€che entstehen nach Wasserzufuhr neue Salzkrusten und polygonale Muster. Die helle Ebene wirkt geschlossen, besteht jedoch aus vielen Schichten und Formen.

Danakil Depression und die hydrothermalen Farben von Dallol

Dallol ist ein aufgewölbter Salzdom mit einem hydrothermalen Feld. Der Dom erhebt sich ungefĂ€hr 60 Meter ĂŒber die umgebende SalzflĂ€che. In seinem Zentrum liegen Mulden, SalzrĂ€nder, Kegel, Quellen und Becken, deren Farben zwischen Gelb, GrĂŒn, Rotbraun und Weiß wechseln.

Die Farben stammen aus Salzmineralen, Schwefelverbindungen und eisenhaltigen Ablagerungen. Heiße Sole tritt an verschiedenen Stellen aus und hinterlĂ€sst Krusten, Terrassen und kleine Erhebungen. Einige Quellen erreichen mehr als 100 °C; gemessene Werte lagen bei bis zu 112 °C. Die WĂ€sser sind stark sauer und extrem salzhaltig. Das hydrothermale Feld von Dallol zĂ€hlt deshalb zu den außergewöhnlichsten geochemischen Landschaften der Erde.

Zu den sichtbaren Formen gehören SalzsÀulen, kleine Geysire, Fumarolen und flache Solebecken. Die Ablagerungen verÀndern ihre Gestalt durch Auflösung, AusfÀllung und erneute Verdunstung. Auch die Lage einzelner Quellen kann sich verschieben. Das Erscheinungsbild von Dallol ist daher kein starres Farbmuster, sondern eine Folge fortlaufender Mineralbildung.

Danakil Depression zwischen Salzhandel, Bergbau und Forschung

Salz gehört zur Kultur- und Wirtschaftsgeschichte der Region. Afar-Gemeinschaften gewinnen Salz traditionell aus den Ablagerungen und transportieren die zugeschnittenen SalzstĂŒcke mit Kamelen und Eseln. Die SalzflĂ€chen sind dadurch nicht nur geologische RĂ€ume, sondern auch Arbeitslandschaften.

Im 20. Jahrhundert entstand bei Dallol ein Bergbaukomplex fĂŒr Kaliumsalze. Das Unternehmen der Ralph M. Parsons Company arbeitete von 1958 bis 1968 an der Erkundung und Förderung. Das verlassene Bergbaucamp bildet einen sichtbaren historischen Kontrast zu den natĂŒrlichen Salz- und Quellformen. Das Parsons-Bergbaucamp gehört zu den benannten Spuren industrieller Nutzung bei Dallol.

Die Region ist auch fĂŒr die Astrobiologie interessant. Extreme SĂ€ure, hohe Salzgehalte, starke Hitze und mineralreiche WĂ€sser bilden ein irdisches Vergleichsfeld fĂŒr hydrothermale Umgebungen auf dem Mars. Forschungen untersuchen dabei nicht nur Gesteine, sondern auch Mikroorganismen, die unter mehreren extremen Bedingungen existieren können.

Danakil Depression besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Die Danakil Depression liegt in der Afar-Region im Norden von Athiopien, zwischen dem Ă€thiopischen Hochland und den Danakil-Alpen. Der Zugang zur Dallol-SalzflĂ€che fĂŒhrt ĂŒber das Gebiet bei Hamed’Ela.
  • Das GelĂ€nde besteht aus Salzkrusten, weichen Ablagerungen, scharfkantigen Salzformen und hydrothermalen Zonen. Heiße Quellen, saure Sole und instabile Krusten gehören zu den ortstypischen Gefahren.
  • Zur Umgebung gehören der Assale-Salzsee, das Schwarze Becken bei Black Mountain und die Vulkankette Erta Ale im sĂŒdlichen Teil der Danakil Depression.
  • Amtssprache ist Amharisch, gezahlt wird in Äthiopischen Birr.
  • Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche StaatsbĂŒrger prĂŒfen die LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.

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Danakil Depression: hÀufige Fragen

Wo liegt die Danakil Depression?

Die Danakil Depression liegt in der Afar-Region im Norden von Athiopien. Dallol befindet sich im nördlichen Teil der Senke nahe der Grenze zu Eritrea.

Was bietet ein Besuch bei Dallol?

Zu sehen sind SalzflÀchen, farbige hydrothermale Ablagerungen, Solebecken, Fumarolen und Spuren des historischen Kalibergbaus.

Was kennzeichnet den Ort?

Dallol verbindet eine Lage unter dem Meeresspiegel mit extremer Hitze, stark sauren Quellen, hoher Salzkonzentration und aktiver Rifttektonik.

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