Kasaner Kreml: Wo Russland islamische und orthodoxe Geschichte teilt
20.05.2026 - 12:13:18 | ad-hoc-news.deWenn sich über den Mauern des Kasaner Kreml der Muezzinruf mit Glockenklang mischt, wird spürbar, warum der Kazanski Kreml (auf Deutsch sinngemäß „Kreml von Kasan“) weit mehr ist als nur eine Festung. Hier, im Herzen von Kasan an der Wolga, treffen sich orthodoxes Christentum, der Islam und die Geschichte der Tataren auf besonders eindrucksvolle Weise.
Kasaner Kreml: Das ikonische Wahrzeichen von Kasan
Der Kasaner Kreml ist das Wahrzeichen der Hauptstadt der russischen Republik Tatarstan und gehört seit 2000 zum UNESCO-Welterbe. Die UNESCO beschreibt den Komplex als einzigartiges Zeugnis für die Begegnung verschiedener Kulturen und Religionen an der mittleren Wolga, wo sich seit Jahrhunderten russische und tatarische Traditionen überlagern und gegenseitig beeinflussen.
Charakteristisch ist die Silhouette: schneeweiße Mauern, schmale Türme, der markante, leicht nach außen geneigte Spasski-Turm, dahinter die blau leuchtenden Kuppeln der Mariä-Verkündigungs-Kathedrale und die türkisfarbenen Minarette der Kul-Scharif-Moschee. Anders als der Moskauer Kreml wirkt der Kazanski Kreml luftig und hell; die Anlage ist kleiner, wirkt aber offener, fast wie eine Stadt in der Stadt.
Deutsche Reisende erleben hier ein Russland, das oft im Schatten von Moskau und Sankt Petersburg steht: muslimisch und christlich, postsowjetisch und gleichzeitig tief verwurzelt in der Geschichte der Goldenen Horde und des Zarenreichs. Der Kreml ist damit nicht nur ein Fotomotiv, sondern ein Schlüssel zum Verständnis des Vielvölkerstaats Russland.
Geschichte und Bedeutung von Kazanski Kreml
Die Geschichte des Kasaner Kreml reicht bis in die Zeit des Khanats von Kasan zurück, eines Nachfolgestaats der Goldenen Horde. Wissenschaftliche Publikationen und die offizielle Welterbe-Nominierung des Kreml betonen, dass an dieser Stelle bereits im Mittelalter eine tatarische Festung stand. Der heutige Komplex geht jedoch vor allem auf den Wiederaufbau nach der Eroberung durch die russischen Truppen im 16. Jahrhundert zurück.
Im Jahr 1552 eroberte Zar Iwan IV., in Deutschland meist als „Iwan der Schreckliche“ bekannt, das damals mehrheitlich muslimische Khanat von Kasan. Damit sicherte sich das Moskauer Reich den Zugang zur mittleren Wolga und legte die Grundlage für die spätere russische Expansion nach Sibirien. Der tatarische Kreml wurde dabei weitgehend zerstört, die russische Verwaltung ließ anschließend eine neue Festungsanlage errichten.
Die wichtigsten steinernen Bauphasen erfolgten im späten 16. und 17. Jahrhundert. Russische Fachliteratur verweist darauf, dass italienische Baumeister, die bereits in Moskau tätig gewesen waren, an Planung und Bau beteiligt waren. Dadurch kam ein für Russland ungewöhnlicher Mix aus russischer Tradition und Einflüssen der italienischen Renaissance zustande, der den Kazanski Kreml bis heute prägt.
Gleichzeitig blieb Kasan ein zentraler Ort tatarischer Identität. Zwar wurden nach der Eroberung orthodoxe Kirchen im Kreml errichtet, die tatarische Bevölkerung der Stadt blieb aber mehrheitlich muslimisch. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Kasan zu einem der wichtigsten Zentren der tatarischen Aufklärung, mit einer bedeutenden Universität und lebhaftem intellektuellen Austausch. Die symbolische Aufwertung der tatarischen Tradition, etwa durch den Wiederaufbau der Kul-Scharif-Moschee Ende des 20. Jahrhunderts, knüpft bewusst an diese Geschichte an.
