Kupfercanyon, Barrancas del Cobre

Kupfercanyon bei Creel: Mexikos wilder Canyon-Geheimtipp

31.05.2026 - 14:58:05 | ad-hoc-news.de

Der Kupfercanyon (Barrancas del Cobre) bei Creel in Mexiko übertrifft den Grand Canyon an Ausdehnung – und bleibt doch fast menschenleer. Was deutsche Reisende dort erwartet.

Kupfercanyon, Barrancas del Cobre, Mexiko
Kupfercanyon, Barrancas del Cobre, Mexiko

Nebelbänke hängen am Morgen über den steilen Felswänden, unter Ihnen ziehen Adler ihre Kreise, und in der Ferne quietscht ein Zug sich Serpentine um Serpentine hinauf: Der Kupfercanyon, lokal „Barrancas del Cobre“ (sinngemäß „Kupferschluchten“), ist eine der spektakulärsten Landschaften Mexikos – und für viele Besucher aus Deutschland noch immer ein weißer Fleck auf der Landkarte.

Kupfercanyon: Das ikonische Wahrzeichen von Creel

Der Kupfercanyon ist kein einzelner Canyon, sondern ein gewaltiges System aus mehreren Schluchten im Bundesstaat Chihuahua im Norden Mexikos. Er erstreckt sich rund um den Ort Creel, der als wichtigster Ausgangspunkt für Touren in die Barrancas del Cobre gilt. Für viele Reisende ist Creel das sinnbildliche „Tor“ zu dieser rauen Hochlandlandschaft.

Besonders eindrucksvoll ist die Dimension: Die gesamte Canyon-Region ist flächenmäßig deutlich größer als der berühmte Grand Canyon in den USA. Die Schluchten erreichen Tiefen von teilweise weit über 1.000 m, einzelne Abschnitte gelten als noch tiefer als viele Bereiche des Grand Canyon. Zahlen variieren je nach Messpunkt, doch für Reisende aus Deutschland ist vor allem eines spürbar: die überwältigende Weite und das Gefühl, an einem der großen Naturbühnen des amerikanischen Kontinents zu stehen.

Creel selbst liegt auf einem Hochplateau in rund 2.200 m Höhe und markiert den Übergang von dicht bewaldeten Hochlagen in die abrupt abfallenden Schluchten. Im Ort mischen sich einfache Häuser, kleine Hotels, Tourenanbieter und Kunsthandwerk der indigenen Rarámuri (auch Tarahumara genannt). Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die zugleich touristisch belebt und dennoch weit entfernt von Massentourismus bleibt.

Für Besucher aus der DACH-Region ist der Kupfercanyon ein Reiseziel, das landschaftliche Dramatik mit kultureller Tiefe verbindet. Statt eines einzelnen Aussichtspunktes erwartet sie eine ganze Region, die man per Zug, auf Panoramastraßen, Wanderwegen oder Seilbahn erschließen kann. Die Barrancas del Cobre werden von mexikanischen Tourismusbehörden häufig als eine der großen Naturattraktionen des Landes hervorgehoben, stehen aber im deutschsprachigen Raum noch deutlich seltener auf der Bucket List als etwa Yucatán oder Mexiko-Stadt.

Geschichte und Bedeutung von Barrancas del Cobre

Geologisch sind die Barrancas del Cobre das Ergebnis eines langen Zusammenspiels aus vulkanischer Aktivität und Erosion. Über Millionen von Jahren haben Flüsse die Hochfläche des Sierra-Madre-Gebirges tief eingeschnitten und ein Verästelungssystem aus Schluchten geschaffen. Diese geologische Entstehungsgeschichte teilt der Kupfercanyon mit anderen großen Canyons der Welt, erreicht aber aufgrund seiner Ausdehnung und Vergabelung eine besondere Komplexität.

Der Name „Barrancas del Cobre“ geht auf die kupferfarben schimmernden Felsen und möglicherweise auf frühere Kupfervorkommen zurück. Für die indigene Bevölkerung der Rarámuri, die seit Jahrhunderten in der Region lebt, hatten die Schluchten allerdings längst Bedeutung, bevor spanische Kolonialherren und später Wissenschaftler die Region kartierten. Die Rarámuri sind für ihre traditionelle Lebensweise, ihre Sprache und ihre herausragenden Fähigkeiten als Langstreckenläufer bekannt – Geschichten über barfuß laufende Rarámuri, die Distanzen von Dutzenden Kilometern in der Canyonlandschaft zurücklegen, sind vielfach dokumentiert.

