Medina von Tunis, Tunesien Reise

Medina von Tunis: Labyrinth aus Geschichte, DĂĽften und Licht

21.05.2026 - 00:05:50 | ad-hoc-news.de

Zwischen Gewürzduft, Muezzinrufen und kunstvollen Palästen offenbart die Medina von Tunis (Medina of Tunis) ein anderes Gesicht von Tunis, Tunesien – ein intensives Welterbe-Erlebnis für alle Sinne.

Medina von Tunis, Tunesien Reise, UNESCO-Welterbe
Medina von Tunis, Tunesien Reise, UNESCO-Welterbe

Der erste Schritt in die Medina von Tunis, die im Arabischen oft als „Medina of Tunis“ bezeichnet wird, fühlt sich an wie ein Zeitsprung: Plötzlich sind die Autogeräusche gedämpft, stattdessen tragen die engen Gassen den Ruf des Muezzins, das Rufen der Händler und den Duft von Jasmin, Leder und frisch gemahlenem Koriander.

Medina von Tunis: Das ikonische Wahrzeichen von Tunis

Die Medina von Tunis ist das historische Herz der tunesischen Hauptstadt Tunis und eine der bedeutendsten Altstädte des Maghreb. Sie vereint Moscheen, Paläste, Wohnhäuser, Souks und Medressen auf engem Raum und gilt als lebendiges Beispiel einer klassischen islamischen Stadt in Nordafrika. Die UNESCO führt die Medina von Tunis seit 1979 als Weltkulturerbe und hebt ausdrücklich die außergewöhnliche Dichte und Vielfalt ihrer Baudenkmäler hervor.

Für Reisende aus Deutschland bietet die Medina weit mehr als nur orientalisches Flair: Sie ist ein Fenster in fast 1.300 Jahre Stadtgeschichte, in der Einflüsse von arabischen Dynastien, osmanischen Würdenträgern und europäischen Händlern ineinanderfließen. Anders als in vielen „Museumsaltstädten“ ist die Medina kein Freilichtmuseum, sondern ein Alltagsschauplatz, in dem Handwerk, Handel und Wohnleben weitergehen – ein Punkt, den etwa die Deutsche Welle und das französische Kulturmagazin „Arte“ in ihren TV-Reportagen wiederholt betont haben.

Besonders eindrucksvoll ist der Kontrast: Nur wenige Schritte trennen die mittelalterlichen Gassen der Medina von den breiten, von französischer Kolonialarchitektur geprägten Boulevards der Ville Nouvelle. Wer Tunis wirklich verstehen will, kommt an der Medina nicht vorbei – sie ist Stadt, Symbol und kulturelles Gedächtnis zugleich.

Geschichte und Bedeutung von Medina of Tunis

Historisch geht die Medina of Tunis (wörtlich „Altstadt von Tunis“) auf das 7. Jahrhundert zurück, als sich im Zuge der arabisch-islamischen Expansion im heutigen Tunesien neue Zentren bildeten. Laut der UNESCO und dem tunesischen Kulturministerium erlebte Tunis ab dem 9. Jahrhundert unter den Aghlabiden und später unter den Hafsiden einen starken Aufschwung. In dieser Zeit entwickelte sich die Medina zur politischen und wirtschaftlichen Hauptstadt Ifriqiyas, des damaligen Machtzentrums im zentralen Maghreb.

Architekturhistoriker sprechen von einem kontinuierlichen Wachstum der Medina zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert. Die Hafsiden-Dynastie machte Tunis zu einem wichtigen Knotenpunkt des Mittelmeerhandels, vergleichbar in seiner Bedeutung mit Städten wie Genua oder Venedig, nur eben auf der südlichen Seite des Mittelmeers. Der Verkauf von Textilien, Gewürzen, Olivenöl und Lederwaren trug dazu bei, dass sich wohlhabende Familienpaläste und Stiftungen bilden konnten, die bis heute das Stadtbild prägen.

