Rocamadour, Frankreich

Rocamadour: Das vertikale Wunder im Herzen Frankreichs entdecken

31.05.2026 - 06:27:03 | ad-hoc-news.de

Rocamadour in Frankreich klebt spektakulär an einer Felswand über dem Tal der Dordogne. Warum dieser Wallfahrtsort bis heute Pilger und Reisende aus Deutschland magisch anzieht, zeigt dieser Guide.

Rocamadour, Frankreich, Reise
Rocamadour, Frankreich, Reise

Rocamadour in Frankreich wirkt, als hätte jemand ein mittelalterliches Dorf samt Heiligtümern direkt in eine steile Felswand über dem Tal der Dordogne gemeißelt. Der heilige Ort Rocamadour schichtet sich in Terrassen übereinander: unten das Flusstal, darüber der Ort, noch höher die Heiligtümer – und ganz oben die Burg mit weitem Blick über das Quercy.

Rocamadour: Das ikonische Wahrzeichen von Rocamadour

Rocamadour (sinngemäß „Felsen des Amadour") ist ein dramatisch in den Fels gebauter Wallfahrtsort und eine der bekanntesten SehenswĂĽrdigkeiten im SĂĽdwesten von Frankreich. Der Ort gehört zur Region Okzitanien, im DĂ©partement Lot, etwa 170 km nördlich von Toulouse und gut erreichbar von den touristisch beliebten Regionen Dordogne und PĂ©rigord. International gilt Rocamadour als eines der „Grand Sites“ im französischen Kulturtourismus.

Die Atmosphäre in Rocamadour ist einzigartig: Enge, kopfsteingepflasterte Gassen, der Duft von Käse und Trüffeln aus kleinen Läden, das Läuten von Glocken aus den Heiligtümern und immer wieder der Blick hinab in die Tiefe des Alzou-Tals. Wenn abends die Felswand mit den Kirchen und Kapellen angestrahlt wird, wirkt Rocamadour fast wie eine Bühnenkulisse aus einer anderen Zeit. Viele deutsche Besucher empfinden den Ort als eine Mischung aus religiöser Stätte, mittelalterlichem Filmset und spektakulärer Naturkulisse.

Für Frankreich ist Rocamadour gleich in doppelter Hinsicht ein Wahrzeichen: als bedeutender Marienwallfahrtsort und als Symbol für das Dordogne-Tal. Die französische Tourismusförderung und Reisemedien wie „GEO Saison“ und „ADAC Reisemagazin“ greifen Rocamadour immer wieder als Höhepunkt einer Reise durch Südwestfrankreich auf, insbesondere in Verbindung mit benachbarten Attraktionen wie dem Gouffre de Padirac oder den Dörfern des Périgord.

Geschichte und Bedeutung von Rocamadour

Die Geschichte von Rocamadour ist eng mit der Christianisierung und der Entwicklung der mittelalterlichen Pilgerwege in Europa verbunden. Bereits in frĂĽhmittelalterlicher Zeit sollen sich Eremiten in den Höhlen und Felsen des Alzou-Tals niedergelassen haben. Spätestens ab dem 11. und 12. Jahrhundert entstand hier ein wichtiger Marienwallfahrtsort, der im Zusammenhang mit den Jakobswegen nach Santiago de Compostela steht. Viele Pilger legten einen Abstecher nach Rocamadour ein, um die dortige Schwarze Madonna zu verehren.

Die Legende erzählt von einem Einsiedler namens Amadour, dessen unversehrter Leichnam der Ăśberlieferung nach im 12. Jahrhundert beim Bau einer Kapelle im Felsen gefunden wurde. Um diese Figur rankten sich rasch Wundergeschichten, und der Ort erhielt den Namen „Roc-Amadour“ – der Fels des Amadour. Ob es diese Person historisch gab, ist aus heutiger Sicht nicht gesichert. Klar ist aber, dass die Legende die Popularität der Wallfahrt entscheidend steigerte.

