Himmelstempel Peking: Warum Tiantan Reisende aus Deutschland bis heute fasziniert
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 10:23 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)Im Morgendunst über Peking steigt der Klang von Tai-Chi-Musik in die klare Luft, während Sonnenstrahlen auf blau glasierte Dachziegel treffen: Der Himmelstempel Peking, auf Chinesisch Tiantan (wörtlich etwa „Altar des Himmels“), zeigt sich hier als perfekte Bühne aus Harmonie, Ritual und Architektur.
Wo einst Kaiser der Ming- und Qing-Dynastie für gute Ernten beteten, spazieren heute Peking-Bewohnerinnen und -Bewohner zwischen uralten Zypressen, während Besucher aus der ganzen Welt staunend die Symmetrie dieses gewaltigen Kulthofs erkunden.
Für Reisende aus Deutschland ist der Himmelstempel eines der sinnlichsten und zugleich erklärungsbedürftigsten Wahrzeichen Chinas – ein Ort, an dem sich Macht, Religion, Stadtleben und Welterbe auf engstem Raum überlagern.
Himmelstempel Peking: Das ikonische Wahrzeichen von Peking
Der Himmelstempel Peking gehört zu den eindrucksvollsten kaiserlichen Anlagen Chinas und ist seit den 1990er-Jahren als UNESCO-Welterbestätte anerkannt. Er liegt südlich der historischen Altstadt von Peking in einem weitläufigen Park, der heute gleichzeitig Kulturgelände, Naherholungsgebiet und Touristenmagnet ist. Für Peking spielt Tiantan eine ähnliche Rolle wie das Brandenburger Tor für Berlin: Es ist identitätsstiftendes Symbol und Kulisse zahlloser Stadtbilder.
Während die Verbotene Stadt als Sitz der kaiserlichen Macht im Zentrum des alten Pekings angelegt wurde, diente der Himmelstempel als spirituelles Gegenstück, in dem der Kaiser – im chinesischen Verständnis als „Sohn des Himmels“ – die Verbindung zwischen irdischer Ordnung und kosmischem Gleichgewicht sicherstellen sollte.
Der Komplex umfasst mehrere Hauptbauten, allen voran die Halle des Erntegebets, den kreisrunden Himmelsaltar und die Halle des Himmelsgewölbes. Alle liegen in einem Parkareal, das deutlich größer ist als viele bekannte europäischen Schlossparks und von alten Zypressen- und Kiefernalleen durchzogen wird. Zwischen Ritualarchitektur und schattigen Wegen spielt sich ein lebendiger Alltag ab: Peking-Bewohner spielen hier Karten, tanzen, machen Gymnastik oder musizieren – ein eindrucksvoller Kontrast zur einst streng kontrollierten Sakralität.
Geschichte und Bedeutung von Tiantan
Tiantan wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts unter der Ming-Dynastie errichtet. Der Bau ist eng mit dem Kaiser Yongle verbunden, der auch die Verbotene Stadt und die Neuausrichtung Pekings zur Hauptstadt prägen ließ. Damit entstand ein zusammenhängendes System aus Residenz, Opferstätten und Achsen, das die politische und religiöse Ordnung im Raum sichtbar machte. Für Leserinnen und Leser aus Deutschland lässt sich die historische Dimension so einordnen: Die Anlage war bereits rund zwei Jahrhunderte alt, als in Berlin das barocke Stadtschloss in seiner bekannten Form Gestalt annahm.
Die ursprüngliche Funktion des Himmelstempels war klar definiert: Hier zelebrierte der Kaiser der Ming- und später der Qing-Dynastie Opferrituale für den Himmel, insbesondere zur Wintersonnenwende und zu Zeiten wichtiger landwirtschaftlicher Zyklen. Der Himmel wurde in der traditionellen chinesischen Weltordnung nicht als personaler Gott, sondern als höchste, abstrakte Ordnungsmacht verstanden. Der Kaiser galt als Mittler, dessen korrekt durchgeführte Riten Wohlstand, Stabilität und gute Ernten garantieren sollten.
