Masjed-e Nasir ol-Molk in Shiraz: Farbenspiel aus Glas und Fliesen
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 13:18 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Masjed-e Nasir ol-Molk in Shiraz gehört zu den eindrucksvollsten Moscheen der Qajar-Zeit im Iran und ist wegen ihrer rosa Fliesen und bunten Glasfenster auch als „Pink Mosque“ bekannt. Der Bau entstand im späten 19. Jahrhundert und wurde 1888 vollendet, im Auftrag des Qajar-Adligen Mirza Hassan Ali Khan Nasir al-Mulk, der hier ein reich ausgestaltetes Gotteshaus errichten ließ. Die Moschee verbindet einen klassischen iranischen Hofmoscheetypus mit einer ungewöhnlich farbbetonten Innenausstattung, in der Licht, Farbe und Ornament dicht zusammenwirken.
Masjed-e Nasir ol-Molk: Qajar-Architektur mit eigenem Farbton
Die Moschee liegt im historischen Stadtgefüge von Shiraz, im Viertel Gowd-e Araban südlich der Lotfali-Khan-Zand-Straße, in unmittelbarer Nachbarschaft von Heiligtümern wie Shah Cheragh. Der Bau gehört zur Epoche der Qajar-Dynastie und entstand zwischen 1876 und 1888, eine Bauzeit von rund zwölf Jahren, die in Inschriften und Studien zur Anlage dokumentiert ist.Zwischen 1876 und 1888 Als Stifter gilt Mirza Hassan Ali Khan Nasir al-Mulk, ein Großgrundbesitzer und Würdenträger der Region Fars, dessen Name der Moschee ihren heutigen Titel gibt.Mirza Hassan Ali Khan Nasir al-Mulk
Gestaltet wurde die Anlage von iranischen Baumeistern und Fliesenmeistern, unter ihnen Mohammad Hasan-e Memar, der auch am berühmten Eram-Garten gearbeitet hatte, sowie weitere Meister aus Shiraz.Mohammad Hasan-e Memar Die Architektur folgt dem traditionellen Schema einer iranischen Hofmoschee mit einem rechteckigen Hof, Arkadengängen, Iwan-Bauten und einem Gebetsraum, jedoch ohne die große Kuppel, die viele andere Moscheen dieser Zeit prägt.ohne große Kuppel Die Flächen der Wände und der Iwane sind reich mit polychromen Fliesen verkleidet, in denen florale Muster, Inschriften und geometrische Ornamente in abgestuften Rosa-, Blau- und Gelbtönen erscheinen.
Hof, Gebetshalle und Glasfenster: der Aufbau der Moschee
Masjed-e Nasir ol-Molk ist als komplexe Anlage mit einem offenen Innenhof konzipiert, um den sich die verschiedenen Bauteile gruppieren. Auf der Nordseite liegt der Hof mit umlaufenden Arkaden, von denen aus sich Zugänge zu Räumen und zum Gebetssaal öffnen.Hof auf der Nordseite Die Gesamtfläche der Anlage wird in Quellen mit rund 2.980 Quadratmetern angegeben; innerhalb dieser Grundfläche verteilen sich Hof, Seitentrakte und der überdachte Betsaal.Fläche von knapp 3.000 Quadratmetern
Besonders bekannt ist der Gebetsraum auf der Ostseite, dessen Fassade zum Hof von einem Iwan mit Säulen und muqarnas-Auskragungen betont wird. Im Inneren gliedern steinerne Säulen den Raum in Schiffe, deren Decken und Gewölbe vollständig mit farbigen Fliesen und Malereien überzogen sind. Die Stirnwand mit der Gebetsnische (Mihrab) ist mit feinen Kachelmustern und Inschriften gestaltet, die die Blickrichtung nach Mekka markieren. An einer Längsseite öffnen sich große Fenster mit Holzgitterrahmen, in die farbiges Glas eingesetzt ist, sodass der Gebetsraum eine durchgefärbte Lichtstimmung erhält, wenn Sonneneinstrahlung auf die Glasflächen trifft.große Fenster mit farbigem Glas
Rosa Fliesen und farbiges Licht: das Spiel von Dekor und Tageslicht
Das prägende Motiv von Masjed-e Nasir ol-Molk ist der bewusste Einsatz von Farbe in Fliesen und Glas. Besonders auffällig sind Fliesen mit rosa Grundtönen, die im Zusammenspiel mit blauen und gelben Ornamentfeldern dem Bau den Beinamen „Pink Mosque“ eingebracht haben.rosa Fliesen Diese Fliesen bedecken große Wandflächen, Gesimse und die muqarnas-Strukturen der Iwane und schaffen damit eine Farbigkeit, die sich von vielen anderen Moscheen der Stadt abhebt.
Im Gebetsraum verstärken farbige Glasfenster den Eindruck, weil das einfallende Licht die farbigen Felder der Teppiche und die gemusterten Fliesen zusätzlich betont. Die Kombination aus farbigen Fliesen, Glas und ornamentierten Steinpfeilern erzeugt ein dichtes Dekor, das Besucher an die Feinheit traditioneller iranischer Handwerkskunst erinnert. Die Ornamentik greift klassische Motive der persischen Kunst auf, darunter stilisierte Blumen, Ranken und traditionelle geometrische Muster, die in wiederkehrenden Feldern arrangiert sind. Die Verbindung von Gebetsraum, rosa Fliesen und Glasfenstern macht die Moschee zu einem der bekanntesten Beispiele für spät-qajarische Innenraumgestaltung in Shiraz.
Masjed-e Nasir ol-Molk besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Masjed-e Nasir ol-Molk liegt im Stadtgebiet von Shiraz in der Provinz Fars, südlich der Lotfali-Khan-Zand-Straße, nahe dem Heiligtum Shah Cheragh; erreichbar ist die Moschee über Stadtstraßen und lokale Verkehrsmittel.
- Das Gelände der Moschee umfasst einen Innenhof und verschiedene überdachte Räume, die über Stufen und teils schmale Durchgänge erschlossen werden, sodass ein Besuch Trittsicherheit und das Bewältigen von Treppen erfordert.
- In der näheren Umgebung von Masjed-e Nasir ol-Molk liegen weitere historische Bauwerke wie der Schrein Shah Cheragh und der Vakil-Basar, die sich mit einem Spaziergang durch das Viertel kombinieren lassen.
- Iran verwendet als Landeswährung den Rial, Amtssprache ist Persisch.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
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Masjed-e Nasir ol-Molk: häufige Fragen
Wo liegt Masjed-e Nasir ol-Molk?
Masjed-e Nasir ol-Molk liegt in der Stadt Shiraz in der Provinz Fars im Iran, im Viertel Gowd-e Araban südlich der Lotfali-Khan-Zand-Straße nahe dem Schrein Shah Cheragh.
Was bietet ein Besuch von Masjed-e Nasir ol-Molk?
Ein Besuch führt in einen historisch gewachsenen Moscheekomplex der Qajar-Zeit mit Innenhof, Iwan-Bauten und einem reich dekorierten Gebetsraum, in dem rosa Fliesen und farbige Glasfenster das Licht in intensive Farbfelder verwandeln.
Was kennzeichnet Masjed-e Nasir ol-Molk besonders?
Die Moschee ist vor allem für ihre rosa Fliesen und die großen Glasfenster mit farbigem Glas bekannt, durch die Sonneneinstrahlung den Gebetsraum in ein bewegtes Farbspiel aus Licht, Teppichen und Ornamenten taucht.