Im Hochmittelalter erlebte Rocamadour seine Blütezeit. Adlige, Bischöfe und einfache Pilger aus ganz Europa sollen den gefährlichen Weg hinauf zu den Heiligtümern genommen haben. In gotischen und romanischen Urkunden, Pilgerberichten und Stiftungsdokumenten wird Rocamadour als Ort von Wundern und Heilungen beschrieben. Die Kirchen und Kapellen wurden in dieser Phase ausgebaut, und die Felsfassaden erhielten ihr bis heute markantes Erscheinungsbild.

Mit den Religionskriegen in Frankreich und den UmbrĂĽchen der Reformation sowie der Französischen Revolution verlor die Wallfahrt zeitweise an Bedeutung. Teile der Anlagen wurden beschädigt, und die Verehrung der Heiligenbilder ging zurĂĽck. Im 19. Jahrhundert setzte jedoch – wie bei vielen europäischen Wallfahrtsorten – eine Wiederentdeckung ein. Restaurierungen und Neubauten, beeinflusst von der neugotischen Bewegung, gaben Rocamadour sein heutiges Gesicht, das mittelalterliche und neuzeitliche Elemente mischt.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Rocamadour darĂĽber hinaus zu einem wichtigen touristischen Ziel. Neben Pilgern besuchen heute vor allem kulturhistorisch interessierte Reisende, Wandernde und Frankreich-Liebhaber den Ort. Der Wallfahrtscharakter ist dabei nach wie vor präsent: Katholische Prozessionen, Marienfeste und Pilgerwege bleiben ein fester Bestandteil des Jahresablaufs. Gleichzeitig ist Rocamadour ein Baustein im Tourismusmix der Region rund um das Dordogne- und Lot-Tal.

FĂĽr deutsche Leser ist ein zeitlicher Vergleich hilfreich: Die BlĂĽtezeit von Rocamadour als Pilgerziel fällt ins 12. Jahrhundert – also etwa in die Epoche der romanischen Dome in Speyer und Mainz und mehrere Jahrhunderte vor der GrĂĽndung des Deutschen Kaiserreichs 1871. Damit gehört Rocamadour zu jener mittelalterlichen Schicht europäischer Religionsgeschichte, die auch viele deutsche Kirchen und Klöster geprägt hat.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch ist Rocamadour ein Ausnahmefall. Der Ort gliedert sich in drei Ebenen: das Tal mit Straße und Parkplätzen, die mittelalterliche Hauptgasse und darüber die Ebene der Heiligtümer, die sich direkt an den Felsen schmiegen. Ganz oben krönt eine Burg die Anlage. Die meisten Besucher steigen über Treppen und Rampen durch diese Ebenen und erleben dabei immer wieder neue Perspektiven auf Felsen, Mauerwerk und Tal.

Im Zentrum der Anlage stehen die Heiligtümer von Rocamadour, ein Komplex aus mehreren Kirchen und Kapellen, die in den Fels hineingebaut wurden oder sich eng an ihn anlehnen. Zu den wichtigsten gehören:

Sanctuaire Notre-Dame de Rocamadour – der eigentliche Wallfahrtskomplex, betreut von der katholischen Kirche. Er umfasst mehrere Kapellen und Kirchen, die sich um einen kleinen, von Felsen gerahmten Platz gruppieren. Die Felswand selbst bildet oft eine natürliche Rückwand der Gebäude, was den Eindruck verstärkt, dass Architektur und Natur nahtlos ineinander übergehen.

Basilika Saint-Sauveur – eine Kirche mit romanischen Wurzeln und späteren Ergänzungen, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Die UNESCO führt die Basilika Saint-Sauveur zusammen mit der Krypta Saint-Amadour als Teil der „Jakobswege in Frankreich“ auf, die wiederum mit den Jakobswegen nach Santiago de Compostela verknüpft sind. Diese Einstufung unterstreicht die Bedeutung des Ortes im europäischen Pilgernetz.

Krypta Saint-Amadour – ein unterirdischer Raum, der mit der Legende des Eremiten Amadour verbunden wird. Er war lange ein zentrales Ziel der Pilger. Kunsthistorisch interessant sind hier die mittelalterlichen Wandmalereien und die Atmosphäre des halb im Felsen verborgenen Raums.