Besonders wichtig waren die Zeremonien zur Sicherung der Getreideernten. In der Halle des Erntegebets bat der Kaiser um reiche Ernten und um Wohlstand für das Reich. Rituale waren hochgradig reglementiert: Kleidung, Opfergaben, musikalische Begleitung und Abläufe waren in detaillierten Ritualtexten festgelegt. Verstöße galten nicht nur als politisch heikel, sondern als kosmische Störung. Aus kulturhistorischer Sicht ist Tiantan damit ein Schlüsselort, um das Zusammenspiel von Religion, Herrschaft und Landwirtschaft im kaiserlichen China zu verstehen.
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert litt die Anlage unter Kriegsfolgen, Vernachlässigung und Plünderungen, etwa während des Zweiten Opiumkrieges und der Besetzung Pekings durch ausländische Truppen. Mit dem Ende des Kaiserreichs 1912 verloren auch die traditionellen Himmelsopfer ihre Funktion. Der Tempelbereich wurde schrittweise in einen öffentlichen Park umgewandelt, blieb aber zugleich nationale Erinnerungssphäre und Symbol der chinesischen Geschichte.
Nach der Gründung der Volksrepublik China begannen umfangreiche Restaurierungsarbeiten. Die historische Bedeutung des Ortes wurde zunehmend betont, und in den 1990er-Jahren erfolgte die Eintragung als UNESCO-Welterbe. In den offiziellen Begründungen wird hervorgehoben, dass Tiantan eine einzigartige Manifestation chinesischer Kosmologie, Architektur und Ritualpraxis darstellt, die in dieser Form weltweit ohne Entsprechung ist.
Heute ist der Himmelstempel nicht nur ein touristisches Highlight, sondern auch ein wichtiger Bezugspunkt für die chinesische Identität. Schulklassen, Familien und Reisegruppen aus allen Teilen des Landes besuchen Tiantan, um ein Gefühl für das alte kaiserliche Peking zu bekommen. Die UNESCO und internationale Fachleute betonen immer wieder die vorbildliche Integration der historischen Bauten in eine lebendige städtische Parklandschaft – ein Grund, warum der Ort als Welterbe nicht museal erstarrt, sondern im Alltag verankert bleibt.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Die Architektur des Himmelstempels folgt einer klaren Symbolik: Kreis und Quadrat, Blau und Rot, Dreizahl und Neunzahl sind durchgängig wiederkehrende Elemente. Der Kreis steht in der chinesischen Kosmologie für den Himmel, das Quadrat für die Erde. Diese Grundidee prägt die Gesamtanlage, aber auch Details wie die Form der Terrassen, die Anordnung der Steinplatten und die Farbgebung der Dachziegel.
Das bekannteste Bauwerk ist die Halle des Erntegebets (Gebetshalle für gute Ernten), ein dreigeschossiger, kreisrunder Holzbau auf einer dreifachen Marmorterrasse. Die Halle ist etwa so hoch wie ein mittleres Kirchturmgebäude in einer deutschen Kleinstadt und wirkt durch ihre harmonische Proportion und das tiefblaue Dach aus glasierten Ziegeln besonders eindrucksvoll. Im Inneren tragen 28 Säulen die Dachkonstruktion; traditionell werden sie mit den Monaten und Jahreszeiten in Verbindung gebracht, was die Rolle der Halle als Ort der Zeit- und Himmelsordnung unterstreicht.
Auffällig ist, dass die Halle trotz ihrer Größe ohne Metallnägel errichtet wurde – ein Meisterstück klassischer chinesischer Zimmermannskunst. Holzverbindungen, aufwendige Zapfungen und geschichtete Tragwerke bilden das statische Rückgrat. Fachleute für historische Holzarchitektur verweisen regelmäßig darauf, dass solche Konstruktionen nur durch Präzision in der Ausführung sowie die bewusste Einplanung von Elastizität erdbebensicher wurden.
