Jiuzhaigou-Tal, Reise

Jiuzhaigou-Tal: Chinas magisches Farbenspiel in Aba entdecken

25.05.2026 - 05:48:46 | ad-hoc-news.de

Im Jiuzhaigou-Tal bei Aba in China leuchten Seen türkis, Wälder glühen im Herbstrot, Wasserfälle rauschen über Travertin-Terrassen. Warum dieses tibetisch geprägte Hochlandtal Reisende aus Deutschland so fasziniert – und was Sie vor der Reise wissen sollten.

Jiuzhaigou-Tal, Reise, China
Jiuzhaigou-Tal, Reise, China

Türkisblaue Seen, die wie Glas in der dünnen Hochlandluft schimmern, goldene Wälder im Herbst und Wasserfälle, die über helle Kalksinterterrassen stürzen: Das Jiuzhaigou-Tal in der Präfektur Aba in China wirkt auf viele Besucher beinahe unwirklich. Jiuzhaigou (auf Deutsch sinngemäß „Tal der neun Dörfer“) ist längst zu einem der bekanntesten Naturwahrzeichen Chinas geworden – und zu einem Sehnsuchtsziel für Reisende aus Deutschland, die Natur, Kultur und Fotomotive auf höchstem Niveau verbinden möchten.

Jiuzhaigou-Tal: Das ikonische Wahrzeichen von Aba

Das Jiuzhaigou-Tal liegt im Norden der tibetisch geprägten Autonomen Präfektur Aba in der Provinz Sichuan in Südwestchina. Es handelt sich um ein etwa 72.000 Hektar großes Schutzgebiet mit dramatischen Gebirgslandschaften, dicht bewaldeten Hängen und mehr als hundert Seen, Teichen und Wasserfällen. Die Region ist Teil des südlichen Minshan-Gebirges, in dem Gipfel Höhen von deutlich über 4.000 Metern erreichen. Für viele chinesische und internationale Gäste ist das Jiuzhaigou-Tal ein Inbegriff für „Märchenlandschaft“ – oft wird es als eine der schönsten Hochlandregionen Chinas beschrieben.

UNESCO und internationale Naturschutzinstitutionen betonen vor allem die außergewöhnlichen Farben der Seen. Diese entstehen durch eine Kombination aus sehr klarem Wasser, Kalziumkarbonat-Ablagerungen und besonderen Algen- und Pflanzenarten. Sie lassen das Wasser in Farbtönen von smaragdgrün bis tiefblau leuchten. In deutschen Reiseführern wird Jiuzhaigou deshalb häufig mit „Farbenrausch im Hochland“ oder „Naturbühne“ charakterisiert.

Auch kulturell ist Jiuzhaigou bedeutsam. Im Tal leben überwiegend tibetische und Qiang-Minderheiten. Ihre Dörfer, Gebetsfahnen und kleinen Schreine prägen das Landschaftsbild ebenso wie die Natur. Das Jiuzhaigou-Tal ist daher nicht nur eine spektakuläre Naturattraktion, sondern auch ein Einblick in die Kultur der Hochlandbewohner Westchinas – ein Aspekt, den etwa die Deutsche Welle und das Auslandsportal von China häufig betonen, wenn sie über die Region berichten.

Geschichte und Bedeutung von Jiuzhaigou

Lange Zeit war Jiuzhaigou außerhalb Chinas nahezu unbekannt. Das abgelegene Hochtal war jahrhundertelang Siedlungsraum tibetischer Gemeinden, die Landwirtschaft und Viehzucht betrieben und den Wald traditionell nutzten. Die Bezeichnung Jiuzhaigou („Tal der neun Dörfer“) geht auf neun historische tibetische Siedlungen zurück, die im Tal und in Seitentälern lagen. Einige dieser Dörfer sind bis heute bewohnt oder als Kulturstätten erhalten.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erkannten chinesische Forscher und Behörden zunehmend den ökologischen und landschaftlichen Wert der Region. In den 1970er- und 1980er-Jahren begannen systematische Erkundungen. In dieser Zeit setzte sich die Erkenntnis durch, dass die einzigartigen Karst- und Travertinformationen, die Waldökosysteme und die Seen schützenswert sind. Die Provinzregierung von Sichuan stellte Gebiete nach und nach unter Schutz, woraus schließlich das Jiuzhaigou-Naturreservat und der Nationalpark hervorgingen.