Auch die osmanische Epoche, beginnend im 16. Jahrhundert, hinterließ deutliche Spuren. Moscheen wurden erweitert, neue Stadtviertel angelegt, und die Verwaltung wurde in großen Palastkomplexen organisiert. Laut dem deutschen Reisemagazin „GEO“ ist die Medina von Tunis eine der wenigen Altstädte Nordafrikas, in der sich die Schichten verschiedener Herrscherperioden derart eindeutig ablesen lassen.

Während der französischen Protektoratszeit ab Ende des 19. Jahrhunderts wurde nördlich der Altstadt die Ville Nouvelle mit ihren geraden Straßen, Cafés und Verwaltungsgebäuden gebaut. Die Medina selbst blieb in Struktur und Größe weitgehend erhalten, auch wenn zahlreiche Familien aus den traditionellen Häusern in neue Viertel zogen. Dass die Altstadt heute noch so geschlossen wirkt, ist nicht zuletzt frühen Denkmalschutzbestrebungen zu verdanken, die bereits in der Mitte des 20. Jahrhunderts einsetzten.

Mit der Eintragung als UNESCO-Welterbe 1979 wurde die internationale Bedeutung der Medina of Tunis offiziell anerkannt. Die UNESCO betont in ihren Unterlagen, dass die Medina ein herausragendes Beispiel eines traditionellen urbanen Ensembles darstellt, in dem religiöse, zivile und militärische Architekturformen zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen. Für das tunesische Selbstverständnis ist die Medina darüber hinaus ein Symbol der Eigenständigkeit und kulturellen Kontinuität – eine Rolle, die gerade nach der tunesischen Revolution von 2011 wieder stärker in den Fokus rückte.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Wer durch die Medina von Tunis geht, entdeckt ein komplexes Geflecht aus Gassen, Durchgängen und Sackgassen. Stadtplaner sprechen von einer „organisch gewachsenen Struktur“, die sich im Laufe der Jahrhunderte ohne starres Raster entwickelte. Die Hauptachsen verbinden wichtige Stadttore mit zentralen Plätzen und der großen Freitagsmoschee, während kleinere Nebenwege zu Wohnquartieren und versteckten Höfen führen.

Die architektonische Mitte bildet die Zitouna-Moschee („Djamaa ez-Zitouna“, auf Deutsch etwa „Olivenbaum-Moschee“). Laut der tunesischen Denkmalbehörde und verschiedenen Fachpublikationen reicht ihre Geschichte zumindest in das 8. Jahrhundert zurück, auch wenn die heutige Gestalt überwiegend auf spätere Umbauten zurückgeht. Mit ihrem rechteckigen Hof, den umlaufenden Arkaden, dem markanten Minarett und den reich verzierten Säulengängen gilt sie als eine der wichtigsten Moscheen Nordafrikas. Über Jahrhunderte war sie zudem ein bedeutendes Zentrum islamischer Gelehrsamkeit, vergleichbar mit der Al-Azhar in Kairo.

Rund um die Zitouna-Moschee ordnen sich die Souks – die traditionellen Märkte – in klaren Funktionsbereichen an. Die UNESCO und Reiseführer wie „Marco Polo“ und „Merian“ heben diesen Aspekt als außergewöhnlich hervor: In der Medina of Tunis sind viele der Handwerkerviertel noch dort, wo sie historisch hingehören. So gibt es den Souk El Attarine für Parfüm und Gewürze, Souks für Gold- und Silberschmiede, für Stoffe, traditionelle Kopfbedeckungen (Chechias) und Lederwaren. Die engen Ladenzeilen sind meist überdacht, wodurch ein gedämpftes Licht entsteht, das die Farben der Waren noch intensiver wirken lässt.

Charakteristisch für die Wohnarchitektur sind die traditionellen Stadthäuser, die sich nach außen häufig schlicht und geschlossen zeigen, im Inneren aber um einen hellen Innenhof herum organisiert sind. Die Fassaden nach draußen sind oft weiß verputzt und werden von kräftig blauen Türen, Fensterläden und schmiedeeisernen Gittern akzentuiert. Im Inneren finden sich bunte Kacheln (Zellige), stuckierte Decken und bemalte Holzbalken, die von der Lebensweise der einstigen Oberschicht erzählen.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch die Paläste der Medina, von denen einige in Museen, Kulturzentren oder Gästehäuser (Riads) umgewandelt wurden. Der Dar Ben Abdallah etwa beherbergt ein Volkskundemuseum, das laut dem tunesischen Ministerium für Kultur einen Einblick in bürgerliche Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts gibt. Andere Paläste werden als Kulturzentren genutzt und öffnen ihre Höfe für Konzerte und Festivals, besonders im Sommer.

