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Mitla bei Oaxaca: Mexikos steinerne Geisterstadt der Zapoteken

20.05.2026 - 21:39:17 | ad-hoc-news.de

Mitla bei Oaxaca in Mexiko fasziniert mit geometrischen Mosaiken, präkolumbischer Geschichte und stiller Magie. Warum der Tempelkomplex Reisende aus Deutschland so berührt.

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Im staubigen Licht des Hochlands von Oaxaca wirkt Mitla wie eine steinerne Fata Morgana: endlose geometrische Muster, stille Innenhöfe, halb im Schatten der Zapoteken-Götter, halb im Glanz der kolonialen Kirche. Wer durch diese Ruinen geht, spürt sofort, dass Mitla – auf Deutsch sinngemäß „Ort der Toten“ – weit mehr ist als eine archäologische Stätte.

Mitla: Das ikonische Wahrzeichen von Oaxaca

Mitla, offiziell „Zona Arqueológica de Mitla“, liegt rund 40 km östlich von Oaxaca-Stadt im Süden von Mexiko und gilt als eine der wichtigsten präkolumbischen Stätten der Region. Der Name leitet sich vom Nahuatl-Wort „Mictlán“ ab, das „Ort der Toten“ bedeutet; in der indigenen Sprache Zapotekisch heißt der Ort „Lyobaa“, sinngemäß „Ort der Ruhe“. Diese doppelte Bedeutung schwingt bis heute mit, wenn Besuchende zwischen den Palästen, Säulen und unterirdischen Kammern stehen.

Die mexikanische Kulturbehörde INAH (Instituto Nacional de Antropología e Historia) beschreibt Mitla als zentralen religiösen und politischen Ort der späten Zapotekenzeit, während das deutsche Magazin GEO den Komplex als eine der „raffiniertesten Steintextilien“ Mesoamerikas einordnet. Statt monumentaler Pyramiden beeindruckt Mitla besonders durch seine filigrane Steinornamentik, die sich wie Teppichfriese über ganze Fassaden legt.

Für Reisende aus Deutschland ist Mitla damit eine ideale Ergänzung zu bekannteren Anlagen wie Monte Albán: Während Monte Albán über der Ebene thront und eher militärisch-zeremoniell wirkt, ist Mitla intimer, rätselhafter – ein Ort, an dem Architektur, Religion und Alltagswelt spürbar ineinanderfließen.

Geschichte und Bedeutung von Mitla

Archäologische Forschungen, über die unter anderem das INAH sowie das National Museum of Anthropology in Mexiko-Stadt berichten, datieren die frühen Siedlungsspuren in Mitla auf etwa 500 v. Chr. Damit ist der Ort deutlich älter als viele europäische Kathedralen und entstand mehr als 1.300 Jahre vor der Errichtung des Kölner Doms. Besonders bedeutsam wurde Mitla allerdings in der sogenannten Postklassik (ca. 900–1521 n. Chr.), als es sich zu einem religiösen Zentrum der Zapoteken und später auch der Mixteken entwickelte.

Historiker betonen, dass Mitla weniger eine klassische Stadt im europäischen Sinn war, sondern eher ein komplexes religiös-politisches Zentrum. Die hier ansässige Oberschicht vereinte priesterliche und administrative Funktionen. Die Anlage diente zugleich als Ort von Ritualen für die Toten, als Sitz der Elite und als Schauplatz für Zeremonien, die die Verbindung zwischen der Welt der Lebenden und der Unterwelt symbolisierten.

Laut Informationen des mexikanischen Kultusministeriums und Berichten der Deutschen Welle wurden viele der heute sichtbaren Paläste und Höfe zwischen dem 14. und frühen 16. Jahrhundert ausgebaut – also etwa zur gleichen Zeit, als in Europa die Spätgotik ihren Höhepunkt erlebte. Die Ankunft der Spanier Anfang des 16. Jahrhunderts markierte für Mitla einen tiefen Einschnitt: Teile der Anlage wurden zerstört oder als Steinbruch genutzt, um christliche Bauten zu errichten.

