Schwimmende Dorfer Tonle Sap, Tonle Sap

Schwimmende Dorfer Tonle Sap: Leben auf dem See bei Siem Reap

20.05.2026 - 23:42:46 | ad-hoc-news.de

Die Schwimmenden Dörfer am Tonle Sap bei Siem Reap in Kambodscha zeigen ein Leben im Rhythmus des Wassers – faszinierend, fragil und voller Kontraste.

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Schwimmende Dorfer Tonle Sap, Tonle Sap, Reise

Wenn sich am Tonle Sap, dem „großen See“ Kambodschas, das Nachmittagslicht golden auf die Wasseroberfläche legt, gleiten Boote zwischen Häusern hindurch, die auf Stelzen oder schwimmenden Pontons ruhen. Die Schwimmenden Dorfer Tonle Sap wirken wie eine eigene Welt: Schulen, Tempel, kleine Läden – alles trägt, schwankt und lebt auf dem Wasser.

Schwimmende Dorfer Tonle Sap: Das ikonische Wahrzeichen von Siem Reap

Für Reisende aus Deutschland ist Siem Reap vor allem als Tor zu Angkor Wat bekannt. Doch nur etwa 15–20 km südlich der Stadt öffnet sich mit den Schwimmenden Dörfern am Tonle Sap eine zweite, völlig andere Welt. Während die Tempel von Angkor das steinerne Erbe des alten Khmer-Reiches verkörpern, erzählen die Dörfer auf dem Wasser vom heutigen, alltäglichen Überleben in einer der produktivsten, aber auch verletzlichsten Seenlandschaften Südostasiens.

Der Tonle Sap („Großer See“ im Khmer) ist das größte Binnengewässer Südostasiens und zugleich ein Herzstück des Mekong-Systems. Laut der Deutschen Welle und dem WWF hängt die Ernährungssicherheit von Millionen Menschen in Kambodscha und den Nachbarländern direkt von den Fischbeständen dieses Sees ab. Die schwimmenden und auf hohen Stelzen errichteten Dörfer, etwa bei Kampong Phluk, Kampong Khleang oder der Gemeinde Chong Kneas, sind sichtbarer Ausdruck dieser engen Verbindung zwischen Mensch und Wasser.

Für Besucherinnen und Besucher wirken die Schwimmenden Dorfer Tonle Sap zunächst wie ein spektakuläres Fotomotiv: bunte Holzhäuser, Fischernetze, Kinder in kleinen Ruderbooten. Doch dahinter stehen komplexe ökologische, soziale und ökonomische Realitäten, die seriöse Medien wie die BBC und National Geographic immer wieder hervorheben: schwankende Wasserstände, Überfischung, Klimawandel, Landnutzungsdruck und der Bau von Staudämmen am Mekong verändern diese Welt in rasantem Tempo.

Geschichte und Bedeutung von Tonle Sap

Die Geschichte der Schwimmenden Dorfer Tonle Sap lässt sich nicht als exaktes Gründungsdatum festmachen. Vielmehr ist sie eng mit der gesamten Siedlungs- und Kulturgeschichte Kambodschas verbunden. Bereits zur Blütezeit des Khmer-Reiches (9.–15. Jahrhundert) lieferte der Tonle Sap einen wesentlichen Teil der Nahrungsgrundlage für die Bevölkerung von Angkor. Forschungsarbeiten, die unter anderem von der UNESCO und in Beiträgen von GEO und National Geographic Deutschland zitiert werden, betonen, dass die Kombination aus Reisbau und Fischfang eine außergewöhnlich hohe Produktivität ermöglichte – ein entscheidender Faktor für den Aufstieg der Khmer-Metropole.

Der See folgt einem einzigartigen hydrologischen Rhythmus: In der Regenzeit, grob von Mai bis Oktober, schwillt der Tonle Sap durch den Rückstau des Mekong gewaltig an. Der Fluss Tonle Sap kehrt seine Fließrichtung um und trägt Wasser vom Mekong in den See. In der Trockenzeit fließt das Wasser wieder zurück Richtung Mekong. Dieser natürliche Pulsschlag lässt den See laut Angaben der Asiatischen Entwicklungsbank und der Welternährungsorganisation FAO seine Fläche um ein Mehrfaches anwachsen und wieder schrumpfen – ein Phänomen, das auch von deutschen Medien wie der „Süddeutschen Zeitung“ mehrfach beschrieben wurde.