Mit der kolonialen Expansion wurden auch im Gebiet der Barrancas del Cobre Missionen gegründet. Später spielte der Kupfercanyon im Zuge des Eisenbahnbaus eine neue Rolle: Die spektakuläre Bahnstrecke, die heute als „Chepe“ (Ferrocarril Chihuahua al Pacífico) bekannt ist, wurde im 20. Jahrhundert schrittweise fertiggestellt. Ziel war es, den Bundesstaat Chihuahua mit der Pazifikküste zu verbinden. Der Bau durch schwieriges Gebirge, über Brücken und durch zahlreiche Tunnel, war technisch und logistisch eine enorme Herausforderung.

Heute ist der Chepe eine der bekanntesten Zugstrecken Lateinamerikas und macht den Kupfercanyon international sichtbar. Die Bahnlinie verbindet Städte wie Chihuahua im Hochland mit der Küstenstadt Los Mochis und durchquert dabei die Canyonregion. Für Creel und die Barrancas del Cobre war diese Verbindung ein entscheidender Entwicklungsschub: Sie brachte Reisende, Handel und Infrastrukturen in eine zuvor schwer zugängliche Region.

Kulturell ist der Kupfercanyon eine Schnittstelle: Hier treffen traditionelle Lebensweisen der Rarámuri, mexikanische Hochlandkultur, koloniale Geschichte und moderner Tourismus aufeinander. In Creel und in kleineren Siedlungen in den Canyons finden sich einfache Kirchen, Missionsstationen, Märkte und Werkstätten, in denen etwa handgefertigte Körbe, Textilien und Holzarbeiten angeboten werden. Für deutsche Reisende eröffnet sich damit nicht nur eine spektakuläre Landschaft, sondern auch ein Einblick in eine Kultur, die in Europa kaum präsent ist.

Anders als einige bekannte Naturdenkmäler ist der Kupfercanyon derzeit nicht als UNESCO-Welterbestätte eingetragen. Das schmälert seine Bedeutung als Natur- und Kulturlandschaft jedoch nicht: National und regional wird er vielfach als einer der großen Schätze des mexikanischen Nordens bezeichnet. Reiseführer und nationale Tourismusorganisationen betonen regelmäßig, dass die Barrancas del Cobre zu den landschaftlichen Höhepunkten Mexikos gehören und ein Gegengewicht zu eher bekannten Zielregionen wie der Riviera Maya bilden.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Der Kupfercanyon ist in erster Linie eine Natur- und Kulturlandschaft, keine klassische Architektur-Ikone. Dennoch gibt es einige bauliche und gestalterische Besonderheiten, die den Besuch prägen und aus deutscher Sicht bemerkenswert sind.

Besonderes Augenmerk verdient die Eisenbahnlinie Chepe. Die Strecke führt über zahlreiche Brücken, durch Tunnel und entlang steiler Hänge. Ingenieurleistungen wie Viadukte, Trassenführungen in engen Kurven und Bahnhöfe in schwierigem Gelände sind Ausdruck jener Pionierzeit des 20. Jahrhunderts, in der der Norden Mexikos infrastrukturell erschlossen wurde. Für Bahnfans aus Deutschland – gewohnt an ICE-Trassen und Alpenrouten – ist die Kombination aus historischer Technik und spektakulärer Landschaft ein eigener Reiseanreiz.

Hinzu kommen Aussichtspunkte, Plattformen und Seilbahnen. In Teilen des Kupfercanyons wurden Panoramapunkte angelegt, die geschützt zu exponierten Felskanten führen. Eine Besonderheit sind Seilbahn- und Zipline-Anlagen, mit denen Besucher die Schlucht quasi „überfliegen“ können. Solche Anlagen verbinden touristische Inszenierung mit Sicherheitsstandards und ermöglichen Perspektiven, die in klassischen Nationalparks oft nicht möglich sind. Bei allen Aktivitäten sollten Reisende aus Sicherheitsgründen jedoch immer aktuelle Hinweise lokaler Anbieter und Behörden beachten.

Kulturell prägen die Rarámuri die Region. Ihre Siedlungen bestehen häufig aus einfachen Häusern, teils auch Höhlenwohnungen oder Felsunterständen in den Schluchtwänden. Auf Märkten rund um Creel und in einigen Dörfern werden bunte Textilien, geflochtene Körbe und Holzfiguren verkauft, die zugleich Alltagsgegenstände und Kunsthandwerk sind. Für Reisende ist es wichtig, diesen Handel respektvoll zu behandeln, fair zu bezahlen und keine Fotografien ohne Einverständnis der Menschen zu machen.