1992 wurde das Jiuzhaigou-Tal als „Jiuzhaigou Valley Scenic and Historic Interest Area“ in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Die UNESCO hob dabei insbesondere die außergewöhnliche Schönheit, die geologischen Prozesse und die hohe Artenvielfalt als Kriterien hervor. Einige Jahre später folgte die Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat. Damit erhielt Jiuzhaigou international den Status eines Naturgebiets von herausragender Bedeutung – in einer Riege mit bekannten Landschaften wie dem Yellowstone-Nationalpark in den USA oder dem Plitvicer-Seen-Nationalpark in Kroatien.

Für China ist Jiuzhaigou heute ein wichtiges Aushängeschild für Ökotourismus. Offizielle Tourismusportale und das chinesische Ministerium für Kultur und Tourismus präsentieren das Tal als Musterbeispiel dafür, wie Naturerbe und touristische Nutzung miteinander verbunden werden sollen. Dazu gehört eine starke Begrenzung der begehbaren Flächen, eine Führung der Besucherströme über Holzstege sowie ein umfassendes Shuttlebus-System, das individuelle Autofahrten in das Tal hinein ersetzt.

In der jüngeren Geschichte war Jiuzhaigou auch von Naturereignissen betroffen. Ein starkes Erdbeben im August 2017 führte zu Schäden an Infrastruktur und Landschaft, einige Wege und Seen waren daraufhin zeitweise nicht zugänglich. Chinesische Medien wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua und internationale Dienste berichteten ausführlich über die anschließenden Wiederaufbau- und Renaturierungsmaßnahmen. Heute ist der Park nach offiziellen Angaben weitgehend wieder für Besucher geöffnet, einzelne Bereiche können jedoch weiterhin temporären Zugangsbeschränkungen unterliegen, wenn Sicherheits- oder Naturschutzgründe dies erfordern.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Auch wenn Jiuzhaigou in erster Linie für seine Natur bekannt ist, prägen kulturelle und bauliche Elemente das Erlebnis entscheidend mit. Die hölzernen Stege und Aussichtsplattformen im Park sind so angelegt, dass sie sich möglichst harmonisch in die Landschaft einfügen. Sie verlaufen über mehrere Kilometer entlang der wichtigsten Seen und Wasserfälle und ermöglichen es, sensible Uferzonen zu schützen, während Besucher die Szenerie aus nächster Nähe erleben.

Besonders markant sind die traditionellen tibetischen Elemente in den Dörfern und an einigen Aussichtspunkten: farbenfrohe Gebetsfahnen, kleine Stupas und Gebetsräder. Sie spiegeln die starke Verwurzelung des tibetischen Buddhismus in der Region wider. Für deutsche Reisende, die religiöse Symbolik aus dem Alpenraum oder aus Kirchen kennen, bietet Jiuzhaigou damit eine andere, visuell sehr lebendige Form spiritueller Landschaftsgestaltung.

Die eigentliche „Kunst“ von Jiuzhaigou ist jedoch geologischer Natur. UNESCO und geowissenschaftliche Publikationen beschreiben die Landschaft als ein klassisches Beispiel karbonatischer Travertin-Bildung: Kalziumreiches Wasser lagert Kalk ab, der Terrassen und Dämme bildet. Diese Travertinbarragen stauen das Wasser zu Becken und Seen, über die sich wiederum Wasserfälle ergießen. Vergleichbare Prozesse lassen sich etwa bei den Plitvicer Seen oder in Huanglong (ebenfalls in Sichuan) beobachten, doch Experten betonen, dass die Kombination aus Ausdehnung, Farben und Waldlandschaft in Jiuzhaigou einzigartig ist.

