Hoan-Kiem-See Hanoi: Wo sich Vietnams Legende im Herzen der Stadt spiegelt
20.05.2026 - 20:15:36 | ad-hoc-news.deIm dichten Verkehrsrauschen von Hanoi wirkt der Hoan-Kiem-See wie ein plötzliches Innehalten: Mopeds verstummen, alte BĂ€ume spenden Schatten, und der Nebel ĂŒber dem Wasser lĂ€sst die Pagodeninseln fast unwirklich erscheinen. Der Hoan-Kiem-See Hanoi, lokal âHo Hoan Kiemâ (auf Deutsch sinngemÀà âSee des zurĂŒckgegebenen Schwertesâ), ist weit mehr als nur eine grĂŒne Oase â er ist ein Symbol fĂŒr Vietnams Geschichte, Mythologie und Gegenwart.
Hoan-Kiem-See Hanoi: Das ikonische Wahrzeichen von Hanoi
Der Hoan-Kiem-See liegt im historischen Zentrum von Hanoi, nur wenige Schritte vom Alten Viertel entfernt. FĂŒr viele Einheimische ist er das eigentliche Herz der Hauptstadt: ein öffentlicher Raum, in dem Jogger ihre Runden drehen, Ă€ltere Menschen frĂŒhmorgens Tai-Chi ĂŒben und Familien am Abend spazieren gehen. Die Deutsche Welle beschreibt den See als âgrĂŒne Lunge und Seelenortâ der Stadt, wĂ€hrend das ADAC Reisemagazin ihn als einen der prĂ€gendsten Orte fĂŒr den ersten Eindruck von Hanoi einordnet.
Was diesen See von anderen Stadtparks in SĂŒdostasien unterscheidet, ist die dichte Ăberlagerung aus Mythos, Geschichte und Alltagsleben. Auf einer kleinen Insel erhebt sich der Ngoc-Son-Tempel, erreichbar ĂŒber die leuchtend rote The-Huc-BrĂŒcke. Am sĂŒdlichen Ufer steht der dreistöckige Schildkrötenturm Thap Rua auf einer winzigen Insel, nachts stimmungsvoll angestrahlt. Zwischen diese historischen und religiösen Elemente mischt sich Hanois Gegenwart: junge Paare, die Selfies machen, StraĂenmusiker, SchĂŒler auf Klassenfahrt.
FĂŒr Reisende aus Deutschland ist der Hoan-Kiem-See Hanoi oft die erste BerĂŒhrung mit Vietnam. Viele Vietnam-ReisefĂŒhrer, darunter âMarco Polo Vietnamâ und âGEO Special Vietnamâ, empfehlen, den Aufenthalt in Hanoi genau hier zu beginnen: Wer den See umrundet, versteht schnell etwas vom Rhythmus der Stadt und von der besonderen Verbindung Vietnams zu seinen Legenden.
Geschichte und Bedeutung von Ho Hoan Kiem
Der Name Ho Hoan Kiem geht auf eine der bekanntesten vietnamesischen Legenden zurĂŒck. SinngemÀà bedeutet er âSee des zurĂŒckgegebenen Schwertesâ. Laut der ErzĂ€hlung, die unter anderem vom Nationalmuseum fĂŒr vietnamesische Geschichte in Hanoi und von der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Asienkunde wiedergegeben wird, erhielt der vietnamesische Kaiser LĂȘ L?i im 15. Jahrhundert ein magisches Schwert von einer göttlichen Schildkröte. Mit diesem Schwert soll er die chinesische Ming-Besatzung vertrieben und die UnabhĂ€ngigkeit Vietnams gesichert haben.
Nachdem der Frieden wiederhergestellt war, kehrte LĂȘ L?i der Legende nach auf den See hinaus. Dort tauchte die göttliche Schildkröte wieder auf und forderte das Schwert zurĂŒck, um es den Göttern zu ĂŒbergeben. LĂȘ L?i gehorchte, das Schwert verschwand in den Tiefen des Sees â und seither trĂ€gt das GewĂ€sser den Namen Ho Hoan Kiem. Die Geschichte verbindet politischen UnabhĂ€ngigkeitskampf mit spiritueller Dimension und macht den See zu einem Ort nationaler IdentitĂ€t, Ă€hnlich emotional aufgeladen wie fĂŒr Deutschland etwa das Brandenburger Tor in Berlin.