Während der Sowjetzeit diente der Kasaner Kreml vor allem Verwaltungszwecken. Die UNESCO und russische Denkmalbehörden heben hervor, dass der Komplex trotz späterer Umbauten und teilweiser Zerstörungen seinen historischen Grundriss weitgehend bewahren konnte. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde intensiv restauriert: Ziel war und ist, den Kreml sowohl als Regierungssitz Tatarstans als auch als Kulturdenkmal und touristische Attraktion zu etablieren.
Mit der Aufnahme in die Liste des UNESCO-Welterbes im Jahr 2000 erhielt der Kazanski Kreml internationale Anerkennung. Die UNESCO würdigt besonders das Zusammenleben orthodoxer und islamischer Baukunst innerhalb einer Festung – ein Motiv, das in Europa so in dieser Form selten zu finden ist. Für deutsche Besucherinnen und Besucher ergibt sich damit die Gelegenheit, die oft abstrakte Diskussion um russisch-tatarische Beziehungen räumlich und sinnlich zu erfahren.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Architektonisch ist der Kasaner Kreml ein vielschichtiger Organismus. Er umfasst Festungsmauern, Wehrtürme, Sakralbauten, Verwaltungsgebäude und repräsentative Plätze. Nach Angaben der offiziellen Kreml-Verwaltung misst die Mauer mehrere Hundert Meter und umfasst ein unregelmäßiges Polygon, das sich dem Geländeverlauf am hohen Ufer der Wolga anpasst.
Im Zentrum der Anlage stehen zwei religiöse Symbole, die bei jedem Besuch ins Auge springen: die orthodoxe Mariä-Verkündigungs-Kathedrale und die Kul-Scharif-Moschee. Kunsthistorische Darstellungen in russischen und internationalen Fachzeitschriften betonen, dass diese Doppelpräsenz im gleichen Festungshof im postsowjetischen Russland bewusst als Zeichen für Dialog und Koexistenz inszeniert wurde.
Die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale gehört zu den ältesten erhaltenen Bauwerken im Kreml. Sie wurde nach der Eroberung Kasans im 16. Jahrhundert errichtet und mehrfach umgebaut. Charakteristisch sind die hellen Fassaden und die typisch russischen Zwiebeltürme, die jedoch weniger monumental wirken als etwa die Türme des Moskauer Kreml oder der Kasaner Kathedrale auf dem Roten Platz in Moskau. Der Innenraum zeichnet sich durch Ikonenmalerei und eine reich verzierte Ikonostase aus.
Die Kul-Scharif-Moschee dagegen ist ein Kind des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Sie wurde in den 1990er- und 2000er-Jahren neu errichtet, um an die historische Hauptmoschee des Khanats zu erinnern, die im 16. Jahrhundert zerstört worden war. Offizielle Informationen der Republik Tatarstan und Beiträge in russischen Fachmedien beschreiben sie als Symbol der Wiederbelebung tatarischer Kultur nach dem Ende der Sowjetunion. Die Moschee kombiniert klassische islamische Elemente – Minarette, Kuppeln, ornamental verzierte Fassaden – mit einer modernen Interpretation, etwa bei der Nutzung von Glas und hellem Stein.
Die moscheeartige Silhouette mit ihren schlanken, hellblauen Minaretten ist längst zum visuellen Markenzeichen Kasans geworden. Besonders eindrucksvoll wirkt die Kul-Scharif-Moschee bei Nacht, wenn Fassaden und Minarette angestrahlt werden. Viele Bildstrecken in russischen und deutschen Medien nutzen diese Perspektive, um den Kreml als modernes, farbenfrohes Wahrzeichen zu inszenieren.
Ein weiteres prägendes Element ist der sogenannte Söyembikä-Turm, ein schiefer Backsteinturm, dessen leichte Neigung häufig mit dem Schiefen Turm von Pisa verglichen wird. Historisch ist die genaue Bauzeit des Turms umstritten, seriöse Quellen nennen meist das 17. oder 18. Jahrhundert. In der tatarischen Legende wird er mit der letzten Kasaner Herrscherin Söyembikä verbunden. Diese Erzählung, auch in Reiseführern wie „Marco Polo Russland“ aufgegriffen, unterstreicht die emotionale Bedeutung des Turms für die tatarische Identität – auch wenn historische Belege für die exakte Entstehungsgeschichte begrenzt sind.