Aus dieser Dynamik heraus entwickelten sich Siedlungsformen, die flexibler auf den Wasserstand reagieren können: schwimmende Häuser auf Pontons, Hausboote oder Pfahlhäuser, deren Böden in der Trockenzeit mehrere Meter über dem Boden schweben, während sie in der Regenzeit knapp über der Wasseroberfläche liegen. Die heutigen Schwimmenden Dorfer Tonle Sap rund um Siem Reap bestehen aus einer Mischung dieser Bauweisen. Viele Angehörige ethnischer Minderheiten, etwa vietnamesischstämmige Gemeinschaften, leben traditionell auf Hausbooten oder in schwimmenden Siedlungen. Medienberichte unter anderem von Deutsche Welle und BBC News heben hervor, dass diese Gruppen oft rechtlich und ökonomisch benachteiligt sind.

Die Region rund um den See und die Tempel von Angkor wurde 1992 von der UNESCO als Welterbe anerkannt. Dabei liegt der Fokus zwar primär auf den Tempelstädten, doch UNESCO-Berichte betonen wiederholt, dass das ökologische System des Tonle Sap und die dortige Bevölkerung als integraler Teil des kulturellen Landschaftsraums betrachtet werden müssen. So verbindet sich an diesem Ort Natur- und Kulturgeschichte auf einzigartige Weise.

Für Kambodscha ist der Tonle Sap bis heute strategisch wichtig: Er gilt als „Fischkorb des Landes“, liefert nach Angaben der FAO einen erheblichen Anteil des nationalen Fischfangs und damit einen großen Teil der tierischen Eiweißversorgung. Der See ist außerdem Verkehrsweg, Lebensraum, spiritueller Bezugspunkt – und zunehmend auch touristische Bühne. Diese Mehrfachrolle führt zu Spannungen, die seriöse Berichte aus Kambodscha immer wieder thematisieren, etwa wenn es um den Bau von Straßen, die Rodung von Überschwemmungswäldern oder die Regulierung des Fischfangs geht.

Architektur, Alltagskultur und besondere Merkmale

Wer zum ersten Mal ein Schwimmendes Dorf am Tonle Sap besucht, spürt schnell: Hier ist die Grenze zwischen Haus und Wasser durchlässig. Kanus und Motorboote liegen direkt an den „Haustüren“, Kinder lernen das Paddeln früher als das Fahrradfahren. Nach Recherchen in Reportagen von GEO, BBC Travel und der Deutschen Welle lassen sich drei Haupttypen der Siedlungstruktur unterscheiden, die auch rund um Siem Reap vorkommen:

Erstens die auf hohen Stelzen errichteten Dörfer wie Kampong Phluk oder Teile von Kampong Khleang. Die Holzhäuser stehen auf bis zu 6–10 m hohen Pfählen, sodass sie in der Trockenzeit weit über Land thronen und in der Regenzeit vom Hochwasser umspült werden. Im Untergeschoss werden Netze getrocknet, Boote repariert oder Hühner gehalten. Zweitens schwimmende Häuser auf Bambus- oder Metallpontons, die mit dem Wasserstand aufsteigen und sinken. Drittens Hausboote, die in gewissem Umfang ihre Position auf dem See verändern können.

Die Architektur folgt dabei weniger ästhetischen als pragmatischen Gesichtspunkten: Leichte Holzbauweise erleichtert Reparaturen, verstellbare Stege und Pontons gleichen Wasserstandsschwankungen aus. Farbig gestrichene Fassaden – oft in Blau- und Grüntönen – sowie reich verzierte Pagoden oder kleine Schreine verleihen den Siedlungen dennoch eine besondere visuelle Präsenz. Fotos und Berichte der kambodschanischen Tourismusbehörden und von National Geographic zeigen, wie sich diese bunten Gebäude in der Regenzeit im Wasser spiegeln und in der Trockenzeit auf nacktem, rissigem Boden stehen.