Ein besonders sichtbares Zeichen dieser Umbruchphase ist die Kirche San Pablo, die direkt auf den Fundamenten eines präkolumbischen Palastes errichtet wurde. Fachpublikationen wie das „ADAC Reisemagazin Mexiko“ und der Reiseführer „Merian Mexiko“ heben diesen Kontrast zwischen vorspanischer und kolonialer Architektur als zentrales Merkmal von Mitla hervor: Hier lässt sich im direkten Vergleich ablesen, wie radikal der kulturelle Bruch des 16. Jahrhunderts war – und wie viel dennoch überdauert hat.

Heute steht Mitla unter Schutz der mexikanischen Behörden und wird als nationales Kulturgut bewahrt. Obwohl der Ort (Stand Frühjahr 2026) noch nicht als eigenständiges UNESCO-Welterbe eingetragen ist, wird er in den UNESCO-Dossiers zu Oaxaca und dem Kulturerbe der Zapoteken regelmäßig als bedeutende Ergänzung zu Monte Albán erwähnt. Kulturhistoriker sehen Mitla als Schlüssel zum Verständnis der Religion und Kunst der spätpräkolumbischen Gesellschaften im Süden Mexikos.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Das Besondere an Mitla ist nicht die Höhe der Gebäude, sondern ihre feine, fast textile Ornamentik. Fachautoren von National Geographic Deutschland beschreiben die Fassaden als „Steintextilien“: Tausende von sorgfältig zurechtgehauenen Steinblöcken sind ohne Mörtel in geometrischen Mustern zusammengesetzt – Zickzacklinien, Stufenmotive, Rauten und Mäander, die an griechische Friese erinnern, jedoch unabhängig entwickelt wurden.

Diese Muster, in der Fachsprache als „grecas“ bezeichnet, bedecken ganze Wandflächen. Sie sind nicht bloß dekorativ: Archäologen des INAH interpretieren sie als symbolische Darstellungen von Wasser, Bewegung, kosmischen Ebenen und möglicherweise von Schlangen – wichtige Motive in der mesoamerikanischen Bildsprache. Anders als klassische Reliefs liegen die Steine flach in der Wand, wodurch eine überraschend moderne, grafische Ästhetik entsteht.

Die Anlage gliedert sich in mehrere Hauptbereiche, die in reisemedialen Beschreibungen meist als „Gruppen“ bezeichnet werden. Besonders hervorzuheben sind:

1. Die Säulengruppe (Grupo de las Columnas)
Dieser Teil gilt als Herzstück von Mitla. Ein rechteckiger Hof ist von Gebäuden mit reich dekorierten Fassaden umgeben; im Inneren steht eine Reihe massiver Steinsäulen, die einst hölzerne Dächer trugen. Besucher betreten eine große Säulenhalle, die nach Angaben des INAH vermutlich für wichtige Zeremonien genutzt wurde. Die schlichte, klare Raumwirkung erinnert manche Architekturkritiker an moderne Minimalismus-Ästhetik – ein Grund, warum Mitla häufig in Architekturbüchern vorkommt.

2. Die Kirchen- oder Kolonialgruppe
Über einem Teil der vorspanischen Ruinen erhebt sich die Kirche San Pablo aus dem 16. Jahrhundert. Laut Berichten von ZDF und ARD-Reisedokumentationen wurde sie mit Steinen aus dem zerstörten Tempel errichtet. Noch heute sind in den Kirchenmauern vorspanische Reliefsteine zu erkennen. Für Besuchende entsteht hier ein visuell wie emotional eindrucksvoller Dialog: Unter den christlichen Gewölben schwingt die Erinnerung an die alte Götterwelt der Zapoteken mit.

3. Unterirdische Kammern und Grabstrukturen
Mitla war ein Ort des Totenkults. In einigen Bereichen können Besuchende enge, niedrige Kammern entdecken, die in den Fels eingelassen sind. Sie werden als Begräbnisstätten der Elite gedeutet. In der Vergangenheit waren diese Kammern teils zugänglich, teils aus konservatorischen Gründen gesperrt. Da Zugangsregelungen sich ändern können, empfiehlt die offizielle Verwaltung, sich vor Ort oder über das INAH über den aktuellen Stand zu informieren. Archäologen sehen in diesen Strukturen einen Schlüssel dafür, warum Mitla im kollektiven Gedächtnis als „Stadt der Toten“ gilt.

