El Castillo Chichen Itza: Die Pyramide, in der Zeit und Schatten erzählen
20.05.2026 - 03:15:23 | ad-hoc-news.deWenn die Sonne über der Halbinsel Yucatán steht und sich die Schatten langsam über die Stufen von El Castillo Chichen Itza schieben, scheint die Pyramide selbst zu atmen. El Castillo, sinngemäß „das Schloss“, wirkt aus der Nähe weniger wie ein Schloss als wie eine steinerne Maschine, die Zeit, Himmel und Mythos der Maya in sich bündelt – und genau das macht sie heute zu einem der eindrucksvollsten Wahrzeichen Mexikos.
El Castillo Chichen Itza: Das ikonische Wahrzeichen von Chichen Itza
El Castillo Chichen Itza ist die wohl berühmteste Stufenpyramide der Maya-Welt und das markante Zentrum der archäologischen Zone Chichén Itzá auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Die Anlage gehört seit 1988 zum UNESCO-Welterbe; das Mexikanische Kulturministerium und die UNESCO bezeichnen sie übereinstimmend als Schlüsselmonument der präkolumbischen Hochkultur in Mesoamerika. Millionen Besucherinnen und Besucher aus aller Welt – darunter jedes Jahr zahlreiche Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – kommen hierher, um diese außergewöhnliche Verbindung von Architektur, Astronomie und religiöser Symbolik zu erleben.
Die Atmosphäre auf dem zentralen Platz ist eigen: früh am Morgen liegt noch feuchte Tropenluft über der Landschaft, die Pyramide hebt sich hell und kantig vom tiefgrünen Urwald ab. Später am Tag flirrt die Hitze, und die kalksteinernen Stufen reflektieren das Licht so stark, dass man instinktiv langsamer geht. Viele Reiseführer beschreiben El Castillo als Herz der Anlage – archäologisch betrachtet war der Bau aber eher ein ritueller Kalender und Tempel für den gefiederten Schlangengott Kukulcán (im Aztekischen Quetzalcóatl).
Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) und das Reisemagazin GEO nennen Chichén Itzá seit Jahren eines der wichtigsten Fernreiseziele deutscher Mexiko-Urlauber. Die Pyramide selbst wurde 2007 in einer internationalen Publikumsabstimmung zu einem der „Neuen sieben Weltwunder“ gewählt – ein populärer, wenn auch nicht wissenschaftlicher Titel, der ihren weltweiten Bekanntheitsgrad deutlich gesteigert hat.
Geschichte und Bedeutung von El Castillo
ChichĂ©n Itzá war zwischen grob dem 7. und 13. Jahrhundert n. Chr. ein bedeutendes politisches, religiöses und wirtschaftliches Zentrum der Maya auf Yucatán. Nach Angaben des mexikanischen Instituts fĂĽr Anthropologie und Geschichte INAH (Instituto Nacional de AntropologĂa e Historia) und des UNESCO World Heritage Centre entstand El Castillo – auch „Templo de Kukulcán“ genannt – in seiner heute sichtbaren Form wahrscheinlich zwischen dem 11. und frĂĽhen 12. Jahrhundert. Damit ist die Pyramide deutlich älter als etwa das Brandenburger Tor in Berlin (eingeweiht 1791), aber jĂĽnger als frĂĽhe Maya-Städte wie Tikal in Guatemala.
Die Maya waren kein einheitliches Reich, sondern ein Geflecht aus Stadtstaaten mit eigenen Herrscherdynastien. Chichén Itzá gilt nach heutigem Forschungsstand als Zentrum einer regionalen Macht, die Handelsnetze bis in andere Regionen Mesoamerikas pflegte. Archäologische Funde zeigen Einflüsse aus Zentralmexiko, was in der Fachliteratur oft mit Kontakten zur Toltekenstadt Tula in Verbindung gebracht wird. Sowohl UNESCO als auch der britische Encyclopaedia Britannica betonen, dass El Castillo stilistische Elemente aufweist, die an zentrale mexikanische Kultbauten erinnern, etwa Schlangenskulpturen und kriegerische Relieffiguren.