Auch die Infrastruktur schwimmt: Es gibt schwimmende Schulen, Kirchen, Pagoden, Läden und sogar kleine Tankstellen auf Pontons. In Reportagen etwa von der BBC und der ARD werden Klassenzimmer gezeigt, in denen Kinder während des Unterrichts das Plätschern des Wassers unter den Bodendielen hören. Mobile Händler fahren mit Booten von Haus zu Haus, um Lebensmittel, Trinkwasser oder Gasflaschen zu verkaufen. Viele Familien betreiben Fischzucht in Netzkäfigen unter ihren Häusern oder pflegen schwimmende Gärten.

Allerdings hat diese besondere Lebensform ihren Preis. Laut Untersuchungen, die in Beiträgen von Deutsche Welle, The Guardian und der Asiatischen Entwicklungsbank zitiert werden, gehören die Bewohnerinnen und Bewohner der Schwimmenden Dorfer Tonle Sap oft zu den ärmeren Bevölkerungsschichten des Landes. Zugang zu sauberem Trinkwasser, Gesundheitsversorgung und weiterführender Bildung ist eingeschränkt. Umweltbelastungen – etwa durch Abwässer, Müll und Treibstoff – wirken sich direkt auf den See aus und umgekehrt. Der Klimawandel, sich ändernde Niederschlagsmuster und Eingriffe in den Mekong haben bereits zu in manchen Jahren ungewöhnlich niedrigen Wasserständen geführt, wie unter anderem Berichte von Reuters und internationalen Umweltorganisationen dokumentieren.

Für den Tourismus bedeutet dies einen Balanceakt. Reiseführer wie das „ADAC Reisemagazin“ oder Marco Polo betonen, dass ein Besuch nur dann sinnvoll ist, wenn er respektvoll und möglichst nachhaltig erfolgt. Seriöse Anbieter arbeiten mit lokalen Gemeinden zusammen, um Einnahmen aus Bootstouren und Besuchergebühren vor Ort zu lassen. Kritische Berichte aus internationalen Medien warnen zugleich vor rein „voyeuristischen“ Ausflügen, bei denen Armutsbilder zur Kulisse für Selfies werden.

Schwimmende Dorfer Tonle Sap besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise ab Siem Reap und Deutschland
    Die meisten Besucherinnen und Besucher aus Deutschland erreichen die Schwimmenden Dorfer Tonle Sap über Siem Reap. Von dort führen Straßen zu verschiedenen Anlegestellen, von denen aus Bootsfahrten zu den Dörfern starten. Häufig besuchte Ziele sind Kampong Phluk, Kampong Khleang und die Region Chong Kneas. Die Fahrzeit vom Stadtzentrum Siem Reap zu den Bootsanlegern liegt je nach Ziel und Straßenverhältnissen meist zwischen 30 und 90 Minuten.

Für die Anreise aus Deutschland nach Siem Reap gibt es in der Regel keine Nonstop-Flüge. Übliche Routen führen laut Angaben großer Fluggesellschaften und Reiseportale über Drehkreuze wie Bangkok, Singapur, Kuala Lumpur, Doha oder Dubai. Von Frankfurt (FRA), München (MUC) oder Berlin (BER) muss man meist mit mindestens einem Umstieg und einer Gesamtflugzeit von etwa 14–18 Stunden rechnen, je nach Verbindung. Siem Reap verfügt über einen internationalen Flughafen, der von verschiedenen asiatischen Airlines bedient wird. Flugpläne können sich ändern; aktuelle Verbindungen sollten vor der Reise geprüft werden.