Auch kleine Kirchen und Kapellen in und um Creel spiegeln den Einfluss christlicher Missionierung wider, oft in schlichter Bauweise mit einfachen Fassaden. Sie sind keine großen Kathedralen wie der Kölner Dom, aber als Teil des Alltagslebens prägen sie das Ortsbild und fungieren als Treffpunkte der Gemeinde.

Ein weiteres besonderes Merkmal der Region ist die Vegetation. Auf dem Hochplateau finden sich Kiefern- und Eichenwälder, an den steilen Hängen wechseln sich Fels, Buschwerk und – je nach Höhenlage – andere Pflanzengemeinschaften ab. FĂĽr Besucher wirkt die Kombination aus Nadelbäumen, kargem Fels und tiefen Schluchten ungewohnt, insbesondere wenn sie primär tropische Bilder mit „Mexiko“ verbinden. In höher gelegenen Bereichen kann es im Winter auch zu kĂĽhlen Temperaturen bis nahe oder unter 0 Â°C kommen, was fĂĽr viele Reisende ĂĽberraschend ist.

Kupfercanyon besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Der Kupfercanyon liegt im Bundesstaat Chihuahua im Norden Mexikos, rund um die Ortschaft Creel. Von Deutschland aus führt der Weg in der Regel über internationale Drehkreuze wie Mexiko-Stadt, Dallas, Houston, Madrid oder Amsterdam. Typische Flugzeiten von Frankfurt, München oder Berlin nach Mexiko-Stadt liegen – je nach Verbindung – meist bei etwa 12 bis 14 Stunden, häufig mit Umstieg. Von Mexiko-Stadt aus geht es per Inlandsflug oder längerer Busfahrt weiter nach Chihuahua-Stadt; von dort führen Bahn (Chepe), Busse oder organisierte Transfers nach Creel. Alternativ kann die Reise auch von der Pazifikküste starten, zum Beispiel ab Los Mochis; diese Varianten sind vor allem für Rundreisen interessant.
  • Fortbewegung vor Ort
    Creel dient als Ausgangsbasis für Tagesausflüge und Mehrtagestouren in die Barrancas del Cobre. Vor Ort lassen sich geführte Touren buchen, etwa mit Geländewagen, Kleinbussen oder geführten Wanderungen. Der Chepe-Zug ist eine beliebte Möglichkeit, einzelne Etappen durch den Canyon mit spektakulären Ausblicken zu kombinieren. Zusätzlich existieren an ausgewählten Punkten Seilbahnen und Zipline-Angebote, die die Aussicht aus der Vogelperspektive ermöglichen. Straßenverbindungen sind teils kurvig und können wetterbedingt beeinträchtigt sein; Selbstfahrer sollten Hochgebirgserfahrung mitbringen.
  • Ă–ffnungszeiten
    Der Kupfercanyon als Landschaft ist natürlich dauerhaft vorhanden, aber einzelne Infrastrukturangebote – etwa Seilbahnen, Aussichtspunkte mit Zugangsbeschränkung, Besucherzentren oder bestimmte Touranbieter – haben feste Öffnungszeiten. Diese können sich saisonal oder aus organisatorischen Gründen ändern. Interessierte sollten daher vorab direkt bei den jeweiligen Betreibern oder bei lokalen Tourismusbüros nachsehen. Formulierungen wie „ganzjährig geöffnet“ beziehen sich meist auf die generelle Erreichbarkeit der Region, nicht auf jedes einzelne Angebot.
  • Eintritt
    Der Zugang zur Natur selbst ist an vielen Stellen frei, doch fĂĽr bestimmte Attraktionen, Viewpoints, Seilbahnen oder Aktivitätsparks wird meist Eintritt erhoben. Die Preise variieren je nach Umfang der Leistung (z. B. einfache Seilbahnfahrt, Kombiticket mit Zipline, Parkeintritt). Da sich Tarife regelmäßig ändern können und meist in mexikanischen Pesos (MXN) erhoben werden, empfiehlt sich eine zeitnahe Recherche direkt bei Betreibern oder ĂĽber aktuelle ReisefĂĽhrer. Reizvoll ist, dass sich viele Erlebnisse – etwa einfache Wanderungen zu Aussichtspunkten – mit geringen Kosten realisieren lassen, während technisch aufwendige Aktivitäten naturgemäß höher bepreist sind.
  • Beste Reisezeit
    Die Region um Creel und den Kupfercanyon liegt im Hochland und unterliegt deutlichen Temperaturunterschieden. Als besonders angenehm gelten häufig die Monate im Frühling und Herbst, wenn es tagsüber mild bis warm ist und die Nächte kühl, aber nicht eisig. Im Sommer kann es in tieferen Lagen heiß werden, im Hochland aber auch Gewitter geben. Der Winter kann überraschend kühl ausfallen; in höheren Lagen sind Werte um den Gefrierpunkt möglich. Wer aus Deutschland anreist, sollte sich nicht von der Vorstellung tropischer Hitze leiten lassen, sondern auf ein Gebirgsklima mit starken Tag-Nacht-Unterschieden vorbereitet sein. Die beste Tageszeit für Ausblicke ist oft der frühe Morgen oder spätere Nachmittag, wenn das Licht die Felswände warm einfärbt.
  • Gesundheit und Höhe
    Creel liegt über 2.000 m, einige Pässe und Aussichtspunkte erreichen ähnliche oder höhere Höhenlagen. Die meisten gesunden Menschen vertragen dies gut, aber leichte Symptome der Höhenanpassung – etwa schnelleres Atmen bei Anstrengung – können auftreten. Langsames Ankommen, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und moderate erste Aktivitäten sind hilfreich. Wer Vorerkrankungen hat, sollte vor der Reise ärztlichen Rat einholen. Für deutsche gesetzlich Versicherte ist außerhalb Europas eine private Auslandskrankenversicherung empfehlenswert.
