Museo Egizio, Turin

Museo Egizio in Turin und die vielen Leben des alten Ägypten

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 00:13 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Das Museo Egizio in Turin verbindet einen barocken Palast mit Statuen, Papyri und Tempelarchitektur aus dem alten Ägypten – und öffnet Räume

Architektur-Render von Agyptisches Museum Turin in Turin, Italien bei Tageslicht
Moderner Architektur-Render zeigt Silhouette von Agyptisches Museum Turin in Turin Italien, klare Linien und neutrales, Illustration mit AI erstellt.

Im Museo Egizio in Turin stehen ägyptische Statuen, Papyri und Grabbeigaben in einem Palast der italienischen Stadt. Die Sammlung begann 1824 mit dem Ankauf der Kollektion von Bernardino Drovetti durch König Carlo Felice von Savoyen. Zwischen barocker Architektur und altägyptischen Monumenten entsteht ein Rundgang durch mehr als drei Jahrtausende Kulturgeschichte.

Museo Egizio zwischen Palast und Pharaonenbildern

Das Museo Egizio befindet sich an der Via Accademia delle Scienze im Zentrum von Turin. Sein Gebäude trägt den Namen Collegio dei Nobili und entstand nach einem Entwurf von Michelangelo Garove ab 1679. Der Bau gehört zur Geschichte des Palazzo dell’Accademia delle Scienze, dessen Räume das Museum mit der Accademia delle Scienze verbinden.

Als das Museum 1824 gegründet wurde, nahm es die ersten ägyptischen Altertümer in diesem Gebäude auf. Das Gebäude entstand ab 1679 und wurde im 19. Jahrhundert durch Giuseppe Maria Talucchi und Alessandro Mazzucchetti erweitert und an die Museumsnutzung angepasst. Bereits 1832 öffnete das Museo Egizio seine Räume für das Publikum.

Im Inneren treffen unterschiedliche Maßstäbe aufeinander. Die Fassade und die Höfe gehören zu einem europäischen Wissenschaftspalast, während Statuen, Sarkophage und Reliefs aus dem Niltal die Ausstellungsräume prägen. Die Architektur des Hauses bildet damit den festen Rahmen für Objekte aus Tempeln, Gräbern, Werkstätten und Wohnhäusern.

Von Carlo Felice zu Bernardino Drovetti

Die Gründung des Museo Egizio ist eng mit Carlo Felice von Savoyen und Bernardino Drovetti verbunden. Drovetti war französischer Konsul in Ägypten und trug dort eine umfangreiche Sammlung ägyptischer Altertümer zusammen. Carlo Felice erwarb diese Sammlung 1824 für Turin.

Zu den frühen Bestandteilen der Turiner Sammlung gehörte die Mensa Isiaca. Das Objekt erreichte Turin um 1630 und gehört zur Vorgeschichte des Museums. 1759 gelangten durch Vitaliano Donatis Unternehmungen weitere ägyptische Denkmäler nach Turin. Die Sammlung wuchs damit aus mehreren historischen Schichten zusammen.

Die Bestände umfassen Statuen, Stelen, Papyri, Särge, Mumien und Gegenstände des Alltags. Sie reichen von der prädynastischen Zeit über das Alte, Mittlere und Neue Reich bis in die griechisch-römische und koptische Epoche. Die Sammlung begann 1824 mit dem Ankauf der Drovetti-Kollektion durch Carlo Felice.

Die Ausgrabungen des 20. Jahrhunderts veränderten den Umfang der Bestände grundlegend. Ernesto Schiaparelli und Giulio Farina brachten zwischen 1903 und 1937 rund 30.000 Artefakte aus Ägypten nach Turin. Zu den Fundzusammenhängen gehören Deir el-Medina, Assiut, Gebelein und das Tal der Königinnen.

Tempel, Königsfiguren und Räume der Forschung

Die Ausstellungsräume zeigen ägyptische Geschichte nicht nur über einzelne Kunstwerke. Eine Statuengalerie versammelt monumentale Figuren, während kleinere Objekte Einblicke in Schrift, Handwerk, Religion und Bestattungsrituale geben. Papyri bewahren Texte, die mit Verwaltung, Kult und persönlichem Leben verbunden sind.

Ein besonderer Bestandteil ist der Felsentempel von Ellesiya. Das ägyptische Bauwerk gelangte 1970 als Geschenk nach Turin und wurde im Museum aus 66 Blöcken wieder zusammengesetzt. Der Tempel verbindet die Sammlung mit einem vollständigen architektonischen Denkmal, dessen Wände und Reliefs unmittelbar zum Ausstellungsobjekt gehören.

Der Tempel steht für eine internationale Rettungsaktion im Zusammenhang mit den nubischen Heiligtümern. Italien unterstützte die Sicherung antiker Bauten, die durch den entstehenden Assuan-Staudamm gefährdet waren. Ägypten übergab Ellesiya als Geschenk; das Bauwerk fand seinen Platz innerhalb des Museo Egizio.

Auch die Bibliothek gehört zur institutionellen Geschichte des Hauses. Ihr ursprünglicher Kern entstand zusammen mit dem Museum 1824. Fachliteratur zur Ägyptologie, wissenschaftliche Veröffentlichungen und Nachlässe von Forschern ergänzen die archäologischen Objekte. Das Museo Egizio ist dadurch Museum, Forschungsstätte und Bibliothek zugleich.

Die heutige Sammlung umfasst etwa 40.000 Objekte. Rund 3.300 Stücke sind in den Museumsräumen ausgestellt, weitere etwa 12.000 Objekte gehören zu den Galerien zur materiellen Kultur. Die Ausstellungsfläche beträgt 12.000 Quadratmeter und verteilt sich auf vier Ebenen. Die Online-Sammlung umfasst mehr als 4.000 Objekte aus dem Gesamtbestand.

Museo Egizio besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Das Museo Egizio liegt an der Via Accademia delle Scienze 6 im Zentrum von Turin. Der Palazzo liegt nahe der historischen Plätze und ist mit dem städtischen Bus- und StraĂźenbahnnetz erreichbar.
  • Der Rundgang fĂĽhrt durch mehrere Museumsebenen und umfasst Säle mit Statuen, Papyri, Särgen, Mumien und Reliefs. Der Felsentempel von Ellesiya gehört als begehbarer Museumsbereich zu den groĂźformatigen Exponaten.
  • Turin liegt im nordwestlichen Italien. Amtssprache ist Italienisch, gezahlt wird in Euro.
  • Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche StaatsbĂĽrger prĂĽfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.

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Museo Egizio: häufige Fragen

Wo liegt das Museo Egizio?

Das Museo Egizio liegt in Turin an der Via Accademia delle Scienze 6. Es befindet sich im Palazzo dell’Accademia delle Scienze im historischen Zentrum der Stadt.

Was bietet ein Besuch?

Die Sammlung umfasst Statuen, Papyri, Särge, Mumien, Reliefs und Alltagsgegenstände aus der Geschichte des alten Ägypten. Der Felsentempel von Ellesiya ergänzt die Objekte um ein monumentales Bauwerk.

Was kennzeichnet das Museo Egizio?

Das Museum wurde 1824 von Carlo Felice von Savoyen mit der Sammlung Bernardino Drovettis gegründet. Seine Räume verbinden einen Palast des 17. Jahrhunderts mit ägyptischen Denkmälern aus mehreren Jahrtausenden.

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