  • Ă–ffnungszeiten und Organisation vor Ort
    Die Schwimmenden Dorfer Tonle Sap sind bewohnte Gemeinden, keine klassischen Sehenswürdigkeiten mit festen Öffnungszeiten. Bootsfahrten werden allerdings nur bei Tageslicht durchgeführt, meist zwischen frühen Morgenstunden und spätem Nachmittag. Genauen Ablauf, Abfahrtszeiten und mögliche Einschränkungen (etwa bei sehr niedrigem Wasserstand) sollten Reisende vor Ort bei seriösen Anbietern oder über ihr Hotel klären. Öffnungszeiten und Modalitäten können variieren – es empfiehlt sich, direkt bei lokalen Tourismusinformationen oder offiziellen Anbietern nachzufragen.
  • Eintritts- und Bootskosten
    Für den Zugang zu bestimmten Bereichen und die Nutzung der Boote fallen Gebühren an, die je nach Dorf, Saison, Bootstyp und Verhandlungssituation schwanken können. Konkrete, verlässliche Standardpreise lassen sich aufgrund der Dynamik vor Ort schwer allgemein angeben. Reiseführer und Reiseberichte erwähnen unterschiedliche Preisniveaus; deshalb sollten Besucherinnen und Besucher damit rechnen, dass sich die Kosten pro Person im Bereich mehrerer Euro bewegen können und vor Ort transparent erfragt werden. Wichtig ist, vor Antritt der Bootsfahrt den Gesamtpreis zu klären und möglichst Anbieter zu wählen, die mit den Dorfgemeinschaften kooperieren. Preisangaben sind zudem Währungsschwankungen unterworfen; gezahlt wird meist in US-Dollar oder in der lokalen Währung Riel, teilweise auch in Euro (€, umgerechnet).
  • Beste Reisezeit und Tageszeit
    Der Tonle Sap zeigt sich im Jahreslauf sehr unterschiedlich. In der Regenzeit (ungefähr Mai bis Oktober) ist der See stark ausgedehnt, die Dörfer sind von Wasser umgeben, viele Häuser scheinen regelrecht zu schwimmen. Bootstouren führen dann durch überschwemmte Wälder und Kanäle. In der Trockenzeit (November bis etwa April) zieht sich der See zurück, Teile des Seegrundes liegen frei, Stelzenhäuser stehen hoch auf trockenem Boden. Beide Phasen haben ihren Reiz: Wer das klassische Bild schwimmender Siedlungen erleben möchte, wählt idealerweise die Monate nach dem Höhepunkt der Regenzeit, wenn der Wasserstand noch hoch ist und das Wetter oft schon stabiler wird.

Als Tageszeit empfehlen viele Reiseautoren und Veranstalter die frühen Morgenstunden oder den späten Nachmittag. Die Temperaturen sind dann häufig angenehmer als zur Mittagszeit, das Licht ist weicher und die Sonnenuntergänge über dem Wasser können spektakulär sein. Zudem sind die Boote außerhalb der Hauptbesuchszeiten etwas weniger stark frequentiert.

  • Sprache, Kultur und Verhalten
    Die Landessprache ist Khmer. In touristischen Zentren wie Siem Reap sowie bei vielen Bootsanbietern wird in unterschiedlichem Umfang Englisch gesprochen. Deutschkenntnisse sind selten. Ein paar Wörter Khmer, etwa ein freundliches „Arkun“ (Danke), werden sehr geschätzt. Es sollte bedacht werden, dass es sich bei den Schwimmenden Dorfer Tonle Sap um Wohn- und Arbeitsorte handelt, nicht um einen Freizeitpark. Respektvoller Abstand, Zurückhaltung beim Fotografieren und das Einholen einer stillen Zustimmung, bevor Menschen direkt abgebildet werden, gelten als gute Praxis.
  • Zahlung, Trinkgeld und Kosten vor Ort
    In Kambodscha wird offiziell in Riel (KHR) bezahlt, im Alltag und im Tourismus aber auch häufig in US-Dollar. Euro können in Banken und Wechselstuben getauscht werden. Kreditkarten werden in vielen Hotels, Restaurants und Agenturen in Siem Reap akzeptiert, in den Dörfern selbst aber eher selten. Für Bootstouren, kleinere Einkäufe und Snacks ist Bargeld empfehlenswert. Trinkgeld ist nicht offiziell vorgeschrieben, wird aber im Tourismusbereich als Anerkennung geschätzt – insbesondere bei Bootspersonal oder lokalen Guides. Beträge sollten sich an der Leistung und am lokalen Preisniveau orientieren.
  • Kleiderordnung und gesundheitliche Aspekte
    Die Temperaturen in der Region sind tropisch-warm, häufig über 30 °C. Leichte, luftige Kleidung ist sinnvoll, dennoch sollten Schultern und Knie aus Respekt vor der lokalen Kultur, insbesondere bei Besuchen von Pagoden, eher bedeckt sein. Sonnenschutz (Hut, Sonnencreme), Insektenschutzmittel und ausreichend Trinkwasser sind wichtig. Eine Sonnenbrille und gegebenenfalls ein Tuch gegen Staub auf der Anfahrt können hilfreich sein. Bei Bootstouren ist es ratsam, auf das Einhalten von Sicherheitsstandards zu achten, etwa auf vorhandene Schwimmwesten.
  • Fotografieren und Drohnen
    Viele Reisende erleben die Schwimmenden Dorfer Tonle Sap als besonders fotogen. Dennoch sollte darauf geachtet werden, Menschen nicht ohne Einverständnis in sensiblen Situationen – etwa beim Baden oder Arbeiten – zu fotografieren. Drohnenflüge sind in vielen Gebieten Kambodschas reguliert und können insbesondere über Wohngebieten als störend empfunden werden. Vor dem Einsatz von Drohnen sollten immer die lokalen Bestimmungen und gegebenenfalls Genehmigungspflichten geprüft werden.
  • Einreisebestimmungen und Zeitzone
    Kambodscha liegt in der Zeitzone Indochina Time (ICT), die der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) in der Regel um +6 Stunden voraus ist; während der mitteleuropäischen Sommerzeit beträgt der Unterschied meist +5 Stunden. Deutsche Staatsbürger sollten vor der Reise die aktuellen Einreisebestimmungen, etwa zu Visum, Passgültigkeit und eventuellen Gesundheitsnachweisen, beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de sowie bei den kambodschanischen Vertretungen prüfen. Für Aufenthalte außerhalb der EU ist eine geeignete Auslandskrankenversicherung dringend zu empfehlen.