Ein weiterer Höhepunkt der Anlage ist der Runde Himmelsaltar, eine kreisrunde, dreistufige Marmorplattform ohne Überdachung. Auf den ersten Blick wirkt sie schlicht, doch die Zahlensymbolik ist ausgeprägt: Die Stufen, Balustraden und Steinplatten sind nach der Zahl neun und ihren Vielfachen organisiert, weil neun in der chinesischen Tradition für kaiserliche Vollendung steht. In der Mitte befindet sich die „Himmelsplatte“, auf der der Kaiser während bestimmter Rituale stand. Besucherinnen und Besucher erleben hier oft ein besonderes Echo, wenn sie in der Mitte sprechen – ein Effekt, der zwar physikalisch erklärbar ist, aber zur Aura des Ortes beiträgt.
Zwischen Himmelsaltar und den Hallen liegt die berühmte Echo-Mauer der Halle des Himmelsgewölbes. Diese kreisrunde Mauer umschließt einen Hof, in dem einst wichtige Ritualgeräte aufbewahrt wurden. Durch die Form und Materialität der Mauer soll ein Flüstern an einem Ende nach traditionellen Beschreibungen am anderen Ende hörbar sein. In der Praxis dämpfen heute meist Besucherlärm und Eingriffe in den Hof diesen Effekt, dennoch bleibt die Echo-Mauer eines der bekanntesten Beispiele chinesischer Architekturakustik.
Die Farbgestaltung folgt dem klassischen Drei-Farben-Schema: Blau für den Himmel, Rot für Glück und Macht, Gold für kaiserliche Würde. Auf den Dächern finden sich Drachen und Phönixe, in den Holzschnitzereien Wolken- und Pflanzenmotive, die den himmlischen Charakter betonen. Kunsthistoriker weisen darauf hin, dass Tiantan zwar reich dekoriert ist, aber weniger überladen wirkt als manche Palastbereiche der Verbotenen Stadt – eine bewusste Konzentration auf rituelle Klarheit.
Auch die Parklandschaft spielt eine Rolle: Der Himmelstempel-Park ist in Ost-West- und Nord-Süd-Achsen gegliedert, entlang derer sich geometrisch gepflanzte Baumalleen und offene Wiesenflächen abwechseln. Die uralten Zypressen – viele von ihnen mehrere Jahrhunderte alt – sind ebenso Teil des Denkmals wie die Stege, Mauern und Tore. Landschaftsarchitekten betonen, dass Tiantan ein frühes Beispiel für die Verschränkung von Architektur und gestalteter Natur ist, vergleichbar mit europäischen Schlossparks, aber mit deutlich stärkerer symbolischer Aufladung.
Himmelstempel Peking besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise innerhalb Pekings: Der Himmelstempel liegt im südöstlichen Innenstadtbereich Pekings, im Stadtbezirk Dongcheng. Der Haupteingang befindet sich nahe der großen Verkehrsachse Tiantan Road. Viele deutsche Besucher nutzen die U-Bahn: Typischerweise werden Stationen auf einer der zentralen Linien angesteuert, von denen aus der Tempelpark in wenigen Gehminuten erreichbar ist. Taxis und Fahrdienste sind ebenfalls verbreitet und vergleichsweise günstig, wobei bei starkem Verkehr längere Fahrzeiten einkalkuliert werden sollten.
- Anreise aus Deutschland: Von Deutschland aus ist Peking in der Regel per Direktflug oder mit einmaligem Umstieg über große internationale Drehkreuze erreichbar. Von Frankfurt am Main, München oder Berlin dauern Nonstop-Flüge im Durchschnitt rund 9–10 Stunden, je nach Route und Wind. Reisende aus Österreich (Wien) und der Schweiz (Zürich) finden meist ähnliche Verbindungsmuster. Zugreisen aus Europa nach China sind prinzipiell möglich, erfordern aber mehrere Umstiege und deutlich längere Reisezeiten. Für die meisten Urlauber aus der DACH-Region ist daher das Flugzeug die praktische Option.
- Zeitzone und Zeitverschiebung: Peking liegt in der Zeitzone China Standard Time. Der Zeitunterschied zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) beträgt in der Regel +7 Stunden, zur Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) +6 Stunden. Das bedeutet: Wenn es in Berlin 12:00 Uhr mittags ist, ist es in Peking je nach Jahreszeit bereits 18:00 oder 19:00 Uhr.
