Sassi di Matera: Felsenstadt und Kulturlandschaft in Italien
Veröffentlicht am: 23.08.2026 um 14:49 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die Sassi di Matera bilden den historischen Kern der italienischen Stadt Matera und bestehen aus dicht gestaffelten HĂ€usern, Höhlenwohnungen und Felskirchen, die direkt in den weichen Kalkstein eines tiefen Tals eingearbeitet sind. Die beiden Altstadtviertel Sasso Caveoso und Sasso Barisano liegen am steilen Hang ĂŒber der Gravina-Schlucht und zeigen eine gewachsene Felsenstadt, deren Strukturen sich ĂŒber Jahrhunderte an das GelĂ€nde angepasst haben.
Sassi di Matera: Felsenviertel ĂŒber der Gravina-Schlucht
Die Sassi liegen am Rand eines tief eingeschnittenen Tals, das der Fluss Gravina in die KalkhochflĂ€che der Murgia geschnitten hat; die HĂ€nge sind von Felsen, Terrassen und kleinen Höhlen durchzogen. Auf diesen HĂ€ngen stehen die HĂ€user der Felsenviertel, vielfach als Mischformen aus gemauerten Fassaden und dahinterliegenden in den Fels gehauenen RĂ€umen, die sich wie Treppenstufen ĂŒbereinander den Hang hinaufziehen.Die Felsenviertel Caveoso und Barisano bilden gemeinsam mit dem höher gelegenen Rione Civita das historische Zentrum von Matera.Civita trennt die beiden Sassi am Grat ĂŒber der Schlucht und bietet weite Blicke in die Landschaft der Murgia.
Zwischen den HĂ€usern verlaufen enge Treppengassen, kleine PlĂ€tze und Stufenfolgen, die gleichzeitig als Wege und DachflĂ€chen dienen und so ein vielschichtiges Wegenetz entstehen lassen. Zahlreiche WohnrĂ€ume sind nach hinten in den Fels erweitert, wĂ€hrend zur StraĂe hin Mauern, TĂŒren und Fenster gesetzt wurden, sodass sich an vielen Stellen kaum erkennen lĂ€sst, wo Fels endet und gebauter Raum beginnt.Im GelĂ€nde finden sich auĂerdem Felskirchen, Klöster und Grotten, die wie die WohnhĂ€user direkt im Gestein liegen.
Vom prÀhistorischen Höhlensiedlungsraum zur UNESCO-Kulturlandschaft
Die Sassi von Matera gehören zu einem Siedlungsraum, der seit vorgeschichtlicher Zeit genutzt wird; Höhlen und Felsnischen in der KalkhochflĂ€che wurden frĂŒh zu SchutzrĂ€umen ausgebaut, aus denen sich nach und nach eine dichte Troglodytenstadt entwickelte.Die UNESCO fĂŒhrt die Sassi und den benachbarten Park der Felskirchen als KulturerbestĂ€tte, weil hier ĂŒber mehr als zwei Jahrtausende hinweg ein Felsensiedlungssystem entstanden ist, das eng mit seiner Umgebung verzahnt bleibt.Der Eintrag als Weltkulturerbe im Jahr 1993 hebt ausdrĂŒcklich die Verbindung von Felsenstadt und Landschaft hervor.
Die Stadtstruktur der Sassi entwickelte sich aus dem schrittweisen Aushöhlen und Erweitern von bestehenden HöhlenrĂ€umen, die mit spĂ€teren Aufstockungen und Anbauten kombiniert wurden. Dabei entstand ein Ensemble aus einfachen Kammern, komplexeren WohnhĂ€usern und gemeinschaftlichen RĂ€umen, in dem sich verschiedene Epochen der Bauweise ĂŒberlagern; mittelalterliche Felskirchen mit Fresken stehen neben spĂ€teren Putzfassaden. Die UNESCO beschreibt diesen zusammenhĂ€ngenden Bereich aus WohnhĂ€usern, Kirchen, Klöstern und Eremitagen in der Murgia als âFelsenstadtâ, deren Anordnung ein selten erhaltenes Beispiel fĂŒr eine organische Anpassung der Bebauung an die Geomorphologie einer KalkhochflĂ€che ist.Der Eintrag umfasst sowohl die beiden Sassi-Viertel als auch den umliegenden Park der Rupestrianischen Kirchen.