Warum Tonle Sap auf jede Siem-Reap-Reise gehört

Viele Reisende planen Siem Reap ausschließlich wegen der Tempel von Angkor ein – und verpassen dabei einen zentralen Schlüssel zum Verständnis Kambodschas. Die Schwimmenden Dorfer Tonle Sap zeigen, wie eng das Leben der Menschen bis heute an das Wasser gebunden ist. Wer sowohl Angkor Wat als auch den Tonle Sap besucht, erlebt zwei Seiten derselben Medaille: die monumentale Vergangenheit und die fragile Gegenwart.

Die Atmosphäre auf dem See ist oft leise und unmittelbar. Selbst wenn mehrere Boote unterwegs sind, überwiegen das Plätschern der Wellen, das Knarren der Holzpfähle und die Geräusche des Alltags: ein Motor, der anspringt, Stimmen von Kindern, gelegentlich das Läuten einer Glocke am buddhistischen Tempel. Anders als in dicht bebauten Großstädten gibt es kaum motorisierten Straßenverkehr, keine klassischen Hochhäuser, dafür aber einen weiten, offenen Himmel und eine Landschaft, die je nach Saison zwischen Wasserflächen, Schilfwiesen und trockenem Boden wechselt.

Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland kann der Tonle Sap auch Anlass zur Reflexion sein. Themen wie nachhaltiger Fischfang, Wassermanagement, Klimawandel und soziale Ungleichheit werden hier unmittelbar greifbar. Organisationen wie der WWF und lokale NGOs engagieren sich in Projekten zur Umweltbildung, zur Verbesserung der Wasserqualität und zur Unterstützung der Gemeinden. Einige Touren arbeiten ausdrücklich mit solchen Initiativen zusammen, was Reisende bei ihrer Buchung berücksichtigen können.

In Kombination mit anderen Zielen in der Region – etwa den Tempeln von Angkor, der Stadt Battambang oder dem Mekong – ergibt sich ein Reiseverlauf, der sowohl kulturell als auch landschaftlich stark kontrastiert. Während Angkor mit seiner steinernen Pracht gelegentlich mit europäischen Kathedralen wie dem Kölner Dom verglichen wird, ist der Tonle Sap eher mit einer ausgedehnten Auenlandschaft zu vergleichen, die sich ständig wandelt und keinen festen Rahmen kennt. Diese Verbindung aus archäologischem Weltkulturerbe und lebendiger, vom Wasser geprägter Alltagskultur verleiht der Region eine besondere Tiefe.