Die religiöse Bedeutung der Pyramide ist eng mit dem Gott Kukulcán verbunden, einer Erscheinungsform des gefiederten Schlangengottes, der bei verschiedenen mesoamerikanischen Kulturen eine zentrale Rolle spielte. Dem INAH zufolge war El Castillo nicht nur Tempel, sondern auch Inszenierungsraum für rituelle Handlungen, zu denen vermutlich Prozessionen, Opfergaben und astronomisch ausgerichtete Feste gehörten. Die präzise Ausrichtung der Struktur auf die Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen legt nahe, dass Priester hier den Jahreslauf beobachteten und daraus Termine für Landwirtschaft und religiöse Feste ableiteten.
Historiker und Archäologen weisen darauf hin, dass die heute sichtbare Pyramide nicht der erste Bau an dieser Stelle ist. Im Inneren von El Castillo befindet sich eine ältere, kleinere Pyramide mit einem eigenen Tempel und einer Chac-Mool-Figur (liegende Opferträger-Skulptur), wie Ausgrabungen des INAH gezeigt haben. Diese „Pyramide in der Pyramide“ ist vergleichbar mit dem Prinzip immer wieder überbauter Kirchen in Europa – ähnlich wie mittelalterliche Kirchen in Deutschland oft über älteren Sakralbauten errichtet wurden.
Ab ungefähr dem 13. Jahrhundert verlor Chichén Itzá an Bedeutung; bis zur Ankunft der Spanier im 16. Jahrhundert war der Ort wohl bereits politisch entmachtet, aber religiös weiterhin bedeutend. Koloniale Quellen der Spanier erwähnen die Ruinen und berichten von fortdauernden Pilgertraditionen. Dennoch geriet der Ort in Europa lange in Vergessenheit, bevor im 19. Jahrhundert erste Reiseberichte und Zeichnungen – unter anderem von John Lloyd Stephens und Frederick Catherwood – das Interesse westlicher Öffentlichkeit weckten. Systematische archäologische Forschung erfolgte dann vor allem im 20. Jahrhundert.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Auf den ersten Blick wirkt El Castillo Chichen Itza wie eine klassische Stufenpyramide mit vier Seiten und einem Tempel obenauf. Bei näherem Hinsehen offenbart sich jedoch eine Fülle von Details, die den Bau zu einem außergewöhnlichen Beispiel präkolumbischer Architektur machen. Nach Angaben von INAH und UNESCO ist die Pyramide rund 24–30 m hoch (inklusive des Tempels auf der Spitze), die quadratische Basis misst etwa 55–60 m pro Seite. Damit ist sie nicht so hoch wie etwa der Kölner Dom (157 m), wirkt in der offenen Landschaft Yucatáns aber monumental.
Das wohl bekannteste Detail sind die Stufen: Jede der vier Seiten besitzt eine Treppe mit 91 Stufen; zusammen mit der oberen Plattform ergibt das 365 Stufen – eine Zahl, die allgemein als bewusster Verweis auf die Tage eines Sonnenjahres interpretiert wird. Dieser Zusammenhang wird sowohl vom UNESCO World Heritage Centre als auch von populärwissenschaftlichen Darstellungen in GEO und dem National Geographic hervorgehoben. Die Pyramide fungiert damit als steinerne Manifestation eines Kalenders, was ihre astronomische Funktion zusätzlich unterstreicht.
Berühmt sind auch die Licht- und Schattenspiele zur Tagundnachtgleiche (ungefähr um den 20. März und 22. September). In den späten Nachmittagsstunden entsteht an diesen Tagen an der Nordwesttreppe ein Effekt, bei dem sich die Schatten der Stufen wie der Körper einer Schlange entlang des Treppenaufgangs zu den mächtigen Schlangenköpfen am Fuß der Pyramide bewegen. Das INAH und mehrere wissenschaftliche Publikationen beschreiben dies als gezielt geplantes Schauspiel, mit dem die „Ankunft“ Kukulcáns symbolisch dargestellt wurde. Viele Besucherinnen und Besucher reisen speziell zu diesen Daten an, um das Phänomen zu beobachten – ein Ereignis, das allerdings heute aus Sicherheits- und Naturschutzgründen stärker reguliert ist als noch vor einigen Jahrzehnten.