  • Sprache
    Landessprache ist Spanisch. In touristischen Betrieben in Creel, in Hotels, bei einigen Tourenanbietern und an zentralen Punkten entlang der Chepe-Strecke wird häufig auch ein gewisses Maß an Englisch gesprochen, insbesondere bei jüngeren Mitarbeitenden. Deutsch ist in der Regel nicht verbreitet. Ein paar grundlegende spanische Floskeln (Begrüßung, Bitte, Danke, Zahlen) erleichtern den Alltag enorm und werden positiv aufgenommen. In den Gemeinden der Rarámuri wird zusätzlich die indigene Sprache gesprochen; hier ist Spanisch oft die Brücke.
  • Zahlung und Trinkgeld
    Die Landeswährung ist der mexikanische Peso (MXN). In größeren Hotels und bei etablierten Tourenanbietern sind Kreditkarten (Visa, Mastercard, teils auch andere) meist akzeptiert. In kleineren Gästehäusern, lokalen Restaurants, auf Märkten und bei spontanen Touren ist Bargeld oft die sicherste Option. Kartenzahlungen mit Girocard (Debitkarte aus Deutschland) sind nicht immer garantiert; eine Kreditkarte ist daher sehr empfehlenswert. Mobile Payment mit Smartphone wird in Mexiko zwar immer verbreiteter, ist aber in ländlichen Regionen nicht durchgängig verfĂĽgbar. Trinkgeld ist Teil der Kultur: In Restaurants sind etwa 10–15 % ĂĽblich, bei Tourenguides und Fahrern wird ein angemessenes Trinkgeld erwartet, wenn der Service zufriedenstellend war.
  • Sicherheit und Verhalten
    Wie in allen großen Ländern gibt es in Mexiko Regionen mit unterschiedlichen Sicherheitslagen. Die Situation kann sich verändern; Reisende aus Deutschland sollten die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes unter auswaertiges-amt.de vor der Buchung und kurz vor Abreise sorgfältig prüfen. In der Region Chihuahua kann es vereinzelt zu sicherheitsrelevanten Vorfällen kommen, besonders in Städten und an bestimmten Routen. Viele Reisende besuchen den Kupfercanyon dennoch ohne Zwischenfälle, wenn sie grundlegende Vorsichtsmaßnahmen beachten, etwa nachts nicht allein unterwegs zu sein, Wertsachen unauffällig zu verwahren und seriöse Tourenanbieter zu wählen.
  • Einreisebestimmungen
    Mexiko liegt außerhalb der EU und des Schengenraums. Deutsche Staatsbürger benötigen für touristische Aufenthalte in der Regel kein klassisches Visum, müssen aber Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen beachten, die sich ändern können. Daher gilt: Deutsche Staatsbürger sollten vor der Buchung die aktuellen Einreisehinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Dort finden sich Informationen zu erforderlichen Reisedokumenten, Aufenthaltsdauern, eventuell nötigen elektronischen Voranmeldungen und weiteren Bestimmungen.
  • Zeitzone
    Der Bundesstaat Chihuahua liegt – je nach innerstaatlicher Zone und Jahreszeit – mehrere Stunden hinter Mitteleuropa. Zwischen Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) bzw. Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) und der Zeit in Nordmexiko besteht in der Praxis häufig ein Unterschied von etwa 7 bis 8 Stunden. Für Reisende bedeutet das: Anrufe nach Hause, Online-Meetings oder das Verfolgen von Nachrichten sollten zeitversetzt geplant werden, und der Jetlag kann besonders auf dem Hinweg deutlich spürbar sein.
  • Kleiderordnung und AusrĂĽstung
    Eine starre Kleiderordnung existiert in der Region nicht; an religiösen Orten wie Kirchen ist jedoch respektvolle, nicht zu freizügige Kleidung angemessen (Schultern und Knie bedeckt). Für Touren im Canyon empfiehlt sich ein „Zwiebellook“: tagsüber leichte, atmungsaktive Kleidung, dazu eine wärmende Schicht und eine winddichte Jacke für die Morgen- und Abendstunden. Feste Wanderschuhe mit guter Profilsohle sind bei Ausflügen in das Gelände sehr zu empfehlen. Sonnenbrille, Sonnenschutz (auch wegen der Höhenlage) und Kopfbedeckung sind nahezu unverzichtbar, ebenso eine wiederbefüllbare Trinkflasche.
  • Fotografieren
    Die Landschaft des Kupfercanyons ist extrem fotogen, und das Fotografieren ist an Aussichtspunkten in der Regel problemlos. Bei Seilbahnen und Ziplines kann es aus Sicherheitsgründen Einschränkungen für freihängende Kameras geben; dies ist vor Ort zu beachten. Besonders sensibel ist das Fotografieren von Menschen – vor allem von Angehörigen der Rarámuri. Hier sollte grundsätzlich vorher um Erlaubnis gebeten werden; ein respektvoller Umgang und gegebenenfalls ein kleiner Einkauf bei lokalen Händlern stärken das Miteinander.