- Öffnungszeiten: Der Himmelstempel-Park ist ganzjährig für Besucher geöffnet, die konkreten Öffnungszeiten können jedoch saisonal variieren und sich auf Park und Hallen unterschiedlich auswirken. Häufig öffnen Parkanlagen in Peking am frühen Morgen und schließen am Abend, während Innenbereiche wie die Hallen des Himmelstempels eigene Zeitfenster haben. Da sich Regelungen ändern können, sollten Reisende die aktuellen Öffnungszeiten unmittelbar vor dem Besuch auf den offiziellen Informationsseiten des Parks oder bei örtlichen Touristeninformationen prüfen. Eine zeitlose Empfehlung ist, den Besuch eher auf den frühen Morgen oder den späten Nachmittag zu legen, um Gruppenandrang und sommerliche Hitze zu vermeiden.
- Eintrittspreise: Für den Himmelstempel wird üblicherweise zwischen einem Basis-Ticket für den Park und Kombitickets inklusive wichtiger Hallen differenziert. Üblicherweise liegen die Preise umgerechnet in einem Bereich, den viele Deutschlandreisende als moderat empfinden. Die Bezahlung erfolgt vor Ort meist in der Landeswährung Renminbi (Yuan). Für eine grobe Orientierung können Reisende mit einem Betrag im Bereich weniger Euro für Parkeintritt rechnen, zuzüglich eines Aufpreises für den Zugang zu den zentralen Bauwerken. Da Eintrittspreise angepasst werden können, empfiehlt sich vor Reiseantritt ein Blick auf aktuelle Informationen offizieller Stellen oder etablierter Reiseverlage; Online-Kurse zu Währungen zeigen zudem, dass Wechselkurse schwanken, sodass Euro-Angaben immer nur als Annäherung zu verstehen sind.
- Beste Reisezeit: Für einen Besuch des Himmelstempels gelten Frühjahr und Herbst als besonders angenehm. Im Frühling (etwa März bis Mai) sind die Temperaturen meist mild, der Park beginnt zu grünen, und Smoglagen können – je nach Jahr – etwas geringer ausfallen als im Winter. Im Herbst (September bis Oktober) lockt klares Licht, oft trockene Luft und eine stabile Wetterlage. Der Sommer kann sehr heiß und schwül werden, mit Temperaturen deutlich über 30 °C, während der Winter trocken und kalt ist. Wer Menschenmengen meiden möchte, sollte chinesische Feiertage wie das Neujahrsfest und die „Goldene Woche“ rund um den Nationalfeiertag meiden, da dann Millionen Menschen unterwegs sind.
- Sprache und Kommunikation: In Peking ist Hochchinesisch (Mandarin) die vorherrschende Alltagssprache. Englisch wird vor allem in touristischen Bereichen, Hotels der mittleren und höheren Kategorie und bei jüngeren Menschen gesprochen. Im Himmelstempel sind Beschilderungen, insbesondere an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, meist auch auf Englisch vorhanden. Deutschsprachige Beschriftungen sind selten, daher sind ein kleiner Sprachführer, eine Übersetzungs-App oder Karten mit chinesischen Schriftzeichen hilfreich, um taxi- oder busfreundliche Adressen vorzuzeigen.
- Zahlungsmittel und Trinkgeld: China hat in den vergangenen Jahren sehr stark auf mobile Bezahlsysteme gesetzt. Viele Einheimische zahlen alltägliche Ausgaben mit Apps wie Alipay oder WeChat Pay. Internationale Zahlungskarten (Kreditkarten) werden in Hotels, größeren Restaurants und bei vielen offiziellen Ticketschaltern akzeptiert, im Alltag ist aber weiterhin Bargeld in Landeswährung sinnvoll. Girocards aus Deutschland funktionieren nicht überall, weshalb eine Kreditkarte und etwas Bargeld empfehlenswert sind. Die Trinkgeldkultur unterscheidet sich von der in Deutschland: In vielen einfachen Restaurants und bei alltäglichen Dienstleistungen ist Trinkgeld nicht üblich, in touristisch geprägten Kontexten, bei privaten Reiseführern oder im gehobenen Hotelbereich wird ein moderates Trinkgeld aber eher akzeptiert.