4. Farbspuren und Baumaterialien
Viele heutige Besuchende kennen Mitla in warmen Ocker- und Steinfarben. Untersuchungen, über die das INAH berichtet, weisen jedoch darauf hin, dass Teile der Fassaden einst farbig gefasst waren – Rot- und Ockertöne würden die Strenge der Muster noch verstärkt haben. Als Baumaterial diente vor allem lokal verfügbarer Vulkanstein. Die Präzision, mit der die Steine bearbeitet und gesetzt wurden, beeindruckt Statik- und Architekturexperten bis heute, zumal sie ohne Metallwerkzeuge und ohne Mörtel auskommen mussten.

5. Landschaft und Einbettung
Mitla liegt im Tal von Oaxaca, umgeben von trockener, halb-arider Landschaft mit Agavenfeldern und Kakteen. Reiseführer wie Marco Polo und der ADAC geben zu bedenken, dass Hitze und Sonne insbesondere mittags sehr intensiv sein können. Gleichzeitig eröffnet die Lage eindrucksvolle Blicke über das Tal – besonders in den Randstunden des Tages, wenn das Licht die Muster der Fassaden stärker plastisch hervorhebt.

Kunsthistoriker betonen, dass Mitla ein seltenes Beispiel für eine Architektur ist, bei der Oberfläche wichtiger ist als Höhe. Im Gegensatz zu den Pyramiden von Teotihuacán oder Chichén Itzá ist hier nicht der Aufstieg ins Zentrum der Macht das Ziel, sondern das Eintauchen in flache, umlaufende Räume, deren Wände Geschichten erzählen. Für Besucherinnen und Besucher aus Mitteleuropa, die vielleicht an gotische Vertikalität gewöhnt sind, kann dieser Fokus auf Horizontale und Ornamentik sehr ungewohnt, aber äußerst faszinierend sein.