Ein weiteres viel diskutiertes Phänomen sind die Akustik-Effekte. Wer in einiger Entfernung vor der Treppe in die Hände klatscht, hört ein Echo, das von vielen Reisenden und einigen Forschenden als dem Ruf bestimmter Vögel ähnlich beschrieben wird. Akustikexperimente internationaler Forscherteams, über die auch Medien wie die BBC berichtet haben, legen nahe, dass die Geometrie und das Stufenprofil der Pyramide ungewöhnliche Klangreflexionen erzeugen. Ob diese Effekte bewusst gestaltet wurden oder ein beeindruckender „Nebeneffekt“ der Bauweise sind, bleibt allerdings umstritten.
Die künstlerische Ausgestaltung konzentriert sich auf Relieffelder, Schlangenskulpturen und den Tempel auf der Spitze. Die markanten Schlangenköpfe an der Basis der Haupttreppe sind sorgfältig gearbeitet und verweisen auf Kukulcán. Im Inneren der älteren Pyramide, die innerhalb von El Castillo liegt, wurden eine reich verzierte Kammer, eine rote Jaguarfigur und ein Chac-Mool gefunden. Diese Funde stützen die Deutung als bedeutender Kultort, an dem möglicherweise auch menschliche Opfer dargebracht wurden – eine Praxis, die verschiedene spanische Chronisten und archäologische Untersuchungen für mehrere Maya-Zentren nahelegen. Seriose Institutionen wie das INAH betonen jedoch, dass viele Details zu Umfang und Form solcher Rituale wissenschaftlich weiterhin diskutiert werden.
Bautechnisch nutzten die Maya in Chichén Itzá überwiegend lokal verfügbaren Kalkstein. Die Struktur ist als massive Kernpyramide mit Verkleidung angelegt, ähnlich wie viele spätklassische und postklassische Bauwerke Mesoamerikas. Anders als bei modernen Gebäuden existieren keine schriftlichen Baupläne; Wissen und Planung wurden mündlich und durch praktische Erfahrung weitergegeben. Für deutsche Leser ist der Vergleich mit gotischen Kathedralen hilfreich: Auch dort arbeiteten Generationen von Baumeistern nach tradierten Regeln, ohne moderne Statik, und schufen dennoch erstaunlich präzise und dauerhafte Monumente.
In der Gesamtanlage von Chichén Itzá ist El Castillo eingebettet in ein Netz weiterer bedeutender Bauten: den Großen Ballspielplatz, den „Kriegertempel“, den „Tempel der tausend Säulen“, das Observatorium „El Caracol“ und zahlreiche Plattformen, Palastbauten und Cenoten (kalksteinbedingte Einbruchlöcher, die mit Wasser gefüllt sind). UNESCO und INAH heben hervor, dass El Castillo und der nahe gelegene „Heilige Cenote“ wahrscheinlich durch rituelle Wege und symbolische Achsen miteinander verknüpft waren. So entsteht ein Gesamtbild einer zeremoniellen Landschaft, in deren Zentrum die Pyramide als sichtbare Verbindung zwischen Unterwelt, Erde und Himmel stand.
