Postojnska jama und die unterirdische Welt des Karsts
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 09:26 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Postojnska jama bei Postojna ist ein weit verzweigtes Höhlensystem aus Kalkstein. Unter der slowenischen Karstlandschaft liegen Hallen, Galerien und WasserlÀufe, die der Fluss Pivka geprÀgt hat.
Postojnska jama: ein Höhlensystem aus Kalkstein
Die Postojnska jama liegt am Rand des Pivka-Beckens im SĂŒdwesten Sloweniens. Ihre GĂ€nge verlaufen auf mehreren Ebenen durch eine Karstlandschaft, deren Kalkstein von unterirdischem Wasser durchzogen ist. Die bekannte LĂ€nge des Systems reicht ĂŒber 20 Kilometer; einzelne Vermessungen nennen mehr als 24 Kilometer erforschter GĂ€nge.
Der Begriff Karst ist eng mit der Landschaft zwischen Ljubljana und der Triester Bucht verbunden. Dort verschwinden FlĂŒsse in Schlucklöchern, durchqueren unterirdische HohlrĂ€ume und treten an Quellen wieder zutage. In der Postojna-Karstlandschaft gehören Dolinen, Einsturztrichter, trockene TĂ€ler und Höhlen zu derselben geologischen Umgebung.
Im Höhleninneren wechseln sich groĂe RĂ€ume, schmale Passagen und durch Wasser geprĂ€gte Abschnitte ab. Tropfsteinformen bedecken Decken und WĂ€nde. Die oberen Bereiche sind trocken und enthalten Flusssedimente, wĂ€hrend tiefer gelegene Passagen mit dem Lauf der Pivka verbunden sind.
Von der Pivka geformte Hallen und Galerien
Die Pivka ist der sichtbare Bezugspunkt der unterirdischen Landschaft. Ihr Wasser verschwindet im Karst und hat ĂŒber lange geologische ZeitrĂ€ume KanĂ€le und HohlrĂ€ume in den Kalkstein geschnitten. Die Höhle zeigt deshalb nicht nur einzelne SĂ€le, sondern ein zusammenhĂ€ngendes System aus Wasserwegen, Seitengalerien und groĂen Hallen.
Zu den charakteristischen Formen gehören Stalaktiten, Stalagmiten, SintervorhÀnge und Kalkablagerungen. Manche RÀume wirken weit geöffnet, andere werden von niedrigen Decken und engen FelswÀnden bestimmt. Das wechselnde VerhÀltnis von Wasser, Sediment und Tropfstein macht die Höhle zu einem anschaulichen Abschnitt des Dinarischen Karsts.
Die Verbindung von OberflĂ€che und Untergrund prĂ€gt die Region um Postojna. Auf den HochflĂ€chen liegen Dolinen und trockene Mulden, wĂ€hrend Wasser in den Untergrund abflieĂt. Unter der Erde setzt sich dieses Relief als gestufte Folge von GĂ€ngen und HohlrĂ€umen fort.
Auch die Tierwelt gehört zur Geschichte der Höhle. Im Postojna-Pianina-System leben zahlreiche an das Höhlenmilieu angepasste Arten. Der Grottenolm, wissenschaftlich Proteus anguinus, steht fĂŒr diese unterirdische Fauna. Der KĂ€fer Leptodirus hochenwartii wurde im 19. Jahrhundert in der Postojna jama wissenschaftlich beschrieben.
Postojnska jama zwischen Forschung und Höhlentourismus
Besuche in der Höhle sind seit dem Mittelalter dokumentiert. Eine Inschrift aus dem Jahr 1213 gehört zu den frĂŒhen schriftlichen Spuren menschlicher Anwesenheit. Die ErschlieĂung der inneren Bereiche verĂ€nderte sich im 19. Jahrhundert, als Postojnska jama zu einem Ziel organisierter Höhlenbesuche wurde.
1818 entdeckte der HöhlenfĂŒhrer Luka ?e? weitere innere RĂ€ume. 1819 wurde die Höhle als Schauhöhle geöffnet. Damit begann eine Verbindung von Naturbeobachtung, wissenschaftlicher Erforschung und öffentlicher Besichtigung, die Postojna im europĂ€ischen Karst bekannt machte.
Ein besonderes Element der Anlage ist die Höhlenbahn. Ihre erste dokumentierte unterirdische Bahnstrecke wurde am 16. Juni 1872 eröffnet. Die Strecke war 1.534 Meter lang und hatte eine Spurweite von 620 Millimetern. Die horizontale Struktur der Höhle lieĂ den Einsatz einer Bahn in den gröĂeren Abschnitten zu.
Die Bahn gehört zur Nutzungsgeschichte des Bauwerks und ergĂ€nzt die Wege durch die unterirdischen RĂ€ume. Sie fĂŒhrt durch eine Umgebung, in der kĂŒnstliche Infrastruktur und natĂŒrliche Tropfsteinformen unmittelbar nebeneinander liegen.
Die Postojnska jama ist Teil des Postojna-Karsts, der in einer slowenischen Vorschlagsliste fĂŒr das UNESCO-Welterbe beschrieben wird. Die Höhle zĂ€hlt dort zu einem gröĂeren Landschaftszusammenhang mit der Planina-Höhle, dem Predjama-Höhlensystem und den zeitweise wasserfĂŒhrenden Seen der Pivka.
Postojnska jama besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Die Höhle liegt sĂŒdwestlich von Ljubljana bei Postojna. Der Ort ist ĂŒber StraĂen und die Bahnverbindung zwischen Ljubljana und der KĂŒstenregion erreichbar.
- Der Besuch fĂŒhrt durch ein unterirdisches GelĂ€nde aus befestigten Wegen, FelswĂ€nden, Hallen und Passagen. Die Höhlenbahn gehört zur historischen ErschlieĂung und verbindet Abschnitte des Höhlenraums.
- Postojna liegt im slowenischen Karstgebiet. In der Umgebung liegen die Pivka, das Pivka-Becken und weitere Höhlenlandschaften des Postojna-Karsts.
- Amtssprache ist Slowenisch, gezahlt wird in Euro.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche StaatsbĂŒrger prĂŒfen die LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Postojnska jama auf Social-Media-Plattformen
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Postojnska jama: hÀufige Fragen
Wo liegt Postojnska jama?
Postojnska jama liegt bei Postojna im SĂŒdwesten Sloweniens. Die Höhle gehört zum Postojna-Karst am Rand des Pivka-Beckens.
Was bietet ein Besuch?
Zu sehen sind groĂe Hallen, Tropfsteinformen, unterirdische WasserlĂ€ufe und verzweigte KalksteingĂ€nge. Die historische Höhlenbahn gehört zur ErschlieĂung der Anlage.
Was kennzeichnet die Höhle?
Postojnska jama verbindet ein ĂŒber 20 Kilometer langes Karstsystem mit einer dokumentierten Geschichte des Höhlentourismus seit dem 19. Jahrhundert. Die Pivka und die Höhlenfauna prĂ€gen ihren Charakter.