Mitla besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise ab Deutschland
    Mitla liegt etwa 40 km südöstlich von Oaxaca-Stadt im Bundesstaat Oaxaca in Mexiko. Von Oaxaca aus ist der Ort laut offiziellen Tourismusinformationen des Bundesstaates und Reiseführern wie Merian in etwa 45 Minuten bis 1 Stunde mit dem Auto oder Bus erreichbar, abhängig vom Verkehr. Öffentliche Busse und Sammel-Taxis („Colectivos“) fahren regelmäßig auf der Strecke Oaxaca – Mitla.
    Für Reisende aus Deutschland führen Flugverbindungen in der Regel über große internationale Drehkreuze wie Mexiko-Stadt, Madrid, Paris oder Amsterdam. Von Frankfurt, München oder Berlin beträgt die reine Flugzeit nach Mexiko-Stadt je nach Verbindung etwa 12–13 Stunden. Von dort geht es mit einem Inlandsflug weiter nach Oaxaca (Flugdauer meist rund 1 Stunde) oder mit dem Fernbus (oft 6–7 Stunden, Zeitangaben können variieren). Da Flugpläne und Verbindungen sich regelmäßig ändern, sollten aktuelle Optionen direkt bei Airlines oder Buchungsportalen geprüft werden.
  • Ă–ffnungszeiten
    Zeitangaben zu Öffnungszeiten schwanken je nach Saison leicht. Seriöse Quellen nennen meist einen Besuchszeitraum von Vormittag bis spätem Nachmittag. Die mexikanische Kulturbehörde weist darauf hin, dass Öffnungszeiten variieren können – aktuelle Informationen sollten deshalb unmittelbar vor dem Besuch auf den Seiten des INAH oder bei der lokalen Touristeninformation von Oaxaca geprüft werden.
  • Eintrittspreise
    Offizielle mexikanische Stellen nennen in der Regel einen moderaten Eintrittspreis in Landeswährung. Da sich Beträge und Wechselkurse mehrfach im Jahr ändern können, empfiehlt es sich, den aktuellen Preis kurz vor dem Besuch auf der INAH-Webseite oder bei der Touristeninformation einzusehen. Für Reisende aus Deutschland liegt der Betrag typischerweise im niedrigen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Eurobereich (umgerechnet), doch sollten konkrete Umrechnungen stets tagesaktuell erfolgen.
  • Beste Reisezeit
    Das Tal von Oaxaca hat ein relativ mildes, aber trockenes Klima. Reiseratgeber wie der ADAC und National Geographic Deutschland empfehlen die Monate November bis April als besonders angenehme Reisezeit: Es ist meist trocken und die Temperaturen sind tagsüber warm, aber oft nicht extrem heiß. Zwischen Juni und Oktober ist Regenzeit, mit stärkeren Schauern vor allem nachmittags und abends, wodurch Wege rutschig sein können. Unabhängig von der Jahreszeit gelten die frühen Morgenstunden und der späte Nachmittag als angenehmste Besuchszeiten, da die Lichtstimmung für Fotografien besonders schön ist und die Mittagshitze vermieden wird.
  • Praxis-Tipps: Kleidung, Wasser, Sonnenschutz
    Wegen der offenen, sonnenexponierten Lage empfiehlt sich leichte, luftige Kleidung, eine Kopfbedeckung und ausreichend Sonnenschutz (hoher Lichtschutzfaktor). Der Boden ist oft uneben, daher sind geschlossene, stabile Schuhe ratsam. Trinkwasser sollte mitgebracht werden; vor Ort gibt es je nach Saison kleine Verkaufsstände in der Nähe des Eingangs, jedoch nicht in allen Bereichen. Wer empfindlich auf Sonne reagiert, sollte einen Besuch in der Mittagshitze möglichst vermeiden.
  • Sprache vor Ort
    In Oaxaca und Mitla wird vorwiegend Spanisch gesprochen; darüber hinaus sind indigene Sprachen wie Zapotekisch und Mixtekisch verbreitet. In touristisch geprägten Bereichen, besonders in Oaxaca-Stadt, ist Englisch relativ geläufig. In Mitla selbst können grundlegende Englischkenntnisse bei Personal und Anbietern vorhanden sein, sollten aber nicht vorausgesetzt werden. Ein paar spanische Höflichkeitsfloskeln erleichtern die Verständigung spürbar.
  • Zahlungsarten und Trinkgeld
    In Mexiko ist Bargeld weiterhin sehr wichtig, gerade in kleineren Orten wie Mitla. In Oaxaca-Stadt werden Kreditkarten in Hotels, vielen Restaurants und größeren Geschäften akzeptiert; in Mitla selbst sind Bargeldzahlungen die Regel. An den üblichen Verkaufsständen rund um die Anlage (Souvenirs, Snacks) wird meist nur bar bezahlt. Trinkgeld („propina“) ist in der Dienstleistungsbranche üblich: In Restaurants gelten – ähnlich wie in Deutschland – etwa 10–15 % als angemessen, sofern der Service nicht bereits in der Rechnung enthalten ist. Für lokale Führungen, die häufig direkt am Eingang angeboten werden, wird ein freiwilliges Trinkgeld geschätzt.
  • FĂĽhrungen und Besuchsorganisation
    Viele Reisende entscheiden sich für eine geführte Tour ab Oaxaca, die Mitla oft mit anderen Zielen wie den Sonntagsmarkt von Tlacolula, die Felsformation Hierve el Agua oder eine Mezcal-Destillerie kombiniert. Deutsche Reiseveranstalter und internationale Agenturen bieten entsprechende Tagesausflüge an; alternativ können Besuchende auch einen örtlichen Guide direkt am Eingang der Anlage engagieren. Die offiziellen Stellen empfehlen, darauf zu achten, dass Führungen genehmigt sind und grundlegende Sicherheitsstandards einhalten. Wer Mitla individuell erkundet, sollte ausreichend Zeit einplanen – mindestens zwei bis drei Stunden sind realistisch, um die Anlage nicht nur im Schnelldurchgang kennenzulernen.
  • Fotografieren und Verhalten
    Fotografieren ist auf dem Gelände grundsätzlich erlaubt, für professionelle Ausrüstung oder kommerzielle Aufnahmen können jedoch in Mexiko besondere Genehmigungen erforderlich sein. Besuchende sollten Hinweisschilder beachten und weder auf Mauern klettern noch Ornamente berühren, da dies die empfindlichen Strukturen beschädigen kann. Drohnen sind in vielen archäologischen Zonen Mexikos ohne Sondergenehmigung untersagt – aktuelle Regeln sind am Eingang oder bei den offiziellen Stellen zu erfragen.
  • Einreisebestimmungen und Sicherheit
    Für deutsche Staatsbürger gelten bei der Einreise nach Mexiko besondere Bestimmungen, die sich ändern können. Das Auswärtige Amt empfiehlt, sich vor Reiseantritt unter auswaertiges-amt.de über Einreisevoraussetzungen, Visaregeln und aktuelle Sicherheitshinweise zu informieren. Innerhalb Mexikos raten offizielle Stellen dazu, auf Wertsachen zu achten, nur registrierte Taxis oder seriöse Transportanbieter zu nutzen und nachts Vorsicht walten zu lassen. Die Region um Oaxaca wird in vielen Reiseberichten als vergleichsweise entspannt beschrieben, dennoch sollte man auch hier die üblichen Vorsichtsmaßnahmen beachten.
  • Gesundheit, Zeitverschiebung, Versicherung
    Oaxaca liegt in der Zeitzone „Central Standard Time“; je nach Jahreszeit beträgt der Zeitunterschied zu Mitteleuropa in der Regel –7 oder –8 Stunden. Die deutschen Krankenkassen übernehmen Behandlungskosten in Mexiko normalerweise nicht direkt, daher wird eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport dringend empfohlen. Impfempfehlungen sollten mit einer Ärztin oder einem Tropeninstitut abgeklärt werden. In der Höhe von Oaxaca (rund 1.550 m) kann die Sonne intensiver wirken als am Meer, was bei der Planung von Aktivitäten im Freien zu berücksichtigen ist.