Der Spasski-Turm dient bis heute als Hauptzugang zum Kreml. Er hat, ähnlich wie der Spasski-Turm im Moskauer Kreml, einen Durchgang und eine Turmuhr. Der Turm ist deutlich niedriger als die bekanntesten Moskauer Bauwerke, doch sein leicht konischer Verlauf und die weiße Fassade geben ihm eine eigene Eleganz. Für viele Besucherinnen und Besucher ist der Durchgang unter dem Turm der Moment, in dem sich der Blick auf die Kul-Scharif-Moschee und den Innenhof spektakulär öffnet.
Im Inneren der Mauern liegen außerdem Regierungsgebäude der Republik Tatarstan, kleinere Kirchen, Museumseinrichtungen und Ausstellungsräume. Der Kreml beherbergt etwa das Museum der Geschichte des Staates Tatarstan und andere kulturhistorische Sammlungen. Offizielle Stellen in Tatarstan betonen, dass hier nicht nur Architektur, sondern auch Manuskripte, Kunstwerke und Alltagsobjekte gezeigt werden, die die multiethnische Geschichte der Region dokumentieren.
Für architekturinteressierte Gäste aus Deutschland ist der Kazanski Kreml damit ein Lehrbuch in Stein: vom mittelalterlichen Wehrbau über zaristische Repräsentationsarchitektur bis zur postsowjetischen Symbolpolitik. Während etwa der Kölner Dom eine einheitliche, gotische Kathedrale repräsentiert, erzählt der Kasaner Kreml in einem einzigen Ensemble mehrere Jahrhunderte politischer Umbrüche und kultureller Aushandlungsprozesse.
Kasaner Kreml besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise
Der Kasaner Kreml liegt im historischen Zentrum von Kasan auf einer Anhöhe über dem linken Ufer der Wolga. Vom Hauptbahnhof Kasan oder vom Flussbahnhof aus ist die Anlage mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxis oder zu Fuß erreichbar. Eine Metro-Station in der Nähe erleichtert den Zugang aus anderen Stadtvierteln.
Für Reisende aus Deutschland ist Kasan meist über Moskau oder andere russische Drehkreuze erreichbar. Vor der Aussetzung zahlreicher Direktverbindungen lagen die Flugzeiten von Frankfurt am Main, München oder Berlin nach Kasan (inklusive Umstieg) meist im Bereich von rund 6 bis 8 Stunden. Da Flugpläne und politische Rahmenbedingungen Veränderungen unterliegen, sollten tagesaktuelle Verbindungen bei Fluggesellschaften oder Reiseportalen geprüft werden.
Eine Anreise per Bahn aus Westeuropa nach Russland war lange über Nachtzüge und Umstiege in osteuropäischen Städten möglich. Angesichts der politischen Lage und der veränderten internationalen Zugverbindungen ist heute eine sorgfältige Planung mit mehreren Umstiegen notwendig. Informationen der Deutschen Bahn, ausländischer Bahnunternehmen und die Reisehinweise des Auswärtigen Amts sollten vor einer Planung konsultiert werden.
Für eine Anreise mit dem Auto wäre eine lange Strecke über Polen, die baltischen Staaten oder andere osteuropäische Länder notwendig, verbunden mit Grenzübertritten und teils unterschiedlichen Verkehrsregeln. Wer eine solche Reise plant, sollte Mautsysteme, Versicherungsfragen, Visa- und Einreiseregeln sowie die aktuelle Sicherheitslage sehr genau prüfen.
