Trockenheit, Bayern

Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 18:19 Uhr, dpa.de

Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.

Die Trockenheit lässt in München den Wasserverbrauch steigen. Nun reagiert die Stadt mit Verboten. (Symbolbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
Die Trockenheit lässt in München den Wasserverbrauch steigen. Nun reagiert die Stadt mit Verboten. (Symbolbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Wegen drohender Knappheit schränkt die Stadt München den Wasserverbrauch ein. Laut einer ab sofort gültigen Allgemeinverfügung dürfen etwa private Pools nicht mehr befüllt werden. Auch das Rasensprengen und das Abpumpen von Wasser aus Seen und Flüssen sind verboten. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Die Anordnung gilt auch für sieben Umlandgemeinden, die von den Münchner Stadtwerken mitversorgt werden: Aschheim, Garching, Neubiberg, Neuried, Oberschleißheim, Unterföhring und Unterhaching, wie das Landratsamt des angrenzenden Kreises München mitteilte.

Verbote und Ausnahmen

Zu den Verboten gehören:

  • die Entnahme von Wasser zum Befüllen und Betrieb von privaten Pools und Badebecken, Springbrunnen, Wasserspielanlagen und Wassertonnen
  • das Gießen und die Beregnung von privat genutzten Haus- und Kleingärten oder Schrebergärten (zum Beispiel Gehölze, Hecken, Stauden, Beete, Zierpflanzen) in der Zeit von 09.00 bis 19.00 Uhr; die Bewässerung von Rasenflächen und sonstigen Grünflächen, soweit diese nicht einer gewerblichen oder öffentlichen Nutzung dienen (ausgenommen sind Sportplätze, land- und forstwirtschaftliche Flächen sowie Friedhöfe) 
  • das Waschen von privaten Fahrzeugen außerhalb gewerblicher Waschanlagen
  • das Abspritzen oder Bewässern (etwa mit Hochdruckreinigern) von privat genutzten Terrassen, Wänden, Straßen, Dächern, Hof- und Wegflächen
  • die Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern im Stadtgebiet München für die oben genannten Zwecke - ausgenommen ist unter anderem die Entnahme zum Tränken von Vieh und für den Bedarf in der Landwirtschaft sowie Entnahmen, bei denen das entnommene Wasser vollständig wieder in das Gewässer zurückgeleitet wird.

Die Verfügung gilt bis zum 1. August 2026, es sei denn, sie wird vorher widerrufen. Eine Verlängerung ist bei andauernder Trockenheit möglich.

Nicht ausreichend Regen in Sicht

Zuletzt ist der Wasserverbrauch in München nach Angaben eines Sprechers auf mehr als 360 Millionen Liter pro Tag gestiegen. Der Durchschnittswert liegt demnach normalerweise bei 300 Millionen Liter. Die für die kommenden Tage vorhergesagten Niederschläge dürften nicht ausreichen, um die Wassersituation zu entspannen.

«Nach einem außergewöhnlich trockenen Winter und Frühling sind die vorhandenen Ressourcen der Wasserversorgung Münchens derzeit äußerst strapaziert», sagte Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne). Deshalb habe er in Abstimmung mit dem Referat für Klima- und Umweltschutz (RKU) und den Stadtwerken entschieden, verpflichtende Sparmaßnahmen zu ergreifen. 

Krause appellierte an die Bürger, «sich an die Regeln zu halten, damit sich die Grundwasserpegel erholen. Wasser ist unser kostbarstes Lebensmittel, lassen Sie uns damit sorgsam umgehen».

Ende Juni hatte die Stadt Landau an der Isar in Niederbayern bereits ein Bewässerungsverbot erlassen. Zahlreiche weitere Kommunen im Freistaat forderten ihre Bürger zum Wassersparen auf. Im Landkreis München gibt es derzeit keine Beschränkungen, doch forderte auch das Landratsamt die Bevölkerung zum Wassersparen auf.

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