Ellora Caves, Aurangabad

Ellora Caves: Felsentempel zwischen Buddhismus, Hinduismus und Jainismus

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 11:37 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Ellora Caves bei Aurangabad in Indien vereinen buddhistische, hinduistische und jainistische Felsentempel zu einem einzigartigen Ensemble in Basaltfels.

Ellora Caves, Aurangabad, Indien, Illustration mit AI erstellt.
Ellora Caves, Aurangabad, Indien, Illustration mit AI erstellt.

Ellora Caves nördlich von Aurangabad in Indien bilden eines der eindrucksvollsten Ensembles von Felsentempeln weltweit und zeigen auf engem Raum die Architektur von Buddhisten, Hindus und Jains in einem gemeinsamen Basaltfelsen.

Religiöses Mosaik im Basaltfelsen

Die Ellora Caves liegen in den Charanandri- beziehungsweise Sahyadri-Hügeln des Bundesstaates Maharashtra, in einer basaltischen Felswand nordwestlich von Aurangabad. Die Anlage erstreckt sich entlang einer Kliffkante über mehr als zwei Kilometer, in die zahlreiche Höhlen und Tempel direkt in den Fels geschlagen wurden.Basaltische Felswand bei Aurangabad Das Ensemble umfasst mehrere Dutzend Klosteranlagen und Tempel, die sich wie eine Kette an der Felsfront entlangziehen und dabei eine nahezu lückenlose Abfolge von Bauwerken aus dem frühen und hohen Mittelalter des indischen Subkontinents bieten.

Besonders charakteristisch ist die Nachbarschaft von buddhistischen, hinduistischen und jainistischen Höhlenanlagen. Im südlichen Abschnitt befinden sich vor allem buddhistische Klöster mit Hallen, Pfeilern und Stupas, im mittleren Teil dominieren hinduistische Tempel, während im nördlichen Abschnitt jainistische Heiligtümer mit fein gearbeiteten Figuren liegen.Buddhistische, hinduistische und jainistische Höhlen Diese räumliche Abfolge macht vor Ort sichtbar, wie die verschiedenen Religionen über Jahrhunderte hinweg nebeneinander in denselben Fels gearbeitet wurden.

UNESCO-Welterbe und historische Einordnung

Ellora Caves sind seit 1983 als UNESCO-Welterbestätte eingetragen und werden als herausragendes Beispiel indischer Felsarchitektur gewürdigt.UNESCO-Eintragung 1983 Die Bauaktivitäten setzen im frühen 7. Jahrhundert ein und reichen bis mindestens ins 10. Jahrhundert, sodass die Anlage eine mehrere Jahrhunderte umfassende Bautätigkeit in einer einzigen Felswand dokumentiert.Bauzeit vom 6. bis 10. Jahrhundert In dieser Zeit wechselten Dynastien und religiöse Schwerpunktsetzungen, doch der Ort blieb ein Zentrum monumentaler Felsarchitektur.

Ein Höhepunkt des hinduistischen Abschnitts ist der berühmte Kailasa-Tempel, der als Höhle Nummer 16 geführt wird. Er wurde im 8. Jahrhundert während der Herrschaft des Rashtrakuta-Königs Krishna I geschaffen und gilt als größtes monolithisches hinduistisches Felsheiligtum von Ellora.Kailasa-Tempel unter Krishna I Der Tempel ist nicht in die Felswand hineingetrieben, sondern wie ein freistehender Baukörper aus dem umgebenden Basalt herausgearbeitet und zeigt Formen der südindischen, dravidischen Tempelarchitektur, die im Gestein umgesetzt wurden.

Architektur der Höhlen und des Kailasa-Tempels

Die buddhistischen Höhlen von Ellora umfassen unter anderem große Versammlungshallen mit steinernen Pfeilerreihen, aus dem Fels gearbeitete Stupas sowie mehrgeschossig wirkende Klosteranlagen, deren Räume durch Treppen und Korridore verbunden sind. Viele dieser Räume sind reich mit Reliefs geschmückt, die Buddhas, Bodhisattvas und Szenen aus der buddhistischen Tradition zeigen. Im Vergleich dazu weisen die hinduistischen Höhlen zahlreiche Götterfiguren, mythologische Darstellungen und aufwendig profilierte Säulen auf, während die jainistischen Höhlen besonders filigrane plastische Dekorationen an Pfeilern und Pilastern besitzen.

Der Kailasa-Tempel nimmt eine zentrale Position im hinduistischen Abschnitt ein und ist als aus dem Fels freigestellter Tempelkomplex bemerkenswert. Von der Kliffkante aus führt der Weg in einen abgesenkten Hof, in dem der Tempelbau auf einem Sockel steht, umgeben von weiteren Felsstrukturen und kleineren Schreinen. Die Außenwände und Säulen sind mit Darstellungen aus der Mythologie um Shiva und andere Götter versehen, während der innere Tempelraum einen Linga als Symbol Shivas beherbergt. In seiner Kombination aus großmaßstäblicher Felsbearbeitung, mehrteiliger Hofanlage und plastischer Detailfülle gilt Kailasa als eines der anspruchsvollsten Beispiele der Felsarchitektur des 8. Jahrhunderts in Indien.

Ellora Caves besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Ellora Caves liegen im Bundesstaat Maharashtra nordwestlich von Aurangabad, erreichbar über die Straße, die von Aurangabad in Richtung des Dorfes Ellora beziehungsweise Verul führt.
  • Das Gelände besteht aus einer ansteigenden Felswand mit Höhlen auf mehreren Ebenen, sodass der Besuch Treppen, Felsstufen und Wege über unebenes Terrain einschließt.
  • In der Umgebung von Ellora Caves liegen weitere historische Stätten wie die Ajanta Caves in größerer Entfernung sowie kleinere Heiligtümer und Dörfer entlang der Zufahrtsstraßen.
  • Amtssprache ist Hindi und Marathi, gezahlt wird in Indischen Rupien.
  • Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.

Ellora Caves auf Social-Media-Plattformen

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Ellora Caves: häufige Fragen

Wo liegen die Ellora Caves genau?

Die Ellora Caves befinden sich im Aurangabad-Distrikt des Bundesstaates Maharashtra in Indien, nördlich der Stadt Aurangabad in den Charanandri-Hügeln.

Was bietet ein Besuch der Ellora Caves?

Ein Besuch führt durch eine Reihe aus dem Basaltfels gearbeiteter buddhistischer, hinduistischer und jainistischer Höhlenanlagen, darunter den monumentalen Kailasa-Tempel als freigestellten Felsbau.

Was kennzeichnet Ellora Caves im Vergleich zu anderen Tempelstätten?

Ellora Caves zeichnen sich durch die Kombination mehrerer Religionen an einer gemeinsamen Felswand, die lange Bauzeit zwischen dem 6. und 10. Jahrhundert und den großen monolithischen Kailasa-Tempel im Zentrum des hinduistischen Abschnitts aus.

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