- Öffnungszeiten
Der äußere Bereich des Kasaner Kreml – die Höfe und Wege – ist in der Regel tagsüber zugänglich. Museen, Ausstellungen, die Kul-Scharif-Moschee und die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale haben eigene Öffnungszeiten, die je nach Saison und Wochentag variieren können. Die offizielle Verwaltung des Kreml empfiehlt, Öffnungszeiten und mögliche Einschränkungen direkt auf der offiziellen Website oder bei der Tourismusinformation von Kasan zu prüfen, da sich Regelungen kurzfristig ändern können, etwa an Feiertagen oder bei staatlichen Veranstaltungen.
- Eintritt
Der Zugang zum Gelände des Kasaner Kreml ist in vielen Bereichen frei. Für bestimmte Museen, Sonderausstellungen oder geführte Touren können Eintrittsgebühren erhoben werden. Seriöse Quellen nennen je nach Ausstellung unterschiedliche, meist moderate Preise. Da Tarifstrukturen und Währungsrelationen Schwankungen unterliegen, empfiehlt sich ein Blick auf die offiziellen Informationsseiten des Kreml oder der Tourismusbehörden von Tatarstan, um aktuelle Preise zu erfahren. Reisende sollten davon ausgehen, dass Zahlungen sowohl in bar (russischer Rubel) als auch mit gängigen internationalen Kreditkarten möglich sein können; allerdings können Sanktionen und technische Einschränkungen die Nutzung ausländischer Karten beeinflussen.
- Beste Reisezeit
Das kontinentale Klima an der Wolga bringt kalte Winter und warme Sommer. Für die meisten Besucherinnen und Besucher aus Deutschland eignen sich späte Frühlingstage und der frühe Herbst besonders, wenn die Temperaturen mild sind und die Wege im Kreml gut zu begehen sind. Im Hochsommer kann es deutlich über 25 °C warm werden, während der Winter sehr kalt sein kann, mit Temperaturen weit unter 0 °C und Schnee.
Wer die winterliche Stimmung, Schnee und den Blick auf die angestrahlten Mauern im Dunkeln schätzt, wird den Kreml auch in der kalten Jahreszeit eindrucksvoll finden. Warme Kleidung, rutschfeste Schuhe und eine gewisse Kältefestigkeit sind dann aber unverzichtbar. Für Fotografie und längere Spaziergänge bieten sich Tage mit stabilem Wetter ohne starken Wind an, da der Kreml auf einer Anhöhe liegt.
- Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Kleidung, Fotografieren
In Kasan und im Umfeld des Kreml sind Russisch und Tatarisch die dominierenden Sprachen. Englischkenntnisse sind im touristischen Umfeld, in Hotels und bei jüngeren Menschen häufig vorhanden, aber nicht selbstverständlich. Deutsch wird nur vereinzelt gesprochen. Ein paar russische Grundbegriffe und eine Offline-Übersetzungs-App erleichtern die Orientierung.
Bei der Zahlung ist zu beachten, dass Russland in den vergangenen Jahren von internationalen Finanzsanktionen betroffen war. Informationen unter anderem von deutschen Banken und Reiseverbänden weisen darauf hin, dass nicht alle internationalen Kreditkarten wie gewohnt funktionieren. Reisende sollten sich vorab bei ihrer Bank informieren, ob und in welchem Umfang Kartenzahlungen in Russland möglich sind und gegebenenfalls ausreichend Bargeld in Landeswährung (Rubel) einplanen. Geldwechsel sollte nur bei offiziellen Wechselstuben oder Banken erfolgen.
Trinkgeld ist in Russland grundsätzlich üblich, wenn auch nicht in Höhe mancher anderer Länder. In Restaurants werden 5 bis 10 Prozent des Rechnungsbetrags als angemessen betrachtet, sofern kein Serviceaufschlag inkludiert ist. Im Taxi wird oft aufgerundet. In Museen und Kirchen ist Trinkgeld unüblich; dort werden eher Spendenboxen genutzt.
Bei der Kleidung im Kasaner Kreml sollten besonders in den Sakralbauten die örtlichen Gepflogenheiten respektiert werden. Für den Besuch der orthodoxen Kathedrale gelten ähnliche Regeln wie in Russland allgemein: Schultern und Knie sollten bedeckt sein, für Frauen werden traditionell Kopftücher geschätzt, auch wenn die Praxis je nach Gemeinde variieren kann. In der Kul-Scharif-Moschee sind aus Respekt vor dem religiösen Charakter des Ortes dezente Kleidung und bedeckte Schultern empfehlenswert. Vor Ort können spezifische Hinweise zum Verhalten in der Moschee aushängen.