Chapelle Notre-Dame – hier befindet sich die berühmte Schwarze Madonna von Rocamadour, eine kleine, dunkle Holzfigur der Jungfrau Maria mit Kind. Schwarze Madonnen sind in Europa nur an ausgewählten Orten zu finden, etwa in Einsiedeln in der Schweiz oder im französischen Wallfahrtsort Le Puy-en-Velay. In Rocamadour ist die Figur eng mit Wundergeschichten verknüpft – unter anderem mit Rettungen in Seenot, weshalb im Heiligtum vielfach Votivgaben zu sehen sind.

Die Kunst von Rocamadour ist überwiegend fromme Gebrauchskunst: Ausstattungsstücke wie Votivschiffe, Reliefs und Statuen, die von der Volksfrömmigkeit verschiedener Jahrhunderte zeugen. Kunsthistoriker betonen die Mischung aus romanischen und gotischen Elementen sowie die außergewöhnliche Verbindung von Architektur und Fels. Während viele Kathedralen freistehend in einer Stadt stehen, ist Rocamadour gewissermaßen „angelehnt“ an den Berg – eine räumliche Situation, die im europäischen Kontext eher selten ist.

Die Burg von Rocamadour, oberhalb der Heiligtümer, ist heute teilweise für Besucher zugänglich. Von den Wehrgängen bietet sich ein Panoramablick über das Tal des Alzou und die Hochebene des Quercy. Die Festung diente historisch der Sicherung des Ortes und der wichtigen Handels- und Pilgerwege. Heute nutzen viele Reisende den Blick als Fotomotiv: die Felskante, die darunter klebenden Häuser, die Kirchen und ganz unten die Straße im Tal.

Ein weiteres besonderes Merkmal von Rocamadour ist die Lage im Naturpark-Umfeld des südwestfranzösischen Karstgebietes. In der weiteren Umgebung finden sich Höhlen, Schluchten und Flüsse, die bei Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Kanufahren oder Radtouren eine Rolle spielen. Rocamadour fügt sich in diese Landschaft ein, ohne sie zu dominieren: Der Fels, an dem die Gebäude kleben, ist Teil eines größeren Systems von Felsformationen im Alzou-Tal.