Viele Reiseautorinnen und -autoren weisen darauf hin, dass ein Besuch des Tonle Sap idealerweise nicht nur als kurzer Fotostopp, sondern als bewusste Begegnung geplant werden sollte. Wer sich für eine halbtägige oder ganztägige Tour entscheidet, hat mehr Zeit für Gespräche mit lokalen Guides, für Einblicke in Fischerei, Religion und Schulalltag sowie für das Verständnis der Herausforderungen, vor denen die Gemeinden stehen. Eine gute Vorbereitung – auch durch seriöse Quellen wie die Website der Deutschen Welle, Informationen internationaler Umweltorganisationen und der kambodschanischen Tourismusbehörden – schärft den Blick für die Zusammenhänge.

Schwimmende Dorfer Tonle Sap in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und EindrĂĽcke

In sozialen Netzwerken tauchen die Schwimmenden Dorfer Tonle Sap häufig als visuell eindrucksvolle Kulisse auf – doch hinter den Bildern stehen komplexe Lebensrealitäten. Wer sich inspirieren lassen möchte, kann über die folgenden Plattformen Eindrücke sammeln und gleichzeitig ein Gefühl für die Debatten rund um Tourismus, Umwelt und Alltag auf dem Tonle Sap bekommen.

Häufige Fragen zu Schwimmende Dorfer Tonle Sap

Wo liegen die Schwimmenden Dorfer Tonle Sap genau?

Die Schwimmenden Dorfer Tonle Sap befinden sich am Tonle-Sap-See im Zentrum Kambodschas, südlich der Stadt Siem Reap. Von Siem Reap aus sind verschiedene Dörfer wie Kampong Phluk, Kampong Khleang oder Chong Kneas je nach Lage in rund 30 bis 90 Minuten mit dem Auto oder Minibus erreichbar, von dort geht es mit Booten weiter in die Siedlungen auf dem Wasser.

Wie ist die Geschichte der Schwimmenden Dorfer Tonle Sap?

Die Siedlungen am Tonle Sap sind Ergebnis einer langen Anpassung an die wechselnden Wasserstände des Sees, der seit Jahrhunderten eine zentrale Rolle für die Ernährung und die Kultur Kambodschas spielt. Bereits zur Blütezeit des Khmer-Reiches versorgte der See die Tempelstadt Angkor mit Fisch. Schwimmende Häuser, Stelzenbauten und Hausboote entwickelten sich als flexible Antwort auf den Rhythmus von Regen- und Trockenzeit und werden bis heute genutzt.

Wann ist die beste Reisezeit fĂĽr einen Besuch der Schwimmenden Dorfer Tonle Sap?

Grundsätzlich kann der Tonle Sap das ganze Jahr über besucht werden, der Charakter des Sees verändert sich jedoch stark. Wer die Dörfer tatsächlich vom Wasser umgeben erleben möchte, wählt eher die Monate während oder kurz nach der Regenzeit, wenn der Wasserstand hoch ist. In der Trockenzeit zieht sich der See zurück, viele Bereiche liegen frei und die Stelzenhäuser ragen hoch aus dem Boden – ebenfalls ein eindrucksvolles Bild. Angenehmere Temperaturen und gutes Licht bieten häufig die frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden.

Wie erreicht man die Schwimmenden Dorfer Tonle Sap aus Deutschland?

Reisende aus Deutschland fliegen in der Regel über internationale Drehkreuze in Asien oder im Nahen Osten nach Siem Reap, zum Beispiel via Bangkok, Singapur, Kuala Lumpur, Doha oder Dubai. Nonstop-Flüge ab Deutschland nach Siem Reap werden üblicherweise nicht angeboten; die Gesamtflugzeit liegt oft bei 14–18 Stunden, je nach Verbindung. Von Siem Reap aus geht es auf dem Landweg zu den Bootsanlegern und von dort per Boot in die Dörfer.

Was macht die Schwimmenden Dorfer Tonle Sap so besonders?

Die Schwimmenden Dorfer Tonle Sap sind einzigartig, weil sie eine Lebensweise zeigen, die direkt vom Wasserstand eines der produktivsten Seen Südostasiens abhängt. Architektur, Alltag, Verkehr und Wirtschaft orientieren sich am Auf und Ab des Tonle Sap. Für Besucherinnen und Besucher entsteht daraus eine faszinierende Mischung aus Landschaftserlebnis, kultureller Begegnung und Einblick in die ökologischen und sozialen Herausforderungen einer Region, in der Klimawandel, Tourismus und traditionelle Lebensformen unmittelbar aufeinandertreffen.

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