Rheinfall: Wasserwand über dem Malmkalk
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 16:35 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Der Rheinfall bei Neuhausen am Rheinfall ist eine breite Stufe des Rheins über hartem Malmkalk. Auf 150 Metern Breite fällt das Wasser 23 Meter tief, während Felszähne den Katarakt sichtbar gliedern.
Eine Wasserwand auf 150 Metern
Der Rheinfall liegt etwa vier Kilometer südwestlich unterhalb der Stadt Schaffhausen. Sein auffälligstes Maß ist die Verbindung aus geringer Fallhöhe und großer Breite: Der Rhein stürzt nicht durch eine schmale Felsspalte, sondern verteilt sich über eine lange Kalkkante.
Die 23 Meter hohe und 150 Meter breite Fallstufe bildet den sichtbaren Kern des Ortes. Im Wasser stehen Felsen, die den Strom in mehrere Bereiche teilen. Dadurch wechseln geschlossene Wassermassen, einzelne Strömungen und schäumende Kanten innerhalb derselben Flussstufe.
Malmkalk, Felszähne und die Form des Flusses
Der Untergrund des Rheinfalls besteht aus Malmkalk, einer Gesteinsfolge des Oberjura. Die helle Felskante tritt an mehreren Stellen aus dem Wasser und bildet zusammen mit den Felszähnen die feste Struktur des Katarakts.
Das Gelände zeigt keinen einzelnen senkrechten Absturz. Oberhalb der Fallkante liegen Stromschnellen, danach folgt der tiefer eingeschnittene Bereich unterhalb des Falls. Der Rhein verbindet diese Abschnitte zu einer kurzen Folge aus Gefälle, Fels und aufgewühltem Wasser.
Ein geologisches Profil des Schweizerischen Geotops verzeichnet die Felskante aus Malmkalk und die Felszähne des Katarakts. Die Gesteinsgrenze gehört damit ebenso zum Erscheinungsbild wie das Wasser.
Ein Flusslauf aus der letzten Eiszeit
Der Rheinfall entstand während der letzten Eiszeit. Die heutige Stufe bildete sich vor ungefähr 15.000 Jahren, als der Rhein sein Bett im Bereich unterschiedlich widerstandsfähiger Untergründe veränderte.
Harte Malmkalke liegen dort neben leichter abtragbaren Ablagerungen der eiszeitlichen Landschaft. Der Rhein schnitt sich in die weicheren Bereiche ein, während die Kalkstufe erhalten blieb. So entstand die Fallkante, die das Flussbild bei Neuhausen am Rheinfall prägt.
Die Entstehung des Wasserfalls gehört zur Landschaftsgeschichte zwischen dem Tafeljura und dem Schweizer Mittelland. Der Rhein führt an dieser Stelle durch eine Umgebung, in der Gletscher, Schmelzwasser und Flussablagerungen die heutige Topografie formten.
Der Wasserstand verändert die sichtbare Gestalt des Falls. Die Wassermenge schwankt nach Jahreszeit und Witterung; die feste Breite und die Kalkfelsen bleiben dabei als räumliche Grundstruktur erhalten.
Rheinfall besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Der Rheinfall liegt südwestlich der Stadt Schaffhausen in den Gemeinden Neuhausen am Rheinfall und Laufen-Uhwiesen. Die Anreise ist von Schaffhausen mit Bahn und Straße möglich; der Bahnhof Neuhausen Rheinfall liegt nahe dem Fluss.
- Die Aussichtspunkte befinden sich an Ufern, Felswegen und Treppen. Zum Wasser führen Wege mit wechselnder Steigung und steinernen Abschnitten.
- Auf der Schaffhauser Seite liegen der Rheinfallquai und Schloss Wörth. Auf der Zürcher Seite steht Schloss Laufen oberhalb des Falls.
- Amtssprache ist Deutsch, gezahlt wird in Schweizer Franken.
Rheinfall auf Social-Media-Plattformen
Diese Links öffnen auf den jeweiligen Plattformen eine Suche nach dem Stichwort Rheinfall.
Rheinfall: häufige Fragen
Wo liegt der Rheinfall?
Der Rheinfall liegt in der Schweiz bei Neuhausen am Rheinfall und Laufen-Uhwiesen, südwestlich von Schaffhausen. Die Fallkante befindet sich am Hochrhein.
Was bietet ein Besuch am Rheinfall?
Zu sehen sind die breite Fallstufe, die Kalkfelsen und der Flusslauf mit Aussichtspunkten an beiden Ufern. Wege und Treppen führen zu unterschiedlichen Blicken auf das Wasser.
Was kennzeichnet den Rheinfall?
Der Rheinfall ist 23 Meter hoch und 150 Meter breit. Seine Felskante besteht aus Malmkalk und entstand vor ungefähr 15.000 Jahren während der letzten Eiszeit.
