Dazu Shike: Steinreliefs zwischen Religion und Alltag in Chongqing
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 07:05 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Dazu Shike im Kreis Dazu westlich von Chongqing in China gehört zu den bedeutendsten Felsskulpturenanlagen Ostasiens und zeigt über Jahrhunderte gewachsene Steinreliefs zwischen Religion und Alltag. Die Anlage wird als Felsskulpturen von Dazu beschrieben und ist seit 1999 als UNESCO-Welterbe verzeichnet, was ihren Rang innerhalb der chinesischen Höhlentempelkunst des späten Mittelalters unterstreicht.
Dazu Shike: Felsbilderlandschaft im Kreis Dazu
Dazu Shike bezeichnet ein Ensemble von Felsskulpturen, das sich an steilen Hängen im heutigen Dazu District, einem Kreisgebiet westlich des Stadtzentrums von Chongqing, ausbreitet. Unter diesem Namen werden zahlreiche gesicherte Stätten zusammengefasst, an denen Figuren und Reliefs direkt in Sandsteinfelsen gehauen sind und sich vollplastische Gestalten mit Halbreliefs und Flachreliefs abwechseln.Felsskulpturen von Dazu Die Stätten liegen in einem Hügelland, in dem Felswände, kleine Geländestufen und bewaldete Abschnitte dicht beieinander liegen und den Rahmen für die Felsbilder bilden.
Die Felsskulpturen von Dazu werden in offiziellen Beschreibungen als eine Ansammlung von geschützten Stätten geführt, die zusammen mehrere Zehntausend Figuren und eine große Zahl von Inschriften tragen.Dazu Rock Carvings als UNESCO-Welterbe Die Reliefs stehen dicht nebeneinander an Felswänden, in Geländeeinschnitten und an künstlich geglätteten Flächen, sodass der Eindruck einer zusammenhängenden Bilderlandschaft entsteht, in der einzelne Szenen, Figurengruppen und längere Bildstreifen ineinander übergehen.
Buddhistische, daoistische und konfuzianische Bildwelten im Fels
Ein Kernmerkmal von Dazu Shike ist die Vielfalt religiöser Themen, die gemeinsam in Stein umgesetzt wurden. In offiziellen Darstellungen werden buddhistische, daoistische und konfuzianische Motive nebeneinander genannt, die Zusammenstellung gilt als herausragendes Zeugnis für die Gleichzeitigkeit dieser Traditionen in der chinesischen Kunst zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert.Synthese von Buddhismus, Daoismus und Konfuzianismus Die Figuren reichen von Bodhisattvas und buddhistischen Lehrgestalten über daoistische Unsterbliche und konfuzianische Würdenträger bis zu einfachen Menschen, die in Alltagsszenen dargestellt sind.
Die Felsszenen sind über mehrere Jahrhunderte hinweg entstanden und setzen an früh datierbaren Arbeiten des 7. Jahrhunderts an, erreichen eine besonders dichte Ausprägung zwischen dem 9. und dem 13. Jahrhundert und werden in manchen Quellen bis in spätere Epochen verlängert.Datierungen der Felsbilder Die lange Entstehungszeit spiegelt sich in Stilunterschieden zwischen einzelnen Felspartien: ältere Reliefs sind oft strenger gegliedert, spätere Figuren erscheinen in weicheren Formen und zeigen komplexe Szenen mit zahlreichen Beteiligten, Tieren und architektonischen Details.
Baodingshan, Beishan und weitere Felspartien
Dazu Shike ist nicht ein einzelner Felsvorsprung, sondern umfasst mehrere Kernbereiche im Kreis Dazu, die immer wieder genannt werden. Zu den wichtigsten zählen Baodingshan und Beishan, dazu kommen weitere Felshänge und kleinere Felspartien, die zusammen die größere Landschaft der Felsskulpturen bilden.Baodingshan und Beishan als Hauptstätten Die Bildfelder an Baodingshan sind besonders dicht und enthalten großformatige Reliefs, in denen zahlreiche Figuren, Tierdarstellungen und Erzählungen auf einer einzigen Felswand zusammengeführt sind, während Beishan vor allem durch Reihen von Reliefnissen mit Figuren in ruhigen Haltungen auffällt.
Die Stätten im Kreis Dazu werden in amtlichen Dokumenten als die höchste Ausprägung der chinesischen Höhlentempelkunst eines bestimmten Zeitraums beschrieben.Dazu als Höhepunkt der Felstempelkunst Charakteristisch ist dabei, dass die Figuren nicht in freistehenden Bauten, sondern direkt im Fels angelegt wurden, wobei einzelne Nischen, Gesimse und Sockel aus dem Gestein herausgearbeitet und mit Reliefs besetzt wurden. Inschriften begleiten viele Szenen und erläutern Inhalte, Stifter oder die religiösen Bezüge, sodass Bild und Text gemeinsam auftreten.
Dazu Shike besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Dazu Shike liegt im Dazu District westlich des Stadtzentrums von Chongqing; erreichbar ist der Kreis über Fernbusse oder Bahnverbindungen aus Chongqing, von dort führen lokale Buslinien und Taxis zu den Felspartien von Baodingshan und Beishan.
- Die wichtigsten Felsszenen liegen an Hängen und Geländestufen; vor Ort führen Wegstrecken über Treppen, kurze Anstiege und teils unebene Wege entlang der Felswände.
- Im Umland von Dazu Shike liegen weitere Sehenswürdigkeiten des Kreises Dazu, darunter städtische Bereiche von Dazu District und kleinere Tempelanlagen, die sich mit einem Besuch der Felsskulpturen verbinden lassen.
- Amtssprache ist Chinesisch, gezahlt wird in Renminbi (Chinesischer Yuan).
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Dazu Shike auf Social-Media-Plattformen
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Dazu Shike: häufige Fragen
Wo liegt Dazu Shike genau?
Dazu Shike liegt im Kreis Dazu, einem District westlich des Stadtzentrums von Chongqing im Südwesten von China, in einem Hügelland mit Sandsteinfelsen.
Was bietet ein Besuch von Dazu Shike?
Ein Besuch führt entlang von Felsszenen mit Tausenden Figuren, Inschriften und Reliefs, in denen buddhistische, daoistische und konfuzianische Motive und Alltagsszenen gemeinsam im Fels ausgearbeitet sind.
Was kennzeichnet Dazu Shike im Vergleich zu anderen Felsheiligtümern?
Kennzeichnend sind die große Zahl geschützter Felspartien im Kreis Dazu, die Eintragung als UNESCO-Welterbe seit 1999 und die gleichzeitige Präsenz unterschiedlicher religiöser Bildtraditionen in einer zusammenhängenden Felslandschaft.
