Speicherstadt Hamburg, Hamburg

Speicherstadt Hamburg: Zwischen Backsteinflair und Zukunftslabor

31.05.2026 - 17:39:25 | ad-hoc-news.de

Die Speicherstadt Hamburg ist Hamburgs roter Backstein-Mythos und UNESCO-Welterbe zugleich. Warum dieses Quartier in Deutschland so fasziniert und wie Sie es heute am intensivsten erleben.

Speicherstadt Hamburg, Hamburg, Reise
Speicherstadt Hamburg, Hamburg, Reise

Wenn sich in der Speicherstadt Hamburg die Sonne im Wasser der Fleete spiegelt und das Licht über die endlosen Reihen aus roten Backsteinen gleitet, wirkt das historische Lagerhausviertel wie eine Filmkulisse – nur eben mitten in Hamburg und mitten in Deutschland. Die Speicherstadt (wörtlich: „Stadt der Speicher und Lagerhäuser“) ist längst mehr als ein Hafengebiet: Sie ist ein atmosphärisch dichtes Kulturerbe, in dem sich Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Handels in einer einzigartigen Architektur bündeln.

Speicherstadt Hamburg: Das ikonische Wahrzeichen von Hamburg

Die Speicherstadt Hamburg erstreckt sich im Herzen der Hansestadt, eingerahmt von der modernen HafenCity, und gehört zu den eindrucksvollsten Stadtlandschaften Europas. In dichten Reihen reihen sich Lagerhäuser mit reich verzierten Giebeln, kleinen Türmchen, Zinnen und Eisenbrücken aneinander – ein Ensemble, das weltweit einmalig ist und als größter zusammenhängender historischer Lagerhauskomplex der Welt gilt. Fachleute für Industriekultur und Stadtgeschichte betonen, dass kaum ein anderer Ort so eindrucksvoll zeigt, wie Handel, Stadtplanung und Architektur im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zusammenwirkten.

Die UNESCO hat die Speicherstadt gemeinsam mit dem benachbarten Kontorhausviertel mit dem Chilehaus in die Liste des Welterbes aufgenommen. Als Gründe werden die außergewöhnliche Kombination aus funktionaler Zweckarchitektur und künstlerisch gestalteten Fassaden sowie die Bedeutung Hamburgs als weltweiter Handelsumschlagplatz genannt. Historikerinnen und Historiker verweisen darauf, dass sich hier die Geschichte der Globalisierung in Backstein ablesen lässt – vom Kaffee importiert aus Übersee bis zum Teppichhandel, der Waren aus dem Nahen Osten nach Nordeuropa brachte.

Für Reisende aus Deutschland ist die Speicherstadt heute ein Magnet, der klassische Städtereise mit Kultururlaub verbindet. Anders als ein einzelnes Museum ist das Viertel ein lebendiger Stadtraum: Hier sitzen Traditionsfirmen neben Kreativbüros, Hafenbehörde neben Tourismusattraktionen, historisches Mauerwerk neben futuristischer Architektur. Die Atmosphäre erinnert mit ihren Wasserwegen und Brücken für manche an Venedig, bleibt aber eindeutig hanseatisch-norddeutsch geprägt – mit der charakteristischen Zurückhaltung, dem klaren Licht und dem oft rauen Wetter an der Elbe.

Geschichte und Bedeutung von Speicherstadt

Die Entstehung der Speicherstadt ist unmittelbar mit der Geschichte des Deutschen Reiches und des Hamburger Handels verbunden. Im späten 19. Jahrhundert gehörte Hamburg zwar zum Deutschen Zollverein, die Stadt handelte jedoch lange mit besonderen Zollprivilegien. Als Hamburg Teil des nationalen Zollgebiets wurde, entstand die Notwendigkeit, eine Freihafenzone zu schaffen, in der Waren zollfrei umgeschlagen und gelagert werden konnten. In diesem Kontext wurde in den 1880er-Jahren beschlossen, auf den damaligen Elbinseln und Wohnquartieren ein neues Lagerhausviertel zu errichten.