Warum Mitla auf jede Oaxaca-Reise gehört

Mitla spricht Reisende auf besondere Weise an, weil der Ort intime Einblicke in eine vergangene Welt erlaubt, ohne sich als bloßes Freilichtmuseum zu präsentieren. Zwischen den geometrischen Mustern, den stillen Innenhöfen und der über allem stehenden Kirche San Pablo entsteht ein Zeitfenster, in dem sich mehrere Epochen überlagern: die Zapoteken- und Mixtekenkultur, die spanische Kolonialzeit, das moderne Mexiko mit seinem wachsenden Interesse am eigenen indigenen Erbe.

Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland bietet Mitla zugleich einen Perspektivwechsel auf vertraute historische Kategorien. Während in Europa oft das Monumentale im Vordergrund steht – Kathedralen, Schlösser, Türme – ist es hier die Schönheit der Fläche, der Ornamente, der Übergänge zwischen Innen und Außen. Wer sich Zeit nimmt, die Muster Stein für Stein zu betrachten, entdeckt eine Form von Abstraktion, die oft mit moderner Kunst in Verbindung gebracht wird, obwohl sie hier viele Jahrhunderte früher entwickelt wurde.

Reiseführer wie Marco Polo und Merian verweisen darauf, dass Mitla sich hervorragend mit anderen Zielen in der Region kombinieren lässt: etwa mit einem Besuch auf den Märkten von Tlacolula oder Teotitlán del Valle, wo traditionelle Webereien bis heute Muster produzieren, die frappierende Ähnlichkeiten mit den Steinfriesen von Mitla aufweisen. Diese Kontinuität zwischen antiker Architektur und lebendigem Kunsthandwerk macht den Ort nicht nur historisch interessant, sondern kulturell hochaktuell.