Nicht zu übersehen sind die zahllosen Kuppeln, Minarette und Medressen, die zwischen den Wohnhäusern hervorragen. Jede Epoche brachte eigene dekorative Details mit sich – von filigranen Steinmetzarbeiten bis zu osmanisch geprägten Kacheln und hölzernen Erkern. Kunsthistoriker betonen immer wieder, dass gerade diese Vielfalt, gekoppelt mit einer insgesamt harmonischen Silhouette, die Medina von Tunis von anderen Altstädten Nordafrikas unterscheidet.

Auch kleine Details erzählen Geschichten: die schweren, genagelten Holztüren mit ihren kunstvollen Metallklopfern, die Kalligraphien über Eingängen, die die Namen Gottes oder Koransuren zitieren, und die schmalen Durchgänge, die sich hinter scheinbar unscheinbaren Türen auftun und in größere Höfe führen. Für Fotografiebegeisterte aus Deutschland ist die Medina daher ein nahezu unerschöpfliches Motivfeld – ohne dass man hierfür die bekannten touristischen Routen verlassen müsste.

Medina von Tunis besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

Ein Besuch der Medina of Tunis lässt sich unkompliziert in eine Städtereise oder einen längeren Tunesien-Aufenthalt integrieren. Einige praktische Hinweise erleichtern die Planung gerade für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum.