Historisch war der See lange Zeit Teil eines Netzwerks aus Flussarmen und Teichen des Roten Flusses, der durch Hanoi flieĂt. In der Nguyen-Dynastie (19. Jahrhundert) entwickelte sich der Bereich um den See zu einer reprĂ€sentativen Zone mit BehördengebĂ€uden und spĂ€ter, in der französischen Kolonialzeit, zu einem Kern der sogenannten âfranzösischen Altstadtâ. Französische Stadtplaner legten breite Boulevards, Verwaltungsbauten und Hotels an, wĂ€hrend der See als landschaftliches Zentrum unangetastet blieb. Die Vietnamesische Tourismusbehörde Vietnam National Administration of Tourism (VNAT) bezeichnet den See deshalb heute als âSchnittpunkt von kolonialer Stadtplanung und traditioneller Stadtstrukturâ.
In der sozialistischen Ăra nach 1954 wandelte sich das Umfeld abermals: Kulturelle Einrichtungen, Theater, BuchlĂ€den und RegierungsgebĂ€ude rahmen heute das Ufer. Damit ist der Hoan-Kiem-See ein Spiegel der politischen UmbrĂŒche Vietnams â von der Kaiserzeit ĂŒber die Kolonialherrschaft bis zur heutigen sozialistischen Republik.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Architektonisch prĂ€gend sind vor allem drei Elemente: der Ngoc-Son-Tempel auf der Jadeinsel, die The-Huc-BrĂŒcke und der Schildkrötenturm Thap Rua. Der Ngoc-Son-Tempel (âTempel des Jadeseesâ) entstand im 19. Jahrhundert und vereint konfuzianische, taoistische und buddhistische EinflĂŒsse. Laut der vietnamesischen Denkmalbehörde ist er dem General Tr?n H?ng ??o gewidmet, der im 13. Jahrhundert mongolische Invasionsversuche abwehrte, sowie Gelehrten und Schutzgottheiten. Damit fĂŒhrt er den Leitgedanken der nationalen Verteidigung aus der LĂȘ-L?i-Legende fort.
Die The-Huc-BrĂŒcke (âBrĂŒcke des aufgehenden Sonnenlichtsâ) ist ein ikonisches Motiv und eines der meistfotografierten Details des Hoan-Kiem-Sees. Die HolzbrĂŒcke in krĂ€ftigem Rot fĂŒhrt in sanftem Bogen von der Uferpromenade zum Tempel. Vietnamesische Architekturhistoriker, auf die sich unter anderem die englischsprachige Ausgabe von âVietnam â A Cultural Profileâ bezieht, verweisen darauf, dass Rot traditionell fĂŒr GlĂŒck und positive Energie steht. Am frĂŒhen Morgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen durch den Dunst brechen, leuchtet die BrĂŒcke intensiv und zeigt, wie bewusst hier Symbolik eingesetzt wurde.
Am sĂŒdlichen Ende des Sees ragt auf einer kleinen Insel der Thap Rua in die Höhe. Der âSchildkrötenturmâ stammt aus dem spĂ€ten 19. Jahrhundert und ist architektonisch relativ schlicht. Seine Wirkung entsteht vor allem durch die Insellage im Wasser und die Verbindung zur Schildkrötenlegende. Nach Angaben der Stadtverwaltung von Hanoi wurden im 20. Jahrhundert tatsĂ€chlich mehrere sehr alte Weichschildkröten im See gesichtet. Eine besonders legendĂ€re Schildkröte, die von vielen als lebendiges Symbol der LĂȘ-L?i-Legende verehrt wurde, starb 2016; ihr prĂ€parierter Körper ist heute im Ngoc-Son-Tempel ausgestellt. Vietnamesische Medien wie âVietnam Newsâ und internationale Berichte der BBC hatten damals ausfĂŒhrlich darĂŒber berichtet.