- Kleiderordnung und Verhalten: Der Himmelstempel ist zwar keine aktive Tempelanlage im engeren Sinne eines Klosters, war aber historisch eine hochsensible Kultstätte. Besucherinnen und Besucher sollten respektvolle, nicht allzu freizügige Kleidung tragen, laute Musik und auffälliges Verhalten vermeiden. Das Fotografieren ist im Park in der Regel erlaubt, in Innenräumen oder bei bestimmten Ausstellungen können jedoch Beschränkungen gelten, insbesondere hinsichtlich Blitzlicht. Hinweise sollten stets respektiert werden. Das Betreten gesperrter Bereiche, das Anfassen von historischen Steinreliefs oder das Besteigen von Mauern ist tabu.
- Einreisebestimmungen und Sicherheit: Peking liegt in der Volksrepublik China, für deutsche Staatsangehörige gilt daher visumpflichtige Einreise – Einzelheiten hängen von Reisezweck und -dauer ab. Vorschriften und Verfahren können sich ändern. Deutsche Staatsbürger sollten daher die aktuellen Einreisebestimmungen, Visa-Informationen sowie Hinweise zur Sicherheitslage beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Gleiches gilt für Reisende aus Österreich und der Schweiz, die die Informationen ihrer jeweiligen Außenministerien nutzen sollten. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransportoption ist außerhalb der EU generell zu empfehlen.
- Gesundheit und Luftqualität: Reisende sollten auf die Luftqualität achten, da Peking zeitweise unter Smog leidet. Viele Wetter- und Reiseseiten zeigen tagesaktuelle Luftqualitätsindizes an. Personen mit Atemwegserkrankungen können sich im Vorfeld beraten lassen und gegebenenfalls Atemschutzmasken mitbringen. Trinkwasser sollte in Peking im Allgemeinen abgekocht oder aus Flaschen konsumiert werden, Eiswürfel oder Leitungswasser sollten eher gemieden werden, sofern keine geprüfte Aufbereitung vorliegt.
Warum Tiantan auf jede Peking-Reise gehört
Der Himmelstempel ist weit mehr als ein Pflichtstopp im Rahmen einer Stadtrundfahrt. Gerade für Gäste aus Deutschland bietet Tiantan eine seltene Kombination: einen ikonischen Fotopunkt, eine anschauliche Einführung in die Welt des kaiserlichen China und zugleich einen Zugang zum heutigen Stadtleben.
Viele Reisende beschreiben den Besuch des Himmelstempels als momentane Entschleunigung nach der Fahrt über breite Magistralen und durch Hochhausviertel. Im Park tauchen sie in eine andere Atmosphäre ein: Ältere Pekinger, die gemeinsam musizieren; Gruppen, die langsame Fächer-Tänze üben; Kinder, die zwischen den Bäumen Verstecken spielen. Das UNESCO-Welterbe ist hier kein abgeschottetes Museum, sondern ein öffentlicher Raum, in dem Geschichte und Gegenwart ineinander fließen.
Die klaren Achsen, das Zusammenspiel von blauen Dächern, weißen Marmorterrassen und dunkelgrünen Baumkronen machen den Himmelstempel zu einem der fotogensten Orte der Stadt. Besonders stimmungsvoll wirken die Morgenstunden, wenn die Sonne die Dächer streift und die Parkwege noch vergleichsweise leer sind. Wer Architektur liebt, findet in den Details der Hallen – den hochglänzenden Lackierungen, den ornamental bemalten Deckenbalken und den geschnitzten Drachenfiguren – unzählige Motive, die sich von europäischen Bauwerken klar unterscheiden.
Gleichzeitig vermittelt Tiantan ein wichtiges Stück Verständnis für die chinesische Weltordnung. Der Gedanke, dass ein Kaiser durch korrekte Rituale die Harmonie zwischen Mensch und Kosmos aufrechterhält, erklärt vieles in der chinesischen Geschichte – von der Rolle des Hofes über die Legitimation von Herrschaft bis zur Gestaltung von Städten. Wer im Himmelstempel entlang der Achsen geht, erlebt diesen Gedanken körperlich: Man bewegt sich auf klaren Linien, durch streng komponierte Räume, die einst nur wenigen zugänglich waren.