Warum Barrancas del Cobre auf jede Creel-Reise gehört

Der Kupfercanyon ist kein „Abhaken-und-weiter“-Ziel, sondern ein Ort, der Zeit verlangt. Wer nach Creel reist, erlebt eine Seite Mexikos, die mit den Bildern von Strand, Maya-Ruinen und Metropolen wenig gemein hat. Stattdessen dominieren tiefe Schluchten, weite Wälder, Indigenenkultur und die Langsamkeit einer Zugfahrt.

Für Reisende aus Deutschland ist der Reiz vor allem die Kombination aus Panorama und Nähe: Vom Zugfenster, von Aussichtspunkten oder bei kurzen Wanderungen ergeben sich immer neue Perspektiven. Nebelschwaden ziehen durch die Schluchten, Felswände wechseln ihre Farben je nach Tageszeit, und das Echo von Ziegen, Vögeln oder gelegentlich einem Zughorn verstärkt das Gefühl, in einem natürlichen Amphitheater zu stehen. Viele Besucher berichten, dass der Kupfercanyon weniger über einzelne „Must-see-Spot“ definiert ist, sondern über die Summe der Eindrücke während einer mehrtägigen Reise.

Ein weiterer Grund, warum die Barrancas del Cobre in eine Mexiko-Route aufgenommen werden sollten, ist der kulturelle Kontext. Begegnungen mit der Kultur der Rarámuri, Einblicke in ihr Kunsthandwerk und ihre Dorfstrukturen bieten eine Perspektive auf Mexiko jenseits typischer Klischees. Für viele deutschsprachige Gäste ist dies eine prägende Erfahrung, insbesondere wenn sie mit lokalen Guides unterwegs sind, die Hintergründe erklären.

Hinzu kommt der Chepe-Zug als Reiseerlebnis. Während in Europa viele spektakuläre Zugstrecken in den Alpen liegen, eröffnet der Chepe einen anderen Landschaftstyp: Schluchten statt Gipfel, Kiefernwälder statt Gletscher. Wer Wert auf die Art des Unterwegsseins legt – und nicht nur auf das Ankommen – findet hier eine Route, die Bahnreise und Naturerlebnis verbindet.