Neben diesen historischen Strukturen spielt auch die umgebende GrĂŒnanlage eine Rolle. MĂ€chtige alte BĂ€ume â darunter BanyanbĂ€ume und FlammenbĂ€ume â sĂ€umen die Uferwege. Der Kontrast zwischen dem kĂŒhlen GrĂŒn und den umgebenden Glas- und Betonfassaden setzt einen atmosphĂ€rischen Akzent: WĂ€hrend die Skyline wĂ€chst, wirkt der See wie ein fest verankerter Ruhepol. Reiseberichte in âGEO Specialâ und âMerian Vietnamâ betonen, dass die AtmosphĂ€re gerade bei DĂ€mmerung besonders dicht ist, wenn Lampions, StraĂenlaternen und die Beleuchtung von BrĂŒcke und Turm sich im Wasser spiegeln.
Kulturell ist der Hoan-Kiem-See heute BĂŒhne fĂŒr zahlreiche Veranstaltungen. Am Wochenende werden die StraĂen rund um den See oft fĂŒr den Autoverkehr gesperrt; die Stadt richtet dann eine FuĂgĂ€ngerzone ein. Kinder spielen, StraĂenkĂŒnstler treten auf, und spontane Tanzgruppen treffen sich â von traditionellem vietnamesischem Tanz bis hin zu K-Pop-Covergruppen. Die Stadtverwaltung Hanois bewirbt dieses autofreie Wochenende offiziell als MaĂnahme zur Steigerung der LebensqualitĂ€t und zur Förderung der Innenstadt als Begegnungsraum.
Hoan-Kiem-See Hanoi besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise
Der Hoan-Kiem-See liegt im Stadtbezirk HoĂ n Ki?m in der historischen Innenstadt von Hanoi. Vom internationalen Flughafen N?i BĂ i sind es rund 25â30 km in die City, je nach Route und Verkehr. Mit dem Taxi oder einem bestellbaren Fahrdienst dauert die Fahrt bei normalen Bedingungen etwa 30 bis 60 Minuten. FĂŒr Reisende aus Deutschland bietet sich meist ein Flug ĂŒber die groĂen Drehkreuze Frankfurt (FRA), MĂŒnchen (MUC) oder Berlin (BER) an; DirektflĂŒge nach Hanoi werden zeitweise von europĂ€ischen Airlines und vietnamesischen Fluggesellschaften angeboten, hĂ€ufig sind aber Umstiege ĂŒber Hubs wie Bangkok, Singapur, Doha oder Dubai notwendig. Konkrete Flugzeiten und Verbindungen können sich Ă€ndern und sollten vor der Reise aktuell geprĂŒft werden. - Fortbewegung in Hanoi
Vom Hotel im Altstadtbereich (Old Quarter) lĂ€sst sich der Hoan-Kiem-See in vielen FĂ€llen bequem zu FuĂ erreichen; der See bildet faktisch die sĂŒdliche Grenze des Old Quarter. Wer weiter auĂerhalb wohnt, kann Taxis oder App-basierte Dienste nutzen. Die Stadt arbeitet am Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, inklusive Metro, doch viele touristische Wege werden weiterhin mit Taxi, Motorrad-Taxi oder zu FuĂ zurĂŒckgelegt. - Ăffnungszeiten
Der Hoan-Kiem-See selbst ist ein frei zugĂ€nglicher öffentlicher Raum und prinzipiell rund um die Uhr begehbar. Lediglich einzelne Einrichtungen wie der Ngoc-Son-Tempel auf der Jadeinsel haben geregelte Ăffnungszeiten. Da diese laut offiziellen Hinweisen der Stadtverwaltung saisonal und an Feiertagen variieren können, sollten Besucher:innen die aktuellen Informationen vor Ort oder ĂŒber offizielle KanĂ€le prĂŒfen. Besonders beliebt sind die frĂŒhen Morgenstunden sowie die Abendzeit, wenn die Beleuchtung eingeschaltet ist. - Eintritt
Das Umrunden des Sees ist kostenlos. FĂŒr den Besuch des Ngoc-Son-Tempels wird vor Ort ein kleiner Eintritt in der lokalen WĂ€hrung erhoben. Exakte BetrĂ€ge Ă€ndern sich gelegentlich; die Vietnamesische Tourismusbehörde empfiehlt, sich auf moderate GebĂŒhren im niedrigen Eurobereich einzustellen. FĂŒr deutsche Reisende bedeutet das: In Vietnamesischem Dong (VND) zahlen, idealerweise mit etwas Bargeld, da kleinere Eintrittsstellen nicht immer Kartenakzeptanz garantieren. - Beste Reisezeit