Hinzu kommt die emotionale Dimension: Viele Reisende berichten in Medieninterviews und Dokumentarfilmen davon, dass Mitla ein stiller Ort der Kontemplation ist. Trotz Besucherbetrieb wirkt die Anlage oft überraschend ruhig – besonders in den frühen Morgenstunden. Wer aus dem hektischen Alltag in Deutschland kommt, empfindet diese stillen Momente vor den steinernen Friesen, im Schatten der Säulen oder im Halbdunkel der Kammern als wohltuende Unterbrechung.

Und nicht zuletzt: Mitla ist ein Ort, an dem sich die Debatte um kulturelles Erbe konkret erleben lässt. Die Überbauung eines heiligen Zentrums mit einer christlichen Kirche, die Nutzung von Tempelsteinen als Baumaterial – all dies wirft Fragen nach kolonialer Gewalt, kultureller Aneignung und heutiger Erinnerungskultur auf. Institutionen wie UNESCO und ICOMOS diskutieren weltweit, wie in solchen Situationen mit Vielschichtigkeit und Respekt umgegangen werden kann. Mitla ist ein eindrückliches Beispiel dafür, wie Empathie und historisches Bewusstsein beim Reisen eine Rolle spielen können.

Mitla in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂĽcke

In den sozialen Medien taucht Mitla zunehmend als „Hidden Gem“ Oaxacas auf – weniger überlaufen als manch andere mexikanische Attraktion, aber visuell extrem reizvoll. Besonders die grafischen Steinmuster, die warmen Farben der Fassaden und die Kontraste zwischen vorspanischen Mauern und der weißen Kuppel der Kirche San Pablo erzeugen Bilder, die auf Smartphone-Bildschirmen sofort Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Reisende teilen häufig Panoramaaufnahmen der Höfe, Detailfotos der „grecas“ und stimmungsvolle Shots im Abendlicht, wenn die Schatten der Säulen über die Ornamentik wandern.

Häufige Fragen zu Mitla

Wo liegt Mitla genau?

Mitla liegt im Bundesstaat Oaxaca im Süden von Mexiko, etwa 40 km südöstlich von Oaxaca-Stadt im Tal von Oaxaca. Die Anlage befindet sich nahe der heutigen Kleinstadt San Pablo Villa de Mitla und ist über die Fernstraße von Oaxaca Richtung Tehuantepec gut erreichbar.

Welche historische Bedeutung hat Mitla?

Mitla war ein zentrales religiöses und politisches Zentrum der Zapoteken und Mixteken in der späten präkolumbischen Zeit. Der Ort diente als Zeremonialstätte, als Sitz der Elite und als wichtiger Schauplatz des Totenkults. Seine geometrischen Steinmosaike gelten als Höhepunkt der dekorativen Architektur im präkolumbischen Oaxaca.

Wie erreicht man Mitla von Oaxaca aus?

Von Oaxaca-Stadt aus fahren Besucherinnen und Besucher meist mit einem Linienbus, einem Sammel-Taxi („Colectivo“) oder einem Mietwagen nach Mitla. Die Fahrt dauert je nach Verkehr etwa 45 Minuten bis 1 Stunde. Organisierte Tagestouren kombinieren Mitla häufig mit weiteren Zielen wie Märkten, Hierve el Agua oder Mezcal-Brennereien.

Was macht Mitla im Vergleich zu anderen Ruinenstätten besonders?

Mitla unterscheidet sich durch seine flachen Paläste mit dicht ornamentierten Fassaden von den Pyramiden vieler anderer mesoamerikanischer Stätten. Die tausenden geometrischen Steinmosaike, die Überlagerung von Zapotekenarchitektur und kolonialer Kirche sowie die Rolle als „Ort der Toten“ verleihen der Anlage eine einzigartige Atmosphäre und große kunsthistorische Bedeutung.

Wann ist die beste Zeit fĂĽr einen Besuch in Mitla?

Als besonders angenehm gelten die Monate November bis April, wenn es im Tal von Oaxaca meist trocken und warm ist. Innerhalb eines Tages empfehlen sich die frühen Morgenstunden oder der späte Nachmittag, um die Mittagshitze zu meiden und das weichere Licht für die Besichtigung und Fotografie zu nutzen.

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