Dafür mussten ganze Wohngebiete, insbesondere ärmere Viertel, weichen. Tausende Bewohnerinnen und Bewohner wurden umgesiedelt, um Platz für die geplante Speicherstadt zu schaffen. Die Bauarbeiten begannen in den 1880er-Jahren und zogen sich über mehrere Jahrzehnte. Der Komplex wurde abschnittsweise errichtet und erst im frühen 20. Jahrhundert fertiggestellt. Damit ist die Speicherstadt deutlich jünger als etwa mittelalterliche Altstädte, aber älter als viele ikonische Bauten der Moderne in Deutschland – sie liegt zeitlich etwa zwischen der Reichsgründung 1871 und der Zwischenkriegszeit.

Die Speicher dienten vor allem als Lager für hochwertige, oft zollpflichtige Importgüter: Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze, Tabak, Kautschuk und Teppiche. Aufgrund der hohen Warenwerte war der Standort in einer Freihafenzone mit direktem Zugang zu den Hafenschiffen ideal. Historische Aufnahmen zeigen, wie Lastkähne die Kanäle befuhren und Sack um Sack über Seilwinden in die oberen Lagergeschosse gezogen wurde. Die Speicherhäuser wurden so konzipiert, dass sie über die Fleete von der Wasserseite und über Straßenseiten per Pferdewagen und später Lkw zugänglich waren.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Speicherstadt durch Bombardierungen teilweise beschädigt. Viele Gebäude konnten allerdings restauriert und wiederhergestellt werden, sodass das Gesamtbild als historischer Komplex weitgehend erhalten blieb. In der Nachkriegszeit, als Containertechnik den Hafen revolutionierte und der traditionelle Stückgutumschlag an Bedeutung verlor, stellte sich die Frage, wie die Speicher genutzt und zugleich bewahrt werden können. Stadtplanung und Denkmalschutz entwickelten Konzepte, um das Quartier zu erhalten, umzunutzen und in das wachsende Stadtgebiet zu integrieren.

Mit der Entwicklung der HafenCity rückte die Speicherstadt aus der Peripherie des Hafens in eine zentrale Lage, die vom Stadtzentrum aus bequem erreichbar ist. Die Anerkennung als UNESCO-Welterbe markierte einen Wendepunkt: Die Speicherstadt wurde damit offiziell als Kulturgut von außergewöhnlichem universellem Wert eingestuft. Gleichzeitig wurde sie stärker ins Bewusstsein der Hamburgerinnen und Hamburger sowie von Besucherinnen und Besuchern aus ganz Deutschland gerückt – als Teil der eigenen Geschichte und als Sinnbild für den Wandel von der Hafen- zur Wissens- und Dienstleistungsmetropole.

Historiker aus Deutschland und internationale Fachgremien betonen, dass die Speicherstadt ein seltenes Beispiel für ein weitgehend geschlossen erhaltenes Hafen- und Lagerhausquartier aus dieser Epoche ist. Während in vielen Hafenstädten vergleichbare Ensembles abgerissen wurden, konnte Hamburg seine Speicherstadt bewahren und in einen neuen urbanen Kontext einbetten. Diese Kontinuität macht den Ort zu einem wichtigen Anschauungsobjekt für Stadtentwicklung und Denkmalschutz – auch für Planerinnen und Planer in anderen europäischen Städten.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch ist die Speicherstadt ein Manifest des Backsteinbaus im Stil des Historismus und der Backstein-Neugotik. Die Lagerhäuser stehen auf einem Fundament aus Tausenden von Eichenpfählen, um den instabilen Untergrund der ehemaligen Elbinseln zu stabilisieren. Ihre Fassaden bestehen aus rotem Klinker, gegliedert durch vertikale Lisenen, dekorative Giebel, Schmuckbögen und zierliche Türmchen. Diese Gestaltung erzeugt ein rhythmisches Straßenbild, das trotz der strengen Funktionalität eine fast märchenhafte Silhouette über den Kanälen bildet.

Viele Gebäude weisen schmiedeeiserne Balkone, Ladetore und Seilwinden auf, die an die ursprüngliche Nutzung als Lagerhaus erinnern. Besonders charakteristisch sind die direkten Anlegeplätze an den Fleeten, über die die Schiffe die Waren anlieferten. Von der Wasserseite aus wirkt die Speicherstadt wie eine Abfolge aus schmalen, hohen Mauern, die im Wasser zu stehen scheinen. Von den Brücken aus erschließt sich das typische Bild: ein enger, gerader Kanal, gesäumt von hohen Backsteinfassaden, die fast wie eine Schlucht wirken.