Hanoi hat ein feucht-subtropisches Klima mit ausgeprĂ€gten Jahreszeiten. Als besonders angenehm gelten aus Sicht vieler ReisefĂŒhrer der FrĂŒhling (ungefĂ€hr MĂ€rz bis April) und der Herbst (ungefĂ€hr Oktober bis November), wenn die Temperaturen oft zwischen etwa 20 und 28 °C liegen und die Luftfeuchtigkeit im Vergleich zu den Sommermonaten moderater ist. Im Sommer kann es sehr heiĂ und schwĂŒl werden, im Winter dagegen ĂŒberraschend kĂŒhl und neblig, auch wenn die Temperaturen selten in den einstelligen Bereich fallen. UnabhĂ€ngig von der Jahreszeit ist der See in den frĂŒhen Morgenstunden und gegen Abend atmosphĂ€risch besonders reizvoll. Am Wochenende entstehen durch die FuĂgĂ€ngerzone allerdings deutlich mehr Besucherströme; wer es ruhiger mag, besucht den See an Wochentagen oder sehr frĂŒh am Morgen. - Zeitzone und Zeitverschiebung
Hanoi liegt in der Zeitzone Indochina Time (ICT), also in der Regel 6 Stunden vor MitteleuropÀischer Zeit (MEZ) und 5 Stunden vor MitteleuropÀischer Sommerzeit (MESZ). Eine Umstellung auf Sommerzeit gibt es in Vietnam nicht. - Sprache und VerstÀndigung
Offizielle Landessprache ist Vietnamesisch. Im touristischen Zentrum rund um den Hoan-Kiem-See, in Hotels, Restaurants und bei jĂŒngeren Menschen sind Grundkenntnisse in Englisch verbreitet. Deutsch wird nur sehr vereinzelt gesprochen. Beschilderungen im Umfeld des Sees sind teilweise zweisprachig auf Vietnamesisch und Englisch. Es empfiehlt sich, wichtige Adressen, etwa das Hotel, auf Vietnamesisch dabei zu haben, um sie im Taxi zeigen zu können. - Zahlungsmittel und Trinkgeld
Die lokale WĂ€hrung ist der Vietnamesische Dong (VND). In vielen Hotels, Restaurants und gröĂeren GeschĂ€ften rund um den Hoan-Kiem-See können internationale Kreditkarten genutzt werden; reine Girocards (EC-Karten) aus Deutschland werden dagegen nicht immer akzeptiert. Kleinere StraĂenstĂ€nde, KaffeehĂ€user und die meisten spontanen Angebote an der Uferpromenade bevorzugen Bargeld. Mobile Zahlungen ĂŒber Apps sind in Vietnam im Alltag verbreitet, aber hĂ€ufig an lokale Dienste gekoppelt. Trinkgeld ist in Vietnam keine strikte Pflicht, wird im touristischen Umfeld aber geschĂ€tzt â etwa 5â10 % im Restaurant, sofern nicht bereits eine ServicegebĂŒhr ausgewiesen ist. FĂŒr kleine Dienstleistungen wie eine Rikschafahrt oder Hilfe mit dem GepĂ€ck sind einige zusĂ€tzliche Dong ĂŒblich. - Kleiderordnung und Verhalten
Rund um den See selbst gibt es keine formelle Kleiderordnung. Beim Besuch des Ngoc-Son-Tempels sollten Schultern und Knie respektvoll bedeckt sein, Ă€hnlich wie beim Besuch von Kirchen in Europa. Es empfiehlt sich, lautes Verhalten in unmittelbarer NĂ€he des Tempels zu vermeiden. Das FĂŒttern von Tieren und das Wegwerfen von MĂŒll sind offiziell untersagt; die Stadtverwaltung wirbt fĂŒr einen respektvollen Umgang mit dem See als Kulturgut. - Fotografie und Drohnen
Fotografieren ist am Hoan-Kiem-See allgemein erlaubt und beliebt, viele Hochzeitspaare nutzen die Szenerie fĂŒr Fotos. In heiligen Bereichen des Tempels können Hinweise das Fotografieren einschrĂ€nken; diese sollten respektiert werden. FĂŒr den Einsatz von Drohnen gelten in Vietnam besondere Regeln und Genehmigungspflichten, insbesondere in innerstĂ€dtischen Bereichen. Reisende sollten sich vorab erkundigen und ohne offizielle Genehmigung keine DrohnenflĂŒge ĂŒber dem See durchfĂŒhren. - Gesundheit und Sicherheit