El Castillo Chichen Itza besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise
Chichén Itzá liegt im Bundesstaat Yucatán auf der Halbinsel Yucatán, etwa 120–130 km östlich von Mérida und rund 190–200 km westlich von Cancún. Für Reisende aus Deutschland sind die internationalen Flughäfen Cancún (CUN) und Mérida (MID) die üblichen Einstiegspunkte. Nonstop-Flüge von Frankfurt oder München nach Cancún dauern in der Regel etwa 11–12 Stunden; je nach Saison bieten Lufthansa und andere Fluggesellschaften Direktverbindungen an, wie unter anderem die Deutsche Zentrale für Tourismus und große deutsche Reiseveranstalter in ihren Informationen ausführen. Von Cancún aus sind es mit dem Auto oder Bus etwa 2,5–3 Stunden Fahrt nach Chichén Itzá, die Straße ist gut ausgebaut (teilweise mautpflichtige Schnellstraße). Auch von Mérida aus verkehren regelmäßig Busse, und viele Hotels an der Riviera Maya organisieren Tagesausflüge. - Öffnungszeiten
Die archäologische Zone Chichén Itzá ist nach Informationen des INAH und mexikanischer Tourismusbehörden üblicherweise täglich geöffnet, meist von morgens bis zum späten Nachmittag. Da sich Öffnungszeiten aus organisatorischen und saisonalen Gründen ändern können, sollten sie vor dem Besuch immer direkt bei der offiziellen Verwaltung von Chichén Itzá oder über die Tourismusbehörden von Yucatán beziehungsweise Mexiko geprüft werden. Wichtig: Der Zugang auf die Pyramide selbst ist seit mehreren Jahren aus Sicherheits- und Denkmalschutzgründen nicht mehr erlaubt; Besucher können El Castillo nur vom Boden aus umrunden. - Eintritt
Für den Besuch der archäologischen Zone wird eine Eintrittsgebühr erhoben, die sich aus einem Bundesanteil (INAH) und einem regionalen Beitrag des Bundesstaats Yucatán zusammensetzt. Genaue, tagesaktuelle Preise können schwanken und sollten deshalb auf der offiziellen Seite der Verwaltung oder bei lokalen Tourismusinformationen überprüft werden. Als grober Richtwert kann man für internationale Besucher mit einem zweistelligen Euro-Betrag rechnen, je nach Wechselkurs und Tarifstruktur. Zu beachten ist, dass zusätzliche Gebühren für Parkplätze oder bestimmte Dienstleistungen anfallen können. Zahlungen werden in der Regel in mexikanischen Pesos (MXN) akzeptiert; an den Kassen sind oft auch Kartenzahlungen möglich, doch empfiehlt es sich, ausreichend Bargeld dabei zu haben. - Beste Reisezeit und Tageszeit
Das Klima auf Yucatán ist tropisch-warm. Die „Trockenzeit“ mit vergleichsweise angenehmeren Temperaturen und geringerer Luftfeuchtigkeit dauert grob von November bis April, während von Juni bis Oktober Regenzeit mit möglichen Stürmen und höherer Luftfeuchtigkeit herrscht. Deutsche Reisemagazine wie das ADAC Reisemagazin und GEO empfehlen häufig die Monate Dezember bis März als besonders angenehm. Wer große Menschenmengen vermeiden möchte, sollte Wochenenden, nationale Feiertage in Mexiko sowie die Tage um die Tagundnachtgleichen meiden, an denen erfahrungsgemäß sehr viele Besucher anreisen. Innerhalb eines Tages sind die frühen Morgenstunden kurz nach Öffnung meist am ruhigsten; außerdem sind Hitze und UV-Strahlung dann weniger intensiv. Mittags kann es sehr heiß werden, Temperaturen über 30 °C sind häufig. - Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Kleidung, Fotos
In touristischen Gebieten wie Chichén Itzá sprechen viele Mitarbeitende und ein Großteil der Guides zumindest grundlegendes Englisch; Spanisch ist natürlich die Landessprache. Deutschsprachige Führungen werden gelegentlich durch spezialisierte Agenturen angeboten, sollten aber bei Bedarf im Voraus organisiert werden. Bei der Bezahlung werden internationale Kreditkarten (Visa, Mastercard) weit verbreitet akzeptiert; Girocard (ehemals EC-Karte) funktioniert außerhalb Europas nicht immer zuverlässig. Es ist sinnvoll, einen Teil der Ausgaben in bar in Pesos zu planen, insbesondere für kleine Händler, Souvenirstände oder Trinkgelder.