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Jiuzhaigou-Tal gehören:

  • Der FĂĽnffarbensee (Wucai Chi): Ein kleiner, aber extrem farbintensiver See, dessen Wasser je nach Lichteinfall in Blau-, GrĂĽn- und TĂĽrkistönen schimmert. Geologen fĂĽhren dies auf Kalziumkarbonat-Ablagerungen und Algen zurĂĽck.
  • Der Langsee (Chang Hai): Der höchstgelegene See im Tal, eingerahmt von Gipfeln. Im Winter ist er oft von Schnee umgeben und vermittelt eine stille, fast alpinen Landschaft vergleichbare Atmosphäre.
  • Der Panda-See (Panda Hai) und der Panda-Wasserfall: Benannt nach dem Symboltier der Provinz Sichuan. Die Terrassen und Wasserfälle zählen zu den meistfotografierten Motiven des Parks.
  • Die Perlenkaskade (Pearl Shoals Waterfall): Ein breiter, fächerförmiger Wasserfall, dessen Wasser ĂĽber eine mit Vegetation bedeckte Kalksinterfläche stĂĽrzt. Bei Sonnenlicht glitzern einzelne Tropfen wie Perlen – daher der Name.

Reiseführer wie Marco Polo China oder das ADAC Reisemagazin weisen darauf hin, dass die Intensität der Farben auch jahreszeitlich variiert. Im Frühling und Sommer spiegeln sich saftig grüne Wälder im Wasser, im Herbst sorgen gelb und rot gefärbte Blätter für spektakuläre Kontraste. Im Winter wiederum sind Teile der Landschaft verschneit, und die Seen erscheinen noch klarer und ruhiger.

Ein weiterer besonderer Aspekt ist die Tierwelt. Offizielle Parkinformationen nennen seltene Arten wie den Großen Panda und den Goldstumpfnasenaffen als Bewohner des größeren Schutzgebiets in der Region, auch wenn diese für Besucher im eigentlichen touristischen Kerngebiet nur mit viel Glück zu beobachten sind. Häufiger lassen sich Vögel, kleinere Säuger und eine vielfältige Pflanzenwelt entdecken.

Jiuzhaigou-Tal besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise

Das Jiuzhaigou-Tal liegt im nördlichen Teil der Provinz Sichuan, etwa 330 bis 400 km Luftlinie von Chengdu, der Provinzhauptstadt, entfernt. Für Reisende aus Deutschland führt der Weg in der Regel zunächst nach China-Hubs wie Chengdu, Peking oder Shanghai. Von Frankfurt, München oder Berlin bestehen je nach Saison und Flugplan Langstreckenverbindungen nach chinesische Metropolen, oftmals mit einem Umstieg.

Von Chengdu aus erfolgt die Weiterreise typischerweise mit einem Inlandsflug zum Flughafen Jiuzhai Huanglong, der das Jiuzhaigou-Tal und den benachbarten Huanglong-Naturpark bedient, oder per Fernbus/Privattransfer über Gebirgsstraßen. Die Fahrzeit auf der Straße kann – je nach Route und Straßenverhältnissen – viele Stunden betragen. Reisende sollten daher ausreichend Zeitpuffer einplanen und sich bei lokalen Anbietern oder offiziellen Tourismusinformationen über aktuelle Verbindungen informieren.

Eine Anreise per Bahn ist aufgrund der Gebirgslage und der Entfernung komplizierter und erfordert meist mehrere Umstiege in chinesischen Städten. Innerhalb Chinas sind Hochgeschwindigkeitszüge verbreitet, doch sie führen nicht direkt ins Jiuzhaigou-Tal. Deutsche Urlauber kombinieren Jiuzhaigou daher oft mit einem Aufenthalt in Chengdu oder anderen Städten Sichuans.

  • Ă–ffnungszeiten

Das Jiuzhaigou-Tal ist ein regulär geöffnetes Besuchsgebiet, wobei Öffnungszeiten und tägliche Besucherobergrenzen von der Verwaltung des Jiuzhaigou-Nationalparks festgelegt werden. Die konkreten Einlasszeiten können je nach Saison, Wetterlage und besonderen Ereignissen variieren. Es ist daher wichtig, die aktuellen Öffnungszeiten und Zugangsregelungen direkt bei der offiziellen Verwaltung des Jiuzhaigou-Tals oder über vertrauenswürdige Reiseveranstalter zu prüfen. Üblich ist ein Tagesbetrieb von morgens bis in den späten Nachmittag.