Rocamadour besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Rocamadour liegt im Département Lot in der Region Okzitanien im Südwesten von Frankreich. Aus Deutschland ist der Ort in der Regel über große internationale Drehkreuze erreichbar. Naheliegende Flughäfen mit saisonalen oder regionalen Verbindungen sind unter anderem Toulouse-Blagnac und Brive–Vallée de la Dordogne. Von Frankfurt, München oder Berlin führen meist Flüge mit Umstieg, etwa über Paris oder andere Drehkreuze, nach Toulouse; von dort geht es weiter mit Mietwagen oder Bahn. Zeitlich sollten Reisende ab Deutschland – je nach Abflugort und Verbindung – einen halben Reisetag oder mehr einplanen.
  • Anreise mit dem Auto
    FĂĽr viele Deutschland-Reisende bietet sich die Anreise mit dem Auto an, etwa im Rahmen eines Frankreich-Roadtrips. Von der deutsch-französischen Grenze bei SaarbrĂĽcken oder Karlsruhe sind es grob 900 bis 1.000 km bis Rocamadour, je nach Route. Die Autobahnnetze in Frankreich sind gut ausgebaut, aber auf vielen Abschnitten mautpflichtig. Wer mit dem Auto fährt, sollte die Mautkosten einkalkulieren und vorab eine grobe Routenplanung vornehmen.
  • Anreise mit Bahn und Ă–PNV
    Mit der Bahn ist Rocamadour mit mehreren Umstiegen erreichbar, typischerweise über Paris. Von Deutschland fahren ICE- oder TGV-Verbindungen nach Paris Est bzw. Paris Gare de l’Est oder Gare du Nord, anschließend geht es weiter ab Gare d’Austerlitz oder Gare de Montparnasse Richtung Süden. Die nächstgelegenen Bahnstationen zur Weiterreise per Bus oder Taxi liegen in der Region Lot und Dordogne. Für diese Reiseform sollten mehrere Reisetage eingeplant werden, oft mit einer Zwischenübernachtung.
  • Ă–ffnungszeiten
    Die Heiligtümer und Kirchen von Rocamadour haben saisonabhängige Öffnungszeiten. Da sich diese je nach Jahreszeit, Feiertagen und kirchlichen Veranstaltungen ändern können, sollten aktuelle Angaben direkt bei den offiziellen Stellen in Rocamadour oder über die örtliche Tourismusinformation geprüft werden. Grundsätzlich sind die religiösen Gebäude tagsüber zugänglich, einzelne Bereiche können jedoch während Gottesdiensten oder Veranstaltungen nicht besucht werden.
  • Eintritt
    Der Zugang zum Ort Rocamadour und zu den wichtigsten Bereichen der Heiligtümer ist im Kern frei. Für bestimmte Einrichtungen – etwa Museen, Ausstellungen oder spezielle Besichtigungen, zum Beispiel die Burgmauern – kann ein moderater Eintritt erhoben werden. Da sich Preise und Angebote im Laufe der Zeit ändern, empfiehlt es sich, kurz vor der Reise die offiziellen Informationsseiten oder die örtliche Tourismusinformation zu konsultieren.
  • Beste Reisezeit
    Rocamadour kann grundsätzlich ganzjährig besucht werden. Die angenehmsten Reisezeiten für Besucher aus Deutschland liegen meist im späten Frühjahr (Mai, Juni) und im Frühherbst (September, Anfang Oktober), wenn die Temperaturen häufig mild sind und der Andrang geringer ist als im Hochsommer. Juli und August sind Ferienzeit in Frankreich, entsprechend voller werden die engen Gassen und Parkplätze. Wer Menschenmengen meiden möchte, besucht Rocamadour vorzugsweise morgens früh oder am späten Nachmittag. In den Wintermonaten ist es ruhiger, einige touristische Angebote sind dann aber eventuell eingeschränkt.
  • Klima
    Das Klima in Rocamadour ist vom Ăśbergang zwischen atlantischem und leicht mediterranem Einfluss geprägt, mit warmen Sommern und meist milden Wintern. Sommerliche Höchsttemperaturen können deutlich ĂĽber 25 Â°C liegen, im Hochsommer auch darĂĽber, während es in der Nebensaison oft um 15 bis 20 Â°C liegt. Reisende sollten auf Sonnenschutz achten, da die Felswände Wärme speichern und die Treppenaufstiege körperlich anstrengend sein können.
  • Sprache
    Amtssprache ist Französisch. In touristischen Bereichen, Hotels, Restaurants und bei der lokalen Tourismusinformation wird häufig auch Englisch gesprochen, teilweise auch etwas Deutsch, insbesondere in Unterkünften, die auf internationale Gäste eingestellt sind. Dennoch kann es hilfreich sein, einige grundlegende französische Wendungen zu kennen, gerade in kleineren Betrieben oder außerhalb der Hauptsaison.
  • Zahlung und Trinkgeld
    In Rocamadour wird mit Euro bezahlt. Kreditkarten (insbesondere Visa und Mastercard) sind in Hotels, den meisten Restaurants und größeren Geschäften weit verbreitet. In kleinen Läden, Bäckereien oder bei Souvenirständen spielt Bargeld weiterhin eine wichtige Rolle. Kartenzahlung mit kontaktlosen Verfahren sowie mobilen Diensten wie Apple Pay oder Google Pay ist zunehmend verbreitet, aber nicht ĂĽberall garantiert. Beim Trinkgeld gilt – wie in Frankreich ĂĽblich –: Der Service ist in der Regel bereits im Preis enthalten, ein kleines zusätzliches Trinkgeld von etwa 5 bis 10 Prozent oder das Aufrunden des Betrages wird jedoch geschätzt, wenn man zufrieden ist.
  • Kleiderordnung und Verhalten
    Rocamadour ist ein religiöser Ort. In Kirchen und Kapellen sollten Schultern und Knie idealerweise bedeckt sein, und lautes Verhalten oder Telefonate sind zu vermeiden. Fotografieren ist in vielen Bereichen erlaubt, jedoch nicht überall – insbesondere während Gottesdiensten oder in bestimmten Kapellen kann es Beschränkungen geben. Hinweisschilder vor Ort geben Auskunft; im Zweifel empfiehlt sich eine kurze Nachfrage.
  • Sicherheit und Wege
    Der Ort ist aufgrund seiner Hanglage mit zahlreichen Treppen, Kopfsteinpflaster und steilen Wegen verbunden. Festes Schuhwerk ist dringend zu empfehlen. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität stehen teilweise Aufzüge oder alternative Routen zur Verfügung, diese decken aber nicht alle Wege ab. Kinder sollten beim Gehen entlang der höher gelegenen Wege im Blick behalten werden, obwohl die meisten Aussichtsbereiche gesichert sind.
  • Einreisebestimmungen
    Frankreich gehört zum Schengen-Raum. Für deutsche Staatsbürger genügt in der Regel ein gültiger Personalausweis oder Reisepass für die Einreise. Da sich Einreisebestimmungen ändern können, sollten deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger die aktuellen Hinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen, insbesondere bei längeren Aufenthalten, Sonderfällen oder sich ändernden politischen Rahmenbedingungen.
  • Gesundheit und Versicherung
    Als EU-Land bietet Frankreich für gesetzlich Krankenversicherte aus Deutschland grundsätzlich die Möglichkeit, mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) medizinische Leistungen im Rahmen der gesetzlichen Versorgung zu nutzen. Dennoch ist eine ergänzende Auslandskrankenversicherung sinnvoll, insbesondere wegen möglicher Rücktransportkosten. Für einen Besuch in Rocamadour sind keine besonderen Impfungen erforderlich, abgesehen von den in Deutschland empfohlenen Standardimpfungen.
  • Zeitverschiebung
    Frankreich und Deutschland liegen in derselben Zeitzone (Mitteleuropäische Zeit, MEZ, und Mitteleuropäische Sommerzeit, MESZ). Es besteht daher keine Zeitverschiebung, was die Reiseplanung und Kommunikation erleichtert.