Im Gastronomie- und Servicebereich sind in Mexiko Trinkgelder von rund 10–15 % üblich, ähnlich der Praxis in anderen amerikanischen Ländern. Für lokale Guides, die eine gute Führung durch Chichén Itzá anbieten, ist ein Extra-Trinkgeld ebenfalls verbreitet. Kleidung sollte leicht, atmungsaktiv und sonnengerecht sein: Hut oder Kappe, Sonnenbrille und Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor sind empfehlenswert. Bequeme, geschlossene Schuhe helfen beim Laufen über unebenen Boden. Fotografieren ist im Außenbereich in der Regel erlaubt; für professionelle Ausrüstung oder kommerzielle Nutzung können jedoch Genehmigungen und Gebühren anfallen. Drohnenflüge sind in vielen mexikanischen archäologischen Zonen streng reglementiert oder untersagt – aktuelle Regelungen sollten vorab geprüft werden. - Gesundheit, Sicherheit und Einreisebestimmungen
Für europäische Besucher ist Mexiko ein Fernreiseziel, bei dem eine Auslandskrankenversicherung dringend zu empfehlen ist. Die ärztliche Versorgung in touristischen Zentren ist grundsätzlich vorhanden, kann aber je nach Region variieren. Standardimpfungen sollten vor Reiseantritt überprüft sein; für spezifische Empfehlungen verweisen Institutionen wie das Robert Koch-Institut und reisemedizinische Beratungsstellen auf aktualisierte Hinweise. In der Region Yucatán gelten die touristischen Zonen wie Cancún, Mérida und Chichén Itzá nach Einschätzung vieler Reiseveranstalter als vergleichsweise sicher; dennoch sollten übliche Vorsichtsmaßnahmen gegen Diebstahl und Betrug beachtet werden.
Deutsche Staatsbürger benötigen für touristische Aufenthalte von begrenzter Dauer in Mexiko in der Regel kein Visum, müssen aber über ein gültiges Reisedokument verfügen. Da sich Einreisebestimmungen und -formalitäten ändern können, sollten deutsche, österreichische und Schweizer Staatsbürger die aktuellen Hinweise beim Auswärtigen Amt beziehungsweise den zuständigen Außenministerien unter auswaertiges-amt.de und den entsprechenden nationalen Seiten vor der Reise prüfen. Chichén Itzá liegt in der Zeitzone „Zona Sureste“, die in der Regel mehrere Stunden hinter Mitteleuropa liegt; die exakte Zeitverschiebung hängt von Jahreszeit und eventuellen Zeitumstellungen ab, weshalb ein aktueller Blick auf die Weltuhr vor der Reise sinnvoll ist.
Warum El Castillo auf jede Chichen Itza-Reise gehört
Für viele Reisende ist der erste Blick auf El Castillo Chichen Itza ein Moment, der sich tief einprägt. Die Pyramide wirkt zugleich vertraut – dank unzähliger Fotos in Reisekatalogen und Social Media – und überraschend, weil ihre Präsenz und Größe in der realen Landschaft eine andere, körperliche Erfahrung vermittelt. Gerade für Menschen aus Deutschland, wo antike Monumente meist römisch oder mittelalterlich geprägt sind, eröffnet sich hier eine ganz andere Zeitschicht der Menschheitsgeschichte.
Wer Chichén Itzá besucht, erlebt nicht nur ein einzelnes Monument, sondern eine verdichtete Begegnung mit der Welt der Maya. Der Rundgang lässt sich gut so planen, dass El Castillo als wiederkehrender Orientierungspunkt immer wieder ins Blickfeld rückt: vom Ballspielplatz aus, von den Säulenhallen des Kriegertempels, von den kleineren Plattformen und Cenoten. Viele Besucherinnen und Besucher empfinden die Pyramide als ruhenden Pol, der auch dann noch wirkt, wenn man sich gerade mit anderen Bauten beschäftigt.
Aus kulturhistorischer Perspektive ist El Castillo auch deshalb so eindrucksvoll, weil sich hier mehrere Ebenen überlagern: religiöse Symbolik, astronomisches Wissen, politische Repräsentation und die technische Meisterschaft der Maya-Baumeister. Fachleute wie die Archäologinnen und Archäologen des INAH betonen, dass die Anlage nicht als „rätselhafte Hinterlassenschaft“ einer verschwundenen Kultur zu verstehen ist, sondern als Ausdruck einer hochentwickelten Gesellschaft mit klaren Strukturen und komplexem Weltbild. Wer sich vor Ort auf eine Führung einlässt, erfährt oftmals deutlich mehr über diese Hintergründe als durch bloßes Betrachten.
Auch emotional ist El Castillo für viele Reisende ein Höhepunkt einer Mexiko-Reise. Das Zusammenspiel aus Licht, Hitze, tropischer Vegetation und der Stille, die trotz vieler Besucher in manchen Momenten spürbar ist, sorgt für eine Atmosphäre, die sich schwer in Fotos einfangen lässt. Am späteren Nachmittag, wenn die Reisegruppen langsam abziehen und die Schatten länger werden, wirkt die Pyramide noch einmal anders: weniger Postkartenmotiv, mehr archaische Präsenz.