  • Eintritt und Tickets

Für den Besuch des Jiuzhaigou-Tals wird ein Eintrittspreis erhoben, zudem ist die Nutzung der obligatorischen Parkbusse kostenpflichtig. Die genauen Tarife ändern sich gelegentlich, unter anderem in Abhängigkeit von Saison und Besucheraufkommen. Seriöse Quellen empfehlen, Tickets im Voraus zu reservieren oder über offizielle Onlinekanäle zu buchen, insbesondere in chinesischen Ferienzeiten, wenn Jiuzhaigou stark nachgefragt ist. Da Ticketpreise schwanken können und von der Parkverwaltung festgelegt werden, sollten Reisende die jeweils aktuellen Konditionen unmittelbar vor der Reise recherchieren. Bei der Umrechnung in Euro (€) ist zu beachten, dass Wechselkurse zwischen Euro und Renminbi (CNY) schwanken.

  • Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für das Jiuzhaigou-Tal hängt stark von den Erwartungen ab. Viele deutschsprachige Reiseführer und Reiseportale empfehlen insbesondere:

  • Herbst (September bis Oktober): Die Laubfärbung der Wälder gilt als spektakulär, die Seen leuchten intensiv, und das Wetter ist häufig stabil und klar.
  • SpätfrĂĽhling und Sommer: Dann sind Wasserfälle besonders wasserreich, die Vegetation ist ĂĽppig, und die Temperaturen sind angenehm, allerdings kann es zu mehr Niederschlägen kommen.
  • Winter: Deutlich ruhiger, mit Schnee- und Eislandschaften; einige Bereiche können jedoch schwer zugänglich sein, und es ist deutlich kälter.

Während der großen chinesischen Feiertage (z. B. „Goldene Woche“ rund um den Nationalfeiertag Anfang Oktober oder das chinesische Neujahrsfest) muss mit sehr hohem Besucherandrang gerechnet werden. Wer Ruhe sucht, sollte diese Zeiträume meiden.

  • Klima und Höhe

Jiuzhaigou liegt im Hochland, mit Parkbereichen in Höhen von grob 2.000 bis über 3.000 Metern. Das bedeutet: kühlere Temperaturen als in den Tieflagen Sichuans, stärkere Sonneneinstrahlung und gelegentlich deutliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Deutsche Reisende sollten sich auf ein alpines Klima einstellen: mehrschichtige Kleidung, Sonnenschutz und ausreichend Trinkpausen sind empfehlenswert. Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Problemen in größeren Höhen sollten vorab ärztlichen Rat einholen.

  • Sprache, Kultur und Verhalten

In Jiuzhaigou werden vor allem Chinesisch (Mandarin) sowie tibetische Dialekte gesprochen. Englisch wird in größeren Hotels, bei einigen Reiseagenturen und gelegentlich von jüngeren Mitarbeitenden in touristischen Einrichtungen verstanden, ist aber nicht flächendeckend. Deutsch ist kaum verbreitet. Für Reisende aus Deutschland sind ein paar einfache chinesische Redewendungen, eine Übersetzungs-App und gegebenenfalls die Unterstützung eines lokalen Guides hilfreich.

Die dort lebenden tibetischen Gemeinden pflegen eigene religiöse und kulturelle Traditionen. Respektvolles Verhalten ist selbstverständlich: religiöse Stätten und Gebetsfahnen sollten nicht berührt oder verändert werden, Fotografieren von Personen sollte nur nach vorheriger Erlaubnis erfolgen. Viele deutsche Reiseanbieter empfehlen, lokale Produkte oder Handarbeiten direkt in den Dörfern zu kaufen, um die Gemeinden zu unterstützen.

  • Zahlung, Trinkgeld und Infrastruktur

In China sind elektronische Zahlungsmethoden wie Alipay und WeChat Pay sehr verbreitet, insbesondere bei Einheimischen. Internationale Kreditkarten (Visa, Mastercard) werden in größeren Hotels und bei manchen Ticketstellen akzeptiert, aber nicht überall. Deutsche Girokarten (EC-Karten) sind in der Regel nicht nutzbar. Es empfiehlt sich, eine international einsetzbare Kreditkarte mitzuführen und bei der Anreise ausreichend Bargeld in der Landeswährung Renminbi (CNY) zu tauschen, insbesondere für kleine Ausgaben.