Für Familien mit Kindern eignet sich der Himmelstempel, weil sich Kulturvermittlung und freies Entdecken gut verbinden lassen. Die großen Freiflächen, die überraschenden Echo-Effekte an bestimmten Stellen und die Möglichkeit, in der Nähe des Himmelsaltars leise zu sprechen und das besondere Echo zu testen, machen Geschichte greifbar. Viele deutschsprachige Reiseführer empfehlen, den Besuch mit einem Spaziergang durch die angrenzenden Viertel zu kombinieren, um den Kontrast zwischen historischer Anlage und alltäglichem Peking zu erleben.
Wer mehrere Tage in Peking verbringt, kann Tiantan als ruhigen Gegenpol zu den oft sehr vollen Must-Sees wie der Großen Mauer oder der Verbotenen Stadt nutzen. Ein Vorschlag vieler Reiseautoren lautet, den Himmelstempel an einem der ersten Tage zu besuchen, um sich zunächst orientiert in die Symbolik der Stadt vorz tast en, bevor die Fülle weiterer Sehenswürdigkeiten hinzukommt.
Himmelstempel Peking in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In den sozialen Medien ist der Himmelstempel Peking zu einem beliebten Motiv geworden: Sonnenaufgänge über der Halle des Erntegebets, lange Schatten zwischen alten Zypressen und kurze Clips von Tai-Chi-Gruppen prägen Hashtags rund um Tiantan. Reisende teilen Bilder vom leuchtend blauen Dach, von den symmetrischen Marmorterrassen und von Momenten, in denen sie scheinbar allein auf der großen Achse stehen. Zugleich nutzen viele Einheimische den Park, um ihren eigenen Alltag zu dokumentieren – etwa morgendliche Sportgruppen oder Tanzabende. Die Kombination aus Welterbe und urbanem Alltag sorgt dafür, dass Tiantan nicht nur als historisches Monument, sondern als lebendiger Ort wahrgenommen wird.
Himmelstempel Peking — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Himmelstempel Peking
Wo liegt der Himmelstempel Peking genau?
Der Himmelstempel liegt im südöstlichen Bereich der Pekinger Innenstadt im Stadtbezirk Dongcheng, in einem großflächigen Parkgelände, das von Hauptstraßen wie der Tiantan Road eingerahmt wird. Von zentralen Stadtvierteln aus ist er gut mit U-Bahn, Bus oder Taxi erreichbar.
Wann wurde Tiantan erbaut und wofür wurde er genutzt?
Tiantan entstand im 15. Jahrhundert unter der Ming-Dynastie und diente über Jahrhunderte als Ort für kaiserliche Opferzeremonien. Der Kaiser betete hier vor allem für gute Ernten und für die Aufrechterhaltung der kosmischen Ordnung, die im traditionellen China als Grundlage politischer Legitimität galt.
Wie viel Zeit sollte man für den Besuch des Himmelstempels einplanen?
Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, sollte mindestens zwei bis drei Stunden einplanen. Dabei lassen sich die wichtigsten Stationen – die Halle des Erntegebets, der Himmelsaltar und die Halle des Himmelsgewölbes – gut kombinieren. Besucher, die den Park ausführlicher genießen oder Fotografieren und Ruhe einbauen möchten, planen besser einen halben Tag ein.
Was ist das Besondere an der Architektur des Himmelstempels?
Die Architektur des Himmelstempels ist stark von Symbolik geprägt: Kreis und Quadrat als Zeichen von Himmel und Erde, die Zahl neun als kaiserliches Symbol und die dominierende blaue Farbe der Dächer machen die Anlage unverwechselbar. Die hölzerne Gebetshalle gilt als Meisterleistung der traditionellen Zimmermannskunst, die ohne Metallnägel auskommt.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch des Himmelstempels?
Angenehme Reisezeiten sind Frühling und Herbst, mit meist milden Temperaturen und oft klarer Sicht. Innerhalb eines Tages gelten der frühe Morgen und der späte Nachmittag als besonders stimmungsvoll, da es dann weniger voll ist und das Licht die blauen Dächer und weißen Marmorterrassen besonders schön wirken lässt.
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