Fotografieren ist im Freien auf dem Gelände des Kreml in der Regel erlaubt und beliebt. In Innenräumen – insbesondere in Museen, der Kathedrale oder der Moschee – können Beschränkungen gelten, etwa Verbot von Blitzlicht oder von Aufnahmen generell. Schilder vor Ort sollten unbedingt beachtet werden; bei Unsicherheit hilft eine kurze Nachfrage beim Aufsichtspersonal.
- Einreisebestimmungen und Sicherheit
Für die Einreise nach Russland benötigen deutsche Staatsbürger in der Regel ein Visum. Die genauen Anforderungen, Fristen, notwendigen Unterlagen und eventuelle Sonderregelungen können sich ändern. Deutsche Reisende sollten die aktuellen Einreisebestimmungen, Visa-Hinweise und Sicherheitsempfehlungen immer beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen und dort auch kurzfristige Änderungen berücksichtigen.
Da sich die politische Lage und die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland in den vergangenen Jahren mehrfach verändert haben, können sich auch Reise- und Sicherheitsbedingungen ändern. Eine gute Reiseversicherung, einschließlich Auslandskrankenversicherung, ist für Reisen außerhalb der EU besonders wichtig. Innerhalb Russlands gelten zudem spezifische Registrierungs- und Meldevorschriften, etwa bei längeren Aufenthalten, über die seriöse Reiseführer und das Auswärtige Amt informieren.
Die Zeitzone von Kasan liegt in der Regel zwei Stunden vor Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) und eine Stunde vor Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ), je nach Jahreszeit und den in Russland geltenden Regelungen zur Zeitumstellung. Vor einer Reise sollten genaue Differenzen anhand verlässlicher Zeitdienste überprüft werden, insbesondere für Flugpläne oder Zugverbindungen.
Warum Kazanski Kreml auf jede Kasan-Reise gehört
Wer Kasan besucht, kommt am Kasaner Kreml nicht vorbei – und das im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Vom Flussufer gesehen bildet die Festung die Kulisse der Stadt, vom Inneren der Mauern aus erschließt sich eine überraschend vielfältige Abfolge von Plätzen, Höfen und Aussichtspunkten. Viele Reisereportagen in deutschsprachigen Medien heben hervor, dass der Kreml besonders atmosphärisch wirkt, wenn die Sonne tief steht und die Mauern warmes Licht reflektieren.
Für kulturhistorisch Interessierte ist der Kazanski Kreml eine komprimierte Einführung in die Geschichte der Region. In wenigen Stunden lässt sich nachvollziehen, wie aus einem tatarischen Khanat ein zaristisches Verwaltungszentrum, später ein sowjetischer Regierungssitz und schließlich ein postsowjetisches Symbol für tatarische Autonomie und russisch-tatarisches Miteinander wurde. Der direkte Nebeneinander von Moschee und Kathedrale macht diese Transformation sichtbar, ohne dass man tief in Fachliteratur einsteigen muss.
Wer Architektur liebt, findet hier eine Mischung, die im deutschsprachigen Raum kaum vorkommt. Die weißen Mauern und Türme erinnern an alte europäische Festungen, die orthodoxe Kathedrale ruft Assoziationen zu russischen Kirchen etwa in Sankt Petersburg wach, die Moschee mit ihren schlanken Minaretten erinnert viele Besucher an islamische Baukunst, wie man sie eher in Istanbul oder Zentralasien erwartet. All dies ist in wenigen Gehminuten erreichbar – eine Seltenheit im internationalen Vergleich.
Auch für Familien ist der Kasaner Kreml ein leicht zugänglicher Ort: Die Wege sind überwiegend gut ausgebaut, viele Bereiche sind frei begehbar, und die Kombination aus offenen Plätzen, Aussichtspunkten und Innenräumen bietet Abwechslung. Kinder erleben hier Geschichte nicht nur in Vitrinen, sondern auch als Kulisse zum Staunen und Entdecken.