Rund um den See gilt Hanoi als vergleichsweise sicher, allerdings sollten â wie in allen GroĂstĂ€dten â Wertsachen nicht offen gezeigt und Taschen im GedrĂ€nge im Blick behalten werden. Innerhalb der EU ausgestellte Krankenversichertenkarten gelten in Vietnam nicht; eine separate Auslandskrankenversicherung wird von deutschen Verbraucherzentralen und dem AuswĂ€rtigen Amt dringend empfohlen. Leitungswasser sollte in Vietnam generell nicht getrunken werden; rund um den See sind zahlreiche LĂ€den mit abgefĂŒlltem Trinkwasser zu finden. - Einreisebestimmungen
Die visums- und einreisebezogenen Regelungen Vietnams wurden in den letzten Jahren mehrfach angepasst. Deutsche StaatsbĂŒrger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen und Sicherheitshinweise vor Reiseantritt beim AuswĂ€rtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prĂŒfen. Dort finden sich auch Informationen zu Visa, Aufenthaltsdauer und gegebenenfalls elektronischen Einreisegenehmigungen.
Warum Ho Hoan Kiem auf jede Hanoi-Reise gehört
Wer zum ersten Mal am Ufer des Hoan-Kiem-Sees steht, spĂŒrt meist unmittelbar, warum dieser Ort einen festen Platz in fast allen Vietnam-ReisefĂŒhrern hat. Der See lĂ€sst sich problemlos in einen halben Tag integrieren, bietet aber gleichzeitig genug Tiefe, um Wiederholungsbesuche lohnend zu machen. Morgens, wenn Nebelschwaden ĂŒber dem Wasser hĂ€ngen, wirkt der See fast meditativ â ein Gegenbild zu den aktiven, lauten StraĂen des Old Quarter. Abends verwandelt sich die Umgebung in eine lebendige BĂŒhne, auf der sich Hanois junge Szene trifft.
FĂŒr deutsche Reisende ist der See auĂerdem ein guter Einstieg in die kulturelle und religiöse Vielfalt Vietnams. Im Ngoc-Son-Tempel zeigt sich, wie Konfuzianismus, Taoismus und Buddhismus ineinandergreifen. Die Verehrung von Nationalhelden wie Tr?n H?ng ??o und die PrĂ€senz der Schildkrötenlegende verdeutlichen, wie stark Geschichte und Mythos im kollektiven GedĂ€chtnis verankert sind. Fachautor:innen, deren Texte in Magazinen wie âNational Geographic Deutschlandâ und âMerian Vietnamâ erscheinen, betonen immer wieder, dass sich am Hoan-Kiem-See besonders gut beobachten lĂ€sst, wie moderne urbane Lebensweise und traditionelle Rituale friedlich koexistieren.
Praktisch gesehen ist der See ein idealer Ausgangspunkt fĂŒr weitere Erkundungen. In fuĂlĂ€ufiger Entfernung liegen das berĂŒhmte Wasserpuppentheater Thang Long, koloniale Bauten der französischen Epoche, Kirchen wie die St.-Joseph-Kathedrale sowie MĂ€rkte und Streetfood-Gassen. Ein typisches Tagesprogramm fĂŒr Besucher:innen aus Deutschland könnte etwa so aussehen: FrĂŒhmorgendlicher Spaziergang um den See, Besuch des Ngoc-Son-Tempels, FrĂŒhstĂŒck in einem der umliegenden CafĂ©s, spĂ€ter am Tag ein Abstecher zu einem nahegelegenen Museum und am Abend eine AuffĂŒhrung im Wasserpuppentheater.
Nicht zu unterschĂ€tzen ist auch der emotionale Wert. In GesprĂ€chen mit Tourist:innen, die in deutschen Medien zitiert werden, fĂ€llt hĂ€ufig eine Ă€hnliche Beschreibung: Der Hoan-Kiem-See sei der Ort, an dem man sich nach einem Tag im Gewirr der Altstadt âsortierenâ könne, an dem der Kopf ruhiger wird. Viele kehren mehrmals wĂ€hrend ihres Hanoi-Aufenthalts hierher zurĂŒck â nicht aus PflichtgefĂŒhl gegenĂŒber einer SehenswĂŒrdigkeit, sondern weil der See sich wie ein vertrauter Anker anfĂŒhlt.