Warum Rocamadour auf jede Rocamadour-Reise gehört

Rocamadour ist mehr als nur ein hübsches Dorf auf einem Felsen – es bündelt auf engem Raum viele Aspekte, die Frankreich für Reisende aus Deutschland so attraktiv machen: tiefe Geschichte, gelebte Religion, spektakuläre Landschaft, regionale Küche und ein starkes Gefühl von Authentizität. Für viele Besucher ist schon der erste Blick vom gegenüberliegenden Aussichtspunkt auf den Felsen mit seinen Häusern, Kapellen und der Burg ein Gänsehautmoment.

Ein typischer Besuch beginnt unten im Tal, von wo aus man zu Fuß oder mit einem Aufzugssystem (sofern in Betrieb) in die mittlere Ebene des Ortes gelangt. Die Hauptgasse von Rocamadour ist gesäumt von Fachwerkhäusern, kleinen Hotels, Cafés und Läden, die regionale Spezialitäten anbieten – allen voran den berühmten Ziegenkäse „Rocamadour AOP“, Trüffelprodukte und Walnüsse aus dem Périgord. Wer Frankreich kulinarisch erleben möchte, findet hier eine dichte Konzentration regionaler Produkte.

Von der Hauptgasse aus führen steile Treppen hinauf zu den Heiligtümern. Historisch wurden diese Stufen von Pilgern teils auf Knien zurückgelegt, heute steigen die meisten Besucher auf normalen Wegen, aber der Anstieg bleibt anspruchsvoll. Oben angekommen, öffnet sich die kleine Platzsituation zwischen Felswand und Kirchenfassaden – ein Raum, der trotz der vielen Touristen eine gewisse Intimität bewahrt. Hier lässt sich gut beobachten, wie sich religiöse Pilger, Tagesgäste und Reisegruppen aus aller Welt mischen.