In der Umgebung des Kreml schließen sich weitere Sehenswürdigkeiten an: die historische Bauman-Straße als Flaniermeile, Theater und Museen, moderne Einkaufszentren und Uferpromenaden an der Wolga. Dadurch lässt sich ein Besuch des Kreml gut in einen längeren Stadtrundgang integrieren. Viele Reisende beginnen ihre Kasan-Erkundung am Kreml und arbeiten sich von dort in die Stadt hinein.
Deutsche Besucherinnen und Besucher, die bereits den Moskauer Kreml oder den Roten Platz kennen, erleben Kasan fast wie eine Parallelgeschichte – weniger monumental, aber näher an der Alltagskultur einer multiethnischen Region. In Reiseberichten wird oft hervorgehoben, dass Kasan als Stadt entspannter wirkt als die russische Hauptstadt und gleichzeitig einen eigenen, tatarisch geprägten Charakter hat.
Kasaner Kreml in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In den sozialen Medien ist der Kazanski Kreml längst zu einem der meistfotografierten Orte in Tatarstan geworden. Besonders die abendliche Beleuchtung der Kul-Scharif-Moschee, der Blick vom Wolga-Ufer auf die Kremlmauern und winterliche Schneelandschaften mit den hellen Türmen dominieren Bildplattformen und Videokanäle. Viele Reisende aus Russland und dem Ausland teilen Panoramen, Drohnenaufnahmen (wo erlaubt) und kurze Clips, in denen Glocken und Gebetsruf gleichzeitig zu hören sind – ein Motiv, das immer wieder für Aufmerksamkeit sorgt.
Kasaner Kreml — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Kasaner Kreml
Wo liegt der Kasaner Kreml genau?
Der Kasaner Kreml liegt im Zentrum der Stadt Kasan in der russischen Republik Tatarstan, auf einer Anhöhe am linken Ufer der Wolga. Von dort hat man einen weiten Blick über den Fluss und die umliegenden Stadtviertel.
Warum ist der Kazanski Kreml UNESCO-Welterbe?
Der Kazanski Kreml wurde von der UNESCO als Welterbe eingestuft, weil er ein seltenes Beispiel für das Nebeneinander von orthodoxen und islamischen Bauwerken innerhalb einer historischen Festung ist und die Begegnung verschiedener Kulturen und Religionen an der Wolga sichtbar macht. Zudem dokumentiert er wichtige Phasen der russischen Expansion nach Osten und die Geschichte des tatarischen Khanats.
Welche Gebäude sollte man im Kasaner Kreml unbedingt sehen?
Zu den Highlights gehören die Kul-Scharif-Moschee, die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale, der Söyembikä-Turm und der Spasski-Turm am Haupteingang. Je nach Interesse lohnen sich zudem ein Besuch der Museen zur Geschichte Tatarstans und ein Rundgang entlang der Mauern mit Blick auf die Wolga.
Wann ist die beste Jahreszeit für einen Besuch des Kasaner Kreml?
Angenehme Bedingungen bieten in der Regel späte Frühlingstage und der frühe Herbst, wenn die Temperaturen mild sind und die Wege gut begehbar. Wer winterliche Atmosphäre, Schnee und Kontraste zwischen weißen Mauern und dunklem Himmel mag, kann den Kreml auch in der kalten Jahreszeit besuchen, sollte dann aber auf sehr niedrige Temperaturen und glatte Wege vorbereitet sein.
Was sollten deutsche Reisende bei einer Reise zum Kasaner Kreml beachten?
Wichtig sind aktuelle Informationen zu Visa- und Einreisebestimmungen beim Auswärtigen Amt, eine sorgfältige Prüfung der Reise- und Sicherheitslage sowie Überlegungen zur Zahlungsabwicklung, da internationale Karten nicht überall funktionieren. Sprachlich helfen Grundkenntnisse in Russisch oder eine Übersetzungs-App, und beim Besuch von Moschee und Kathedrale sollten lokale Kleidungsvorschriften und Fotografieregeln respektiert werden.
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