Duomo di Siena: marmorgewaltiger Dom über der Stadt
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 08:49 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Der Duomo di Siena, offiziell als Kathedrale Santa Maria Assunta bezeichnet, erhebt sich über Siena als dreischiffiger Marmordom im romanisch-gotischen Stil und prägt gemeinsam mit dem Campanile die Stadtsilhouette der toskanischen Stadt.Dom von Siena Zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert entstand hier eine Kathedrale, deren wechselnde Bauphasen sich bis heute an Fassade, Kuppel und Querschiff ablesen lassen.gotische Architektur in Italien
Duomo di Siena: romanisch-gotische Architektur aus Marmor
Der Duomo di Siena ist als Cattedrale Metropolitana di Santa Maria Assunta der Jungfrau Maria gewidmet und gehört zu den bedeutendsten Beispielen der romanisch-gotischen Architektur in Italien.romanisch-gotische Architektur Die Kathedrale wurde im 13. und 14. Jahrhundert aus hellen und dunklen Marmorbändern errichtet, die außen wie innen ein auffälliges Streifenmuster bilden.Streifen aus Marmor Mit dem Bau der dreischiffigen Basilika begann man im frühen 13. Jahrhundert, und die Gewölbe des Langhauses sowie das mehrschiffige Querhaus entstanden um 1260.Gewölbe im Langhaus
Die Westfassade des Doms zeigt eine reich gegliederte Komposition aus spitzen Giebeln, Skulpturen und mehrfarbigem Marmor, deren unteres Geschoss im späten 13. Jahrhundert unter Giovanni Pisano fertiggestellt wurde.Fassade unter Giovanni Pisano Darüber erhebt sich der mehrstöckige Campanile aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, dessen Gliederung an pisanisch-lombardische Glockentürme der Romanik erinnert.Campanile in Siena Im Inneren spannt sich ein kreuzförmiger Grundriss mit Langhaus, Querschiff, kuppelbekrönter Vierung und flachem Chorabschluss, der die verschiedenen Bauphasen der Stadtrepublik Siena sichtbar macht.kreuzförmige Anlage
Innenraum, Kuppel und Boden des Marmordoms
Betritt man den Duomo di Siena, fällt zunächst das gestreifte Säulenprogramm des Langhauses ins Auge, denn die Pfeiler tragen schwarze und weiße Marmorbänder, die mit der dekorierten Decke korrespondieren.Innenraum mit Streifenmarmor Über der Vierung erhebt sich eine Kuppel, die von einem sechseckigen System des Querschiffs gefasst wird und den kreuzförmigen Aufbau der Kathedrale betont.zweischiffiges Querschiff Die Apsis wurde im späten 14. Jahrhundert fertiggestellt, und zugleich erhöhte man das Mittelschiff und ergänzte den oberen Teil der Fassade, wodurch der Innenraum an Höhe und vertikaler Wirkung gewann.Apsis und Mittelschiff
Besonders berühmt ist der Fußboden des Duomo di Siena, der aus zahlreichen Marmoreinlagen besteht und in verschiedenen Jahrhunderten gestaltet wurde; einzelne Platten zeigen biblische Szenen, Allegorien und Inschriften, die mit feinen Linien in den Stein geschnitten sind.Marmorboden im Duomo Im Seitenschiff findet sich die berühmte Kanzel von Nicola Pisano, ein freistehendes Werk aus dem 13. Jahrhundert, dessen Reliefs die Kunst der toskanischen Bildhauerei maßgeblich geprägt haben.Kanzel von Nicola Pisano Kapellen mit Fresken, Skulpturen und Altären reihen sich entlang der Seitenschiffe und geben einen Überblick über die religiöse Kunstgeschichte Sienas vom Mittelalter bis zur frühen Neuzeit.
Facciatone und Piazza del Duomo
Zur Anlage des Duomo di Siena gehört neben der eigentlichen Kathedrale auch der sogenannte „Facciatone“, eine mächtige unvollendete Fassade an der Piazza Jacopo della Quercia, die aus einem Erweiterungsprojekt des 14. Jahrhunderts stammt.Facciatone in Siena Damals plante die Republik Siena einen „Duomo Nuovo“, dessen Dimensionen den bestehenden Dom deutlich übertreffen sollten, sodass der heutige Bau als Querschiff eines neuen Großdoms gedacht war.Duomo Nuovo Die Bauarbeiten wurden im Jahr 1348 infolge der Pest und baulicher Probleme eingestellt, und wenige Jahre später gab man das Projekt endgültig auf.
Heute steht der Facciatone als monumentale Wand mit Arkaden und Maßwerköffnungen isoliert am Rand der Piazza und lässt die ursprünglichen Ausbaupläne der Stadt erahnen.unvollendete Südfassade Die Piazza del Duomo selbst wird von der Kathedrale, dem Baptisterium und weiteren Baukörpern eingerahmt, sodass der Duomo di Siena auch im städtischen Gefüge als geistiges und architektonisches Zentrum erscheint.Piazza del Duomo in Siena
Duomo di Siena besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Der Duomo di Siena steht in Siena auf der Piazza del Duomo im historischen Zentrum, das von der Altstadt mit ihren engen Straßen und dem Torre del Mangia geprägt wird.
- Zwischen der Piazza del Duomo und dem Innenraum der Kathedrale liegen Treppenstufen, und der Zugang führt über einen gepflasterten Platz mit leichter Steigung.
- Wer den Facciatone einbezieht, sollte mit weiteren Stufen innerhalb der historischen Bausubstanz rechnen, da die Anlage deutlich über dem Niveau der umgebenden Straßen liegt.
- Siena liegt in Italien, Amtssprache ist Italienisch, gezahlt wird in Euro.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
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Duomo di Siena: häufige Fragen
Wo liegt der Duomo di Siena?
Der Duomo di Siena steht auf der Piazza del Duomo im historischen Zentrum der Stadt Siena in der Toskana in Italien.
Was bietet ein Besuch im Duomo di Siena?
Ein Besuch führt durch eine dreischiffige Marmorkathedrale mit gestreiften Säulen, Kuppel über der Vierung, reich geschmückter Fassade, Kanzel von Nicola Pisano und einem kunstvoll gestalteten Marmorboden.
Was kennzeichnet den Duomo di Siena besonders?
Der Duomo di Siena ist durch die Verbindung von italienischer Romanik und Gotik, den konsequenten Einsatz von schwarzem und weißem Marmor und die stadtbildprägende Lage über Siena gekennzeichnet.