  • Lage und Anreise
    Die Medina von Tunis liegt im Zentrum der Hauptstadt Tunis, direkt südlich der modernen Ville Nouvelle und in der Nähe des Hauptbahnhofs „Gare de Tunis“. Vom internationalen Flughafen Tunis-Carthage sind es je nach Verkehr rund 7 bis 9 km, was mit Taxi oder Transfer in etwa 15 bis 30 Minuten zu schaffen ist. Für Reisende aus Deutschland bestehen – je nach Saison – Direktverbindungen und Umsteigeverbindungen über große Drehkreuze wie Paris, Rom oder Istanbul. Große deutsche Flughäfen wie Frankfurt (FRA), München (MUC), Berlin (BER), Düsseldorf (DUS) oder Hamburg (HAM) bieten in der Regel mehrere Anbindungsmöglichkeiten pro Woche. Die reine Flugzeit von Mitteleuropa nach Tunis liegt typischerweise bei rund 2 bis 2,5 Stunden, unabhängig von der Airline.
  • Fortbewegung vor Ort
    Vom Zentrum der Ville Nouvelle, insbesondere vom Platz „Place de l’Indépendance“ oder der zentralen Avenue Habib Bourguiba, ist die Medina zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar. Viele Besucherinnen und Besucher nutzen diese Achse als Ausgangspunkt, weil sie von Hotels, Cafés und Straßenbahnen gut erschlossen ist. Autos sollten möglichst am Rand der Altstadt geparkt werden, da die engen Gassen für Fahrzeuge nicht geeignet sind.
  • Ă–ffnungszeiten
    Die Medina als Stadtviertel ist jederzeit zugänglich; Händler, Souks, Cafés und Restaurants orientieren sich jedoch an üblichen Geschäftszeiten. Üblicherweise sind viele Geschäfte vormittags bis in den frühen Nachmittag geöffnet, machen dann eine Pause und öffnen später erneut. Freitags kann es wegen des Freitagsgebets zu veränderten Öffnungszeiten kommen. Bestimmte Museen, Paläste oder Moscheen haben eigene Besuchszeiten. Da diese variieren können und gelegentlich saisonal angepasst werden, empfiehlt sich ein aktueller Blick auf die offiziellen Informationsseiten der Stadt Tunis oder des tunesischen Tourismusamtes.
  • Eintritt
    Der Zugang zur Medina selbst ist frei. Für einzelne Sehenswürdigkeiten wie Museen oder bestimmte historische Häuser kann ein Eintritt erhoben werden. Die Preise werden häufig lokal in tunesischen Dinar angegeben. Angesichts schwankender Wechselkurse ist es sinnvoll, vor Ort oder kurz vor der Reise den aktuellen Kurs nachzurechnen. Viele Reiseführer raten dazu, kleinere Beträge in bar bereitzuhalten, da nicht jede Kasse Kartenzahlung akzeptiert.
  • Beste Reisezeit
    Tunis hat ein mediterranes Klima. Für Stadtbesuche in der Medina gelten Frühling (etwa März bis Mai) und Herbst (etwa September bis November) allgemein als besonders angenehm, da es warm, aber meist nicht zu heiß ist. Im Hochsommer können Temperaturen deutlich über 30 °C steigen, was einen Besuch in den schmalen Gassen anstrengender macht – zugleich bieten dann die überdachten Souks und Innenhöfe etwas Schatten. Im Winter bleibt es oft mild, gelegentliche Regenfälle können aber die Wege glatt machen. Für den Tagesverlauf empfehlen viele Quellen einen Besuch am Vormittag oder späten Nachmittag, wenn die Sonne weniger stark steht und das Licht besonders stimmungsvoll ist.
  • Sprache
    Die Amtssprache Tunesiens ist Arabisch, verbreitet ist Tunesisch-Arabisch als Alltagssprache. Französisch ist im öffentlichen Leben weit verbreitet, auch in Beschilderungen und bei offiziellen Stellen. Englisch wird insbesondere in touristisch geprägten Bereichen zunehmend gesprochen. Deutschkenntnisse sind seltener, können aber in einigen Hotels oder bei Reiseleitern vorhanden sein. Für Reisende aus Deutschland ist eine einfache Verständigung auf Französisch oder Englisch in der Regel gut möglich.
  • Zahlung und Währung
    Die Landeswährung ist der Tunesische Dinar (TND). Euro können vor Ort in Banken, Wechselstuben oder teilweise in Hotels getauscht werden. Kartenzahlung (insbesondere mit Visa und Mastercard) ist in größeren Hotels, Restaurants und einigen Geschäften der Neustadt verbreitet, in den kleinen Läden der Medina jedoch nicht garantiert. Für Einkäufe in Souks und bei kleinen Anbietern ist Bargeld praktisch unverzichtbar. Mobile Payment-Lösungen sind eher im Aufbau als flächendeckender Standard. Vor einer Reise lohnt sich ein Blick auf Hinweise der eigenen Bank zu Auslandseinsätzen und möglichen Gebühren.
  • Trinkgeld
    Trinkgeld wird in Tunesien grundsätzlich geschätzt, ist aber kein Muss im deutschen Sinne. In der Gastronomie sind laut verschiedenen Reiseführern 5 bis 10 % angemessen, sofern kein Service bereits in der Rechnung enthalten ist. Für kleinere Dienstleistungen wie Hilfe beim Gepäck, eine kurze Führung oder Fotoerlaubnis in einem Handwerksbetrieb ist ein kleines Trinkgeld üblich. In der Medina sollten Beträge immer in lokaler Währung gegeben werden.
  • Kleiderordnung und Verhalten
    Die Medina von Tunis ist ein religiös und kulturell geprägter Raum. Es empfiehlt sich, Schultern und Knie zu bedecken, insbesondere beim Besuch von Moscheen oder religiösen Stätten. In manchen Gebetshäusern ist der Zugang für Nicht-Muslime eingeschränkt oder auf bestimmte Bereiche begrenzt. Höfliches Nachfragen vor dem Betreten ist ratsam. Beim Fotografieren sollte auf Privatsphäre geachtet werden, insbesondere wenn Menschen im Bild sind; viele Reiseführer empfehlen, zuvor um Erlaubnis zu fragen.
  • Fotografieregeln
    Im öffentlichen Raum der Medina ist Fotografieren in der Regel erlaubt. In religiösen Einrichtungen, Museen oder privaten Höfen können jedoch Einschränkungen gelten. Manchmal ist das Fotografieren mit Blitz oder mit Stativ untersagt. Hinweise an den Eingängen sollten beachtet werden. Wer Handwerksbetriebe oder Händler fotografieren möchte, sollte vorher um Zustimmung bitten – nicht selten entwickeln sich daraus interessante Gespräche oder spontane Produktvorführungen.
  • Gesundheit und Sicherheit
    Tunis wird von vielen Reiseveranstaltern als klassisches Städtereiseziel angeboten. Wie in jeder Großstadt empfiehlt es sich, auf Wertsachen zu achten und Taschen nicht unbeaufsichtigt zu lassen, besonders in belebten Marktbereichen. Für medizinische Fragen und Vorsorgemaßnahmen, etwa zu Impfungen oder Versicherungsschutz, bieten das Auswärtige Amt (auswaertiges-amt.de) und Krankenversicherungen aktuelle Hinweise. Für Reisen außerhalb der EU ist eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransportempfehlung allgemein ratsam.
  • Einreisebestimmungen
    Tunesien ist kein Mitglied der Europäischen Union. Deutsche Staatsbürger benötigen für die Einreise in der Regel einen Reisepass, je nach Art der Anreise und Dauer des Aufenthalts können unterschiedliche Regelungen gelten. Da sich Bestimmungen ändern können, sollten Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die aktuellen Einreisehinweise und Sicherheitsempfehlungen beim Auswärtigen Amt beziehungsweise den entsprechenden Behörden im Herkunftsland prüfen.
  • Zeitverschiebung
    Tunesien liegt geografisch nur wenig westlich von Mitteleuropa, die Zeitunterschiede zu Deutschland sind überschaubar. Da das Land nicht durchgängig eine Sommerzeit-Regelung anwendet, kann die Differenz je nach Jahreszeit leicht variieren. In vielen Reiseinformationen wird daher empfohlen, kurz vor Abreise noch einmal zu prüfen, wie groß der Unterschied zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ/MESZ) aktuell ist.