Trinkgeld ist in China traditionell weniger üblich als in Europa, wird aber im internationalen Tourismus vereinzelt erwartet, etwa bei privaten Fahrern oder Guides. Kleine Aufmerksamkeiten sind möglich, sollten aber nicht aufdringlich wirken. In einfachen Restaurants oder bei Straßenständen wird in der Regel kein Trinkgeld erwartet.

Die touristische Infrastruktur im Jiuzhaigou-Tal ist vergleichsweise gut entwickelt: Es gibt Hotels unterschiedlicher Kategorien in der näheren Umgebung des Parkeingangs sowie gastronomische Angebote. Innerhalb des Parks sorgen Shuttlebusse für den Transport zwischen den Hauptpunkten, und Holzstege führen zu den wichtigsten Aussichtspunkten. Dennoch bleibt Jiuzhaigou ein Hochlandgebiet – stabile Schuhe, Wetterfestigkeit und eine gewisse Grundfitness erleichtern den Besuch.

  • Einreisebestimmungen und Sicherheit

Für deutsche Staatsbürger gilt: Für Reisen nach China ist in der Regel ein Visum erforderlich, das vor Abreise bei den zuständigen chinesischen Auslandsvertretungen beantragt werden muss. Bestimmungen und Verfahren können sich ändern. Deutsche Reisende sollten daher unbedingt die jeweils aktuellen Einreise- und Sicherheitsinformationen beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen.

Jiuzhaigou liegt in einer seismisch aktiven Region, Erdbeben sind historisch vorgekommen. Die chinesischen Behörden haben daher Sicherheitskonzepte und Evakuierungspläne entwickelt. Besucher sollten lokale Hinweise und Anweisungen der Parkverwaltung ernst nehmen, gesperrte Bereiche respektieren und sich über aktuelle Situationen informieren, bevor sie in abgelegene Regionen reisen.

  • Zeitzone

In Jiuzhaigou – wie in ganz China – gilt die China Standard Time (CST), die der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) im Winter um +7 Stunden und der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) um +6 Stunden voraus ist. Das bedeutet: Wenn es in Berlin 12:00 Uhr mittags ist, ist es in Jiuzhaigou je nach Jahreszeit 18:00 oder 19:00 Uhr.

Warum Jiuzhaigou auf jede Aba-Reise gehört

Wer in die Region Aba reist, erlebt mit Jiuzhaigou einen landschaftlichen Höhepunkt, der weit über China hinausstrahlt. Viele deutsche Reisende verbinden die Region mit einem Besuch von Chengdu, oft wegen der dortigen Panda-Forschungsstation. Jiuzhaigou ergänzt dieses Programm um eine ruhige, landschaftlich überwältigende Hochlanddimension – fern der dicht besiedelten Küsten und Metropolen.

Das Besondere an Jiuzhaigou ist die Kombination aus Naturdrama und stillen Momenten: Morgens, wenn leichter Nebel über den Seen liegt und sich die ersten Sonnenstrahlen in der Wasseroberfläche brechen, wirkt das Tal fast mystisch. Mittags ziehen Touristenströme durch die Holzstege, Stimmengewirr mischt sich mit dem Rauschen der Wasserfälle. Am späten Nachmittag wiederum senkt sich eine andere Ruhe über die Landschaft, und das Licht lässt die Farben noch einmal weicher und tiefer erscheinen.

In Reisereportagen, etwa in GEO oder im National Geographic Deutschland, wird immer wieder betont, dass Jiuzhaigou ein Paradebeispiel dafür ist, wie geologische Prozesse, Klima und menschliche Kultur eine gemeinsame Landschaft formen. Für deutsche Besucher eröffnet sich hier ein Blick auf ein China jenseits der Großstädte – mit klarer Luft, weitläufigen Wäldern und einer tibetisch geprägten Kultur, die sich deutlich von der Han-dominierten Küstenregion unterscheidet.

