Soziale Medien, Deutschland

Streit ĂŒber Social-Media-Posts - Nutzer melden viele FĂ€lle

28.05.2026 - 06:00:05 | dpa.de

Nutzerinnen und Nutzer, die unzufrieden damit sind, wie Social-Media-Plattformen mit strittigen BeitrÀgen umgehen, können diese melden. Aus Deutschland gingen im EU-Vergleich viele Beschwerden ein.

Bei den meisten Beschwerden aus Deutschland geht es um BeitrÀge auf Instagram, Facebook oder TikTok. (Symbolbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa
Bei den meisten Beschwerden aus Deutschland geht es um BeitrÀge auf Instagram, Facebook oder TikTok. (Symbolbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa

Nacktbilder, Betrug, Gewalt: Aus Deutschland sind innerhalb eines Jahres ĂŒber 1.800 FĂ€lle von anfechtbaren StreitfĂ€llen auf Social-Media-Plattformen eingereicht worden. Damit liegt Deutschland im EU-Vergleich auf Platz fĂŒnf, wie das sogenannte Appeals Centre Europe mitteilte. In 85 Prozent der ĂŒberprĂŒften FĂ€lle aus Deutschland gab die unabhĂ€ngige Schlichtungsstelle den Nutzern recht und widersprach den Entscheidungen der Social-Media-Plattformen.

Nutzerinnen und Nutzer aus der EU können sich an das Zentrum wenden, wenn sie unzufrieden damit sind, wie etwa Instagram, Facebook, TikTok oder YouTube mit strittigen Inhalten umgehen - zum Beispiel wenn ein Post mit Hassrede oder sexualisierten Inhalten nicht gelöscht wird. Die Entscheidungen des Appeals Centre Europe sind nicht bindend, die Plattformen mĂŒssen sich aber damit auseinandersetzen. 

Insgesamt gingen im Zeitraum von April 2025 bis MĂ€rz 2026 mehr als 24.000 StreitfĂ€lle aus der EU ein. Die meisten FĂ€lle, fĂŒr die das Zentrum zustĂ€ndig ist, kamen laut Transparenzbericht aus Frankreich, gefolgt von Belgien, Italien und Spanien. 

Hassrede, Falschinformationen und KriminalitÀt

Mit 82 Prozent lagen die FÀlle aus Deutschland, in denen das Zentrum dem Vorgehen der Plattformen widersprochen hat, am hÀufigsten im Bereich von verbotenen Waren und Dienstleistungen. Darauf folgten mit 80 Prozent FÀlle von Betrug sowie ebenfalls mit 80 Prozent StreitfÀlle im Bereich Gewalt und KriminalitÀt.

Unter allen eingereichten StreitfÀllen in Deutschland waren die meisten dem Bereich der Account-Richtlinien zuzuordnen, gefolgt von Nacktbildern und sexualisierten Inhalten und Hassrede. Weitere FÀlle lagen in den Bereichen gefÀhrliche Organisationen, Falschinformationen, grafische Inhalte und Suizid. Die meisten Meldungen gab es zu Facebook und Instagram. Dahinter lagen mit etwas Abstand TikTok, YouTube und Threads.

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