Wer den Aufstieg bis ganz nach oben zur Burg wagt, wird mit einem weiten Blick über das Kalkplateau des Quercy und das eingeschnittene Tal belohnt. Gerade bei Sonnenuntergang wirkt das Panorama besonders stimmungsvoll. Viele Frankreich-Reisende kombinieren den Besuch von Rocamadour mit weiteren Zielen in der Region: Die Schlucht Gouffre de Padirac, mehrere Plus-Beaux-Villages im Périgord, prähistorische Stätten und die Flüsse Lot und Dordogne bieten zahlreiche Ausflugsoptionen.

Für Leserinnen und Leser aus Deutschland ist Rocamadour auch im Kontext europäischer Wallfahrtsorte interessant: Wie Lourdes in den Pyrenäen oder Altötting in Bayern zeigt Rocamadour, wie stark religiöse Orte über Jahrhunderte Menschen anziehen – unabhängig von konfessionellen Grenzen. Selbst wer nicht religiös ist, erlebt hier eine besondere Dichte an Symbolen, Ritualen und historischer Architektur.

Hinzu kommt der fotogene Charakter des Ortes. Auf Plattformen wie Instagram und TikTok taucht Rocamadour immer wieder als spektakuläres Hintergrundmotiv auf: Drohnenaufnahmen (wo erlaubt), Bilder der beleuchteten Felswand nachts oder Detailaufnahmen der Schwarzen Madonna sind verbreitete Motive. Für Reisende, die ihre Eindrücke gern in sozialen Medien teilen, ist Rocamadour ein besonders dankbares Sujet.

Rocamadour in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂĽcke

In den sozialen Medien wird Rocamadour vor allem für seine spektakuläre Lage, die „vertikale“ Dorfstruktur und die mystische Stimmung rund um die Heiligtümer gefeiert. Reiseblogger, Fotografen und Pilger teilen Bilder vom Sonnenaufgang über dem Alzou-Tal, von Kerzen in den Kapellen und von regionalen Spezialitäten.

Häufige Fragen zu Rocamadour

Wo liegt Rocamadour genau?

Rocamadour liegt im Département Lot in der Region Okzitanien im Südwesten Frankreichs, etwa zwischen den Städten Brive-la-Gaillarde und Cahors, nicht weit vom Tal der Dordogne. Für Reisende aus Deutschland ist der Ort am besten per Auto oder in Kombination aus Flug und Mietwagen erreichbar.

Warum ist Rocamadour so berĂĽhmt?

Rocamadour ist berühmt für seine spektakuläre Lage an einer steilen Felswand, seine Rolle als Marienwallfahrtsort mit der Schwarzen Madonna und seine Einbindung in die historischen Pilgerwege nach Santiago de Compostela. Die Mischung aus religiöser Bedeutung, mittelalterlicher Architektur und Landschaft macht den Ort zu einer ikonischen Sehenswürdigkeit in Frankreich.

Wie viel Zeit sollte man fĂĽr einen Besuch von Rocamadour einplanen?

Für einen ersten Eindruck und einen Rundgang durch die Gassen, den Besuch der Heiligtümer und den Blick von der Burg aus reicht vielen Besucherinnen und Besuchern ein halber bis ganzer Tag. Wer die Region intensiver erkunden möchte, etwa mit Ausflügen zum Gouffre de Padirac oder in die umliegenden Dörfer, sollte mindestens zwei bis drei Tage einplanen.

Ist Rocamadour fĂĽr Kinder geeignet?

Rocamadour kann auch mit Kindern besucht werden, allerdings sollten die vielen Treppen, die steilen Wege und das Kopfsteinpflaster berücksichtigt werden. Gutes Schuhwerk und Pausen sind wichtig. Kinder mit Interesse an Burgen, Höhlen und Tieren lassen sich durch eine Kombination mit Ausflügen in die Umgebung gut motivieren.

Was ist die beste Reisezeit fĂĽr Besucher aus Deutschland?

Als besonders angenehm gelten Frühling (Mai, Juni) und Frühherbst (September, Anfang Oktober), wenn Temperaturen meist mild sind und der Andrang geringer ist. Im Hochsommer kann es heiß und voll werden, während im Winter zwar weniger los ist, aber manche touristische Angebote eingeschränkt sein können.

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