Praktisch lässt sich der Besuch gut in eine Rundreise einbauen. Viele Deutsche kombinieren Chichén Itzá mit Badeurlaub an der Riviera Maya oder mit weiteren archäologischen Stätten wie Tulum, Cobá oder Uxmal. Wer etwas mehr Zeit hat, kann auch in einem der Hotels in der Nähe der Ruinen übernachten; so lässt sich der frühe Morgen mit wenigen Besuchern nutzen. Einige Unterkünfte bieten besondere Programme rund um Maya-Kultur, Küche und Handwerk an, was einen zusätzlichen, authentischen Einblick ermöglicht.
Aus Nachhaltigkeitssicht lohnt sich ein bewusster Umgang mit dem UNESCO-Welterbe: Die mexikanischen Behörden betonen immer wieder, wie wichtig der Schutz der empfindlichen Strukturen ist. Das Betreten der Pyramide ist heute nicht mehr erlaubt, genau wie das Klettern auf viele andere Bauten. Für Reisende aus Deutschland ist dies vielleicht zunächst ungewohnt, da an manchen historischen Orten in Europa das Betreten erlaubt ist. Doch trägt jeder Schritt weniger auf dem Stein zum Erhalt dieses einmaligen Kulturerbes für kommende Generationen bei.
El Castillo Chichen Itza in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂĽcke
In den sozialen Medien ist El Castillo Chichen Itza längst ein globaler Star: Von Sonnenaufgangsfotos über Drohnenperspektiven (sofern genehmigt) bis hin zu Zeitrafferaufnahmen der Tagundnachtgleiche – Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube sind voller Eindrücke, die viele Menschen überhaupt erst auf die Idee bringen, nach Yucatán zu reisen.
El Castillo Chichen Itza — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu El Castillo Chichen Itza
Wo liegt El Castillo Chichen Itza genau?
El Castillo steht im Zentrum der archäologischen Zone Chichén Itzá auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko, im Bundesstaat Yucatán. Die nächstgelegene größere Stadt ist Valladolid, etwa eine Autostunde entfernt, größere Verkehrsknotenpunkte sind Cancún und Mérida.
Wie alt ist El Castillo und wer hat die Pyramide gebaut?
El Castillo wurde wahrscheinlich im 11. oder frühen 12. Jahrhundert von den Maya errichtet, also vor rund 900 Jahren. Unter der heute sichtbaren Pyramide liegt eine ältere Struktur, sodass der Ort als Kultplatz noch weiter zurückreicht. Konkrete Namen einzelner Baumeister sind nicht überliefert; die Pyramide ist das Werk spezialisierter Maya-Handwerker und Priestereliten.
Darf man El Castillo heute noch besteigen?
Nein. Aus Gründen des Denkmalschutzes und der Sicherheit ist das Betreten und Besteigen von El Castillo seit mehreren Jahren nicht mehr erlaubt. Besucher können die Pyramide aus verschiedenen Blickwinkeln vom Boden aus betrachten und fotografieren.
Was macht El Castillo Chichen Itza so besonders im Vergleich zu anderen Pyramiden?
El Castillo ist besonders wegen seiner symbolischen Verknüpfung von Architektur und Astronomie: 365 Stufen verweisen auf das Sonnenjahr, zur Tagundnachtgleiche erzeugen Licht und Schatten die Illusion einer herabgleitenden Schlange. Zusätzlich beeindrucken Akustik-Effekte, die Einbettung in eine große Zeremonialanlage und der sehr gute Erhaltungszustand.
Wann ist die beste Zeit fĂĽr einen Besuch aus Deutschland?
Aus klimatischer Sicht gelten die Monate Dezember bis März als besonders angenehm, weil es etwas kühler und trockener ist. Wer Hitze und große Menschenmengen meiden möchte, sollte möglichst früh am Tag kommen und Schulferien, Feiertage sowie die Tage um die Tagundnachtgleiche berücksichtigen, an denen viele zusätzliche Besucher vor Ort sind.
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