Städtebaulich fügt sich die Speicherstadt in ein Netz aus Straßen, Brücken und Fleeten ein. Zahlreiche Brücken verbinden die einzelnen Inseln und Blöcke miteinander. Dies gibt dem Viertel eine Mehrdimensionalität – Erkundende bewegen sich permanent zwischen Wasser und Land, zwischen engen Gassen und offenen Blickachsen zum Hafen und zur Hafencity. Im Vergleich zu anderen deutschen Städtebauten ähnelt die Stimmung eher industriellen Quartieren wie der Zeche Zollverein in Essen in ihrer monumentalen Strenge, bleibt aber untrennbar mit Wasser und Schifffahrt verbunden.

Heute sind viele der Speicher innen auf moderne Nutzungen umgestellt: Büros, Ausstellungsräume, Museen, Gastronomie, touristische Einrichtungen. Dabei wurde Wert darauf gelegt, die Fassaden und die tragende Struktur zu erhalten. Innen können sich daher sichtbare Stahlskelette, Holzbalken und offene Etagen mit zeitgemäßen Raumkonzepten verbinden. Dieser respektvolle Umbau wird in der Fachwelt oft als Beispiel dafür genannt, wie Industriekultur zeitgemäß genutzt werden kann, ohne ihre Identität zu verlieren.

Die Speicherstadt wirkt zu unterschiedlichen Tageszeiten und Jahreszeiten immer wieder anders. Morgens liegt oft Nebel über den Fleeten, der den Backstein in weiches Licht taucht. Tagsüber bringen Sonne und Wolkenspiel starke Kontraste hervor, abends sorgen Beleuchtungskonzepte dafür, dass Brücken, Giebel und Turmspitzen in warmen Tönen leuchten. Gerade bei Dunkelheit entsteht eine besonders fotogene Stimmung, die die Speicherstadt zu einem der beliebtesten Motive für Fotografierende in Hamburg macht.

Kunsthistorikerinnen und Architekturkritiker sehen in der Speicherstadt ein wichtiges Bindeglied zwischen älteren hanseatischen Backsteintraditionen und der späteren expressionistischen und sachlichen Architektur des 20. Jahrhunderts. Der ikonische Backsteinexpressionismus des Chilehauses im benachbarten Kontorhausviertel etwa lässt sich besser verstehen, wenn man die strengere, aber bereits dekorativ ambitionierte Gestaltung der Speicherstadt kennt. Für deutsche Besucherinnen und Besucher, die mit Bauten wie dem Kölner Dom oder dem Berliner Reichstag vertraut sind, bietet die Speicherstadt einen anderen, klar industriell geprägten Zugang zu monumentaler Architektur.

Neben ihrer historischen und architektonischen Bedeutung ist die Speicherstadt heute auch eine Bühne für zeitgenössische Kultur und Stadterlebnisse. Verschiedene Museen, Ausstellungen und Attraktionen haben in den Speichern ihren Platz gefunden. Sie greifen Themen wie Schifffahrt, Hafenarbeit, Auswanderung, Fantasie- und Erlebniswelten auf. So lässt sich ein Besuch ideal mit inhaltlicher Vertiefung verbinden, etwa durch den Blick auf die Geschichte der Auswanderung nach Amerika, die Bedeutung der Seefahrt für Europa oder moderne Formen von Erlebnismuseen.