Warum Medina of Tunis auf jede Tunis-Reise gehört

Die Medina of Tunis ist mehr als ein „Programmpunkt“ auf einer klassischen Stadtführung. Für viele Besucherinnen und Besucher wird sie zum Kern der Reise, weil sie Erlebnisse vermittelt, die sich schwer planen, aber intensiv erfahren lassen. Es ist der Moment, wenn sich ein unscheinbarer Durchgang plötzlich zu einem lichtdurchfluteten Innenhof öffnet, in dem Vögel zwitschern und ein kleiner Brunnen plätschert. Oder wenn ein Händler, nachdem man sich länger unterhalten hat, spontan eine Teepause anbietet.

Anders als größere, stark touristisch geprägte Altstädte im Mittelmeerraum wirkt die Medina von Tunis in weiten Teilen noch immer wie ein Stadtviertel für Einheimische – mit Bäckereien, Schulen, Handwerksbetrieben, Moscheen und Wohnhäusern. Reiseführer wie der „ADAC Reiseführer Tunesien“ oder „National Geographic Traveler“ betonen, dass gerade dieses Alltagsleben den besonderen Reiz ausmacht. Gäste können beim Kauf eines frisch gebackenen Fladenbrotes beobachten, wie Nachbarn einander grüßen, wie Kinder durch die Gassen laufen und wie ältere Männer in Kaffeehäusern diskutieren.

Auch kulturell ist die Medina ein Schlüssel zur Geschichte Tunesiens. Viele Themen, die in der modernen tunesischen Gesellschaft diskutiert werden – etwa das Verhältnis von Tradition und Moderne, von Religion und Säkularität, von lokaler Identität und globalem Austausch – spiegeln sich hier auf engem Raum wider. So finden sich in einem Radius von wenigen hundert Metern sowohl alte Koranschulen als auch Ateliers junger Kunstschaffender, die Graffiti, Installationen oder Fotografie zeigen.