Wer Vietnam jenseits von StrĂ€nden und Reisterrassen verstehen möchte, findet hier ein kompaktes Panorama: UnabhĂ€ngigkeitsmythos, koloniale Vergangenheit, sozialistische Gegenwart, religiöse Tradition und urbaner Alltag kulminieren an einem einzigen GewĂ€sser. Dieser hohe âErklĂ€rwertâ macht den Hoan-Kiem-See zu einem besonders wertvollen ersten Stopp auf einer Reise durch Vietnam.
Hoan-Kiem-See Hanoi in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂŒcke
Der Hoan-Kiem-See ist lĂ€ngst auch ein Social-Media-Star. Auf Instagram, TikTok und YouTube dominieren Bilder von der roten The-Huc-BrĂŒcke im Morgenlicht, Zeitraffer-Videos von den Wochenend-FuĂgĂ€ngerzonen und kurze Clips, in denen Taichi-Gruppen neben Skateboard-Fahrer:innen zu sehen sind. Viele deutschsprachige Reiseaccounts nutzen den See als visuelles Symbol fĂŒr âHanoi-Feelingâ â und tragen so dazu bei, dass der Ort auch in der digitalen Wahrnehmung fest mit der Stadt verbunden ist.
Hoan-Kiem-See Hanoi â Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
HĂ€ufige Fragen zu Hoan-Kiem-See Hanoi
Wo genau liegt der Hoan-Kiem-See in Hanoi?
Der Hoan-Kiem-See liegt im Stadtbezirk HoĂ n Ki?m im historischen Zentrum von Hanoi, unmittelbar sĂŒdlich des Alten Viertels (Old Quarter). Viele zentrale Hotels und SehenswĂŒrdigkeiten sind von hier aus zu FuĂ erreichbar.
Welche Bedeutung hat der Name Ho Hoan Kiem?
Ho Hoan Kiem bedeutet sinngemÀà âSee des zurĂŒckgegebenen Schwertesâ und spielt auf eine Legende aus der Zeit des Kaisers LĂȘ L?i an. Laut dieser Legende gab LĂȘ L?i nach dem erfolgreichen Befreiungskampf gegen die Ming-Herrschaft ein göttliches Schwert an eine Schildkröte im See zurĂŒck, weshalb der See seither diesen Namen trĂ€gt.
Wie viel Zeit sollte man fĂŒr den Besuch des Hoan-Kiem-Sees einplanen?
FĂŒr einen entspannten Rundgang um den See mit Fotostopps und einem Besuch des Ngoc-Son-Tempels sollten Reisende aus Deutschland etwa zwei bis drei Stunden einplanen. Wer dazu noch in einem CafĂ© am Ufer verweilen oder eine Veranstaltung wie das Wasserpuppentheater besuchen möchte, kann problemlos einen halben Tag einplanen.
Was ist das Besondere an einem Besuch bei Sonnenaufgang oder abends?
Am frĂŒhen Morgen ist der See ein Ort der Ruhe, an dem Tai-Chi-Gruppen, Jogger und Ă€ltere BĂŒrger:innen den Tag beginnen. Abends dominiert die stimmungsvolle Beleuchtung von BrĂŒcke, Tempel und Schildkrötenturm, und die Umgebung verwandelt sich in eine lebendige FuĂgĂ€ngerzone mit StraĂenkĂŒnstlern und Familien â ein starker Kontrast, der den Reiz des Ortes ausmacht.
Wann ist die beste Jahreszeit, um den Hoan-Kiem-See zu besuchen?
Viele ReisefĂŒhrer empfehlen den FrĂŒhling (ungefĂ€hr MĂ€rz bis April) und den Herbst (ungefĂ€hr Oktober bis November), wenn Temperaturen und Luftfeuchtigkeit in Hanoi meist moderater sind. GrundsĂ€tzlich lĂ€sst sich der See das ganze Jahr ĂŒber besuchen; Wetter und Tageszeit beeinflussen jedoch die Stimmung stark.
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