Auch im Zusammenspiel mit anderen Zielen in Sichuan ist Jiuzhaigou interessant. Der benachbarte Huanglong-Naturpark, ebenfalls UNESCO-Welterbe, zeigt Travertin-Terrassen in Gelb- und Türkistönen, eingebettet in eine weniger bewaldete, aber ebenso spektakuläre Hochgebirgslandschaft. Gemeinsam ergeben beide Parks einen eindrucksvollen Überblick über die Vielfalt des chinesischen Westens.

Angesichts der relativ aufwendigen Anreise empfiehlt sich Jiuzhaigou vor allem für Reisende, die Zeit mitbringen und sich bewusst auf Natur- und Kulturbegegnungen einlassen wollen. Für einen klassischen, kurzen Städtetrip ist die Region weniger geeignet; vielmehr ist sie ein Baustein für umfassendere China-Reisen, die von Deutschland aus gut geplant werden sollten.

Jiuzhaigou-Tal in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂĽcke

Jiuzhaigou ist in den sozialen Medien zu einer Ikone geworden: Fotos und Videos der farbigen Seen, Spiegelungen und Wasserfälle verbreiten sich auf Plattformen weltweit und inspirieren immer mehr Reisende – auch aus Deutschland –, das Tal selbst zu erleben. Wer Eindrücke sammeln oder seine eigene Reise dokumentieren möchte, findet online unzählige Perspektiven und Stimmungen.

Häufige Fragen zu Jiuzhaigou-Tal

Wo liegt das Jiuzhaigou-Tal genau?

Das Jiuzhaigou-Tal liegt im Norden der Autonomen Präfektur Aba in der Provinz Sichuan im Südwesten der Volksrepublik China. Es befindet sich in einem Hochlandgebiet des Minshan-Gebirges und ist von Chengdu aus mit Inlandsflug oder einer längeren Fahrt über Gebirgsstraßen erreichbar.

Warum ist Jiuzhaigou UNESCO-Welterbe?

Jiuzhaigou wurde von der UNESCO als Welterbestätte anerkannt, weil das Tal eine außergewöhnliche Kombination aus landschaftlicher Schönheit, geologischen Prozessen und biologischer Vielfalt aufweist. Besonders hervorgehoben werden die klaren, farbintensiven Seen, die durch Travertin-Barrieren entstandenen Terrassen und Wasserfälle sowie die intakten Waldökosysteme.

Wie viel Zeit sollte man fĂĽr einen Besuch einplanen?

Viele Reiseexperten empfehlen, mindestens einen vollen Tag für den Besuch des Jiuzhaigou-Tals einzuplanen, um die wichtigsten Seen und Wasserfälle über die Holzstege und mit den Parkbussen zu erleben. Wer in Ruhe fotografieren, mehr wandern oder auch den benachbarten Huanglong-Park besuchen möchte, sollte besser zwei bis drei Tage in der Region vorsehen.

Ist ein Besuch von Jiuzhaigou anstrengend?

Der Besuch erfordert grundsätzlich eine gewisse Grundkondition, da sich viele Wege auf Holzstegen in Höhenlagen zwischen etwa 2.000 und über 3.000 Metern befinden. Dennoch erleichtern Shuttlebusse und gut ausgebaute Wege die Fortbewegung. Reisende mit gesundheitlichen Einschränkungen sollten sich vorab ärztlich beraten lassen und während des Aufenthalts auf ausreichend Pausen, Flüssigkeit und langsame Anpassung an die Höhe achten.

Wann ist die beste Jahreszeit fĂĽr Reisende aus Deutschland?

Für Besucher aus Deutschland gelten der Herbst mit seiner Laubfärbung sowie der späte Frühling und Sommer mit wasserreichen Wasserfällen und intensiver Vegetation als besonders attraktiv. Wer es ruhiger mag, kann die Nebensaison in Betracht ziehen, muss dann aber mit kälteren Temperaturen und möglichen Einschränkungen rechnen. In jedem Fall lohnt es sich, chinesische Ferienzeiten zu meiden, um große Besucherströme zu umgehen.

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