Ellora Caves: Felsentempel zwischen Buddhismus, Hinduismus und Jainismus
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 12:46 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Ellora Caves bei Aurangabad in Indien sind ein aus dem Basaltfels geschlagenes Tempel- und Klosterensemble, in dem buddhistische, hinduistische und jainistische Heiligtümer dicht nebeneinander liegen. Die Anlage entstand zwischen dem 6. und dem 10. Jahrhundert und gehört als UNESCO-Welterbestätte zu den eindrucksvollsten Beispielen indischer Felsarchitektur.
Ellora Caves: Tempelstadt im Basaltfelsen
Die Ellora Caves liegen im District Aurangabad im indischen Bundesstaat Maharashtra, nördlich der Stadt Aurangabad und nahe dem Dorf Ellora. Die Heiligtümer sind in eine hohe Basaltwand der Charanandri-Hügel beziehungsweise des Khuldabad-Steilhangs geschlagen und ziehen sich über mehrere Kilometer in Nord-Süd-Richtung entlang der Felsfront.Basaltwand der Charanandri-Hügel Die Felsfront bildet gewissermaßen die Rückwand einer ganzen Tempelstadt, deren Höhlenfassaden, Säulenvorhallen und freistehende Baukörper sich unmittelbar aus dem Fels heraus entwickeln.
Insgesamt sind bei Ellora 34 durchnummerierte Klöster und Tempel in den Fels geschnitten, die über eine Strecke von mehr als zwei Kilometern reichen.34 Felsentempel in Reihe Die buddhistischen Höhlen liegen im südlichen Abschnitt und umfassen einfache Meditationszellen ebenso wie mehrgeschossige Hallen mit Säulen und Stupas. Daran schließen sich im mittleren Teil die hinduistischen Höhlen an, während im Norden eine kleinere Gruppe jainistischer Heiligtümer folgt.Abfolge buddhistischer, hinduistischer und jainistischer Höhlen
Religionen im Fels: Buddhismus, Hinduismus und Jainismus
Die Ellora Caves sind besonders dadurch geprägt, dass hier drei große indische Religionsgemeinschaften in einem zusammenhängenden architektonischen Ensemble vertreten sind. Die buddhistischen Höhlen, die überwiegend aus dem 7. und frühen 8. Jahrhundert stammen, zeigen Wohn- und Versammlungsräume von Mönchsgemeinschaften mit schlichten Zellen und zentralen Stupas als Kultobjekten.Buddhistische Phase der Anlage In einigen dieser Höhlen sind Reliefs von Bodhisattvas und sitzenden Buddhas in Nischen und Wandfeldern erhalten.
Die hinduistischen Höhlen, deren Schwerpunkt in der Zeit der Rashtrakuta-Herrscher im 8. und 9. Jahrhundert liegt, sind stärker auf großformatige Kultbilder und plastische Szenen angelegt.Rashtrakuta-Herrscher und hinduistische Höhlen Sie zeigen Darstellungen von Shiva, Vishnu und anderen Gottheiten in komplexen Wandprogrammen und mehrschichtigen Reliefs, in denen mythologische Episoden, Tänzer, Wächterfiguren und Tiergestalten ineinander übergehen. Die jainistischen Höhlen im nördlichen Abschnitt stammen aus dem 9. und 10. Jahrhundert und sind kleiner, aber reich mit Figuren der Tirthankaras, mit dekorativen Kapitellen und feinen Reliefbändern ausgestattet.Jainistische Heiligtümer des nördlichen Abschnitts
Kailasa-Tempel: freistehender Monolith im Hof
Das spektakulärste Einzelbauwerk innerhalb der Ellora Caves ist der Kailasa-Tempel, der als Höhle 16 geführt wird. Er ist nicht als reiner Hohlraum in den Fels geschlagen, sondern als freistehender Tempelbau mit mehrgeschossiger Hauptstruktur, Umgänge, Hallen und Torbauten aus einem einzigen Basaltblock herausgearbeitet.Kailasa-Tempel als monolithischer Baukörper Der Tempel ist dem Gott Shiva in seiner Form als Herr des mythischen Berges Kailash geweiht und bildet das Zentrum eines großen Hofs, der seinerseits aus dem Fels gewonnen ist.
Der Kailasa-Tempel misst rund 90 Meter in der Länge und etwa 53 Meter in der Breite, während der den Bau umgebende Felsabbruch mehr als 30 Meter hoch ist.Maße des Kailasa-Tempels und des Felsens Seine Fassaden sind mit Reliefs überzogen, die Szenen aus der Shiva- und Vishnu-Tradition zeigen, darunter Prozessionen, Kampf- und Tanzdarstellungen sowie Architekturdetails in Miniaturform, die wie aufgesetzte kleine Tempel erscheinen. Die mehrschichtige Gestaltung des Baukörpers, die Kombination aus freistehendem Tempel, Hofanlagen und umgebenden Galerien macht Kailasa zu einem Schlüsselwerk der indischen Felsarchitektur.
Ellora Caves besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Ellora Caves liegen nordwestlich von Aurangabad im Bundesstaat Maharashtra; der Zugang erfolgt über Straßenverbindungen aus Aurangabad und über Zufahrten in Richtung des Dorfes Ellora.
- Das Gelände der Ellora Caves führt über unbefestigte Wege und Steinplatten entlang der Felsfront, mit zahlreichen Stufen zwischen Höhlenportalen und Hofbereichen, sodass ein Besuch Trittsicherheit und Bereitschaft zu kurzen Auf- und Abstiegen verlangt.
- In der Umgebung der Ellora Caves liegen weitere bedeutende Stätten der Region, darunter die Ajanta Caves nordöstlich von Aurangabad, die sich gut mit einem Besuch von Ellora kombinieren lassen.
- Amtssprachen des Bundesstaates Maharashtra sind Marathi und Hindi, gezahlt wird in Indischen Rupien.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Ellora Caves auf Social-Media-Plattformen
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Ellora Caves: häufige Fragen
Wo liegen die Ellora Caves?
Die Ellora Caves befinden sich im Bundesstaat Maharashtra in Indien, nordwestlich von Aurangabad in den Charanandri-Hügeln nahe dem Dorf Ellora.
Was bietet ein Besuch der Ellora Caves?
Ein Besuch der Ellora Caves führt durch eine Abfolge buddhistischer, hinduistischer und jainistischer Felsentempel und Klöster, mit reich reliefierten Wänden, Säulenhallen und dem freistehenden Kailasa-Tempel im Zentrum.
Was kennzeichnet die Ellora Caves besonders?
Besonders kennzeichnend für die Ellora Caves ist die Konzentration von 34 Felsheiligtümern verschiedener Religionen in einer einzigen Basaltwand, darunter der monolithische Kailasa-Tempel als herausragendes Werk der indischen Felsarchitektur.