Architektur zwischen Felskirchen, Hofsystemen und gestapelten HĂ€usern
In den Sassi sind unterschiedliche Bautypen zu erkennen, die alle das Nebeneinander von Fels und Mauerwerk nutzen. Typisch sind WohnhĂ€user, deren vorderer Teil mit einer gemauerten Fassade und einer kleinen Terrasse zur Gasse hin ausgebildet ist, wĂ€hrend der Innenraum weiter in den Fels reicht und so mehrere Kammern bildet.Viele GebĂ€ude sind ĂŒbereinander gesetzt, sodass ein Hausdach gleichzeitig als Vorplatz fĂŒr das nĂ€chste Haus dient und sich gestapelte Ebenen ergeben. Hinzu kommen Felskirchen, deren InnenrĂ€ume komplett aus dem Gestein geschlagen wurden und Wandmalereien aus verschiedenen Jahrhunderten bewahren.
Charakteristisch ist auĂerdem das sogenannte âvicinatoâ-System, bei dem mehrere HĂ€user um einen gemeinsamen kleinen Hof angeordnet sind. Diese Höfe bilden die Grundlage fĂŒr ein kleinteiliges Quartier, in dem Gassen, Treppen und PlĂ€tze unmittelbar ineinander greifen.Das Nebeneinander von Hofanlagen, Felskirchen und gestapelten HĂ€usern macht die Sassi zu einer komplexen Felsenstadt, in der stĂ€dtische Strukturen und Troglodytenarchitektur miteinander verschmelzen.
Sassi di Matera besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Die Felsenviertel der Sassi liegen am Rand der Altstadt von Matera in der Region Basilikata in Italien und sind vom modernen Stadtzentrum aus zu FuĂ ĂŒber StraĂen und Treppengassen erreichbar.
- In den Sassi fĂŒhren zahlreiche steile Treppen und gepflasterte Wege ĂŒber unebene Felsstufen; ein Besuch erfordert trittsicheres Gehen auf GefĂ€lle und schmalen Gassen.
- Vom Rand der Felsenviertel blickt man ĂŒber die Gravina-Schlucht auf den gegenĂŒberliegenden Teil der Murgia, wo der Park der Felskirchen mit weiteren Höhlen und Kirchen im Fels liegt.
- Amtssprache ist Italienisch, gezahlt wird in Euro.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche StaatsbĂŒrger prĂŒfen die LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Sassi di Matera auf Social-Media-Plattformen
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Sassi di Matera: hÀufige Fragen
Wo liegen die Sassi di Matera?
Die Sassi di Matera liegen in der Stadt Matera in der Region Basilikata in SĂŒditalien und ziehen sich als Felsenviertel entlang der HĂ€nge ĂŒber der Gravina-Schlucht.
Was bietet ein Besuch der Sassi di Matera?
Ein Besuch fĂŒhrt durch ein historisches Felsenquartier mit gestaffelten HĂ€usern, Höhlenwohnungen, Felskirchen und engen Treppengassen, in dem sich Stadtstruktur und Felslandschaft unmittelbar begegnen.
Was kennzeichnet die Sassi di Matera besonders?
Besonders kennzeichnend ist die enge Verzahnung von Felsen, Wohnbebauung und rupestrianischen Kirchen, durch die die Sassi seit 1993 als UNESCO-Weltkulturerbe zusammen mit dem Park der Felskirchen geschĂŒtzt sind.