Rund um Creel gibt es zudem weitere Ausflugsziele wie Felsformationen, kleine Seen und Aussichtspunkte, die einen Aufenthalt von mehreren Tagen rechtfertigen. In Kombination mit der Canyon-Erkundung ergibt sich ein vielseitiges Programm aus Wandern, Kultur und entspannten Stunden im Ort. Für Urlauber aus dem deutschsprachigen Raum, die Mexiko intensiver und abseits der ausgetretenen Pfade kennenlernen möchten, ist der Kupfercanyon damit ein logischer Baustein einer längeren Rundreise.

Kupfercanyon in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂĽcke

In den sozialen Medien gewinnt der Kupfercanyon kontinuierlich an Sichtbarkeit: Drohnenaufnahmen, Zugvideos, Selfies an Aussichtspunkten und Kulturreportagen über die Rarámuri zeichnen ein Bild von einer Region, die zugleich wild, authentisch und fotogen ist. Reisende teilen Reels von Zipline-Fahrten, Slow-Motion-Videos von Sonnenaufgängen über den Schluchten und kurze Dokumentationen ihrer Fahrt mit dem Chepe. Für deutschsprachige Nutzer bieten diese Inhalte Inspiration bei der Planung und einen ersten Eindruck der Dimensionen – ersetzen aber nicht das Gefühl, selbst am Abgrund einer der großen Schluchten zu stehen.

Häufige Fragen zu Kupfercanyon

Wo liegt der Kupfercanyon genau?

Der Kupfercanyon (Barrancas del Cobre) liegt im Bundesstaat Chihuahua im Norden Mexikos, im Hochland der Sierra Madre Occidental. Der Ort Creel gilt als wichtigster Ausgangspunkt fĂĽr Touren in die Schluchtenregion. Von Städten wie Chihuahua oder der PazifikkĂĽste (z. B. Los Mochis) ist der Canyon per Zug, Bus oder Auto erreichbar.

Wie unterscheidet sich der Kupfercanyon vom Grand Canyon?

Während der Grand Canyon in den USA vor allem als eine große Schlucht wahrgenommen wird, handelt es sich beim Kupfercanyon um ein System aus mehreren Schluchten, die zusammen eine größere Fläche einnehmen. Einige Abschnitte sind ähnlich tief oder tiefer als viele Bereiche des Grand Canyon. Für Reisende bedeutet das: mehr Vielfalt an Perspektiven, weniger Besucherandrang und eine stärkere Verflechtung mit bewohnten Regionen und der Kultur der Rarámuri.

Wie viel Zeit sollte man fĂĽr den Kupfercanyon einplanen?

Für einen ersten Eindruck mit einem Aufenthalt in Creel und mindestens einem Ausflug oder einer Chepe-Etappe sollten Reisende idealerweise zwei bis drei volle Tage vor Ort einplanen. Wer mehrere Aussichtspunkte besuchen, Wanderungen unternehmen oder weiter durch die Schluchten reisen möchte, kann problemlos eine Woche füllen. Da die Anreise aus Deutschland zeitintensiv ist, lohnt sich die Einbindung des Kupfercanyons in eine längere Mexiko-Rundreise.

Ist der Kupfercanyon fĂĽr ungeĂĽbte Wanderer geeignet?

Ja, in gewissem Rahmen. Um Creel und an einigen touristisch erschlossenen Punkten im Kupfercanyon gibt es Aussichtspunkte und kurze Wege, die auch für weniger geübte Wanderer zugänglich sind. Anspruchsvollere Touren in die Tiefe der Schluchten erfordern jedoch Trittsicherheit, Kondition und teils die Begleitung erfahrener Guides. Wer unsicher ist, sollte mit einfacheren Routen beginnen und sich vor Ort beraten lassen.

Welche Jahreszeit ist fĂĽr Besucher aus Deutschland besonders empfehlenswert?

Viele Reisende bevorzugen Frühling und Herbst, wenn das Klima im Hochland meist angenehm ist und die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht gut auszuhalten sind. Im Sommer sind tiefer gelegene Bereiche heiß, im Winter kann es in höheren Lagen sehr kühl werden. Unabhängig von der Jahreszeit sollten Besucher warme Kleidung für die Abende und Sonnenschutz für den Tag einplanen.

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