Für Reisende aus Deutschland, die bereits andere Städte des Maghreb kennen, bietet die Medina von Tunis eine interessante Vergleichsmöglichkeit. Im Gegensatz zur spektakulär großflächigen Medina von Fès oder dem stark touristisch geprägten Zentrum von Marrakesch wirkt Tunis kompakter, alltagsnäher und weniger auf große Besucherströme inszeniert. Gleichzeitig ist sie durch ihren UNESCO-Status und zahlreiche Restaurierungsprojekte gut dokumentiert und vergleichsweise leicht erschließbar, insbesondere mit offiziellen Stadtplänen oder thematischen Führungen.

Auch als Ausgangspunkt für weitere Entdeckungen eignet sich die Medina ideal. Von hier aus sind es nur wenige Kilometer zu den Ruinen von Karthago oder zum Künstlerdorf Sidi Bou Said – beides Orte, die häufig in Kombination mit einem Medina-Besuch empfohlen werden. Viele Reisende erleben dadurch an einem oder zwei Tagen ein Panorama der tunesischen Geschichte: von der Antike über das Mittelalter bis in die Kolonialzeit und die Gegenwart.

Emotionale Momente entstehen in der Medina häufig aus kleinen Begegnungen: wenn eine Familie stolz ihr traditionelles Haus zeigt, wenn ein Goldschmied seine Arbeit erklärt oder wenn der Sonnenuntergang das Minarett der Zitouna-Moschee in warmes Licht taucht. Wer offen und respektvoll durch die Gassen geht, erhält oft Einblicke, die über das klassische Postkartenbild hinausgehen.

Medina von Tunis in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂĽcke

In sozialen Netzwerken taucht die Medina von Tunis regelmäßig als Kulisse für Reiseberichte, Architekturaufnahmen und Food-Fotografie auf. Viele Besucherinnen und Besucher teilen Bilder von bunten Türen, Gewürzständen, traditionellen Lampen oder Dachterrassen mit Blick über die Dächer der Altstadt. Dabei ergibt sich ein Mosaik aus Eindrücken: von der ruhigen Morgenstimmung bis zu den lebhaften Abendstunden, in denen die Souks besonders dicht bevölkert sind.

Häufige Fragen zu Medina von Tunis

Wo liegt die Medina von Tunis genau?

Die Medina von Tunis liegt im Zentrum der tunesischen Hauptstadt, südlich der modernen Ville Nouvelle und unweit des Hauptbahnhofs. Sie ist von zentralen Plätzen wie der Avenue Habib Bourguiba aus in wenigen Gehminuten erreichbar.

Warum ist die Medina of Tunis UNESCO-Welterbe?

Die UNESCO hat die Medina of Tunis 1979 wegen ihrer außergewöhnlich gut erhaltenen Altstadtstruktur und der hohen Dichte bedeutender Bauwerke wie Moscheen, Paläste und Medressen zum Weltkulturerbe erklärt. Sie gilt als herausragendes Beispiel einer historischen islamischen Stadt im Maghreb.

Wie viel Zeit sollte man fĂĽr einen Besuch einplanen?

Für einen ersten Eindruck reichen einige Stunden, etwa im Rahmen eines geführten Rundgangs. Wer neben den Souks auch Museen, Paläste und Dachterrassen besuchen und in Ruhe einkehren möchte, sollte mindestens einen ganzen Tag einplanen, viele Reisende kehren während ihres Aufenthalts mehrfach zurück.

Ist ein Besuch der Medina von Tunis sicher?

Nach Einschätzung zahlreicher Reiseveranstalter und Medien gilt Tunis als typisches nordafrikanisches Großstadtreiseziel. Wie überall empfiehlt sich Aufmerksamkeit für Wertsachen und eine Orientierung an den aktuellen Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts.

Wann ist die beste Reisezeit fĂĽr einen Besuch?

Als besonders angenehm gelten Frühling und Herbst, wenn die Temperaturen mild sind und sich Stadtbesichtigungen gut kombinieren lassen. Im Hochsommer ist es wärmer, aber die schattigen Gassen und Innenhöfe der Medina bieten auch dann interessante Aufenthaltsorte.

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