Speicherstadt Hamburg besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Die Speicherstadt liegt zentral zwischen Innenstadt und HafenCity im Hamburger Stadtteil Hamburg-Mitte, südlich der Altstadt und nahe der Elbphilharmonie. Von den großen deutschen Drehkreuzen wie Frankfurt am Main, München, Berlin oder Düsseldorf ist Hamburg mit der Bahn in der Regel in etwa 4–6 Stunden erreichbar, abhängig von der Verbindung. Der Hamburger Hauptbahnhof ist hervorragend in das ICE-Netz eingebunden. Ab dort gelangt man mit S- und U-Bahn, Bussen oder zu Fuß in kurzer Zeit zur Speicherstadt. Für Reisende, die per Flugzeug anreisen, bietet der Flughafen Hamburg Anschluss an viele innerdeutsche Verbindungen; die Fahrzeit mit S-Bahn oder anderen Verkehrsmitteln aus der Luftfahrtdrehscheibe Frankfurt etwa liegt, inklusive Flug und Transfer, meist unter drei Stunden effektiver Reisezeit. Autofahrende erreichen das Quartier über das Hamburger Stadtstraßennetz; Parkhäuser finden sich in der Umgebung, etwa in der HafenCity. Angesichts dichter Bebauung und touristischer Nachfrage ist der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel im Zentrum sinnvoll.
  • Öffnungszeiten
    Die Speicherstadt als Stadtquartier ist grundsätzlich frei zugänglich. Straßen und Brücken können zu Fuß in der Regel rund um die Uhr genutzt werden. Einzelne Museen, Ausstellungen, Gastronomien oder Attraktionen im Quartier verfügen über eigene Öffnungszeiten, die saisonal variieren können. Daher ist es ratsam, vor einem Besuch direkt bei der jeweiligen Einrichtung oder der offiziellen Informationsstelle der Speicherstadt die aktuellen Zeiten zu prüfen. So lassen sich Enttäuschungen vermeiden, insbesondere bei Abend- oder Wochenendbesuchen.
  • Eintritt
    Der Spaziergang durch die Speicherstadt ist kostenfrei. Für den Besuch von Museen, Sonderausstellungen oder speziellen Attraktionen fallen jedoch in der Regel Eintrittspreise an. Diese variieren je nach Angebot, Alter der Besuchenden, Kombi-Tickets und weiteren Faktoren. Da Preise sich ändern können und gelegentlich Sonderaktionen oder vergünstigte Zeitfenster angeboten werden, empfiehlt sich der Blick auf die offiziellen Informationskanäle der jeweiligen Einrichtungen. Reisende aus Deutschland sollten auch prüfen, ob bestimmte Rabattprogramme, Kulturpässe oder City-Cards in Hamburg die Speicherstadt-Einrichtungen einschließen.
  • Beste Reisezeit
    Die Speicherstadt lässt sich zu jeder Jahreszeit erkunden. In den hellen Monaten von Frühling bis früher Herbst ist das Spiel aus Licht und Schatten auf den Backsteinfassaden besonders eindrucksvoll. Während Sommermonaten kann die Gegend stärker frequentiert sein, insbesondere an Wochenenden und in Schulferien. Wer ruhigere Eindrücke sucht, wählt eher Vormittage unter der Woche oder die Nebensaison im Herbst und Winter. Auch Regen und leichtes norddeutsches Schmuddelwetter haben ihren Reiz: Die nassen Backsteine und das diffuse Licht lassen die Speicherstadt besonders stimmungsvoll erscheinen. Für Fotografierende sind die frühen Morgenstunden und die blaue Stunde am Abend besonders interessant.
  • Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Kleidung und Fotografieren
    In Hamburg und der Speicherstadt ist Deutsch Amtssprache, doch viele Beschäftigte in touristischen Einrichtungen sprechen auch Englisch. Besucherinnen und Besucher aus anderen Teilen Deutschlands müssen sich sprachlich nicht umstellen. Bezahlt wird in Euro; Kartenzahlung ist in Museen, größeren Cafés, Restaurants und im Einzelhandel verbreitet. Kleinere Betriebe oder Kioske können Bargeld bevorzugen, weshalb es sinnvoll ist, eine gewisse Menge Bargeld mitzuführen. Girokarten und internationale Kreditkarten sind in der Regel akzeptiert, mobile Zahlungen setzen eine entsprechende technische Ausstattung der Betriebe voraus und können nicht flächendeckend garantiert werden. Trinkgeld wird in Deutschland normalerweise als freiwillige Anerkennung gesehen: Im Restaurant sind 5–10 Prozent üblich, bei kleinen Beträgen wird oft aufgerundet. In Cafés oder bei kürzeren Fahrten mit dem Taxi ist das Aufrunden auf den nächsten runden Betrag gängige Praxis. Kleiderordnung gibt es im öffentlichen Raum der Speicherstadt nicht, allerdings empfiehlt sich wetterangepasste, wind- und regenfeste Kleidung, gerade im Herbst und Winter. Die meisten Bereiche der Speicherstadt eignen sich gut zum Fotografieren; dennoch sollten Hinweise in Museen und Ausstellungen beachtet werden, da manche Inhalte aus urheberrechtlichen oder konservatorischen Gründen nicht fotografiert werden dürfen.
  • Einreisebestimmungen und Zeitverschiebung
    Für Reisende aus Deutschland, Österreich oder der deutschsprachigen Schweiz, die innerhalb Deutschlands in die Speicherstadt Hamburg reisen, gelten die üblichen Regelungen des Inlandverkehrs; Personalausweis oder Reisepass sind als Ausweisdokumente empfehlenswert. Internationale Gäste sollten sich vor Antritt der Reise über die aktuell geltenden Einreisebestimmungen informieren. Deutsche Staatsbürger sollten aktuelle Hinweise, insbesondere zu Visa, Einreiseformalitäten und Sicherheit, beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Hamburg liegt in der Mitteleuropäischen Zeitzone (MEZ) beziehungsweise während der Sommerzeit in der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ). Für Reisende aus anderen Ländern bietet es sich an, die entsprechende Zeitdifferenz vorab zu berücksichtigen, um Ankunftszeiten, Hotel-Check-ins und Öffnungszeiten der Einrichtungen rund um die Speicherstadt optimal zu planen.

Warum Speicherstadt auf jede Hamburg-Reise gehört

Die Speicherstadt Hamburg ist weit mehr als ein Fotomotiv, das auf Social Media für Aufmerksamkeit sorgt. Sie ist ein verdichteter Ort, an dem sich historische Handelswege, die Entwicklung Hamburgs zur Weltstadt und aktuelle urbane Trends begegnen. Wer Hamburg nur über die Reeperbahn oder die Einkaufsstraßen erlebt, bekommt nur einen Ausschnitt zu sehen. Erst in der Speicherstadt erschließt sich, was die Stadt über Jahrhunderte geprägt hat: der Blick in die Welt, der Mut zu großen baulichen Lösungen und der Wille, historische Substanz in eine moderne Stadtplanung einzubinden.

Für Reisende aus Deutschland bietet sich hier die Gelegenheit, Industriekultur unmittelbar zu erleben – in einem Ambiente, das zugleich zugänglich, fotogen und durch vielfältige Angebote aufgeladen ist. Familien können den Besuch mit Erlebnis- und Wissensorten kombinieren, kulturinteressierte Gäste können sich auf Architektur und Stadtgeschichte konzentrieren, während andere schlicht durch die Gassen schlendern, die Backsteinfassaden betrachten und die Atmosphäre auf sich wirken lassen.

Die Speicherstadt ist außerdem ein idealer Ausgangspunkt, um weitere Hamburger Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Das Ensemble ist nur einen Spaziergang von der Elbphilharmonie entfernt und grenzt an die moderne HafenCity mit ihren Wohn- und Büroquartieren, Promenaden und weiteren Kulturangeboten. Richtung Innenstadt sind Rathaus, Binnenalster und die Einkaufsstraßen gut erreichbar. Wer sich für die Geschichte der Handelsmetropole interessiert, findet in der Kombination aus Speicherstadt, Kontorhausviertel und Hafen neue Perspektiven auf Deutschlands Rolle im internationalen Warenverkehr.

Während manche Stadtviertel bei intensiver touristischer Nutzung ihre Authentizität verlieren, bleibt die Speicherstadt eng mit der Stadtgesellschaft verbunden. In vielen Gebäuden arbeiten weiterhin Firmen, Verwaltungen und Kreative. Dadurch bleibt das Viertel lebendig und entwickelt sich weiter. Für Besucherinnen und Besucher bedeutet das: Der Ort ist kein Freilichtmuseum, sondern eine gewachsene Stadtlandschaft, in der Geschichte sichtbar und spürbar bleibt – selbst wenn sich die konkreten Nutzungen verändern.

Auch aus bildungs- und geschichtspolitischer Sicht hat die Speicherstadt einen besonderen Stellenwert. Die Diskussionen um Freihandelszonen, globale Warenketten, soziale Folgen von Stadtumbau und Migration lassen sich hier historisch verorten und zugleich mit aktuellen Debatten verbinden. Für Schulklassen, Studierende und alle, die sich tiefergehend mit Stadt- und Wirtschaftsgeschichte beschäftigen wollen, bietet das Viertel zahlreiche Anknüpfungspunkte. Führungen und pädagogische Angebote können helfen, diese Aspekte anschaulich aufzubereiten.

Wer eine Hamburg-Reise plant, sollte daher Zeit für die Speicherstadt einplanen – idealerweise mehr als nur einen schnellen Fotostopp. Ein ausführlicher Spaziergang, eventuell kombiniert mit dem Besuch einer Ausstellung oder einer Hafenrundfahrt, öffnet den Blick für die Zusammenhänge, die Hamburg zu dem gemacht haben, was es heute ist: eine Stadt zwischen Tradition und Zukunft, zwischen Backstein und Glas, zwischen Lagerhaus und Konzerthaus.

Speicherstadt Hamburg in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In sozialen Medien taucht die Speicherstadt Hamburg regelmäßig als Kulisse für Fotos, Videos und Reiseberichte auf. Viele Nutzerinnen und Nutzer teilen Eindrücke von Sonnenaufgängen über den Fleeten, abendlichen Lichtstimmungen, Spaziergängen über Brücken und Perspektiven auf das Nebeneinander von historischen Speichern und moderner Architektur. Die Hashtags rund um die Speicherstadt stehen stellvertretend für die Faszination, die vom Ort ausgeht – sowohl für Menschen aus Hamburg als auch für Gäste aus ganz Deutschland und darüber hinaus.

Häufige Fragen zu Speicherstadt Hamburg

Wo liegt die Speicherstadt Hamburg genau?

Die Speicherstadt liegt im Zentrum von Hamburg im Bezirk Hamburg-Mitte, südlich der Altstadt und nördlich des heutigen Hafens, eingebettet zwischen Innenstadt, Hafenbecken und der modernen HafenCity. Sie ist vom Hauptbahnhof und von zentralen Plätzen wie dem Rathausmarkt gut zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Warum ist die Speicherstadt UNESCO-Welterbe?

Die Speicherstadt wurde zusammen mit dem Kontorhausviertel in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen, weil sie ein herausragendes Beispiel für ein historisches Lagerhaus- und Geschäftsviertel ist, das die Entwicklung des internationalen Seehandels und die Bedeutung Hamburgs als Welthafen dokumentiert. Die einzigartige Backsteinarchitektur und die weitgehende Erhaltung des Ensembles spielten bei der Anerkennung eine wichtige Rolle.

Kann man die Speicherstadt kostenlos besichtigen?

Ja, der Zugang zur Speicherstadt als Stadtviertel ist kostenfrei. Besucherinnen und Besucher können die Straßen, Brücken und Plätze ohne Eintritt erkunden. Nur für bestimmte Museen, Ausstellungen und Attraktionen im Quartier werden Eintrittspreise erhoben, die je nach Angebot und Ticketart variieren.

Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch einplanen?

Für einen ersten Eindruck sollte man mindestens ein bis zwei Stunden einplanen, um durch die Speicherstadt zu spazieren und Ausblicke über die Fleete zu genießen. Wer zusätzlich ein Museum oder eine größere Ausstellung besuchen oder eine Führung machen möchte, sollte eher einen halben Tag oder länger vorsehen, um den besonderen Charakter des Viertels in Ruhe zu erleben.

Wann ist die beste Jahres- und Tageszeit für Fotos in der Speicherstadt?

Fotografisch attraktiv ist die Speicherstadt das ganze Jahr über. Im Frühling und Sommer sorgen lange Tage und kräftiges Licht für intensive Farben und Schatten. Im Herbst und Winter können Nebel und tiefstehende Sonne eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre erzeugen. Die frühen Morgenstunden bieten ruhige Szenen mit weichem Licht, während die blaue Stunde und der Abend durch die Beleuchtung der Brücken und Fassaden eindrucksvolle Motive liefern.

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